[Ludi Plebei] Naumachie - Die Schlacht bei Actium



  • Am vierten Tag der Ludi Plebei fanden im 550 Meter langen und 350 Meter breiten Becken des Naumachia Augusti die Naumchie des Aedilis Plebis statt. Die verschiedenen Schiffe schwammen schon im Wasser und während die Zuschauer die Sitzreihen füllten, nahmen die Schiffe langsam ihre vorgesehenen Positionen in dem Becken ein. An diesem Tag würde die Schlacht bei Actium nachgestellt werden und so gab es auf der einen Seite kleine, wendige Liburnen und auf der anderen große, schwerfällige Quinqueremen.

  • Umringt von einer handvoll Sklaven, hat es sich Lepidus natürlich nicht nehmen lassen bei den Ludi Plebei der Naumchie des Aedilis Plebis bezuwohnen.
    Lepidus hatte seine Sitzposition eingenommen und wartete nun gespannt auf das, was ihn nun erwarten würde.
    Eine Naumachie war mal etwas anderes als Wagenrennen, Tierhetzen oder Gladiatorenkämpfe.
    Die Schiffe hatten ihre Positionen schon eingenommen und heute sollte die Schlacht bei Actium nachgestellt werden.
    Einer der Sklaven von Lepidus kam mit einer Litanei an Knabbereien zu den Sitzplätzen und verteilte sie an die Gruppe.
    Jetzt könnte das Spektakel beginnen, dachte sich Lepidus und ließ eine Mandel in seinen Mund verschwinden.

  • Als amtierender Magistrat und Patron des Ausrichters konnte es sich Macer natürlich nicht nehmen lassen, bei dieser Naumachie unter den ersten Zuschauern anwesend zu sein. Hinzu kam, dass es Naumachien eher selten gab, so dass er das Spektakel nicht nur aus politischen Gründen besuchen wollte, sondern auch aus Freude an der Darstellung. Dass die Wahl auf die Schlacht bei Actium gefallen war, fand er zwar etwas langweilig, weil sehr klassisch, aber besser als nichts. Immerhin wusste man da auch, wie es ausgehen würde.


    Noch schienen sich die Zuschauerränge rund um das gewaltige Becken füllen zu müssen, während die Schiffe schon durch das Wasser kreuzten und sich den Zuschauern präsentierten.

  • Die Schlacht bei Actium also. Soso. Das würde der Annaeer, der Verwandte seines Vorgesetzten, und Klient seines Patrons, der blutrünstigen Menge also nun bieten. Piso war kein großer Freund von Spielen. Es war so blutrünstig, einfach nur noch mehr ein Gemetzel. Es hatte nichts auch nur im Entferntesten Ästhetisches an sich, im Gegensatz vielleicht zu einer guten Schlachtstrategie. Doch auch dort floss Blut – und Piso wurde beim Anblick von Blut doch immer etwas lau, wenn er auch keine panische Furcht davor hatte wie viele andere.
    Piso war vielmehr hier, um die Kunst des Brotes und der Spiele zu studieren. Es gab ja einen Kurs darüber in der Schola Atheniensis. Vielleicht würde er den später machen, spätestens, wenn er dereinst Aedil werden würde. Doch nun wollte er einfach einmal sehen, wie denn die ganze Sache organisiert war. Vielleicht konnte er sich eine Scheibe davon abschneiden, wenn er solche Sachen einmal machen müsste.
    Er betrat, mit seinem guten alten Cassivellaunus, die Arena und ließ das Augenmerk herumschweifen, auf der Suche nach bekannten Gesichtern. Hm, war das da drüben nicht sein Patron? Genau, das war er. Doch Piso fühlte sich zu faul, um den ganzen Weg dorthin zu gehen, und sowieso wollte er dem nunmehrigen Praetor nicht über Gebühr auf den Geist gehen.
    So wanderte sein Blick also über die Schiffe, die unten schon im Wasser munter herumplätscherten. Die meisten von denen würden am Abend dieses Tages wohl nur noch Schrottwert haben. Nicht einmal das, denn als Brennholz konnte man bereits verbranntes und dazu noch nasses Holz nicht verkaufen.
    Er ließ sich nun also, Gedanken nachsinnend, irgendwo nieder, wo er hoffte, einen guten Ausblick über das Spektakel zu haben.

