Pompeji

Aus Theoria Romana

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Daten der Stadt
Name:Pompeii
Gründung:unbekannt
Rechtsform:Colonia
Provinz:Italia
Heutige Stadt:Pompeji (Italien)
Pompeji war eine mittelgroße Stadt in Campania unweit des Vesuvs. Durch dessen Ausbruch wurde sie im Jahre 79 n. Chr. vollständig zerstört und mit einer Ascheschicht bedeckt. Durch ihre konservierende Wirkung konnten Ausgrabungen der Moderne allerdings eine Vielzahl von neuen Erkenntnissen über das Alltagsleben im 1. Jahrhundert n. Chr. gewinnen.


Geschichte

Pompeji wurde dem Mythos nach durch Hercules an der Mündung des Sarno gegründet. Über die tatsächliche Gründung ist allerdings nichts bekannt. Auch seine Position während der Kriege zwischen Griechen und Etruskern im 6. und 5. vorchristlichen Jahrhundert ist nichts bekannt. Erst im späten 5. Jahrhundert scheint klar, dass die Stadt zum samnitischen Machtbereich gehörte. Für das zweite Jahrhundert ist schließlich eine oskische Inschrift überliefert, in der unterschiedliche Gemeindeämter genannt sind (meddix tuticus, aidiles, quastores). Seither sind genauere Überlieferungen vorhanden. Bereits zu dieser Zeit erlebte die Stadt eine erste Blüte unter hellenistischem, insbesondere sizilianischem Einfluss.

So stand die Stadt sowohl in den Samnitenkriegen, als auch den Bundesgenossenkriegen nicht auf römischer Seite, was um 89 v. Chr. eine Belagerung und Eroberung durch Sulla nach sich zog. 80 v. Chr. gründete er hier schließlich eine Colonia mit dem Namen Colonia Veneria Cornelia Pompeianorum, wobei genauere Informationen über Umfang und Ort der Kolonisierung unbekannt sind. Es scheint jedoch zu Konflikten zwischen alteingesessenen Familien und den römischen Immigranten gekommen zu sein, bei denen sich bis zur Zeitenwende letztere durchsetzen konnten. Um 59 n. Chr. kam es außerdem zu Krawallen zwischen Bürgern Pompejis und der Nachbarstadt Nuceria, die zu einem zeitlich befristeten Verbot von Gladiatorenspielen führten. Dennoch pflegte die Stadt offensichtlich gute Beziehungen zum Kaiserhaus, was sich durch die Bekleidung städtischer Ämter durch dessen Angehörige zeigt.

Nachdem es bereits seit 62 n. Chr. immer wieder zu größeren und kleineren Erdbeben kam, zerstörte der Ausbruch des Vesuvs am 24. August 79 Pompeji, das zu diesem Zeitpunkt zwischen 12 000 und 30 000 Einwohner hatte, und seine Nachbarstädte Herculaneum, Stabiae und Oplontis vollständig und bedeckte sie mit einer dicken Ascheschicht.

Stadtbild

Die Stadt hatte zum Zeitpunkt ihres Untergangs eine ovale Form, die durch eine Stadtmauer umgeben war. In ihrem Inneren waren alle Straßen weitgehend nach Norden bzw. Osten ausgerichtet, wodurch sich ein Schachbrettmuster ergab. Zu den ältesten Gebäuden gehörte der Apollo-Tempel auf dem Forum, sowie der dorische Tempel der Athene auf dem sogenannten Foro Triangolare, einem dreiecken Platz.

Im zweiten Jahrhundert errichteten die Bürger schließlich weitere Repräsentationsbauten aus Tuffstein, darunter mehrere Tempel (darunter einer der Isis), eine Basilica, ein Macellum, ein Theater, ein Gymnasium und eine Palaestra, sowie Thermen. Die Zivilbevölkerung lebte zu dieser Zeit in eingeschossigen, in Insulae einbezogenen Atriumhäusern, während die Oberschicht in imposanten Stadtpalästen, oftmals mit mehreren Atrien und Peristylien, oder stadtnahen Villen lebte.

Die Gründung der Colonia erzeugte schließlich weitere bauliche Veränderungen: Aus dem Foren-Tempel wurde ein Capitolium, zusätzlich errichtete man einen erhöht liegenden Venus-Tempel. Darüber hinaus entstand ein Amphitheater, ein weiteres Theater und eine zusätzliche Thermenanlage, sowie zahlreiche neue Wohnhäuser, die teilweise auch außerhalb der Stadtmauer lagen. Ebenso außerhalb entstand außerdem ein Friedhof.

Eine letzte Bauphase brachte die Kaiserzeit, als Tempel für den Kaiserkult, sowie eine Wasserversorgun errichtet wurden. Nach dem verheerenden Erdbeben 62 n. Chr. waren jedoch neue bauliche Veränderungen notwendig, die sich allerdings in die Länge zogen: Archäologen fanden zahlreiche Baustellen, die offensichtlich bis 79 n. Chr. noch nicht vollendet worden waren.


Literatur: Kockel, Valentin/Gulletta, Maria Ida: Art. Pompeii, in: DNP.

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