[Regiofest] Das Theaterstück

  • Am Abend des ersten Tages war es nun auch für die Theatergruppe so weit. Alles war vorbereitet, die Zuschauer strömten in Scharen heran und ein jeder war gespannt, was die Gruppe aufführen würde. Es hatte keine Aushänge dazu gegeben, denn es sollte eine Überraschung werden.

  • Crispus hatte erfahren, dass es ein Theaterstück geben würde. So beschloss er, sich das ganze einmal anzuschauen - immerhin hatte er seit Jahren keines mehr gesehen!
    So saß er gemeinsam mit Laelius auf den Rängen.
    "Hm, ich wusste garnich', dass die Colonia eine Theatergruppe hat!" meinte er zu seinem Freund.
    "Vielleicht wandernde Schauspieler!" antwortete Laelius.
    "Wandernde Schauspieler? Die sollen doch eher...zwielichtiges Volk sein, soweit ich hörte."
    "Ach, ich hab' gehört, sie haben immer leichte Mädchen dabei!" antwortete Laelius, wobei sich ein schelmisches Grinsen auf sein Gesicht malte.
    "Ach, dazu haben wir eh keine Zeit! Morgen ist doch die große Parade!" sagte Crispus und wandte sich der Bühne zu, auf der wohl bald Interessantes zu sehen war - hoffentlich eine Komödie!

  • Wie ich feststellte, hatte es durchaus seine Vorteile, Beamter zu sein. Im Theater bekam man dadurch beispielsweise recht gute Plätze :]
    Und so saß ich erwartungsfroh in Reihe numero uno.
    "Was spielen die eigentlich heute?", fragte mich Ridcullus, einer der beiden Duumvirn aus Bonna.
    "Weiß ich nicht.", seufzte ich.
    "Wie?"
    "Wart es einfach ab.", schlug ich vor und fand den Himmel auf einmal hochspannend.
    "Hm..."

  • Er saß irgendwie schon wieder in der Nähe des Comes und beugte sich zu ihr rüber. "Es ist wohl was von Aristophanes. Wir haben uns ja leider erst recht spät einigen können. Ich denke, die Leute werden dennoch zufrieden sein."

  • Der Vorhof eine Gehöftes; auf der einen Seite ein Schweinstall, worin ein großer Käfter gefüttert wird; zwei Knechte, ämsig beschäftigt, der eine an einem Backtrog, in welchem er Mistkuchen knetet, der andere am Schweinstall, den Käfer darin fütternd.


    Der erste Knecht


    bei dem Stalle


    Schnell, reiche schnell dem Käfer einen Kuchen her!


    Der zweite Knecht


    bei dem Backtroge


    Da! Gib's dem Unhold, den der Henker holen mag,
    Und labe seinen Gaumen nie ein süßerer!


    Der erste Knecht
    Noch einen andern reiche her - aus Eselsmist!


    Der zweite Knecht
    Da sieh noch einen! Wo gerieth der andre hin?
    Den fraß er nicht?


    Der erste Knecht
    Bewahre, nein, er riß ihn weg,
    Und wälzt' ihn umher mit den Füßen, und verschlang ihn ganz.
    Drum knete hurtig ihrer viel' und dick noch.


    Der zweite Knecht


    gegen die Zuschauer


    Helft, helft, ihr Kothaufsammler, wollt ihr anders nicht
    Mich im Gestank gleichgültig hier ersticken seh'n!


    Der erste Knecht
    Noch einen, einen von verliebten Knaben noch!
    Denn ihn verlangt nach zartgeriebnen Brocken.


    Der zweite Knecht
    Hier!


    zu den Zuschauern


    Von Einer Schuld, ihr Männer, denk' ich frei zu sein;
    Denn daß ich knetend naschte, sagt wohl Kein's mir nach.


    Der erste Knecht
    He, reiche mehr her; einen noch und einen noch!
    Und knete neue!


    Der zweite Knecht
    Bei'm Apoll, nicht einen mehr!
    Nicht länger halt' ich dieses Seegrundwasser aus;
    Ich nehm' es samt dem Troge selbst und bringe dir's.


    er schafft den Backtrog nach dem Stalle hin.


    Der erste Knecht
    Ei, trage du's zum Geier und dich selbst dazu!