  • Als frisch gebackener Vigintvir wollte Macer das Spektakel, ausgerichtet vom Aedil Plebis, natürlich nicht verpassen. Auch weil Modestus ein Freund und aus seiner Factio kam, wollte er ihm bei seiner Naumachie beistehen.


    Macer war schon immer von Schiffen fasziniert und wusste einiges über sie. Wieso war er bloß nicht zur Flotte gegangen?


    Er setzte sich in die Zuschauerränge, ganz in die Nähe von Modestus, vielleicht würde er ihn ja kurz erblicken können. Auf jeden Fall war Macer aber schon gespannt, wie die Schlacht dargestellt wird, über den Ausgang wusste sowieso jeder Bescheid...

  • Eine Naumachie! Modestus konnte man wahrhaftig nicht einfallslos nennen. Ein Spektakel, wie es selbst in Rom nur selten zu erleben war, das konnte man sich einfach nicht entgehen lassen! Und Ursus, der so lange in Mantua gewesen und somit vom kulturellen Leben Roms abgeschnitten gewesen war, schon gar nicht. Gespannt auf das zu erwartende Gefecht, suchte sich Ursus einen guten Platz, den er auch alsbald fand. Rechtzeitig hatte er sich mit Nüssen und Trockenfrüchten eingedeckt, um etwas zum Knabbern zu haben.


    Die beteiligten Schiffe zogen bereits ihre Runden. Ursus war nur froh, daß er sich nicht auf denselben befand, denn mit gemütlicher Seefahrt hatte das hier ganz sicher nichts zu tun. Und sobald es etwas rauer wurde, waren Schiffsplanken für Ursus nicht der richtige Ort. Ganz und gar nicht.


    Nachdem er die Schiffe genau betrachtet hatte, schaute er sich unter den Zuschauern um, ob er jemanden erkannte. Da war der Flavier, den er damals in den Thermen getroffen hatte. Er hob grüßend die Hand. Und der junge Mann dort drüben? War das nicht einer der frischgebackenen Vigintivire? Ganz sicher war Ursus sich nicht. Na, vielleicht kamen sie ja noch ins Gespräch. Achja, da hinten war der Claudier, der für Senator Tiberius Durus arbeitete. Auch ihn grüßte Ursus mit einer entsprechenden freundlichen Geste

  • Und wieder lag eine Veranstaltung zur Unterhaltung der Bürger Roms an. Septima konnte es nicht glauben. Kaum eine Woche verging, in der nicht irgend eine Feierlichkeit, Cena, Opferung für die Götter oder sonst ein besonderes Ereignis statt fand. Seit dem sie in Rom weilte, hatte die junge Frau so viel Zerstreuung wie noch nie in ihrem Leben. Und Septima stürzte sich mit Begeisterung auf alle Veranstaltung, denn sehen und gesehen werden, so lautete ihre Devise.


    Mit etwas Überredungskunst, hatte sie ihren Onkel Durus dazu bewegen können, mit ihr zusammen zu den Naumachie des Annaeus Modestus zu gehen. Zwar hatte der Senator nicht besonders viele Worte mit ihr auf der Cena Candidati von Durus gewechselt, aber er war ihr trotzdem sympathisch gewesen, weshalb Septima doppelt gerne zu seiner Veranstaltung wollte.


