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Marcus Iulius Dives

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RE: Ein reitender Bote Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
02.08.2019 02:52

Allein. In einsamer Stille saß Dives vor den beiden Briefen. Der obere stammte von seiner Großtante, die ihm wohl wieder einmal ungefragt zahlreiche gut gemeinte Ratschläge auf den Weg geben wollte. Vermutlich würde er keinen einzigen davon beherzigen. (Dafür wusste die rüstige Imperiosa schlicht zu wenig über die komplizierte und verzwickte Lage ihres divitischen Großneffen.) Dennoch freute er sich zweifellos auf ihren Brief. Unter selbigem jedoch lugte unheilvoll das nur halb verdeckte Decimer-Wappen hervor. Und anders als bei all den anderen Briefen hatte der Iulier hier nun nicht die geringste Ahnung davon, was ihn wohl in diesem Schreiben erwarten würde.

Womöglich hatte der Decimer erst jetzt vom Tod Sergias erfahren. Und womöglich hatte er daraufhin nun diesen Brief geschrieben, um Dives - ganz im Sinne seines Auftritts bei ihrer Hochzeit - seine hämische Freude über all das Unglück, welches sie über die Iulier gebracht hatte, mitzuteilen. Es wäre immerhin nicht sein erster Brief, der Dives einem verbalen Schlag ins Gesicht gleich treffen würde... Wäre es unter diesen Voraussetzungen vielleicht sogar besser, diesen jüngsten Brief erst gar nicht zu lesen? Er könnte abhanden gekommen sein... verloren irgendwo inmitten der unzähligen anderen Briefe. Das würde die Gefühlswelt des Iuliers womöglich vor einem weiteren Schlag bewahren.

"Aber ich bin ja nicht feige. Zumal er mir ja noch irgendetwas bedeuten müsste, um mich zu verletzen.", sprach er sich selbst Mut zu und erinnerte sich seines späteren Opfers an Apoll, das ihn von der starken Zuneigung zu diesem Decimer erlöst haben sollte. So also wagte er sich schlussendlich nach einer gefühlten Ewigkeit doch, den decimischen Brief zu öffnen. Und er las...
"Mein Freund." Bereits nach diesen zwei Worten stockte der Iulier und fragte sich unweigerlich, ob sie das denn tatsächlich waren: Freunde. Sie hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr, gingen sich seit Jahren aus dem Weg, und in einem der letzten Konversationen - dem bereits eingangs angesprochenen Brief - hatte Decimus doch einst auch recht deutlich gemacht, dass ihre Freundschaft beendet war. Verloren. 'Sage mir, verlor'ner Freund...'

"Wie Du weißt, ist es für gewöhnlich meine Devise, immer gut informiert zu sein. Dies ist im Augenblick leider nicht der Fall, da ich gerade erst von einer sehr langen Mission zurückgekehrt bin. So weiß ich nicht viel mehr, als dass Deine Gattin zu Fall gekommen ist und Du Dich aufs Land zurückgezogen hast.", las Dives weiter und hielt anschließend kurz inne. Es zeichnete sich ein schmales Lächeln auf seinen Lippen ab, während er sich misstrauisch fragte: Waren diese Worte aufrichtig und ehrlich? Oder versuchte Decimus, der als Praetorianer doch stets so überaus gut informiert war, sich hier lediglich die eigenen Hände rein zu waschen von den Vorkommnissen um einen gewissen Trecenarius Tiberius Verus?
Aulus Tiberius Verus. Einst hatte der Iulier eine Empfehlung für diesen Mann ausgesprochen, um damit einer Bitte seines (inzwischen nun ehemaligen) Verbündeten Tiberius Lepidus zu entsprechen. Gedankt hatte es ihm dieser Tiberier, indem er als Trecenarius hinter dem Rücken des Familienoberhauptes Dives gegen dessen Familia ermittelt hatte. Und als wäre dies nicht Verrat genug an der tiberisch-iulischen Verbundenheit, welche einst gar durch eine Ehe war manifestiert worden, hatte er in seinen Ermittlungen überdies irgendwie (Dives glaubte an einen Verrat durch Sergia) herausgefunden, dass Dives an anderen Männern interessiert war. - Es war dies das Ende der divitischen Unabhängigkeit, denn er war seither erpressbar durch die Soldaten in schwarz. Es war das Ende der divitischen Karriere. Es war bis auf absehbare Zeit das Ende seiner Tage in der Urbs Aeterna, der Ewigen Stadt, dem Zentrum praetorianischer Macht und Kontrolle.

