Septemvir

Aus Theoria Romana

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Die Septemviri epulonum (auch VIIviri oder epulones) waren eines der Priesterkollegien Roms, das "Siebenmänner-Collegium". Dieses Kollegium war 196 v. Chr. auf einen Volksbeschluss hin eingerichtet worden. Zu Anfang handelte es sich um ein Dreimänner-Collegium, die Tresviri (IIIviri), später, vermutlich unter L. Cornelius Sulla, wurde die Zahl auf sieben erhöht. Auch nach der erneuten Erhöhung durch Caesar auf zehn Mitglieder blieb der Name septemviri erhalten. Spätestens seit Augustus, welcher selbst ein Epulone war, zählte es neben den Pontifices, den Auguren und Quindecimviri zu den bedeutendsten stadtrömischen Priesterkollegien. Das Symbol der Septemviri war eine patera, eine Opferschale.

Die Einrichtung des Kollegiums erfolgte aufgrund der Beschneidung der Kompetenzen der plebeischen Aedile bei der Organisation der ludi plebeii und in diesem Zusammenhang mit der Ausrichtung des Iovis epulum, des Opfermahls zu Ehren Iuppiters, Iunos und Minervas. Von diesem Aufgabenfeld leitet sich auch der Name epulones ab.

Ab der augusteischen Zeit wurde das Iovis epulum auch zu den ludi Romani ausgerichtet, was ebenfalls durch die Septemviri geschah. Seit dem ersten Jahrhundert vor Christus wurden ihnen weitere kultisch-administrative Aufgaben, vor allem in Zusammenhang mit den ludi aufgetragen. Das Kollegium diente formal zur Entlastung des Collegium pontificum, war dessen Weisungsbefugnis unterworfen und bekam von den Pontifices zusätzliche Aufgaben zugeteilt. So ist beispielsweise belegt, dass die Septemviri die Pontifices auch bei der Ausrichtung des lectisternium unterstützten. Auch im Rahmen der Kaiserfeste und des Kaiserkultes kamen zusätzliche Funktionen über den ursprünglichen Aufgabenbereich der Septemviri hinaus dazu.


Quellen:
Andreas Bendlin, Septemviri, Der neue Pauly, Enzyklopädie der Antike, Bd. XI, Hrsg. Hubert Cancik und Helmuth Schneider, Weimar 2001
A. und I. König: Der römische Festkalender der Republik, Stuttgart 1991, S.130f.

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