[ager vaticanus] Die Lehren Christi, Lamm Gottes


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    SIXTUS I.


    • Episcopus Romanus •



    Es war inzwischen ein gutes halbes Jahrhundert her, dass die Apostel Petrus und Paulus das Martyrium unter Kaiser Nero erlitten hatten. Hier vor den Toren der Ewigen Stadt, am ager vaticanus, wurde der erste Bischof Roms begraben. Das war etwas, was sich Sixtus an einem jeden Morgen ins Gedächtnis rief, wenn er seine einfache Behausung am Campus Martius verließ und gemächlich die Via Triumphalis in Richtung Tiber hinaufwanderte. Dort dann, neben den Ruinen des alten Circus Gai et Neronis, befand sich endlich jene Nekropole mit ihren vielen Grabmonumenten, wo Sixtus auch schon von einer kleinen, frommen Gemeinschaft beim Petrusgrab empfangen wurde, um ihm zuzuhören. Hier saß Sixtus dann und prädigte von der Botschaft Jesu, erzählte aus seinem Leben oder sprach davon worauf es ankam, um ein guter Christ zu sein.


    Sixtus war der siebte Bischof Roms und der sechste Nachfolger Petri. Doch war dieser Titel in jenen Tagen nicht mehr, als ein bloßer Name. Er betrachtete sich als Erster unter Gleichen, sie alle waren gleichberechtigt und gleichwichtig vor dem Angesicht Gottes. Auch das lehrte Sixtus seinen Zuhörern täglich: Niemand war minderwertig und alle aufrichtigen Christen wurden gleichermaßen von Gott geliebt und errettet. Sixtus' regelmäßige Predigten und Lehren beim etwas abgelegenen Petrusgrab am ager vaticanus waren oft gut besucht und vor allem Sklaven, Peregrini und arme römische Bürger zählten zum Publikum des frommen Mannes.


    Sim-Off:

    Hier kann ein Kurs über die christliche Lehre abgelegt werden. Interessant dürfte er vor allem für Frauen, Sklaven, Freigelassene, Peregrini und ärmere römische Bürger der Unterschicht sein, also solche, die im politischen Rom sowieso nichts zu sagen haben. An dieser Stelle sei auch noch gesagt, dass man als Römer Christ vor allem im Geheimen ist, also bloß weil eure ID an diesem Kurs teilgenommen hat, ist sie noch lange nicht automatisch aus allen Ämtern ausgeschlossen, wenn sonst niemand sim-on über euren Glauben bescheid weiß. Was die Konsequenzen betrifft, mit denen ein Christ rechnen muss, so sei hier noch einmal auf das Decretum Christianorum verwiesen. Mit diesem Kurs soll die christliche Gemeinde in Rom ein wenig solider dargestellt werden. IDs die wahrhaft gläubige Christen sind können genauso daran teilnehmen, wie IDs, die bloß neugierig sind und sich das ganze bloß einmal anhören wollen. Mit Abschluss dieses Kurses ist sim-on nämlich noch nichts weiter geschehen, als dass sich die betreffende ID näher mit dieser Religion auseinandergesetzt hat und nun mehr darüber weiß oder doch vielleicht sogar bekehrt wurde. Das und mehr ist in weiterer Hinsicht dann eine Frage eures Rollenspiels. ;)


    Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos, jeder kann teilnehmen und die Anmeldung erfolgt vorerst bitte per PN.

  • Seitdem sie in Rom angekommen war, hatte Sulamith immer wieder den Weg hierher gefunden. Natürlich hatte sie stets peinlich darauf geachtet, dass sie niemand verfolgte. Niemals war sie direkt von der Domus Iulia hierhergekommen, so dass niemand sie im Notfall mit ihrer Domina und deren Familie in Verbindung bringen konnte.