    Kaum hatten sie den Ort des Geschehens betreten, wurde Durus bereits von einem Senator in ein Gespräch verwickelt, noch ehe sie sich einen geeigneten Platz suchen konnten. Septima stand etwas verloren ein paar Schritte von den Senatoren entfernt. Ihr Leibwächter Baldemar, stand dicht bei ihr. Suchend ließ die junge Frau ihren Blick durch die Arena gleiten. Wo wäre ein guter Platz? Große Augen bekam sie, als sie die geflutete Fläche sah, auf der die Schiffe schwammen. Irgendwie hatte Septima eine ganz andere Vorstellung von einer Naumachie gehabt. Sie hatte mehr an eine Art Theateraufführung gedacht, wo die Schiffe nur als Kulissen dargestellt wurden, aber eine richtige Seeschlacht?



  • Nachdem die Schiffe nicht mehr durch das Becken pflügten, um sich den Zuschauern zu präsentieren, und nun ihre endgültige Formation eingenommen hatten, war es nun ander Zeit zu Beginnen. Daher trat nicht nur ein prächtig gekleideter Sprecher hervor, sondern gleich vier. denn das Gelände war einfach zu groß als dass ein Mann überall gehört werden würde. Sie hatten sich an vier unterschiedlichen Stellen des Naumachia Augusti positioniert und nachdem eine Fanfare für Ruhe sorgte, begannen die Sprecher ihr Viertel der Zuschauer zu beschallen.



    "Volk von Rom! Heute wird für euch der Geschichte nocheinmal Leben eingehaucht und ihr werdet sehen was sich vor fast 140 Jahren bei Actium zugetragen hat!"


    "Der große Augustus führte dort seine Flotte gegen die Schiffe des verräterischen Marcus Antonius und der aegyptischen Hure Kleopatra, um deren graußame Tyrannei ein für alle Mal zu beenden!"



    "Mit der Küste im Rücken und umringt von der Flotte des tapferen Augustus bäumte sich der Verräter noch ein letztes Mal auf, um den Ausbruch zu wagen!"


    "Doch der kühne Augustus lies sich von der Größe der feindlichen Schiffe nicht abschrecken und vertraute auf die Wendigkeit seiner Liburnen, um den Sieg zu erlangen. Und diesen Triumpf dürft ihr heute nocheinmal miterleben!"


  • Offenbar waren sie gerade noch rechtzeitig gekommen, aufgeregt schlängelte sich Serrana in Begleitung ihrer besten Freundin Calvena durch die Reihen der Zuschauer, um einen freien Platz zu finden. Nach einigem Herumschauen entdeckte sie eine Lücke, die groß genug für die beiden Mädchen zu sein schien und zeigte mit dem Finger hinüber.


    "Was meinst du, wollen wir uns dorthin setzen?" fragte sie dann ein wenig aus der Puste. Die beiden jungen Frauen hatten erst vor einer knappen Stunde ihren heutigen Unterricht im Tempel beendet, sich dann in Windeseile umgezogen und frisiert und waren so schnell wie möglich zur Naumachia geeilt, um das große Spektakel nicht zu verpassen.

  • Es war gut, das sie hin und wieder so wenig Ansprüche an sich stellte. Die beiden Frauen waren einer spontanen Eingebung gefolgt und wollten teilhaben an den Ludi Plebi, an diesem Tag wurde die Schlacht bei Actium nachgestellt. In aller Eile hatte sie zu Hause ihre Priestergewänder aus reinem weiß gegen eine indigofarbene Tunika mit passender Pala eingetauscht. Ein einfacher geflochtener Zopf baumelte ihr über den Rücken und lließ sie brav und unscheinbar erscheinen. Fast konnte man meinen sie gehöre nicht einem der einflussreichsten Häuser Roms an. Doch die Qualität ihrer Kleidung strafte diesem Eidnruck lügen.
    Atemlos kamen sie nun endlich an, aufgeregt sah sie sich um und staunte nicht schlecht. Ein Becken volelr Wasser und darauf dümpelten Schiffe. Bei so einem Spektakel hatte sie bisher noch nicht zugesehen.


