[Cella] Nadia

  • Ich war vorausgegangen und sondierte die Umgebung. Zum Glück war gerade Schichtwechsel und niemand zu sehen. Ich öffnete eine Tür am Ende des Ganges und sah dann zu Nadia.


    "Ich bitte einzutreten! Es ist zwar keiner Königin würdig, aber es wird genügen."

  • Zwar hatte sie die Umgebung beobachtet, den Gang den sie entlang gegangen waren, aber sie hatte nicht daran gedacht zu fliehen oder dergleichen, zumal sie nicht weit gekommen wäre. Ausserdem wer würde versuchen an einem bewachten Ort wie diesem fliehen zu wollen, sie sicher nicht.
    Mit etwas Abstand blieb sie hinter Strabo stehen als dieser an eine Tür kam und diese aufschloss. Das Kommentar von ihm versuchte sie so gut es ging zu überhören und zögerlich kam sie näher um einzutreten, blieb dann in der Zelle gleich an der Tür stehen. Auch hier war es nicht viel größer, auch wenn es etwas besser aussah als in der anderen, aber dennoch war es eng hier.
    Ihre Hände legte sie auf je einen ihrer Oberarme, als wäre ihr kalt was auch der Fall war, denn er hatte nicht übertrieben damit, dass es kalt war hier drinne, aber es lag auch an dieser innerlichen Angst die sie wieder spürte und diesen Dran nieder zu kämpfen sich um zu drehen und weg zu laufen konnte sie nur mit Mühe und Not bekämpfen. "Es ist kalt" flüsterte sie um etwas zu sagen, und um ihn davon abzuhalten sie alleine zu lassen.

  • "Ja, das ist es wirklich. Sieh mal, da vorn steht eine Pritsche. Darauf liegen einige Decken. Wickel sie dir erst einmal um. Ich werde sehen, dass ich etwas Essbares auftreiben kann."


    Irgendwie fühlte ich mich an eine andere Sache erinnert, die ich aber schnell wieder verdrängte. Nach mehreren Minuten kam ich mit etwas Brot und Wein wieder. Das würde sie stärken und wärmen.


    "So, hier. Mach es dir erst einmal so gut bequem, wie es geht."


    Ich schloss die Tür leise hinter mir und nahm dann einen Schemel neben die Pritsche. Ich setzte mich und sah Nadia grinsend an.


    "So ein schlechter Kerl bin ich wohl doch nicht, oder? Versuch etwas zu schlafen."

  • Nadia sprach nicht weiter viel und trat langsam auf die Pritsche zu als er gegangen war und sie hoffte er würde sie wirklich nicht lange alleine lassen, dann nahm sie sich eine der Decken und wickelte sich in dieser ein um sich dann auf die Pritsche zu setzen. Sie setzte sich so hin, dass sie sich an die Wand lehnen konnte die hier wenigstens trocken war. Die Decke hatte sie sich bis zum Kinn gezogen und die Füße auf die Pritsche gestellt.
    Es dauerte wirklich nicht lange, da kam er auch schon wieder. Wieder zögerlich nahm sie das Brot und den Becher entgegen und nippte daran. Das Brot hielt sie einfach nur fest. "Danke" war das erste was sie sagte und lächelte dann ein wenig als er sich vor sie setzte.
    "Nein nicht wirklich und es tut mir leid wegen dem Tritt." Sie schaute von ihm weg und fiel wieder in ihre Gedanken zurück. "Ich kann wirklich nicht schlafen. Wann wird er es erfahren?"

  • Ich lachte herzhaft.


    "Ja, der Tritt...vergessen wir das!"


    Lächelnd sah ich sie an und versuchte innere Ruhe auszustrahlen. Sie sollte sich wohlfühlen.


    "Ich habe meinem Centurio bisher nur kurz Bericht erstattet. Ich kann etwas Zeit herausschlagen, aber nicht mehr als eine Woche. Doch ich kann dir versprechen, dass ich vorher intensiv mit Furianus reden werde; vielleicht bei einer Flasche Falerner. Da redet es sich besser. Und er wird auch freizügiger reden."


    Ich grinste nur.


    "Soll ich dich nun allein lassen, damit du Schlaf findest?"