    Der zweite Knecht


    zu den Zuschauern


    Ihr, wenn es euer Einer weiß, der sage mir's,
    Wo man sich Nasen ohne Löcher kaufen kann.
    Denn kein Geschäft auf Erden kann heilloser sein,
    Als dieses Futterkneten für den Käger da.
    Schwein oder Hund schlingt Alles, was am Wege liegt,
    Frischweg hinunter; dieses Thier voll Uebermuths
    Beberdet sich gar eckl, mag Nichts kosten, wenn
    Ich's nicht gerieben und gerührt den ganzen Tag,
    Wie einem Weib sein ausgeknetet Gerstenbrod.
    Nun will ich nachseh'n, ob er ausgefressen hat,


    er geht nach dem Stalle


    Und hier die Thür halb öffnen; sonst bemerkt er mich.


    er sieht hinein und spricht zum dem Käfer:


    Nur munter, schling' hinunter, höre nimmer auf,
    Bis unverseh'ns am Ende dir der Bauch zerplazt!
    Wie der sich vorbückt, einem Ringer gleich, und frißt,
    Und seine Kiefern gierig hin und wieder schiebt,
    Und noch dazu den Rüssel und die Tazen vorn
    So wild herumwirft, Seilern gleich, die angestrengt
    Die dicken Taue für ein Schiff zusammendreh'n!
    Ein garstig Wesen, stinkend, voll Gefräßigkeit!
    Und welchem Gott wohl dieses Plagevieh gehört?
    Ich weiß es nicht; der Aphrodite sicher nicht,
    Auch nicht den Chariten.


    Der erste Knecht
    Wenn denn sonst?


    Der zweite Knecht
    Ich glaube fest,
    Die Grauen ward vom Niederdonnerer Zeus gesandt.


    Der erste Knecht
    Da meint vielleicht jezt Einer dort im Publikum,
    Ein Männchen, das sich weise dünkt: "Wo wills hinaus?
    Der Käfer da, was soll er?" Dann erwieder ihm
    Ein Mann vom Ionervolke, der ihm nahe sizt:
    "Ich glaube, daß auf Kleon hier gestichelt ist,
    Weil der den Abgang ohne Scham hinunterschlingt."
    Doch tränk' ich jezt den Käfer auch und geh' hinein.


    ab.


    Der zweite Knecht
    Ich will indeß die Sache noch den Kindelein,
    Zugleich den Männlein allen und den Männern dort,
    Zugleich den höchsten Männern dort zu wissen thun,
    Und jenen noch die Männer Uebermannenden.


    er zeigt, während er diese Worte spricht, immer weiter die Stufen des Theaters hinauf.


    Mein guter Herr hat eine Tollheit neuer Art,
    Nicht so wie Ihr, nein, unerhörter neuer Art:
    Den ganzen Tag lang hebt erhimmelan den Blick,
    Sperrt weit den Mund auf, hadert laut mit Vater Zeus
    Und ruft: "o Zeus, was denkst du endlich noch zu thun?
    Leg' ab den Besen, fege Hellas nicht hinaus!"

  • Commodus stimmte mit ein und gab seinen Jubel preis. :app: Aja, endlich wieder etwas Kultur genießen, darauf hatte er sich sehnsüchtig gefreut. Und dann auch noch eine griechische Komödie. "Herrlich... also am besten gefiel mir der Schauspieler der Trygaios spielt. Du weißt schon, der zum Himmel fliegt um Zeus zu sprechen..." meinte er zu seinen unbekannten Sitznachbarn.

  • Gerade, als ich Fuscus etwas antworten wollte, begannen die Schauspieler damit zu...schauspielern. So beließ ich es bei einem stummen Lächeln und wandte meine Aufmerksamkeit auf das Halbrund des Theaters.
    Stirnrunzelnd sah ich mich allerdings um, als nach einer Weile bereits geklatscht wurde, als wäre das Stück zuende :hmm: :D

  • "Ach? Wirklich?" Fragt Commodus beim Sitznachbarn nach. "Das war nur der erste Akt? Ganz sicher? Hm, dann habe ich wohl damals die gekürzte Version gesehen..." Endlich mal der Der Friede Uncut ohne lästige Werbeunterbrechung. Hoffentlich die 18er Fassung. :D

  • Zitat

    Original von Aurelia Antonia
    Leise eilte ich ins Theater, wo das Stück anscheinend schon begonnen hatte und setzte mich, nachdem ich Ihm kurz zugnickt hatte zu mienem Cousin Commodus.


