Besprechung mit dem Comes Sacrarum Largitinorum & dem Magister Domus Augusti

  • Gemeinsam mit Iunia Attica betrat Quarto die Domus Augustana und suchte ohne weitere Umwege die Räumlichkeiten des Kaisers auf.


    Er klopfte an und trat ein. “Imperator Caesar Augustus, bitte entschuldige die Störung. Iunia Attica und ich würden gerne etwas mit dir besprechen.“

  • “Es geht um Gelder, welche von privater Seite der Kaiserlichen Finanzverwaltung anvertraut wurden und werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich dafür der Begriff des Sparkontos eingebürgert. Dieses Geld muss nicht versteuert werden.
    Hier sind wohl nun zum Teil nicht unerhebliche Mittel angespart worden und Iunia Attica kam zu mir und regte an, eine Kappungsgrenze einzuführen.“


    Aufmunternd schaute Quarto zu seiner Begleiterin hinüber.

  • Attica fasste sich ein Herz und setzte an der Stelle an, an der Quarto geendet hatte.


    "Ja, ich denke, dass eine solche Maßnahme zur Belebung der Nachfrage führen könnte, da die Sparquote bei einem Teil der Bevölkerung sehr hoch zu sein scheint bzw. es bei einigen eine Tendenz zur Hortung ihres Geldes gibt, dies könnte durch eine Kappungsgrenze gemildert werden. Außerdem ist die Geldmenge die der Finanzverwaltung anvertraut wurde inzwischen so groß, dass der für die Gewährleistung der Sicherheit und die Verwaltung notwendige Aufwand nicht unerheblich ist. Allerdings würde die Einführung einer solchen Grenze nicht ohne Folgen bleiben,z.B. wenn man denjenigen die über der Grenze liegen würden, ihr Geld sofort auszahlte, könnte die Nachfrage in dieser Periode so hoch sein, dass das Angebot nicht ausreicht und es zu Engpässen kommt. Langfristig könnten auch die Preise steigen, vorallem wenn die meisten die Grenze ihres Sparkontos erreicht haben. "

  • “Ich bin kein Fachmann in diesen Dingen, aber meiner Meinung nach, sind die Preise, gerade auch die für Lebensmittel, viel zu niedrig. Das mag die einfachen Bürger erfreuen und bei Laune, sowie die Liste der Frumentationsempfänger kurz halten. Aber es hat auch zur Folge, dass die Erzeuger kaum auf ihre Unkosten kommen und es sehr schwer haben, überhaupt Gewinn mit ihren Betrieben zu erwirtschaften.
    Darum denke ich, dass es gut wäre, wenn künftig weniger Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen würde.


    Allerdings möchte ich einen Vorschlag machen, der noch über den von Iunia Attica hinausgeht.
    Momentan sieht die Sachlage doch so aus: Das Imperium erhebt wohlbegründet und gerechtfertigt Steuern auf die Vermögen. Gleichzeitig bietet es aber die vollkommen legale Möglichkeit an, sich dieser Steuern zu entziehen, bewacht und schützt diese steuerfreien Gelder sogar noch und übernimmt die anfallenden Verwaltungsarbeiten.


    Ich selbst nutze diese Möglichkeit der Steuerersparnis auch, aber im Sinne des Staates ist das in meinen Augen unlogisch und nicht sinnvoll. Deshalb möchte ich vorschlagen, diese Praxis generell zu beenden, mit einer vorher genannten Frist alle Sparkonten aufzulösen und die Gelder an ihre Besitzer zurück zu geben.“

  • Zitat

    Original von Lucius Aelius Quarto
    “Ich bin kein Fachmann in diesen Dingen, aber meiner Meinung nach, sind die Preise, gerade auch die für Lebensmittel, viel zu niedrig. Das mag die einfachen Bürger erfreuen und bei Laune, sowie die Liste der Frumentationsempfänger kurz halten. Aber es hat auch zur Folge, dass die Erzeuger kaum auf ihre Unkosten kommen und es sehr schwer haben, überhaupt Gewinn mit ihren Betrieben zu erwirtschaften.
    Darum denke ich, dass es gut wäre, wenn künftig weniger Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen würde.


