• Die Wahl wahr vorbei die Senatoren hatten die ehrwürdigen Hallen verlassen, die Avitus schon seit seiner Kindheit kannte.


    Viele Große Politiker hatte er hier erlebt, den großen Curio, die einzigartige Messalina, der grandiose Marcellus, Crassus, Commodus, Sedulis, die Namen wollten in seinen Gedanken nicht Enden. Natürlich, sein Onkel Agrippa, sein Cousin Victor und auch sein Vater. Allen hatte er Schande bereitet, zu viel gestrebt zu wenig gekonnt.


    Langsam und doch entschlossen zog er das Gladius unter dem Gewandt hervor. Ein letzter Blick auf den Marmorboden die Statur des Kaisers ... dann ließ er sich auf die Klinge fallen .... ein lauter Schrei ... und dem Leben war ein Ende gesetzt.

  • Die Senatoren traten nach Abschluss ihrer Wahl aus der Curia auf das Forum Romanum hinaus. Noch hatten die Letzten nicht die Treppe verlassen, auf welcher sie vom wartenden Volk, vorallem ihren Klienten, erwartet wurden, als ein schrecklicher Schrei ertönte. Was war geschehen? Ein neuer Mord? Inmitten der Stadt? In den Hallen der heiligen Curia?


    Sogleich eilten einige noch rüstige Senatoren wieder die Treppe hoch und verschwanden im Innern der Senatshalle und schon kurze Zeit später gelangen erste Hinweise und Tatsachen an die Öffentlichkeit.


    Es war kein Mord, es war ein Selbstmord. Unsägliches hatte sich abgespielt, im Innern der heiligen Halle. Die Götter würden zürnen, nein, sie zürnten bereits. Noch nie war es geschehen, dass ein Senator oder Kandidat sich das Leben hier nahm und damit diesen Ort mit seinem Blut beschmutzte. Eine unsägliche Tat, vergleichbar nur mit dem Mord an einer Vestalin!


    Mord an einer Vestalin? War da nicht vor wenigen Tagen etwas gewesen? Bei allen Göttern! DOCH! Nein, es durfte nicht wahr sein! Rom war in Gefahr, grosser Gefahr! Zwei solche Ereignisse innerhalb weniger Tage, das konnte nur grosse Schwierigkeiten bedeuten.


    In einem einzigen Augenblick spielten sich diese Gedanken in tausenden Köpfen gleichzeitig ab und entleerten sich in einem kollektiven Aufschrei und Aufruhr. Die Siegmeldungen aus Parthia in der letzten Acta waren vergessen. Die Götter sandten Zeichen, es würde nicht so weitergehen mit Rom. Es musste etwas geschehen, jetzt, sofort.

  • Da die Heiligen Hallen der Curia schon durch Blut besudelt worden waren, dass bei einem Mord, einem Mord an einer vergöttlichten Person, vergossen worden war, würden die Götter bestimmt eher verstimmt über den Mord an der obersten Vestalin sein, als über einen ehrenhaften Selbstmord.


    Trotzdem war Victor schockiert als er von Avitus Selbstmord hörte. Im ersten Moment wollte er in die Curie wieder zurücklaufen und die Nachricht mit eigenen Augen bestätigt wissen, doch dann durchzuckte ihn die Erkenntnis; der Octavier brauchte sich gar nicht umzudrehen. Er blieb einfach an der obersten Treppenstufe stehen. Schon früh genug musste er den letzten bekannten Sohn seines, zwar nicht allseits, aber doch geliebten Onkels Anton in seinem Blut liegen sehen, so elig hatte er es damit nicht.


    Die Enttäuschungen dieses Tages waren bei Victor wie weggeblasen durch die Trauer um seinen oft unbedachten, aber nichtsdestoweniger ehrenwerten Cousin.

  • Agrippa hatte auch davon gehört, was passiert war, er stiess nun ebenfalls zu Avitus. Er entledigte sich seiner Toga und bedeckte den Körper seines Neffen damit. Er vergoss Tränen, der Sohn seiner Schwester und seines liebten alten Freundes Anton war Tod und der Senat war schuld.


    Er wandte sich an Victor, welcher ebenfalls da stand.


    "Es war sein Schicksal der Sohn eines grossen Mannes zu sein, dessen Schatten allgegenwertig ist, ich dachte er würde diese Bürde tragen können, doch dem war leider nicht so."