  • Wirklich wohl fühlen konnte sie sich hier nicht auch wenn sie spürte, dass er sich wirklich darum bemühte, aber der Gedanke langte aus, dass sie bald zurück musste und darüber machte sie sich die meißten Sorgen.
    "Nur eine Woche?" fragte sie flüstern und sah ihn wieder ein, nur durch einen Schleier denn es hatten sich Tränen in ihren Augen gebildet. "Er wird mit dir reden aber er wird sich nicht reinreden lassen und wenn ich Glück habe, dann sperrt er mich einfach nur wieder in die Kammer ein in der ich wahnsinnig werde. Kannst du dir vorstellen in einer Kammer gesperrt zu sei in der du dich nicht bewegen kanns, in der es dunkel ist und du drei Tage drinne verbringen musst?" Nadie stellte den Becher ab und beugte sich etwas nach vorne. "Er wird nichts verstehen und genau das machen was sein Vater von ihm verlangen wird." Und sie wusste es könnte schlimmer enden als sie es sich vorstellen konnte.
    "Bitte geht nicht"

  • "Gut."


    Ich setzte mich wieder auf den Schemel und sah sie ruhig an.


    "Ich kann es mir durchaus vorstellen. Und ich kann dich hundertprozentig verstehen. Aber versteh auch mal meine Lage. Furianus ist nicht nur mein Kamerad, sondern auch mein Freund. Und ich weiß, dass er manchmal einfach ein Mann mit einer sehr harten Schale, unter der ein weicher Kern schlummert, sein kann oder sein muss. Bei solch einem Vater ist das auch kein Wunder. Und verzeih mir bitte, wenn ich sage, dass die rechtliche Lage nicht gerade auf deiner Seite ist."


    Ich zerzauste das Haar und atmete tief durch.


    "Das ist eine wirkliche Zwickmühle. Was kann man da machen?"

  • "Ich verstehe dich und auch deine Lage und ich würde dich auch nicht darum bitten mich laufen zu lassen. Entweder hätte ich nicht fliehen dürfen oder aber nicht so lange auf der Insel verweilen sollen, dann wäre das alles hier nicht nötig. Und ich weiß auch, dass nichts und niemand auf meiner Seite steht. Ich bin nichts weiter als ein Gegenstand und keiner sieht in mir das was ich wirklich bin auch wenn es früher mal anders war. Wer weiß vielleicht habe ich das auch alles wirklich verdient, aber dennoch verstehe ich das alles nicht."
    Mittlerweile hatte sie auch das Brot neben sich gelegt und ließ sich wieder gegen die Wand sinken ihr Blick fiel dabei auf ihre bräunlichen Hände und den Schnitt den sie sich im Balneum zugefügt hatte und in diesem Moment wünschte sie sich, dass sie es richtig getan hätte oder, dass sie nicht gestört worden wäre.
    "Nichts ausser abwarten auch wenn ich mir wünschte es gäbe eine einfache Lösung aber die scheint es nicht zu geben und wenn ich ehrlich bin habe ich mehr Angst vor dem was passieren könnte als vor dem Tod selber." Ihr Blick traf ihn.

  • Ich sah sie lächelnd an und strich ihr sachte über die Wange.


    "Du bist ein Mensch wie jeder von uns. Es liegt vielleicht an meiner Herkunft, aber ich habe gelernt, Sklaven wie Menschen und nicht wie Gegenstände zu behandeln. Und ganz sicher bist du nicht wertlos, im Gegenteil, vielen Menschen bist du viel wert. Ich hätte das am Anfang nicht gesagt, aber du wärst mir auch viel wert und ich möchte nicht, dass du dem Leben abrupt ein Ende setzt."

  • Nadia zuckte wegen dieser Berührung etwas zusammen, aber sie zog nicht ihren Kopf weg sondern sah ihn weiter an denn auch seine Worte überraschten sie sehr, schon lange hatte sie so etwas nicht mehr gehört, ausser von den Gesprächen am Tiber.
    "Und welchen Menschen wenn du sagst vielen? Ich kenne keine, nicht mehr und ich denke auch nicht, dass sich etwas daran ändern wird." Nadia sah sich auch als einen Menschen an, vor allem einer der Gefühle hatte und behandel wurde wie..... dafür hatte sie nicht einmal noch Worte. "Und warum wäre ich DIR viel wert? Furianus würde sagen ich mache eh nur Probleme und habe ein zu großes Mundwerk weil ich auch meine Meinung offen kund tu. Woher kommst du?"

