Argei

Aus Theoria Romana

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Über Argei gibt es unterschiedliche Überlieferungen und viele Fragen sind bis jetzt unbeantwortet geblieben. Bekannt ist nur die Zeremonie an sich, dass warum liegt bis heute weiter im Dunkeln. Am 14. Mai wurden an dem pons sublicius von den Vestalinnen in Begleitung der Magistrate und Priester diesseits und jenseits der Tiber Opfer gebracht. Danach wurden 30 oder 27 Puppen aus Binsen und Rohr, angekleidet wie Männer, von der heiligen Brücke in die Tiber hinabgestürzt. Dies sollte ein Ersatz für die in früheren Zeiten dem Saturn oder aber dem Flußgott dargebrachten menschlichen Opfer sein. Damals waren es wohl der Anzahl entsprechend alte Männer, die man als unnütze Leute ansah, welche dem Staate nicht mehr dienen konnten und sie deswegen von der Brücke in die Tiber warf. Eine andere Vermutung ist die, dass es nie Menschenopfer gegeben hat,sondern dass es sich bei dem Ritual nur um die Tötung des Vegetationsgeistes und seine Erneuerung handelte, wobei die Strohpuppen den Vegetationsgeist darstellten. Wie man sieht, ist vieles in Bezug auf diesen Ritus ungeklärt. So ist unter anderem auch die Beteiligung der Vestalinnen rätselhaft. „Ein Menschenopfer oder die Tötung des Vegetationsgeistes gerade durch sie vollziehen zu lassen, deren Begegnung dem zum Tode geführten Verbrecher Aufschub gewährt, um zu verhüten, dass sie einem Todgeweihten begegnen, widerstreitet allem, was wir von ihnen wissen. Und mit der Vegetation, mit Erntebräuchen haben sie (...) auch nie was zu tun gehabt.


Literatur:
Scullard, H.H.: Festivals and ceremonies of the roman republic, London 1981.

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