    "Dem letzten Satz kann ich zustimmen, allerdings geht es um die Probleme die entstehen wenn man eine größere Menge Geld in den Wirtschaftskreislauf zurückführt. Ein Anstieg der Preise würde zwar wirklich dazu führen, dass die Erzeuger höhere Gewinne erzielen, dass heißt aber nicht zwangsläufig das sie sich auch mehr leisten könnten, sollte das Preisniveau nämlich um den gleichen Prozentsatz wie der Gewinn steigen, heben sich beide Effekte gegenseitig auf. Ein Problem dürfte der Preisanstieg für diejenigen sein, die ein festes Gehalt bekommen und sonst keine weiteren Einkünfte haben, ihr Einkommen erhöht sich nicht und sie können sich definitiv weniger leisten."[I]




    Zitat

    [i]Original von Lucius Aelius Quarto

    Zitat


    Allerdings möchte ich einen Vorschlag machen, der noch über den von Iunia Attica hinausgeht.
    Momentan sieht die Sachlage doch so aus: Das Imperium erhebt wohlbegründet und gerechtfertigt Steuern auf die Vermögen. Gleichzeitig bietet es aber die vollkommen legale Möglichkeit an, sich dieser Steuern zu entziehen, bewacht und schützt diese steuerfreien Gelder sogar noch und übernimmt die anfallenden Verwaltungsarbeiten.


    Ich selbst nutze diese Möglichkeit der Steuerersparnis auch, aber im Sinne des Staates ist das in meinen Augen unlogisch und nicht sinnvoll. Deshalb möchte ich vorschlagen, diese Praxis generell zu beenden, mit einer vorher genannten Frist alle Sparkonten aufzulösen und die Gelder an ihre Besitzer zurück zu geben.“


    "Lucius Aelius Quarto hat natürlich recht, dass es quasi paradox ist, dass der Staat sich um seine eigenen Steuereinahmen bringt. Sie wurden seinerzeit ja hauptsächlich deshalb eingeführt, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben sich ihr Standesgeld zusammen zu sparen. Sollte Aelius Quartos Vorschlag allerdings umgesetzt werden, müssten in dem Fall ca. 950.000 Sz in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Keine geringe Summe, die Probleme die sich daraus ergeben können wurden ja bereits geschildert. Darum sollte man nicht nur eine Frist festlegen sondern auch darauf achten, wieviel jeweils schon insgesamt in einer Woche ausgezahlt wurde."

  • Dem Kaiser schwindelte ein wenig ob der genannten Summe.


    "950.000 Sz..."


    Eine beträchtliche Menge Geld, die, konzentriert auf einige wenige, ein erhebliches Ungleichgewicht herbeiführen könnte.


    "Wieviele dieser Konten existieren bis dato?"

  • Iunia überlegte einen Moment, wollte sie doch vorm Kaiser nichts falsches sagen, aber sie war sich doch sehr sicher.


    "Es sind ungefähr 63 Konten auf denen sich derzeit ein Guthaben befindet."

  • "Nun bevor ich eine konkrete Anwort gebe, das sind Spitzenwerte, die nicht viel über die allgemeine Vermögensverteilung bei den Sparkonten aussagen. Von dieser kann man sich wohl am besten ein Bild machen, wenn man an die unterschiedlich hohen Gehälter hier im Imperium denkt, da reicht die Bandbreite auch von 10 bis zu 5000 Sz. Natürlich spielt dann auch immer noch eine Rolle wie sparsam jemand ist. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, die höchsten Einzelguthaben liegen so um die 100.000 Sz. Es gibt zwei dieser Konten bei denen das Guthaben bei 100.000 und darüber liegt."


    Soviel konnte sie ohne genauer in ihren Unterlagen nachzusehen sagen.

  • "Diese Zahlen überraschen mich, ich hatte ja keine Ahnung in welchem Ausmaße Geld gehortet wird. Es gefällt mir nicht, daher werde ich wohl den Vorschlag des Magister Domus in Betracht ziehen.
    Nun, ich sehe eigentlich keinen anderen Weg. Diese Konten werden allesamt aufgelöst, außerdem soll dem Senat dieses Thema vorgelegt werden. Möglicherweise gibt es alternative Ansätze, den Spartrieb der Bürger in verträglichem Maße zu ermöglichen.
    Iunia, wie würdest du die Auflösung der Konten bewerkstelligen?"

