Abseits von Capua // Meeresbrise und Sonnensang

  • Wir waren eine ganze Weile auf der Via Appia unterwegs gewesen, doch letzten Endes konnten wir in Capua ein vorübergehendes Heim nehmen. Die Sklaven, welche wir mitgenommen hatten fühlten sich recht wohl. Besonders auf Leibwächter hatte ich nicht verzichten wollen, zumal ich ja auch gedachte, meiner Geliebten reichhaltige Geschenke zu machen und wir deshalb jemanden brauchten, der kräftig genug war, um all die Truhen auf die Karren zu laden, welche uns in Bälde wieder nach Hause bringen sollten. Doch noch war es nicht so weit. Beileibe nicht! An diesem Tag war der Abend der Abende. Das Meer glitzerte im roséverbrämten Sonnenlicht, deren Ursprung gerade malerisch rot den Horizont am Ende des Ozenas küsste. Malerisch. Ein Feuerchen brannte, das gewünschte Körbchen stand neben mir im Sand und ich hatte meinen Arm eng und vertraulich um meine Valentina gelegt. Lange hatte es gewährt, doch nun würde endlich alles gut werden! Noch ehe die Sonne versank wäre sie mir mir verlobt, weshalb ich sie nun verliebt anschaute und ihr am liebsten einen Kuss auf die lieblichen Lippen gesetzt hätte.


    Vergessen war die etwas überstürzte Abreise und der Radbruch am Karren, den wir auf dem Weg erdulden hatten müssen. Doch am Rande des Weges ließ es sich trefflich ein wenig campieren und schwärmen. Natürlich hatte ich eine der schönen Geschichten zum Besten gegeben, um möglichst viel Kurzweil eintreten zu lassen und ein paar Anekdoten über die alten Könige Roms und mythologische Gestalten waren ein gutes Mittel. So empfand ich es zumindest. Doch nun waren wir hier und ich räusperte mich ein wenig. So weit weg von Rom und von allen Verwandten war ich ganz der Mensch, der ich immer hatte sein wollen. Besonders mit meiner Geliebten an meiner Seite fiel es mir nicht schwer. “Ich hoffe dir gefällt dieser Teil des Strandes,“ sagte ich, während ich auf‘s Meer deutete. “Ich denke, man könnte meinen, dass sich aus den Fluten sogleich Neptun mit seinem Gefolge erheben könnte, um uns zu begrüßen.“ Ich ließ ein liebes Lächeln folgen. In der Tat hatte ich einen der Bediensteten voraus geschickt und ihm horrende Strafen angedroht, sollte er keinen romantischen Ort finden. Doch eigentlich hatte er ganz gute Arbeit geleistet und hier waren wir ungestört. Nur etwas weiter entfernt waren noch einige Fischer dabei, welche aus einem malerischen Dörfchen in Strandnähe stammten, ihre Netze zu flicken. Doch sie beachteten uns kaum.

  • Das Rauschen des Meeres war atemberaubend. Das Glitzern der untergehenden Sonne war das Schönste, dass sie je gesehen hatte. Valentina wusste nicht was sie denken sollte, denn sie war so beeindruckt und überwältigt. Sie hatte sich so oft gefragt warum die Götter ihr in den vergangener Zeit immer wieder ihre Träume genommen hatten und die Männer, die in ihr Leben traten so oft einfach wieder daraus verschwunden waren. Doch jetzt, als sie hier stand und über das Meer blickte, mit Casca neben sich, da wurde ihr bewusst, warum das alles hatte passieren müssen. Damit sie genau hier stehen konnte und die Schönheit bewunderte.
    Vor der Abreise hatte sie Bedenken gehabt, dass es vielleicht doch nicht klappen könnte weil Casca so viel zu tun hatte. Und dann war auf dem Weg hierher auch noch ein Rad gebrochen. Sollte es nicht sein? Nein, es war alles nur, damit sie diesen Moment voll und ganz genießen konnte. Damit sie sich dessen Schönheit gänzlich bewusst war. Die Geschichten, die Casca ihr auf dem Weg hierher erzählt hatten kamen ihr wieder in den Sinn. Fühlte ein Held sich so, wenn er eine Schlacht gewonnen hatte? Oder ein König, wenn er über sein Königreich blickte? Valentina gehörte nie zu einer wohlhabenden Familie doch in diesem Moment war sie reich. Reich an Gefühlen und beschenkt mit der Liebe des Mannes neben sich.