    "Salve..." flüstert Commodus Antonia zu und lächelt. "Du hast den Anfang verpasst, aber du solltest noch rein finden..." scherzt er.

  • Sim-Off:

    Sogar erst Szene 1 des 1. Aktes ;)




    Trygäos


    hinter der Scene


    Hoho! Hoho!


    Der Knecht
    Seid still! Ich höre, dinkt mich, seine Stimme da.


    Trygäos


    wie oben


    Was willst du noch an unserm Volke thun, o Zeus?
    Du raubst den Städten ihren Kern und merkst es nicht?


    Der Knecht
    Das ist das Unglück, eben das, wovon ich sprach:
    Da hörtet ihr ein Pröbchen seiner Raserei!
    Was er im Anfang, als die Raserei begann,
    Gesprochen, hört noch. Also sprach er da zu sich:
    "O könnt' ich doch gerades Wegs zu Zeus hinauf!"
    Er baute dann sich dünne Leiterchen zurecht,
    Und klomm an diesen himmelan mit Hand und Fuß,
    Bis er herunterpurzelnd sich den Kopf zerfiel.
    Nun gestern, da verläuft er sich, Zeus weiß wohin,
    Und bringt ein großes Aetnaroß von Käfer heim,5
    Und zwingt mich dieses Ungethüms Stallknecht zu sein,
    Indeß er selbst es, wie ein Füllen, streichelnd rief:
    "Du mein erhabnes Flügelthier, mein Pegasos,6
    Komm, fliege mit mir grades Wegs zu Zeus hinauf!" -
    Muß doch hinein hier gucken, was der Alte macht!


    er geht an die innere Hofthüre und sieht hinein.


    Ach, ach, ich Armer! Kommt, o Nachbarn, kommt heran!
    Mein Herr, o schaut ,da steigt eben hoch zu Roß
    Auf seinem Käfer schwebend in die Luft empor!


    Trygäos erscheint, auf einem übergroßen Käfer in die Höhe schwebend.


    Trygäos
    Nur sacht, nur sacht, mein Käfer, gemach!
    Nicht stürme mir allzutrozig dahin,
    Gleich anfangs stolz im Gefühle der Kraft,
    Eh Schweiß vordringt und die Sennkraft dir
    Der Gelenke sich löst in der Fittige Schwung!
    Nicht schnaube so toll, ich beschwöre dich, Wurm!
    Denn thust du mir dies, dann bleibe mir hier
    Nur lieber dahiem in meinem Gehöft!


    Der Knecht
    O Gebieter und Herr, wie bist du verrückt!


    Trygäos
    Still doch! Still doch!


    Der Knecht
    Wo steuerst du blindlings hin in die Luft?


    Trygäos
    Hoch flieg' ich empor, den Hellenen zu Heil:
    So verwegen, so neu ist, was ich ersann.


    Der Knecht
    Was fliegst du? Warum so vergeblich getollt?


    Trygäos
    Sprich Günstiges nur! Und muxe mir ja
    Kein faules Geschwäz: nein, jauchze mir zu!
    Und den Bürgern gebeut, recht stille zu sein,
    Und die Gänge des Koths und die Haufen des Dungs
    Ganz neu mit Ziegeln umher zu verbau'n,
    Und ein Schloß an die Steiße zu legen.


    Der Knecht
    Unmöglich kann ich schweigen, bis du mir erklärst,
    Wohin zu fliegen du gedenkst.


    Trygäos
    Wohin? Zu Zeus
    Hinauf in Himmelshöhen.


    Der Knecht
    Und was willst du da?


    Trygäos
    Ich will den Gott befragen um's Hellenenvolk
    Gesamt und sonders, was er ihm zu thun gedenkt.


    Der Knecht
    Und, steht er dir nich Rede - ?


    Trygäos
    Dann verklag' ich ihn,
    Daß er dem Medervolke Hellas' Volk verrieth.


    Der Knecht
    Bei Gott, so lang Ich lebe, thust du solches nicht!