    Sie folgte schließlich Serranas Fingerzeig und nickte zustimmend. "Nur zu, nicht das uns jemand die Plätze wegschnappt!" meinte sie.

  • Naumachia, wie jegliche andere Art ludi ausgenommen scaenici, waren nichts, dem Gracchus mit großer Begeisterung entgegen sah, so auch diesen nicht. Gleichsam war es eine gute Gelegenheit für einen pläsierlichen Familienausflug, so dass zeitig, doch nicht allzu früh die breite Sänfte von der Villa Flavia her sich hatte zu den Naumachia Augusti begeben, in sich Claudia Antonia, Manius Flavius Gracchus Minor und Maior bergend. Ausgestattet mit komfortablen Kissen für die patrizischen Hintern, ausreichend Traubensaft für Minor und Wein für seine Eltern, kleine Gebäckstücke, Trauben, Nüsse und Trockenfrüchte, sowie zwei dünne Decken - für den Fall, dass Minor oder Antonia es kühl werden sollte im novemberlichen Rom -, selbstredend dies alles getragen durch mehrere Sklaven, suchte die kleine Familie sich ihren Platz auf den Zuschauerrängen, welcher wie Fortuna es in ihrer unergründbaren Laune bestimmt hatte neben demjenigen des Aurelius Ursus lag.
    “Salve, Aurelius“
    , grüßte Gracchus den erst kürzlich erhobenen Senator, welchen er von den Salii palatini her kannte, während die Sklaven die Kissen auslegten - eines je für Antonia und Gracchus, und zwei übereinander für Minor, damit jener auch ausreichend Sicht auf das Geschehen würde haben.
    “Meinen Glückwunsch zu deiner Erhebung in den Senat! Ein wohlver..dienter Erfolg für dich und ein Gewinn für das Imperium.“
    Sie hatten kaum sich platziert, da nahm das Spektakel bereits seinen Anfang.

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  • Ursus genoß es, die Vorbereitungen für das Spektakel zu beobachten. Und auch die Zuschauer waren nicht ganz uninteressant. Fanden sich doch die unterschiedlichsten Menschen ein. Eine junge Frau fiel ihm auf, er hatte sie schon mal kurz auf dem Fest der Germanicer gesehen. Wer sie wohl war? Er hatte es an jenem Abend nicht herausfinden können. Was er ausgesprochen schade fand.


    Schließlich fand sich doch noch Gesellschaft. Angenehme war es noch dazu, die sich einfand, immerhin waren sie quasi Nachbarn. Flavius Gracchus hatte er seit damals, als er zu den Salii Palatini gekomen war, nicht mehr gesehen. Was natürlich weniger an dem Flavier als vielmehr an Ursus' langer Abwesenheit lag. "Salve, Flavius." Erst jetzt erblickte er auch den Rest der Familie. "Oder vielmehr salvete. Ein Familienausflug?" Er grüßte Claudia Antonia und den kleinen Flavius Gracchus Minor lächelnd.


    Die Familie hatte nicht nur Sklaven, sondern auch eine sehr ausgefeilte Überlebensausrüstung dabei, wie Ursus nicht ganz ohne Neid feststellte. "Wie ich sehe, seid ihr perfekt ausgerüstet für dieses Ereignis. Ganz so vorausschauend war ich nicht. Mein Hinterteil wird sich vermutlich in einigen Stunden dafür zu rächen wissen." Er lachte. Jetzt zumindest noch. Später würde er vielleicht nicht mehr darüber lachen können, wenn der Hintern erst richtig schmerzte.


    "Hab Dank für die Glückwünsche. Ich gebe zu, daß ich fast nicht mehr daran zu glauben wagte. Irgendwie tat sich immer wieder ein Hindernis auf. Ich bin stolz darauf, so viel erreicht zu haben. Und werde es Rom zu danken wissen, daß es mir dieses Vertrauen schenkt." Tatsächlich hatten inzwischen die Schiffe ihre Positionen eingenommen und die Erzähler begannen, das Publikum einzustimmen. Die Geschichte war natürlich bekannt. Aber trotzdem waren solche Vorstellungen immer für Überraschungen gut.