    Ihre Wangen waren rot, beschienen von der Abendsonne als Cascas Räuspern sie aus ihren Träumereien entriss. Sie blinzelte, als würde sie von einem Traum in den Nächsten gleiten, als sie ihren Kopf drehte und zu ihm sah. Er wollte wissen ob ihr der Strand gefiel. Valentina wusste keine Worte wie sie ihre Gefühle beschreiben konnte. "Es ist wunderbar." Flüsterte sie dann als hätte sie Sorge mit zu laut gesprochenen Worten den Zauber des Moments zu vertreiben. Bei Cascas nächsten Worten blickte sie in die entsprechende Richtung und wie so oft konnte Casca mit seinen Worten Bilder in ihrem Kopf erscheinen lassen. Sie sah tatsächlich den Wassergott aus den Fluten kommen. Nur für einen Moment, doch dafür um so deutlicher. Sie nickte immer noch vollkommen beeindruckt. "Ja, du hast recht. Ich glaube an diesem Ort hier ist alles möglich. Es ist so wunderschön."

  • Sinnierend betrachtete ich meine heißgeliebte baldige Verlobte, wie sie dastand und mit rosigen, lichtbeschienenen Wangen über das Meer blickte. So sollte er sein der Moment der Ewigkeit, der sich bis in das Unendliche dehnen durfte. Wie wunderschön sie war. Nicht zu vergleichen mit der gewaltigen Natur, die sich um uns herum spannte. Fast bedauerte ich es schon, sie angesprochen zu haben, da sie nun aus ihren Betrachtungen schreckte, doch war es auch wunderbar, ihre warmen Blicke nun auf mir zu spüren. Ich lächelte noch immer verliebt und nickte zu ihren Worten. Dann sah sie wieder zurück auf den Ozean, wo ich bereits wähnte, Neptun zu erblicken. Auch ich konnte ihn fast sehen, wie er mit seinem gekrönte Haupte aus den Wellen trat, hindurchbrechend durch den Schaum der Wogen. Hinter ihm sein Gefolge aus Meeresgeschöpfen. Einer friedlichen Legion, welche uns zum Gruße ausgeschickt worden war. “An Orten wie diesen wirkt eine ganz bezaubernde Magie!“, erklärte ich von meinen eigenen Worten ergriffen. “Mit nur wenigen Gedanken ist es dann möglich alles das zu bekommen was man will. Aber es sind nicht nur Gedanken…!“


    Mein Blick schwenkte wieder tiefsinnig zu Valentina und er verfing sich nun auf ihren lieblichen Lippen, die ich betört betrachtete. Ein wenig neigte sich mein eigenes Haupt nun zu diesen hin, sodass gerade mal noch eine Hand zwischen unser beider Gesichter passte. Liebevoll umschlang ich meine Geliebte mit den Armen und setzte ihr zart meinte Hände auf den Rücken, wo ich sie zaghaft streichelte. “Du bist so schön, dass ich fürchte, der Meeresgott könnte dich mir entführen!“, seufzte ich fast schon trunken, ehe mich der Instinkt eines Mannes dazu verleitete, die zarten Lippen in einen Kuss zu verwickeln, der meines Erachtens nach unglaublich stark und verlangend war. Zu verlangend? Immerhin gingen meine Hände auf dem Rücken meiner Liebsten auf Wanderschaft und senkten sich dabei fast schon vermessen in die Gefilde ihres Gesäßes. Als ich mein eigenes Ungestüm bemerkte, löste ich den Kuss und lächelte ein wenig verschämt. Schnell richtete ich meinen Blick wieder auf die Unendlichkeit des Meeres. Lächelnd. “Nun dürfte der König der Meere wissen, wem die schönste Blüte des Landes gehört!“, erklärte ich fast schon unter einer gewissen Genugtuung. Dann deutete ich Valentina an, sich neben mich in den Sand zu setzten. Schließlich war eine breite Decke ausgebreitet worden, sodass uns der Sand nur wenig anhaben konnte.