"Wenn du tatsächlich 'gerade erst von einer sehr langen Mission zurückgekehrt' bist, dann werde ich mich wohl über die aktuellen Verlautbarungen des Palatin informieren müssen.", sprach der Iulier zu dem Schriftstück in seinen Händen. "Denn ich kann mich zumindest nicht entsinnen, dass du offiziell vom Posten eines Praefectus Praetorio entlassen wurdest." Und wer an der Spitze der Praetorianer stand, der wäre wohl ohne jeden Zweifel - mindestens in Teilen - mitverantwortlich dafür, was alle rangniedrigeren Praetorianer so taten...
Doch zurück zum Brief. Dives überflog die nächsten Zeilen, die von einer fernen Vergangenheit sprachen. Erst der letzte Satz zog neuerlich seine ganze Aufmerksamkeit auf sich:

"Natürlich ist mein Einfluss bei Weitem nicht mehr der alte, aber wenn ich Dir irgendwie beistehen kann, lass es mich wissen!" War das der Versuch einer Entschuldigung? Gestand Decimus hier zwischen den Zeilen nun doch ein, mehr zu wissen? Gestand er ein, über das damalige Handeln des tiberischen Trecenarius doch informiert zu sein und zu ahnen, dass es ebendieser praetorianische Angriff auf die Senatoren-Familia Iulia Dives war, der den Senator und seine Kinder aus Roma vertrieben hatte?
Doch was wollte er tun? Wohl nur der Tiberier selbst wusste, wem er alles die divitische Achillesferse offenbart hatte. Vielleicht wusste es inzwischen auch Tiberius Lepidus schon, oder ein anderer tiberischer Verwandter. Vielleicht wusste es der komplette Führungsstab der Praetorianer. Vielleicht existierte gar eine schriftliche Akte, über die ganz zufällig ein einfacherer Miles beim Schreibtischdienst gestolpert war. Dann würde es in Windeseile in allen Mannschaftsgraden bekannt sein - und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee käme, einem in Roma ansässigen Dives einen 'freundlichen' Besuch abzustatten.

Nein. Eine Rückkehr nach Roma wäre selbst im Falle des Todes des Trecenarius keine sichere Option.
"Du wirst wohl ein Weile warten müssen, bis ich mich ausreichend informiert habe und dir antworten kann.", schloss Dives letztlich seine 'Unterhaltung' mit dem decimischen Brief. *

Sim-Off: * Ich bin jetzt erstmal knapp anderthalb Wochen im Urlaub. Londinium is calling.



CIVIS
DECURIO - OSTIA
INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
IUS LIBERORUM
VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA
02.08.2019 02:52 Marcus Iulius Dives ist offline E-Mail an Marcus Iulius Dives senden Homepage von Marcus Iulius Dives Beiträge von Marcus Iulius Dives suchen Nehmen Sie Marcus Iulius Dives in Ihre Freundesliste auf
Gaius Iulius Caesoninus

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02.08.2019 16:02

   

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Marcus Iulius Dives
Villa Iuliana Divitis
Bollivae


Salve, Vetter!

Verzeih mir mein Ungemach, dir seit Ewigkeiten nicht geschrieben zu haben, doch insbesonders in letzter Zeit hatte ich durch meinen Wahlkampf viel um die Ohren. Jetzt jedoch ist alles vorbei und ich nutze diese kurzzeitige Atempause, um dich auf den neuesten Stand in der Heimat zu bringen.

Viel, sehr viel hat sich seit unserem letzten Kontakt in Roma getan, so bin ich ordentlicher Aedituus am Tempel der Venus Genetrix und zudem den Luperci und der Societas Claudiana et Iuliana beigetreten. Von letzterem weißt du natürlich schon, wie ich zwischenzeitlich auf einem von mir veranstalteten großen Fest im Hortus der Domus Iulia von Decimus Casca erfahren habe, als er mir von seiner Beförderung zu deinem Vize erzählte. Auch bin ich im Rennsport für die Factio Praesina tätig, wo ich bislang sehr wohlwollende Beziehungen zu Senator Claudius Menecrates aufbauen konnte. Ja der Senator war von meinen Organisationsfähigkeiten im Austragen von Pferderennen sogar so einnehmend gestimmt, dass er mich in seiner Funktion als Praefectus Urbi in eine Baukommission berief, deren Verantwortungsbereich der Bau einer neuen Station der Urbaner in der Subura ist. Weißt du etwas über dieses Bauprojekt? Falls nicht setze ich dich auch hierüber gerne auf den neuesten Stand.

Du siehst also ich hatte viele Aktivitäten zu verfolgen, doch kommen wir zu Themen der jüngeren Vergangenheit. Ich hörte im Nachhinein, du und Lucius hattet beide euren Einfluss für mich geltend gemacht, dafür spreche ich dir meinen verbindlichsten Dank aus. Es bedeutet mir viel derart auf den Rückhalt der Familie zählen zu können, sei versichert, dass auch ich dir jederzeit zur Verfügung stehe, solltest du einmal meiner Hilfe hier in Roma bedürfen!
Jedenfalls kann ich mit Stolz berichten, dass ich in den ordo senatorius aufgenommen wurde! Zweifellos eine große Ehre. Zudem danach noch der Wahlkampf, doch näheres dazu jetzt. Ich kandidierte bei der letzten Wahl als Vigintivir. Um mich darin zu behaupten, vollführte ich die üblichen Winkelzüge, wie Brotspenden, Grafittis und Reden von der Rostra herab. Den großen Moment des Triumphs erlebte ich jedoch während meiner Rede vor dem Senat. Gleich drei namhafte und ehrwürdige eingeschriebene Väter hatten sich während dieser Sitzung von ihren Plätzen erhoben und sich vor allen Versammelten für mich ausgesprochen! Im Detail waren es die ehrenwerten Konsularen Spurius Purgitius Macer, Herius Claudius Menecrates und Manius Flavius Gracchus. Ich wurde mit einer Rate von 99% gewählt. Meine Amtseinsetzung selbst erfolgt am PRIDIE NON AUG DCCCLXIX A.U.C. (4.8.2019/116 n.Chr.).