    Trygäos
    Es ist einmal nicht anders.


    er steigt höher


    Der Knecht


    ruft in das Haus hinein


    Holla! Hollahoh!
    Ihr Kinder, euer Vater geht davon und läßt
    Euch hier als Waisen, fliegt geheim zum Himmel auf!
    Ihr Armen, fleht den Vater um Erbarmen an!


    die beiden Töchterchen des Trygäos treten aus dem Hause.

  • Die Vorigen. Die Töchterchen des Trygäos


    Ein Töchterchen
    Väterchen, Väterchen, soll ich es glauben,
    Was das Gerücht bis in unser Gemach trug?
    Willst du mit Vögeln, verlassend die Deinigen,
    Hoch in die Luft zu den Raben entweichen?
    Ist was Wahres daran? Sprich, Väterchen, wenn du mich lieb hast!


    Trygäos
    Kind, das läßt sich vermuthen: gewiß ist, daß es mich herzlich
    Jammert um euch, wenn ihr bittet um Brod und Papachen mir zuruft,
    Während von Geld auch nicht Ein winziges Körnchen im Haus ist.
    Wenn mir's gelingt un dich komme zurück, dann sollt ihr im Nu mir
    Einen gewaltigen Weck, als Zukost Püffe bekommen.


    Das Töchterchen
    In welcher Art denn legst du deinen Weg zurück?
    Denn keine Schiffe fördern dich hauf diesem Pfad.


    Trygäos
    Mich trägt ein Flügelrößchen, Schiffe brauch' ich nicht.


    Das Töchterchen
    Doch welcher Einfall, daß du dir den Käfer hier
    Anschirrst, zu reiten in der Götter Reich, Papa?


    Trygäos
    Aesopos' Fabeln lehren uns, daß der allein
    Von allen Fluggeschöpfen kam in's Götterreich.


    Das Töchterchen
    Unglaublich, Märchen, was du sagst, Papa, Papa,
    Ein solchen Stinkthier sei gelangt in's Götterreich!


    Trygäos
    Als Feind des Adlers kam er hin vor alter Zeit,
    Und wälzte, sich zu rächen, ihm die Eier weg.


    Das Töchterchen
    O hätt'st du lieber angeschirrt den Pegasos!
    So schienst do doch den Göttern etwas tragischer.


    Trygäos
    Da braucht' ich doppelt Futter ja, du thöricht Kind,
    Indeß ich jezt mit Futter, das ich selbst zuvor
    Verzehrte, diesen hinterher abfüttere.


    Das Töchterchen
    Doch, wenn in feuchten Meeresgrund er niederstürzt,
    Wie hilft er als ein Flügelthier sich dann heraus?


    Trygäos
    Mein Steuer nahm ich weislich mit, das brauch' ich dann,
    Und lenke so mein naxisch Käferboot dahin.


    Das Töchterchen
    Welch eine Bucht denn nimmt die Umgetrieb'nen auf?


    Trygäos
    Dort im Piräeus find' ich ja die Käferbucht.


    Das Töchterchen
    Nur Eins beachte, daß du nicht im Schwindel dort
    Herunterfällst, und hinkend dann dem Euripedes
    Den Stoff zu Märchen bietest und zum Trauerspiel.


    Trygäos
    Da werd' ich selbst schon sorgen. Nun gehabt euch wohl!


    die Kinder gehen in's Haus zurück.


    Doch ihr, für die ich diesen Kampf auskämpfen will,
    Laßt keinen Wind los, stänkert nicht, der Tage lang;
    Denn wenn der Käger Etwas riecht in hoher Luft,
    So schnellt er häuptlings mich hinab und schwelgt im Duft.


    indem er immer höher steigt, zum Käfer:


    Nun, Pegasos, auf, zeuch fröhlich dahin!
    Laß klirren des Goldzaums blankes Gebiß,
    Und lausche mit heiterem Ohre dem Klang! -
    Was beginnst du? Was ist's? Was beugst du dich so
    Mit den Nüstern hinab zu den Gängen des Koths?
    Auf, hebe dich kühn von der Erde hinweg,
    Und die Schwingen der Hast ausbreitend im Flug,
    Zeuch grade hinein zum Palaste des Zeus,
    Von dem Kothe die Nas' abwendend und fern
    Dich haltend vom Mahl alltäglicher Art.