    “Wie wäre es, wenn wir mit einem kleinen Gebet und einem kleinen Opfer um den Segen der Götter für unser Vorhaben bitten?“, fragte ich nun ein wenig unverfänglicher. “Ein paar Gaben für das Meer?“ Ich ließ mich schon einmal nieder, während ich meine Geliebte noch immer bei der Hand hielt. Zwar hatte ich nicht direkt etwas dabei, doch zwei Sklaven warteten in einiger Entfernung und waren mit Körben bereit alles herbeizutragen, was unser Herz begehrte. Was mein Herz eigentlich begehrte hatte ich aber schon an meiner Seite und auch das Verlobungsgeschenk. Doch dafür war es noch zu früh. Noch stand die Sonne über dem Meer. Sobald sie verschwunden war, würde ich ein verlobter Mann sein, der vollgeladen mit Glück einer goldenen Zukunft entgegen schauen konnte!

  • Das Rauschen des Meeres und das Glitzern der untergehenden Sonne auf der Wasseroberfläche waren so wunderschön, dass Valentina dafür keine Worte gefunden hätte, selbst wenn sie so wortgewandt wäre wie der Mann, der neben ihr stand. Der Mann, der das alles für sie organisiert hatte und mit dem sie hier war. Den sie vorhatte zu heiraten und an dessen Seite sie für den Rest ihres Lebens sein wollte. Das waren große Gedanken für eine kleine Frau wie sie es war. Noch immer beschlich sie immer wieder heimlich die Scham, dass sie kaum Geld hatte und Casca eine arme Frau heiratete. Er hätte sicherlich eine Frau aus reichem Haus verdient. Doch er hatte sich für sie entschieden. Wie im Traum, als hätte Casca ihre Gedanken gelesen, glaubte auch sie, dass hier nur Magie im Spiel sein konnte.


    Er kam auf sie zu und ihr ganz nahe. In den Straßen Roms hätte sich so etwas nicht geziemt. Hier allerdings waren sie nicht in Rom und Valentina war selten eine perfekte Römerin gewesen. Sie beugte sich Casca entgegen und empfing seinen Kuss mit der gleichen Leidenschaft. Als sie spürte wohin seine Hand wanderte überkam sie ein wohliger Schauer. Casca schaffte es immer wieder sie zu beeindrucken. Ob es seine Worte waren, denen sie nie überdrüssig werden würde oder ein Kuss. Er wusste was er tat. Fast war sie ein bisschen enttäuscht, als er sich wieder von ihr trennte. Doch der Abend war noch jung und sie hoffte, dass später noch ein weiterer Kuss auf sie warten würde. Sie lächelte verschmitzt, als Casca seinen Anspruch auf sie laut aussprach und sah aufs Meer hinaus. "Der Meeresgott hätte keine Freude an mir. Ich kann nicht schwimmen. Außerdem mag ich die Wärme und ich kann mir vorstellen, dass es dort unten im Meer immer kalt ist." Sie drehte sich zu Casca und schmiegte sich an ihn. "Da bin ich lieber hier bei dir am Strand. Der Sand ist noch warm von den Strahlen der Sonne." Sie trug keine Schuhe, auch ein markanter Unterschied zu ihrem Alltag in Rom.


    Ein Wink auf die Decke und Valentina ließ sich neben ihm nieder. Ein Opfer war eine sehr gute Idee. "Ja, das sollten wir machen." Man konnte nie genug Beistand haben. Sie sah zu den Sklaven hinüber, die scheinbar nur darauf warteten ihre Körbe als Opfergaben abzuladen. Casca hatte wirklich an alles gedacht.

  • Meine Fingerkuppen liebkosten den Rücken ihrer zarten Hand, während auch sie sich nun neben mir nieder ließ. Ich lächelte ihr verliebt entgegen. “So hoffe ich, dass ich dir in deiner Zukunft nichts als Wärme bieten kann!“, erklärte ich geradezu schon feierlich. “Und geschwommen wird nur unserer kleinen Therme….“ Ich seufzte schwer und schaute noch einmal hinaus über das Meer, über den Strand hinweg, ehe ich zu nicken begann. Ein Opfer für den Gott der Meere erschien mir angemessen und offenbar hielt es auch Valentina nun für eine gute Idee, auch wenn es die Zeit dehnen würde, bis wir an den Punkt gelangen konnten, für welchen wir diesen Ort ausgesucht hatten. So konnte ich nur hoffen, dass mir die Götter meine Ungeduld verziehen, waren sie doch auch dafür bekannt, sich selbst in amorösen Dingen gut auszukennen. Ich wendete den Blick wieder meiner Geliebten zu. Wie schön sie war! Dann schaute ich leicht an ihr vorbei, um den beiden Sklaven mit einem Kopfnicken anzudeuten, dass sie sich in Bewegung setzen sollten. Das taten sie auch und es dauerte nicht lange, bis die beiden neben unserer Decke die Gaben für das Meer ausbreiteten. Dabei allerdings beobachtete ich sie nicht, sondern ich Valentinas Hand empor und führte die zu meinen Lippen. “Wie gnädig das Schicksal mit mir ist,“, stellte ich leise fest, schloss meine Augen und setzte dem schmalen Handrücken einen leichten Kuss auf. Dann atmete ich tief durch und ließ die Hand wieder sinken.