    Sulamith, die Hebräerin, die mit der Erlaubnis ihrer Domina den Glauben ihrer Väter und Vorväter ausüben durfte, war hier nicht zum ersten Mal der Lehre der Christianer begegnet. Auch zu Hause in Gortyn hatte es eine Gemeinde gegeben. Doch aus Respekt vor ihrem Vater hatte sie sich von ihnen stets ferngehalten. Hier in Rom aber hatte sie nun zum ersten Mal auch etwas von den Inhalten ihrer Lehre gehört. Nicht nur sie, auch Graecina, ihre Domaina, waren ganz davon angetan, was sie hier gehört hatten. Die junge Sklavin kam nun regelmäßig, um mehr zu erfahren über die Lehre des Nazareners.

  • Obwohl Tiberios wie fast jeder Grieche Nekropolen bei Nacht fürchtete, hatte er doch der jungen Sulamith versprochen, sich die Predigen der Neuen Lehre anzuhören und sich den Treffpunkt gemerkt. Wenn er etwas versprach, hielt er es, auch wenn es bedeutete, dass er sich abends heimlich aus dem Haus schleichen musste.
    Der junge Alexandriner war immer bereit, Neues zu lernen und Philosophie und Kulte interessierten ihn generell.
    Heute aber ging sein Interesse über reine Wissbegier hinaus. Sulamith, die sanfte, freundliche Hebräerin hatte im Namen ihrer Religion Kummer und Leid durchlitten. Weshalb hatte sie sich aufgeopfert? Was war es, das sie in jedem Geschöpf, auch dem niedrigsten Sklavenmädchen, einen Mitmenschen sehen ließ? Hier lag ein Geheimnis, und Tiberios wollte es ergründen.
    Der furische Sklave schritt, mit einer Decke gegen die nächtliche Kühle geschützt, die er wie einen Umhang trug und halb über den Kopf gezogen hatte und einer brennenden Fackel in der Hand die Via Triumphalis in Richtung Tiber hinauf.
    Er war fast erleichtert, dass sich noch mehr Menschen auf den gleichen Weg gemacht hatten und in die gleiche Richtung gingen.
    Tiberios schaute, ob er irgendwo Sulamith sehen würde, doch es war schwierig außerhalb des Lichtkreises der Flamme etwas oder jemanden zu erkennen, als er inmitten der Menschen, die gekommen waren, stehenblieb.


    Sim-Off:

    Diese Ereignisse geschahen sim on für Tiberios nach ANTE DIEM XVIII KAL FEB DCCCLXX A.U.C , Tiberios ist Scriba des Gnaeus Furius Philus, aber noch kein vilicus in Portus Ostiensis

  • Zwei Tage warenwaren vergangen, seitdem Sulamith Ancilla, das kleine Sklavenmädchen gerettet hatte und sie selbst vergewaltigt worden war.
    Die Hebräerin fühlte sich erbärmlich. All ihre Lebensfreude war verschwunden. Sie sah blass aus hatte in den letzten beiden Tagen kaum etwas Essen zu sich genommen. Graecina, die sie zur Versammlung begleitete, hatte alles Menschenmögliche getan. Der Medicus, den sie hatte rufen lassen, hatte ihr geraten, die Hebräerin zum Tempel des Aesculap zu bringen, um ihr dort einen Tempelschlaf angedeihen zu lassen. Doch dem war sie nicht nachgekommen, nicht nur weil ihre Sklavin Jüdin war, auch weil sich die Römerin inzwischen vom cultus deorum abgewandt hatte. Stattdessen hatten sich die beiden Frauen nun auf den Weg zum ager vaticanus gemacht.


    Eingehüllt in eine dunkle Palla, die sie nicht nur gegen neugierige Blicke, sondern auch gegen die Kühle der Nacht schützen sollte, hatte sie mit der Iulia die Domus verlassen. Die Hebräerin hielt eine brennende Fackel in der Hand, denn inzwischen war es schon richtig dunkel geworden. Jedoch sie empfand keinerlei Furcht, allein mit ihrer Herrin durch die Gassen zu laufen. Nach allem was sie erlebt hatte, konnte ihr nicht Schlimmeres mehr zustoßen.


    An ihrem Versammlungsort hatten sich bereit schon einige Gläubige und Neugierige eingefunden. Die Hebräerin schien wieder ins Nichts schauen. Das Funkeln in ihren Augen war erloschen. Eine einzige Frage beschäftigte sie die ganze Zeit: Warum hatte Gott das zugelassen?

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