Dann beginnt auch für mich der Ernst des Politikerlebens und ich werde wohl meine Stelle als Aedituus am Tempel der iulischen Stammmutter aufgeben müssen. Dieser Gedanke bereitet mir durchaus auch wehmütige Regungen, denn es war schön in den Diensten der lieblichsten aller Göttinnen zu stehen. Und was ich erst in dieser Funktion alles erlebte! So flüchtete sich z.B. einmal ein Verfolgter vor der Prätorianergarde in den Tempel. Ich stellte mich schützend vor ihm und bot dem Anführer dieser Rüpel die Stirn, doch dieser ignorierte meine Widerworte und besudelte die Heiligkeit des Tempels durch Entfernung des Geflüchteten daraus. Ich vollzog danach ein Sühneopfer an Venus und rief sie dabei an Rache an dem Gotteslästerer zu nehmen und wie es der Wille der Unsterblichen so will, hörte ich vor Monaten dann tatsächlich von seinem Tod in einem Gespräch mit einem Tempelbesucher. Venus‘ Rache hatte also ihr Ziel gefunden. Der Name des Rädelführers soll Aulus Tiberius Verus gewesen sein. Tja, solche Dinge wird man wohl als Politiker nicht mehr erleben, doch ich bewahre mir meinen Zugang zum Cultus deorum durch Kontakt mit Pontifex Flavius Gracchus.

Doch lassen wir nun meine Karriere und die Politik, Zeit, dass ich dir auch von zuhause berichte! Ich weiß leider nicht, inwieweit du darüber durch Lucius informiert bist, doch erzähle ich einmal alles in der Annahme, dass ich es bin, der dir die jüngsten Neuigkeiten zuzutragen hat. Aktuell wohnen in der Domus Iulia neben Lucius und seinen Kindern auch noch Licinus mit seiner Tochter, Iulia Phoebe mit ihrer Mutter Servilia Gemina, Phoebes Cousinen Iulia Stella und Iulia Graecina und jetzt ganz neu eine junge Frau namens Iulia Triaria. Ich glaube, sie ist auch eine nähere Verwandte der drei anderen Iulias, näheres habe ich jedoch aktuell nicht im Kopf. Jedenfalls bahnt sich eine mögliche Verbindung an. Der (überaus erfolgreich!) gewesene Vigintivir und derzeitige Tribun Annaeus Florus Minor hat auf dem bereits erwähnten Fest im Hortus überdeutliche Anzeichen gezeigt, dass er Iulia Stella in näherer oder weiterer Zukunft ehelichen möchte. Mir selbst wäre dies eine Freude, da ich gut mit ihm befreundet bin. Für Iulia Phoebe zeigt sich derzeit kein Bewerber am Horizont. Was mich anbelangt, so bin ich seit einer Weile besonders an einer bestimmten Octavierin interessiert. Auch freue ich mich sehr über mein neues Officium hier im Haus, jetzt, wo mir, nach meiner gewonnenen Wahl, von der Familientradition her eines zusteht. Keine Angst, es sind nicht deine Räume, wenn du mir diesen Scherz erlaubst. Auch gab es eine Aufstockung im Sklavenbestand. Ich habe nämlich drei Sklaven für mich hinzugekauft, welche jetzt tatkräftig mithelfen. Zum einen wäre da die Germanin Clarissa, eine neue Küchenhilfe für die alte Locusta. Das Mütterchen wird ja auch nicht jünger. Dann eine Gesellschafterin, die auf den Namen Aesara hört und ein Ägypter namens Maahes, der als mein Cursor fungiert. Phocylides ist bislang sehr zufrieden mit ihm, da Maahes abseits meiner verfügten Botengänge von ihm Arbeiten im Haus bekommt. Gleiches berichtet Locusta über Clarissa. Gleich an ihrem ersten Tag hat sie eine völlig neue Sauce für uns kreiert, die sensationell war! Genauer, eine Rosinen-Honigsauce. Der Maior Domus lässt dich im übrigen herzlich grüßen!
Vibilius liegt mit einem Schnupfen im Bett, weshalb derzeit Wonga wieder provisorisch Tordienst versieht, bis es ihm wieder besser geht.

Soweit also für dich von mir aus der Heimat.
Mach es gut und mögen die Götter dich schützen!


Vale Bene





G. IULIUS CAESONINUS
AEDITUUS VENERIS GENETRICIS

Domus Iulia | Collis Esquilinus | Roma





SODALIS FACTIO PRAESINA - FACTIO PRAESINA

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