    Von Valentinas Gedanken, welche darum kreisten vielleicht nicht gut genug für mich zu sein, ahnte ich natürlich nichts. Dies war gut so, denn sie hätten mich in der Tat erschüttert. So aber konnte ich voll und ganz in der Liebe schwelgen, für welche mein Herz voll und ganz schlug. Die Sklaven hatten ihren Dienst nun beendet und zogen sich wieder zurück. Den Korb hatte sie bei uns gelassen und so angelte ich zwei Becher und eine kleine Amphore heraus, welche edlen Wein barg. “Zuerst einen Trunk!“, sagte ich und schob Valentina einen der Becher hin. “Für die Wohlgesonnenheit aller Götter und für unsere große Familie, die in der Zukunft auf uns wartet!“ Ich entkorkte die Amphore und goss uns beiden funkelnden, roten Wein ein. “Für die Götter und unsere Ehe!“, erklärte ich dann feierlich, vergoss den ersten Schluck des Weines in den Sand und lächelte dann meiner Verlobten zu, damit wir gleichzeitig den edlen Trank genießen konnten.

  • Als Casca den Blick wieder zum Meer wandte folgte Valentina ihm. Die Wellen rollten wie von einer göttlichen Hand gelenkt an den Strand und verschwanden wieder. Als wollten sie zu ihnen hinauf kommen, doch es blieb ihnen verwehrt und sie mussten wieder dorthin zurück woher sie gekommen waren. Valentina atmete tief durch. Sie wollte all ihre düsteren Gedanken endlich loslassen. Obwohl sie in der Vergangenheit nicht immer vom Glück beschienen war, warum freute sie sich nicht über das Glück, welches ihr jetzt zuteil wurde? Warum genoss sie nicht was sie hatte? Ja, sie sollte endlich aufhören zu zweifeln. Aus Zweifel konnte nie etwas gutes werden. Und so übergab die Quintillia all ihre Sorgen und Zweifel der nächsten Welle, die auf sie zugerollt kam. Breite diese auf dem breiten Rücken aus und als sich die Welle wieder zurück zog, nahm sie die dunklen Sorgen mit sich. Weg von ihr und hinaus in die weiten des Meeres.


    Und kaum, dass sie Welle mit ihrer schweren Last im Meer versunken war, nahm Casca ihre Hand und küsste sie. Valentina riss sich von dem Anblick los, der dennoch durchaus befreiend war. Die Sklaven hatten die Speisen mittlerweile heran getragen und Casca reichte ihr einen Becher Wein. Sie lauschte seinem Spruch und lächelte bei der Erwähnung der großen Familie. Genau das war auch ihr Traum. Ihre eigene Familie war fast vollständig verschwunden. Sie wollte nicht daran glauben, dass sie irgendwann gänzlich verschwunden war. Und so waren viele Kinder ihre Hoffnung, damit ihre Familie dadurch weiter leben würde. Sie hob ebenfalls den Becher. "Für die Götter und unsere Ehe." Es war ein erfüllendes Gefühl diese Worte auszusprechen. Sie würde bald eine Ehefrau sein und bald darauf eine Mutter. An der Seite eines Mannes, der sie liebte. Auch sie vergoss einen Schluck des Weines in den Sand und verlor sich dann in Cascas Augen.

