Woche

Aus Theoria Romana

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Die achttägige Woche

Zur Zeit der Republik und des frühen Kaiserreichs war bei den antiken Römern eine achttägige Woche üblich, die so genannte „Marktwoche“, oder nundinae (lat. neuntägig). Den achttägigen Wochenrythmus hatten sie von den Etruskern übernommen.
Der Widerspruch einer aus acht Tagen bestehenden Woche und ihrer Bezeichnung als nundinae, also “neuntägig“, erklärt sich aus der römischen Gewohnheit, beide Markttage (lat. dies nundinales) mit zu zählen, zwischen denen immer sieben Tage Abstand lag. Diese wöchentlichen Markttage hatten zwar im alltäglichen Leben Bedeutung und ein Gesetz (die lex Hortensia) aus dem Jahr 287 v. Chr. verbot an diesen Tagen das Abhalten von Volksversammlungen, aber religiöse Bedeutung kam ihnen nicht zu.
Die Tage einer Woche wurden fortlaufend mit den Buchstaben A bis H (Nundinalbuchstaben) gekennzeichnet, wobei der erste Tag eines Jahres immer den Buchstaben A erhielt. Weil die Anzahl der Tage eines Jahres aber kein Vielfaches von 8 ist, wechselte der Nundinalbuchstabe für die Markttage von Jahr zu Jahr. War es beispielsweise in einem Jahr der Buchstabe A, und das Jahr 355 Tage lang, so wurden die Markttage im darauf folgenden Jahr mit dem Buchstaben F gekennzeichnet.
In der späten Republik verbreitete sich der Aberglaube, es wäre ein unheilvolles Zeichen und brächte Unglück, wenn das Jahr mit einem Markttag begann, wenn also die Markttage eines Jahres mit dem Nundinalbuchstaben A gekennzeichnet wurden.

Die siebentägige Woche

Die Sieben-Tage-Woche ist vermutlich babylonischen Ursprungs und damit älter als die bei den Römern zunächst übliche achttägige Woche. Das mutmaßlich babylonische Wochenkonzept wurde später von Juden und Griechen übernommen und gelangte so auch zu den Römern. Die Sieben-Tage-Woche verbreitete sich vor allem, nachdem im Jahr 45 v. Chr. der Julianische Kalender eingeführt worden war. In der Folgezeit existierten aber noch beide Systeme parallel. Erst im Jahr 321 n. Chr. wurde die achttägige Woche verbindlich abgeschafft, als Kaiser Konstantin (der Große) die christliche Woche mit dem Sonntag als offiziellem Ruhetag einführte.
Als Folge der Verkürzung auf nur noch sieben Wochentage wurde der Nundinalbuchstabe H entbehrlich. Die Wochentage wurden fortan mit den Buchstaben A bis G gekennzeichnet, den so genannten Sonntags- oder Dominicalbuchstaben (lat. littera dominicalis, wobei die Bezeichnung des Sonntags als dominica, lat. Herrentag, christlichen Ursprungs ist).
Ebenfalls nach östlichem Vorbild erhielten die Wochentage der siebentägigen Woche lateinische Eigennamen, die sich an den mit bloßem Auge sichtbaren, vermeintlichen „Wandelsternen“ (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn) des geozentrischen Weltbildes anlehnten und den Göttern, die durch die Himmelskörper repräsentiert wurden. Inwieweit diese Wochentags-Namen im alltäglichen Sprachgebrauch der ersten Jahrhunderte n. Chr. üblich waren ist jedoch strittig.

–––––––––––– – Sonntag –––––––––––– – Montag ––––––––––––– – Dienstag ––––––––––– – Mittwoch ––––––––––– – Donnerstag ––––––––– – Freitag –––––––––––– – Samstag ––––––––––––
römisch dies solis dies lunae dies martis dies mercurii dies iovis dies veneris dies saturni
griechisch Hēlíou hēméra Selēnēs hēméra Hérmou hēméra Diòs hēméra Aphrodítēs hēméra Krónou hēméra
Bedeutung Tag der Sonne,

röm. Sol, grch. Helios

Tag des Mondes,

röm. Luna, grch. Selene

Tag des Mars (röm.),

grch. Ares

Tag des Mercurius (röm.),

grch. Hermes

Tag des Iuppiter (röm.),

grch. Zeus

Tag der Venus (röm.),

grch. Aphrodite

Tag des Saturnus (röm.),

grch. Kronos




Literatur:
www.die-roemer-online.de
Das schwarze Netz
www.heinrich-tischner.de
Wikipedia

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