  • Als die Sprecher fertig waren erklangen erneut Fanfaren. Dieses Mal war es das Signal dafür, dass die Schlacht nun beginnen würde, und es dauerte auch nicht lange da flogen die ersten Geschosse durch die Luft.
    In Sachen Geschütze waren die Liburnen des Augustus klar unterlegen, denn die antonianischen Quinqueremen konnten dank ihrer größeren Aufbauten mit größeren Geschützen aufwarten, während manche Liburnen das Feuer nur mit ihren Bogenschützen erwidern konnten. Es war jedoch klar, dass die Augustianer nicht auf ihre Feuerkraft zählen würden, um den Sieg zu erlangen. Deshalb fiel dieser erste Schlagabtausch auch recht einseitig aus. Dennoch wurde auf beiden Seiten nicht viel Schaden angerichtet, denn oft schlugen die Geschosse schon vor den gegnerischen Schiffen im Wasser auf, denn beide Seiten wollten das Publikum nicht gefährden, auch wenn der Abstand der Schiffe zum Beckenrand großzügig gewählt war.
    Nur beim Südflügel zeigte der Beschuss der Antonianer wirklich Wirkung. Ein glücklicher Treffer fällte den Mast einer Liburne und als der Mast ins Wasser fiel zertrümmerte er auch noch einige Ruder. Diese Gelegenheit, die sonst so mobile Liburne anzugreifen, lies sich der antonianische Anführer des Südflügels nicht entgehen und mit schnellen Ruderschlägen näherten sich die beiden Quinqueremen, die unter seinem Kommando standen, den südlichen Liburnen.


  • Die beiden Mädchen erreichten just in dem Moment die noch freien Plätze, als auch schon wieder die Fanfaren ertönten, die den Beginn der Schlacht ankündigten. Schnell setzten sie sich hin, um niemandem die Sicht zu versperren und schauten dann gebannt auf das Schauspiel, das ihnen geboten wurde.


    "Du glaubst gar nicht, wie aufgeregt ich bin." sagte Serrana mit leuchtenden Augen an Calvena gewandt. "So etwas Beeindruckendes wie diese Schiffe habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen."

  • Mit offenem Mund blieb sie einen Moment lang stehen und betrachtete aufgeregt das Treiben unter ihr. Sie sah zum ersten Mal in ihrem Leben eine Seeschlacht, auch wenn diese nur nachgestellt war. Die Feuergeschosse machten nicht nur Eindruck auf sie, sondern sorgten auch für ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Hoffentlich würde keines der Geschosse ins Publikum fliegen. Dennoch, die Aufregung war größer, als die Furcht und sie betrachtete völlig fasziniert das Spektakel. Erst als Serrana sie am Ärmel zupfte, wandte sie den Blick ab und folgte ihr dann zu den freien Plätzen.


    „Ich hätte nie gedacht, dass die Geschichten über ein mit Wasser gefülltes Colloseum war sind. Ich hab das immer nur für Geschichten gehalten“, sagte sie und ließ sich auf den ergatterten Platz nieder. „Sieh nur!“ rief sie aus und zeigte auf das Schiff dessen Mast gerade abbrach und Ruder zu Kleinholz verarbeitete.


    „Ist das aufregend!“ sagte sie. Es war egal wer gewinnsen würde, sie fand es einfach nur spannend die Kriegsschiffe dabei zu beobachten, wie sie versuchten einen Vorteil zu erlangen.

  • Während die Sprecher sprachen und in das Geschehen auf dem Wasser einführten, hatte Macer seinen Blick noch über die Sitzplätze schweifen lassen, sofern er auf die Entfernung überhaupt jemanden erkennen konnte, und hier und da einige ihm bekannte Senatoren und sonstige Besucher aus der Entfernung gegrüßt. Von dem amtierenden Magistraten schienen nicht allzu viele gekommen zu sein, was Macer ein wenig wunderte, denn er hatte erwartet, dass viele die Gelegenheit nutzen würden, sich zum ersten Mal nach der Vereidigung bei einer großen öffentlichen Gelegenheit als Amtsträger zu zeigen.