  • Kurz schaute ich noch über das schillernde Meer und lauschte den Worten meines eigenen Trunkspruches nach, der die Götter doch so gnädig stimmen sollte. Dann war mein Blick hin zu meiner Verlobten geschwenkt. Mit ihrer zarten Hand in der meinen, sah ich ihr nun in die wundervollen Augen und kam nicht umhin, die Sanfheit die darin lag zu bewundern. Konnte es eine bessere Frau für mich geben. Kurz seufzte ich verliebt und stellte mir dann auch kaum mehr die Frage, ob ich es wagen sollte. Nach einem kleinen Schluck aus dem Kelch, setzte ich diesen sicher in den Sand neben mich. Er würde er mir auch später noch die besten Dienste leisten, doch nun war etwas anderes an der Reihe, was in Erfüllung gehen sollte. Ohne weiters Zaudern neigte ich mich vor. Meinen Kopf hin zu meiner Verlobten, bis mein Gesicht sehr nah bei ihrem war. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen, ehe dieser auf die ihren trafen. Zunächst ganz sacht, dann etwas verlangender. Wie ein Versprechen war nun der vielleicht etwas stürmisch werdende Kuss. Ein Versprechen alle nötige zu tun, damit es mit der großen Familie, die uns hoffentlich beiden vorschwebte auch voran gingen würde.


    Schließlich kamen die Kinder nicht aus dem Nichts und allein der Gedanke an die Taten, die zuvor erfolgen mussten, machten mich doch nun auch ein wenig ungestürm, weshalb ich auch nun auch meine Arme um meine Angebetete legte und sie ob der aufkeimenden Begehrlichkeit ein wenig zurück auf die Decke drückte. Schmachtend seutzte ich ein bisschen, als sich unser Kuss dann wieder löste und ich atmete tief durch. War es unschicklich dies nun zu tun? “Für unsere Ehe und für unsere Familie!“, sprach ich leise und fast schon wie bei einem Gebet. Die Andacht des Augenblicks hatte ich ja noch nicht vergessen. Und die Gelegenheit hier nun ein wenig romantisch zu sein war ausgezeichnet, zumal in aller Ehrlichkeit aus mir heraus trat. Mit einer Hand streichelte ich Valentina nun durch das Haar, während die andere schon recht verwegen unterwegs war, aber trotzdem nun an ihrem Rücken hinunter fand. Zu der Stelle, auf der sie für gewohnlich saß und die, ich auch – wenn ich ehrlich war – sehr reizvoll fand. Wieder lächelte ich. “Ich möchte dir aber nicht zu ungestüm werden!“, sprach ich meinen Gedanken dann auch aus. Schließlich war dies eine Sache, die uns beiden wohlgefallen musste.

  • Nachdem auch Valentina einen Schluck vom Wein genommen hatte, kam ihr Casca verdächtig näher. Sie hatte gerade noch Zeit ihren Becher ebenfalls neben sich in den Sand zu stellen, als er auch schon bei ihr war. Sie nahm ihn in Empfang, freute sich über den Kuss. Auch wenn sie zugeben musste, damit hatte sie jetzt und hier nicht gerechnet. Aber warum nicht? Es war niemand hier und sollte der Meeresgott wirklich zusehen, dann sollte er ruhig neidisch werden. Valentina lächelte, wobei man das nur in ihren Augen sehen konnte, da ihre Lippen mit seinem Kuss bedeckt waren. Der Sand unter der Decke war noch aufgewärmt von den Sonnenstrahlen des vergangenen Tages. Cascas Hände auf ihrem Körper ließen sie erschaudern. Aber es war ein angenehmes Gefühl. Ein Gefühl, dass sie viel zu lange schon vermisst hatte.


    Als er sich von ihr löste, sah sie ihn etwas verwundert an. Seine Sorge rührte sie und bestärkte sie nur in den Gefühlen, die sie für ihn entwickelt hatte. Er sah sie nicht als sein Eigentum mit der er machen konnte was er wollte. Casca war darum besorgt, dass es ihr nicht gefallen könnte. Statt zu antworten, hob sie ihre Arme, legte sie um seinen Nacken und zog ihn wieder zu sich herab. Nun waren es ihre Lippen, welche die seinen suchten. "Ich möchte genau so gerne eine Familie wie du." Flüsterte sie dann zwischen den Küssen zu Casca. Hier war ein sehr romantischer Ort, sehr passend dafür die Familienplanung zu starten. Ihre Finger fuhren durch sein Haar und ihr Blick suchte den Seinen.

  • Ich wähnte nun das Erschauern meiner Liebsten unter meinen Händen erspüren zu können, was besondere Reize in mein eigenes lustvolles Empfinden hinein sandte. So sollte es also vielleicht sein. Es wr beileibe nicht so, dass ich mich über die Jahre aufgespart hatte und derartge Freuden mir vollkommen fremd waren – immerhin war auch ich ein Mann, der gerne lebte und die Freuden liebte -, doch neben, bei und leicht unter mir war eben eine Sklavin oder eine andere willige Frau, sondern eben meine Angebetete und das war noch einmal ein völliges anderes Gefühl, welches erfüllender war als alles bisher Geschehene. Ihr Liebreiz, ihre Augen und auch ihr ganzes Wesen hatten mich erfasst und bis in die Tiefe meines Seins berührt und sollte es sein, so sollte der Meeresgott und seine Heerscharen ruhig die Zeugen dessen sein, dass Decimus Casca durchaus ein Mann war, der wusste was im entscheidenden Moment zu tun war!