  • “Vielleicht einfach eine Frist setzen, bis wann die Kontoinhaber ihr Geld abheben sollten?“, murmelte Quarto und schaute dann erwartungsvoll zu Iunia Attica, was sie wohl vorschlagen würde.

  • Da der Kaiser eine Entscheidung getroffen hatte, ging sie nur auf seine Frage und Quartos Vorschlag ein.


    "Ich würde wenn zwei Fristen setzen, da vermutlich viele bis zum Ende der Frist warten werden um ihr Geld abzuheben." Zu den möglichen Folgen wenn zu viel Geld auf einmal ausgezahlt werden sollte, hatte sie sich ihrer Meinung nach schon ausreichend geäußert."Bei der ersten Frist sollte höchstens noch die Hälfte des ursprünglichen Vermögens auf dem Konto sein, bei der Zweiten sollte es dann ganz aufgelöst sein. Es wäre natürlich auch hilfreich wenn es zu diesem Zeitpunkt schon eine Alternative geben würde, die den Bürgern das Sparen weiter ermöglicht."

  • "Das wäre dann also ein Vorgehen in zwei Phasen. In der ersten Phase berät der Senat über alternative Lösungen und die Bürger heben die Hälfte ihres Vermögens ab. In der zweiten Phase gelangen die vom Senat vorgeschlagenen Möglichkeiten zur Anwendung und am Ende dieser Phase werden die Konten aufgelöst.


    Welcher Zeitrahmen wäre angemessen?


    Aelius Quarto, das Vorhaben müsste dem Senat unterbreitet werden. Ziehe falls nötig den Quaestor Consulum zur Ausarbeitung von Texten hinzu."

  • “Sehr wohl. Ich werde den Senat über den Beschluss zur Auflösung der staatlichen Sparkonten informieren und eine Diskussion darüber einleiten, welche Konsequenzen zu erwarten sind und wie damit umzugehen sein wird.
    Beabsichtigst du persönlich an den Beratungen des Senats teilzunehmen? Wenn nicht, dann werde ich dich natürlich laufend über den Stand der Beratungen informieren, so zu es wünschst.“

  • "Ja, ich erwarte eine Zusammenfassung über den Stand der Beratungen, da ich sicher nicht an allen Sitzungen teilnehmen werde. Sollte meine Anwesenheit nötig sein, werde ich aber sicher erscheinen."

  • "Der Zeitrahmen ist eng an den Stand der Beratungen im Senat geknüpft. Aelius Quarto wird sicher mehr dazu sagen können, wie lange diese ungefähr dauern könnten. Ansonsten lässt sich schwer sagen, welcher zeitliche Rahmen angemessen ist, da uns Erfahrungswerte diesbezüglich fehlen. Wenn man aber nur vom derzeitig der Bank anvertrauten Vermögen ausgeht und ausrechnet wieviel bei unterschiedlichen Fristlängen wöchentlich durchschnittlich ausgezahlt würde, auch wenn es in der Realität wohl nie so eintreffen wird, würde ich bis zur ersten Frist von mindestens 9 Wochen ausgehen."

  • “Wie lange die Beratungen bei einer doch recht komplexen Sachlage im Senat dauern werden…“, eine hilflose Geste begleitete einen Blick nach oben, “…das vermögen wohl nur die Götter voraus zu sagen. Mein Vorschlag wäre deshalb, dass die Frist erst dann gesetzt wird, wenn der Senat einen Beschluss gefasst hat. Neun Wochen erscheint mir dabei auch als angemessener Zeitraum.“

  • "Nun, das wäre dann ein Vorgehen in drei Phasen. Ich möchte mich dem nicht wiedersetzen, wenn es sinnvoll ist. Jedoch befürworte ich, dass der Senat sich nicht ewig Zeit lassen kann. EIne Frist von neun oder zehn Wochen, vielleicht bis zum Ende des übernächsten Monats, sollte ausreichen."

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