    zur Erde hinabschauend


    Was machst du, Gesell, du, der dort kackt
    Im Piräeus links an dem Hurenrevier?
    "Tod bringst du mir, Tod!" He, scharr' es doch ein,
    Und schütte darüber des Erdreichs viel,
    Und pflanze darauf Serphyllon, zugleich
    Geuß Salbe darauf! Denn, stürz' ich hinab
    Und breche den Hals, dann werde das Volk
    Auf Chios um fünf Talente gebüßt,
    Um deinem Popo zu vergelten!
    Wie graut mir! Wehe! Nicht im Scherze ruf' ich so.
    Maschinenmeister, habe ja wohl Acht auf mich!
    Schon kreist ein Wind um meinen Nabel her; so sei
    Vorsichtig, oder füttr' ich gleich den Käger ab!


    der Olympos wird mit den himmlischen Wohnungen sichtbar.


    Doch nahe, scheint es, bin ich hier den Göttern schon;
    Ja recht! Ich sehe da bereits das Haus des Zeus.


    er steigt ab, und pocht an die Thüre.


    Wer ist des Zeus Thürhüter? Macht doch endlich auf!

  • Trygäos. Hermes.


    Hermes
    Wo scholl die Menschenstimme her? Herakles hilf!
    Welch Ungethüm erblick' ich dort?


    Trygäos
    Ein Käferroß.
    Hermes gewahrt jezt erst den Trygäos.


    Hermes
    Verworfner du, Tollkühner, Unverschämter du,
    Verruchter, allverruchter, erzverruchter Schuft,
    Wie kamst du hieher, aller Schufte Schuftigster?
    Was ist dein Name? Sagst du's nicht?


    Trygäos
    Verruchter Schuft.


    Hermes
    Wie heißest du von Stamme? Sprich!


    Trygäos
    Verruchter Schuft.


    Hermes
    Dein Vater, Mensch, wie heißt er?


    Trygäos
    Wie? Verruchter Schuft.


    Hermes
    Ha, bei der Erde, sterben sollst du mir sofort,
    Bekennst du nicht zur Stelle, wie dein Name heißt.


    Trygäos
    Trygäos, schlichter Winzer vom Athmonergau,
    Kein Sykophant, kein Zänker, der stets Händel sucht.


    Hermes
    Was führt dich hierher?


    Trygäos
    Diesen Schinken bring' ich dir.


    er gibt ihm ein Stück Fleisch aus seiner Reisetasche


    Hermes
    Nun, armer, Schelm, wie kamst du her?


    Trygäos
    Sieh, Leckermaul!
    Erschein' ich dir auch jezt noch als verruchter Schuft?
    Geh' izt und drufe mir den Zeus!


    Hermes
    O je! O je!
    Daß du den Göttern nahtest, war dir nicht bestimmt;
    Denn alle zogen gestern aus, hinweg von hier.


    Trygäos
    In welches Land?


    Hermes
    Was? Land!


    Trygäos
    Wohin sonst?


    Hermes
    Gräßlich weit,
    Ganz oben in der Himmel Zellenwerk hinein.


    Trygäos
    Was aber ließ man unten dich allein zurück?


    Hermes
    Der Götter übrig Hausgeräth bewach' ich hier,
    Die Töpfchen und die Brettchen und die Krügelchen.


    Trygäos
    Und was bewog die Götter, auszuzieh'n von hier?


    Hermes
    Sie zürnten Hellas' Volke; da denn haben sie
    Hier, wo sie selbst sonst wohnten, eingelegt den Krieg,
    Ganz frei mit euch zu schalten, wie es ihm beliebt.
    Sie selber bauten möglichst hoch sich oben an,
    Um Nichts hinfort von euren Kämpfen mehr zu sehn,
    Und Nichts u hören, wenn ihr fleht um ihren Schutz.


    Trygäos
    Was stimmte sie zu solchem Groll? Dies sage mir.


    Hermes
    Weil euch der Krieg erwünschter war, wie oft sie selbst
    Auch Frieden boten. Wenn das Volk Lakonia's
    Ein wenig Vorsprung hatte, rief es ungestüm:
    "Bei Kastor, büßen soll es jezt, das Athenerlein!"
    Und lachte dnn wieder dem Athenerling das Glück,
    Und trafen dann aus Sparta Friedensboten ein,
    So riefet ihr wohl hastig: "uns belistet man,
    Ja wohl, bei Pallas Athene! Gebt nicht nach, bei Zeus!
    Sie kommen wieder, halten wir nur Pylos fest!"