    Als dann das Spektakel auf dem Wasser losging, entfernte er sich allerdings von solchen Gedanken und konzentrierte sich auf die dargestellte Schlacht.

  • Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus


    Auf die Frage des Aureliers hin blickte Gracchus kurz neben sich zu seinem Sohn und seiner Gemahlin, während ein Anflug von Stolz und innerem Wohlgefallen ob seiner kleinen, perfekten Familie - einzig unstimmiges Element war stets nur er selbst - ihn durchflutete, ehedem er Ursus sich wieder zuwandte.
    "Ganz recht, meine Gemahlin Claudia Antonia kennst ... du bereits?"
    Unmöglich war es ihm zu sagen, ob er bei irgendeiner Feierlichkeit sie schon einmal hatte miteinander bekannt gemacht, doch wenn nicht war es eher unwahrscheinlich, dass seine Gattin mit dem Aurelier bekannt war. Gänzlich unwahrscheinlich indes war, dass der Senator seinem Sohn schon einmal war vorgestellt worden, darob er fortfuhr,
    "Und dies ist unser Sohn Minimus."
    Es wurde in diesem Augenblick ihm nicht gewahr, dass er dessen Kosename nannte, wurde der claudisch-flavische Spross von seinen Eltern doch nurmehr mit diesem angesprochen, und nur so er den vollen Namen aufzählte verfiel Gracchus automatisch auf die korrekten Cognomen.
    "Ein Kissen kann ich dir leider ni'ht anbieten, doch Wein und Viktualien werden wir gerne mit dir teilen. Bis zur Pause sollte es sich so dur'haus aushalten lassen."
    Selbstredend hätte Gracchus niemals selbst an solcherlei Rüstzeug auch nur einen Gedanken verloren, darob konnte er dem jungen Patrizier gut nachfühlen. Er war nicht gänzlich sicher, ob Antonia die Sklaven diesbezüglich anwies, oder ob die Sklaven Antonias wegen auf jene Annehmlichkeiten achteten, doch konnte er sich nicht erinnern, dass er je derart ausgestattet zu Spielen gegangen, als er noch Junggeselle gewesen war. Schlussendlich nickte Gracchus, während vor ihnen auf der Wasserfläche der Kampf begann.
    "Manches mal glaube ich, die Aufnahmen von Patriziern in den Senat werden willent..lich verzögert."
    Nur allzu gut erinnerte er sich an seine eigene Wartezeit nach dem zweiten Amt, welche nicht nur von banger Hoffnung, sondern vorwiegend von Zweifel war geprägt gewesen.
    "Andererseits mag es mir au'h nur so erscheinen, da ich die Laufbahnen anderer kaum derart ... minutiös verfolge."
    Empfindlich war eine der Liburnen getroffen und senkte bedenklich sich zur Seite hin, so dass neben dem Feuern der Geschosse nun auch Bewegung in das Gesamtgefüge der Schiffe kam. Eine solche Seeschlacht musste - im tatsächlichen Leben - noch weitaus schwerer zu koordinieren sein denn eine auf dem Felde, konnte doch nicht eben ein Botenreiter mit Meldungen ausgesandt werden. Diesbezügliche Überlegungen brachten Gracchus zurück zu Aurelius Ursus, welcher zuletzt ein Tribunat bei der Legio I hatte ausgeübt. Obgleich dieses mit Ablauf der letzten Amtszeit durchaus hätte verlängert werden können, schien seine Anwesenheit in Rom doch Indiz dafür, dass dem nicht so war.
    "Hast du bereits ein neues Amt angenommen?"
    fragte Gracchus darob nach, war es doch durchaus nicht uninteressant, wo der Aurelier sich würden positionieren, waren die Verbindungen zwischen ihrer beider Familien immerhin ausreichend, gegenseitige Gefälligkeiten sich zu gewähren.

