Legio I Minervia

Aus Theoria Romana

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Die Legio I Minervia pia fidelis wurde höchst wahrscheinlich im Jahre 82 von Domitian für den Einsatz im Feldzug gegen die Chatten, in Germanien, gegründet. Ihr voller Name war Legio I Minervia Flavia pia fidelis domitiana, doch verlor sie den Familien- und den Vornamen des Imperators nach dessen Tod. Namensgeberin, Patronin und zugleich Zeichen der Legion war die römische Göttin Minerva. Als Wappentier hatte die Legion einen Widder. Stationiert war die Legio I Minervia pia fidelis zunächst in Bonn (Germania inferior), von wo aus sie aber über das ganze Imperium verteilt an verschiedenen Feldzügen teilnahm. Den Beinamen Pia Fidelis (Domitiana) erhielt sie nach der Niederwerfung eines Aufstandes des Statthalters der Regio Germania Superior, Lucius Antonius Saturninus.

Später nahm die Legio, unter dem Kommando von Hadrian, am Feldzug des Kaisers Trajan gegen die Dacer teil. Ihr Feldzeichen lässt sich noch heute auf der Trajanssäule betrachten. Nach dem Feldzug kehrte die Legion nach Bonn zurück. Die im Jahre 105 von Imperator Trajan ausgehobene Legio XXX Ulpia Victrix kann als Zwillingslegion der Legio I Minervia angesehen werden, da die beiden Legionen oft zusammen gearbeitet haben (z.B bei verschiedenen Bauprojekten etc.) Ungewöhnlich war, dass Untereinheiten der Legio I Minervia in Steinbrüchen arbeiteten, eine Arbeit, die ursprünglich nur Sklaven zugemutet wurde.

Während der Regierungszeit des Lucius Verus nahm die Legio I Minervia an den Feldzügen gegen die Parther teil. Um die Einheit noch zu verstärken waren auch einige Soldaten der XXX Ulipa Victrix in den Reihen der I Minervia zu finden. Später waren einige Untereinheiten bei den Kriegen gegen die Markomannen involviert.

Später wurde die Legion dann kurzzeitig nach Lyon verlegt. Während der Bürgerkriegszeit unterstützte sie mehrere Seiten die da wären: Septimius Severus, Heliogabalus (Antoniniana), Severus Alexander (Severiana Alexandriana) sowie das Gallische Sonderreich.

Während dieser Zeit erhielt die Legio immer wieder die verschiedensten Beinamen, die aber mehr oder weniger alle nach dem Tod des jeweiligen Namensgebers wieder fallen gelassen wurden. Mit der Zerstörung Bonns im Jahre 351/353 durch die Franken ging auch die Legio I Minervia unter.

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