    Er bedeckte den Kopf mit der Toga.


    "Ich hoffe im Reich Plutos wirst du glücklicher als hier, Aulus ..."

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    DOMINUS FACTIONIS - FACTIO PURPUREA

    SODALIS MAIOR - GERMANITAS QUADRIVII

    Stadtpatron - Tarraco

  • Crassus erkannte sofort beim Betreten der Curia, was wohl passiert war. Avitus hatte sich wegen seiner Nicht-Wahl völlig verzweifelt in sein eigenes Schwert gestürzt. Auch wenn Crassus den jungen Octavier eigentlich recht gern gemocht hat und auch sonst ein gutes Verhältnis zu den Octaviern hatte, verfluchte er ihn im Moment dafür. Denn so leid es ihm für die Octavier und diesen Octavier im Speziellen tat, so sehr brachte ihn das in eine immer schlechtere Situation. Erst der Consul, dann der Praefectus Urbi, die Vesta und nun ein designierter Senator. Rom kam derzeit einer Schlachtbank sehr ähnlich.... und Crassus hatte absolut gar keine Idee wie er dem Kaiser die ganzen Morde beziehungsweise Selbstmorde oder Mordversuche erklären sollte. Vielleicht wäre es das beste es dem Octavier gleich zu tun....


    Er schickte doch noch ein Stoßgebet an die Götter, bevor er sich von Avitus abwandte und zu Victor ging, der etwas abseits bei den Stufen stand. Es tut mir leid.. er hätte noch viel in seinem Leben erreicht. er machte eine kurze Pause


    Ich würde den Leichnahm gegen später, wenn der Auflauf etwas abgeklungen ist... wäre das in deinem Interese?.

  • Irgendwie kam es in der letzten Zeit häufiger vor, dass Crassus auftauchte, wenn Victor neben einer Leiche in der Nähe der Curia stand. Bei den Worten des Caeciliers nickte Victor nur. Sicherlich hatte die Zukunft eigentlich noch vor Avitus gelegen, aber der hatte sich ja nun anders entschieden.


    "ich danke dir, aber mir wäre es lieb wenn er so schnell wie möglich hier wegkommt. Ich möchte nicht sehen, wie sich noch jemand über Avitus Leichnahm lustig macht, oder arrogant die Nase rümpft."

  • In späteren Zeiten würde man dazu Déja-vu sagen, was Hungi hier erlebte. Denn schon einmal hatte er eine solche Situation erlebt, damals, als der stimmgewaltige Caesar Gaius Ulpius Felix sich in sein Schwert stürzte. Damals wie heute ein sinnloser Tod. Hungi schüttelte den Kopf, erschüttert, als er vom Freitod des jungen Octavius erfuhr.


    Politisch waren sie Gegner, seit dem Plebiszit, welches der junge Octavius anstellte, als dieser das ehrwürdige Amt des Volkstribuns innehatte. Denn das konnte Hungi ihm nicht verzeihen. Aber ein solches Ende... aber jetzt war es nicht mehr zu ändern. Die Götter stehen uns bei. murmelte er am Rand der Szenerie.

  • Ich werde sehen was sich machen lässt.


    Crassus sprach Victor noch einige ermutigende Worte zu und ging dann wieder zurück zu dem Ausgang der Curia Iulia, von wo aus er einen Prätorianer zu der Castra schickte. Dieser sollte eine weitere Abteilung Prätorianer holen, welche dann den Körper von Avitus zu der Casa Octavia bringen sollte.

  • Gemeinsam mit einigen seiner Männer betrat Crassus abermals die Hallen der Curia. Der Leichnahm wurde vorsichtig auf eine Barre gebettet und dann sorgsam mit einem großen Tuch zugedeckt. Die Barre wurde dann hochgenommen und mit Avitus darauf aus den Hallen getragen.


    Crassus sprach bevor er die Hallen ebenfalls wieder verließ, kurz mit Victor und sagte ihm, dass sie den Körper direkt in die Casa Octavia bringen würden. Dann verabschiedete er sich von ihm und ging in die Castra.

  • Victor nickt Crassus zu, als dieser ihm bescheid gab, dann machte er sich auf den Weg weg von den heiligen Hallen hin zur Casa Octavia. Es gab so einiges was nun vorbereitet werden musste, betreffs seiner Bestattung und so weiter. Eigentlich war ihm jeder Gedanke daran zuwider, aber was getan werden musste, musste getan werden.

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