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  • Es war wirklich ein schöner Anblick, solch eine Familie, die gemeinsam einen Ausflug machte. Und Ursus nickte lächelnd auf die Nachfrage hin. "Ich hatte die Ehre, Deine Gemahlin damals auf dem Fest zur Meditrinalia in der Villa Aurelia kennenzulernen. Das ist schon sehr lange her, damals stand ich kurz davor, zum Vigintivir zu kandidieren. Ich bin sehr erfreut, Dich wiederzutreffen, Claudia Antonia." Die Jahre hatten kaum Spuren an ihr hinterlassen. Auch das war wohl ziemlich beneidenswert.


    Minimus? Das konnte nur ein Kosename sein. Ob es dem Jungen unangenehm war, so vorgestellt zu werden? Ursus nickte dem Jungen freundlich zu. Der hatte vermutlich ohnehin nur Augen für das Geschehen auf dem Wasser. Welcher Junge hätte das nicht?


    "Es wird schon gehen, vielen Dank", winkte Ursus ab. Ganz so weichlich war er noch nicht, daß er es nicht ertragen könnte. Er war ja selbst schuld, daß er sich nicht entsprechend vorbereitet hatte. "Ein paar Nüsse und Trockenfrüchte kann ich ebenfalls beisteuern, damit wir nicht verhungern während der Schlacht da unten." Er schmunzelte, denn das war tatsächlich ausgesprochen unwahrscheinlich.


    "Du hast Recht. Ich beobachte schon seit längerem, daß Patrizier einen schweren Stand haben. Nicht nur, was die Aufnahme in den Senat angeht." Er sagte dies nicht allzu laut, doch seine Miene hatte sich dabei leicht verfinstert. Tatsächlich hatten sich die Zeiten geändert.


    "Nein, ich habe noch kein neues Amt angenommen. Ich bin gerade erst aus Mantua heimgekehrt und muß mich noch orientieren. Außerdem muß ich noch dafür sorgen, daß die Prima bald einen neuen Legaten bekommt. Ich habe den Männern versprochen, meinen Einfluß dafür zu nutzen. Es ist nicht gut, eine Truppe allzu lange ohne Kommandanten zu lassen." Die Männer vertrauten ihm und er wollte dieses Vertrauen nicht enttäuschen.

  • Lepidus hatte seinen Platz eingenommen. Versuchte ein paar bekannte Gesichter auszumachen, erkannte auch den einen oder anderen, den er in den letzten Tagen auf der Straße gesehen oder demjenigen sogar einen besuch abgestattet hatte.
    Ein paar Reihen weiter grüßte ihn Aurelius Ursus. Lepidus grüßte freundlich zurück, denn an diesen Besuch konnte er sich noch genau erinnern.


    Auch was ihm Furianus geraten hatte. Mal öfters nach der holden Weiblichkeit Ausschau zu halten, ließ sich mit diesem Spektakel wunderbar verbinden. Und so griff Lepidus nach den Knabbereien, die er hatte besorgen lassen.

  • Da Durus zu sehr in das Gespräch mit dem anderen Senator vertieft war, wiß Septim ihren Leibwächter an, ihr einen guten Platz zu suchen. Gerade als sie ihm folgen wollte, entdeckten ihre braunen Augen Purgitius Macer, den Mann ihrer Großtante Albina. Und ein Platz war auch noch neben ihm frei. Aber bestimmt war der für seine Frau bestimmt. „Baldemar? Da lang.“ wiß sie ihren Sklaven an und trat kurz darauf zu Macer.


    „Purgitius Macer!“ begrüßte sie ihn mit ihrer lieblichen Stimme. „Ist deine Frau ebenfalls hier?“ erkundigte sie sich zunächst.

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