Tabularium

Aus Theoria Romana

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Das Tabularium war das staatliche Archiv der Stadt Rom und lag in der Senke zwischen den beiden Kuppeln des Kapitols.

Das Gebäude wurde unter dem Consul Quintus Lutatius Catulus im Jahr 78 v. Chr. durch den Architekten Lucius Cornelius als Aufbewahrungsort für öffentliche und private Urkunden, die vorher vermutlich im sog. atrium publicum auf dem Kapitol aufbewahrt worden waren, errichtet. Vermutlich wurden in dem Gebäude ursprünglich auch staatliche Gelder verwahrt, später sich jedoch nur Archivalien bezeugt. Nachdem Claudius 46 n. Chr. eine erste Renovierung vornehmen musste, wurde der Bau ständig renoviert und umgebaut, sodass sein ursprünglicher Aufbau unklar ist.

Das Gebäude war ein 74 m langer, massiger Bau, der (gemeinsam mit dem Tempel der Concordia und dem Tempel des Saturn) das Forum Romanum vom Kapitolshügel abgrenzte. Die Schmalseiten begrenzten dabei der Clivus Capitolinus und eine Treppe hinauf zur Arx. Die Front des Gebäudes wurde im ersten Stockwerk mit dorischen Tuffstein-Säulen verziert, zwischen denen sich elf 7,5 m hohe und 3,5 m breite Bögen spannten, während im zweiten Stock wohl in flavischer Zeit korinthische Arkaden angefügt wurden. Die Wirkung dieser Front wurde jedoch durch die prächtigen Tempel in der Nachbarschaft (der der Concordia und der des Vespasian) geschwächt.

Im ersten Stock befand sich vermutlich eine große Halle, die auf das asylum hinaus ging, aber auch über eine Treppe, die durch das Gebäude zum Forum führte, betreten werden konnte. Die Räume auf der Nordostseite in diesem Geschoss waren miteinander verbunden und öffneten sich zur Arx hin. Die Außenmauer war aus opus quadratum gemauert.

Auch nach dem Untergang Westroms wurde das Tabularium weiter genutzt und immer wieder umgebaut. Die heute sichtbare Form ist der Umbau von Michelangelo, der es vom Salzspeicher zu einem Palazzo umgestaltete.


Literatur:
Christoph Höcker: Art. Tabularium, in: DNP.
Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome, London 1929, s. 506‑508.

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