Apollo

Aus Theoria Romana

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Apollo
Alternative Namen-
Griechische EntsprechungApollon
FunktionOrakelgott; Gott der Herden, Städtegründer, Sänger und Musiker
Symbole / AttributeKithara, Lorbeer
Typische Farbe der Opfertiereweiß
bild:apollo.jpg
Fresko mit der Darstellung des Apollo
als sitzendem Kitharapsieler

Apollo (grch. Apollon, etrusk. Apulu, Aplu, dt. Apoll) war Sohn des Iuppiter und der Leto und der Zwillingsbruder von Diana. Er galt als einer der mächtigsten Götter der klassischen Antike. Die Ursprünge seines Kultes liegen in Kleinasien. Die eifersüchtige Iuno (Frau des Iuppiter) gewährte Leto nicht die Sicherheit des Festlandes und sie musste die beiden Kinder auf einer Insel zur Welt bringen. Mit der Sterblichen Koronis hatte er einen Sohn - Aesculapius.

Die Fähigkeiten des Apoll waren äusserst vielfältig: Seine Pfeile brachten den Tod, doch heilte er gleichzeitig alle Wunden. Er galt als Schirmherr der Herden und Städtegründer. Zudem war er Beschützer der Sänger und Musiker. Als oberster Orakelgott war er auch Herr über alle Seher. Schliesslich fungierte er als Gott der Sonne und des Lichts. In dieser Eigenschaft wurde ihm Helios gleichgesetzt.

In der Sagenwelt griff er immer wieder in das Geschick der Menschen ein, so u.a. im Trojanischen Krieg. Seine Unerbittlichkeit bei Entscheidungen war weithin bekannt und durch Mythen belegt.

Apollo wird als strahlend schöne Gestalt beschrieben, die die olympischen Götter zunächst erschrecken liess. Durch Tauschhandel mit Hermes gelangte er in den Besitz einer Kithara. Sie wurde ebenso sein Symbol wie der Lorbeer. In der nachantiken Welt wurde er zum Symbol des Glanzes, des Lichts, der Schönheit und der Künste, besonders der Musik. Deshalb wird Apollo auch gerne als Führer der Musen dargestellt. Als Tiere sind ihm Greif, Krebs und Delphin zugeordnet. Wie Iuppiter ist er in der Lage Blitze zu schleudern. So soll er 278 v.Chr. die Kelten mit Blitzen aus Delphi vertrieben haben. In Darstellungen werden die kriegerischen Attribute Bogen und Blitz zumeist durch seine friedlichen Symbole - Lorbeer, Kithara oder Lyra und Phiale (=Opferschale) - ersetzt. Im Barock erscheint Apoll als häufigste Statue in Blumengärten.

Der Gott fand schon sehr früh Eingang in die römische Götterwelt als heilbringende Kraft. So war er u.a. auch für die Gewährung des Sieges in der Schlacht verantwortlich.

Die griechischen Kolonialisatoren befragten vor dem Beginn eines Unternehmens Apollo und opferten ihm als erstes im neuen Siedlungsland. So gelangte er über Sizilien durch die Kolonie Cumae nach Mittelitalien. Dort war auch die cumanische Sibylle zuhause, die sich - wie alle heidnischen Sibyllen - als Priesterin des Apollo verstand. Die Orakelsprüche der Sibyllinischen Bücher blieb auf Jahrhunderte hinaus ein Rückgrat der Römischen Religion. Ein weiterer Umstand für die Verbreitung des Gottes in Italien dürfte seine Verbindung mit den Mythen um Aeneas sein.

Der Geschichtsschreiber Livius erwähnt für 449 v.Chr. einen Apollinar auf dem Marsfeld, in dem die Konsuln mit dem Senat um die Triumphalehren verhandelten. Ein echter Tempel wurde jedoch erst 433 oder 431 v.Chr. im Zuge einer Pestepidemie erbaut. Zuvor dürfte es sich um einen heiligen Lorbeerhain samt Altar und Statue gehandelt haben; vielleicht befand sich auch eine Quelle in diesem Gebiet.

Der Bezirk lag ausserhalb der Stadtmauer. Dies deshalb, da Apollo für die Lustration (=Reinigung) von Seuchen oder Blutschuld (z.B. Soldaten nach dem Krieg) zuständig war, die nur ausserhalb des Pomeriums vorgenommen werden durften. In diesem Reinigungsritual liegt auch der religiöse Kern des Triumphes. Der Gott verstand sich als Vollstrecker des Willen des Iuppiter und so schickte er im Triumphzug das Heer religiös gereinigt zum Göttervater auf dem Capitol. In dieser Eigenschaft verdrängte Apollo den Gott Mars, dessen Tempel aus dem gleichen Grund ausserhalb des Pomeriums lag. Auch die Formel "Gedenke, dass du ein Mensch bist." die der Staatssklave dem Triumphator bei seinem Zug ins Ohr flüstern musste, ist dem Einfluss des Apollo zuzuschreiben. Sie entspricht der Ethik der Heiligtümer von Delphi, die von den Besuchern ein "Erkenne dich in deiner Begrenztheit gegenüber den Göttern." verlangten.

Verwandtschaftliche Beziehungen unter Göttern waren der alten römischen Religion fremd. Da Apollo jedoch aus der Fremde kam, wurde die Beziehung zu seiner Mutter Leto (lat. Latona) akzeptiert und in den Kult aufgenommen. Beim ersten lectisternium (Götterbewirtung), das auf Anraten der Sibylle erfolgte, teilten sich Apollo und Latona ein Speisesofa. Eine Mitverehrung im frühen Apollinar ist wahrscheinlich. Eine andere Vereinigung erfolgte mit dem Sonnengott Helios (lat. Sol). Auch eine enge Beziehung zu Saturn ist nachweisbar.

Noch in der Republik wurden die Funktionen des Gottes erweitert. Neben Lustration und Sibylle entwickelte sich Apollo zum Gott der Musen und ersetzte in diesem Rahmen den griechischen Dionysos (lat. Bacchus) als Theatergott. 212 v.Chr. wurden deshalb die Ludi Apollinares gestiftet und ab 208 v.Chr. jährlich vom 6. bis zum 13. Juli im Tierkreiszeichen des Krebs gefeiert. Im Gegensatz zu den Ludi Romani oder Plebi unterstanden sie dem Praetor urbanus. Dabei wurden vor dem Apollotempel auf dem Marsfeld Dramen von Schauspielern aufgeführt. Diese Schauspieler nannten sich parasiti Apollinis. Caesar liess an diesem Ort ein Theater beginnen, das Augustus unter der Bezeichnung Marcellustheater fertig stellen liess.

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