    Doch wollte ich meine Liebste auch nicht überfallen oder gar handhaben wie eine Dienerin, denn dies war sie keineswegs und das würde sie niemals sein. Ihr Einverständnis und ihr Wohlgefallen waren ebenso wichtig für mich wie Luft, die uns umgab. Niemals würde ich sie überrumpeln oder gar beschämen wollen. Doch dieser Gefahr hatte ich sie und mich nun offenbar auch gar nicht ausgesetzt. Ich lächelte das Lächeln eines überaus Beglückten, als sie nun meinte, dass sie ebenso gerne eine Familie haben wolle wie ich. “Oh… Liebste!“, stieß ich ein wenig geseufzt und nicht minder schmachtend aus. Nicht dass sie dachte, ich wolle dies hier nur tun, um eine Schar von Nachkommen zu ermöglichen. Ich tat es doch auch, weil sie so reizvoll war und überaus verführerisch im Lichte der schwindenen Sonne über dem Meer und dem sanften Pastell der hinter dem Strand liegenden kleinen Hügel. Seufzend küsste ich sie also noch einmal, ehe ich es wagte mich über sie zu bringen, ohne sie jedoch mit meinem Gewicht erdrücken zu wollen.


    Meine infame Hand tastete noch immer an ihrer Seite entlang und schließlich zu ihrer Mitte, um auch dort fühlend und forschend tätig zu werden und ich konnt nur hoffen, dass meine Geschicklichkeit dabei nichts zu wünschen übrig ließ. Unterdessen kraulten die Finger meiner Geliebten – nein, Verlobten! - durch mein Haar und unsere Blicke trafen sich in einem Feuerwerk aus hoffentlich Begehrlichkeit, die in ihren leuchtete. In meinen tat sie es und so hoffte ich auch, diese nun zunehmend in Valentinas Augen gespiegelt zu sehen. “Ich werde sehr vermessen sein!“, raunte ich nun verwegen und auch schon recht lustverhangen, wenn auch nicht respektlos. Ich lächelte darunter noch immer sehr verliebt und bedachte meine Liebste mit einem weiteren Kuss, der durchaus gedacht hätte sein können, jemanden zu verschlingen. Gieirg und feuerig war er und wie zu Vorbereitung zu dem gemacht, was ich nun folgen lassen wollte.

  • Auch wenn sich diese Gedanken sicherlich nicht für eine Dame schickten, so war es Valentina bewusst, dass sie derlei Vergnügen viel zu lange vermisst hatte. Es war lange her, dass sie einem Mann so nahe gekommen war. Und hier und jetzt mit Casca war es eine wunderschöne Angelegenheit. Er war zart und er war feinfühlig. Sie gab sich ihm gerne hin. Als er über ihr war und ihr zuraunte, dass er vermessen werden würde, lachte Valentina leise. Sie beugte sich ihm entgegen um die nächsten Worte in sein Ohr zu flüstern. Niemand anderes sollte es hören. "Ich bitte darum."
    Ihre Hand ging zu dem kunstvoll hochgestecktem Haar. Obwohl sie sich so viel Mühe gemacht hatte um für Casca schön auszusehen, jetzt löste sie die Bänder. Sie wusste, dass sie mit offenen Haaren eine bessere Wirkung auf Männer hatte. Ihr gefiel sie sich selbst besser mit offenen Haaren. Sie hoffte, es hatte auf Casca einen ähnlich positiven Eindruck.
    Mit einem kleinen, erschrockenen Laut nahm sie den stürmischen Kuss entgegen.
    Sie legte den Kopf zurück in den Sand und genoss jede Berührung und jeden Kuss, den er ihr zukommen ließ. Und auch Valentina küsste ihren Verlobten mit immer wachsender Liebe und Leidenschaft.
    Spätestens jetzt sollte der Meeresgott, sollte er zusehen, seinen Blick abwenden und die nur vom Mond beschienen Szenerie den beiden Liebenden überlassen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!