    Trygäos
    Ja, so geprägt sind unsre Reden hier zu Land.


    Hermes
    Drum weiß ich nicht, ob euch die Friedensgöttin je
    Fortan vor Augen kommen wird.


    Trygäos
    Wo schwand sie hin?


    Hermes
    Sie ward vom Krieg in eine tiefe Kluft gestürzt.


    Trygäos
    In welche?


    Hermes
    Die da drunten; und du siehst zugleich,
    Wie viel er oben Steine noch darauf geschleppt,
    Daß ihr sie niemals mehr bekommt.


    Trygäos
    O sage mir,
    Was hat der noch weiter vor mit uns zu thun?


    Hermes
    Nichts weiß ich als das Eine, daß er Abends spät
    Sich einen Mörser, riesengroß, hereingeschleppt.


    Trygäos
    Der Mörser da - zu welchem Zwecke dient er ihm?


    Hermes
    Zusammenstampfen will er Hellas' Städte drin.
    Nun will ich gehen; denn er kommt alsbald heraus,
    So däucht mir; innen lärmt er schon.


    geht ab.


    Trygäos
    Ich Armer, weh!
    Auf, laß mich ihm entlaufen! Denn es war mir selbst,
    Als dröhnte mir des Schlachtenmörsers Klang in's Ohr.

  • Die Legionäre klatschen wieder, als Trygäos auf einem Käfer reitet. Was die Theatertechnik heutzutage alles kann!
    Das Gerede der Personen hingegen reizt die Männer zum Lachen. Eine köstliche Komödie!

  • Plautius hatte das Schauspiel bislang in den hinteren Rängen genossen. Vor allem schien es ein längeres Stück zu sein. Endlich hatte er seinen Bruder Fuscus in der Menge entdeckt und strebte nun auf den freien Platz neben ihm zu.

    Semper Fidelis - zum ewigen Ruhme des Imperiums und seines Imperators!

  • Zitat

    Original von Germanica Aelia
    Gerade, als ich Fuscus etwas antworten wollte, begannen die Schauspieler damit zu...schauspielern. So beließ ich es bei einem stummen Lächeln und wandte meine Aufmerksamkeit auf das Halbrund des Theaters.
    Stirnrunzelnd sah ich mich allerdings um, als nach einer Weile bereits geklatscht wurde, als wäre das Stück zuende :hmm: :D


    "Verrückt," murmelte er nur und begutachtete weiter das Theaterstück als er jemanden bemerkte.

    Zitat

    Original von Camillus Matinius Plautius
    Plautius hatte das Schauspiel bislang in den hinteren Rängen genossen. Vor allem schien es ein längeres Stück zu sein. Endlich hatte er seinen Bruder Fuscus in der Menge entdeckt und strebte nun auf den freien Platz neben ihm zu.


    "Brüderchen," begrüßte er ihn leise und freundlich lächelnd. "Komm her, setz Dich zu uns. Comes," sagte er auch leise zu ihr. "Darf ich Dir einen meiner Brüder vorstellen, Camillus Matinius Plautius, Centurio der Legio IX."

  • Langsam fragte ich mich, ob ich besonders unhöflich war, weil ich nicht nach jeder Szene klatschte :hmm:
    Da rettete mich jedoch einmal mehr Fuscus aus meinen Grübeleien.
    "Hm? Oh, salve Centurio. Freut mich, dich kennen zu lernen.", sagte ich leise und nickte dem neu Hinzugekommenen zu.

  • Sie betrat recht spät diese Räumlichkeiten und sah sich um. Sie sah sehr verloren aus wie sie mit ihrer cremefarbenen Tunika dort stand und die hochgesteckten Haare ihr Gesicht noch mehr zur Geltung brachten. Sie suchte wen ganz bestimmten, aber konnte ihn nicht sehen und sie hatte es wirklich geschafft zu spät zu kommen. Titiana blieb recht dicht am Eingang stehen und versuchte etwas ausfindig zu machen.

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