  • "Ich komme aus Antium. Mein Vater war einst ein geachteter Politiker, doch durch einen Staatsstreich wurde ins Exil geschickt. Ihm wurden jegliche Privilegien genommen und sein Bürgerrecht aberkannt. So wurde unser Familienzweig zu Peregrini. Ich selbst habe das alles nur sehr spät erfahren und bin in etwas bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Die wenigen Sklaven, die wir hatten, behandelten wir gut und anständig.


    Du bist zum Beispiel Furianus etwas wert. Ich glaube einfach daran...


    Warum du mir etwas wert bist? Nunja einerseits habe ich eine Schwäche für so wunderschöne Frauen wie dich..."


    Ich grinste nur verlegen.


    "...andererseits bewegt mich dein Schicksal und ich möchte dir wirklich helfen."

  • Nadia hörte ihm still zu und sah ihn dabei an. Es war etwas seltsam so eine Geschichte von einem doch so "harten" Mann zu hören. Sie schlang die Decke fester um ihren Körper und setzte sich dann anders hin und zwar so, dass sie vor ihm auf der Pritsche kniete. "Vielleicht bist du aus diesem Grund so wie du bist und es müsste hier mehr von deiner Sorte geben" flüsterte sie und war ziemlich verlegen, aber sie meinte auch hier ihre Worte ernst und wenn sie das alles vielleicht vorher gewusst hätte wie er wirklich war, dann wäre sie nicht so dumm gewesen und weiter geflohen, vielleicht hätte es einen Zeitpunkt gegeben wo er sie hätte doch noch laufen lassen. Aber dafür war es nun schon längst zu spät und das wusste auch Nadia.
    "Wenn ich ihm wirklich etwas bedeuten würde, dann hätte er mich nicht so behandelt, sondern hätte mir geglaubt und hätte nicht meine Ängste gegen mich benutzt. Ich kann deinen Glauben nicht teilen und anderen würden es auch nicht tun."Sie seufzte schwer und senkte ihren Kopf und gleichzeitig rieb sie sich mit der einen Hand ihre Augen um nicht weiter zu zeigen, dass ihr das alles viel zu nahe ging.
    Sein Kompliment ließ sie wieder aufblicken und sie sah ihn leicht verdutzt an und konnte ihn nur etwas verschwommen erkennen. Nadia blinzelte die Tränen weg und lächelte schwach wenn es überhaupt ein Lächeln war. "Ich bin nicht hübsch, ich sehe mit dieser Haarfarbe sicher schrecklich aus" meinte sie leise und legte ihn zögerlich eine Hand auf den Arm. "Unter anderen Umständen würde ich einfach sagan, dann lass mich einfach laufen aber ich weiß selber, dass es nicht geht und ich glaube nicht, dass du mir helfen kannst aber ich danke dir für deine Worte, und dass du mich doch als etwas anderes ansiehst auch wenn ich mich vorhin so gewehrt habe."

  • Ich hörte ihre Worte aufmerksam und seufzte leicht. Ich konnte es einfach nicht glauben. Der Mann, den ich hier so anständig und beflissen gesehen hatte, sollte in seinem Heim so völlig anders sein? Er musste einfach zu knacken sein. Ich würde mir bei nächster Gelegenheit den alten Kameraden greifen und mich mit ihm und einer guten Flasche Wein an ein stilles Örtchen verziehen. Ein Patrizier hätte mich einen Tor geschalten, dass ich so herzlich mit einer Sklavin umging, doch sie war ein Mensch. Lächelnd bemerkte ich ihre Hand auf meinem Arm und legte meine Hand sachte ebenfalls darauf.


    "Ach, die Haare sind garnicht so schlimm. Doch ich muss sagen mit deiner natürlichen Haarfarbe gefällst du mir etwas besser..."


    Ich lachte leicht. Sie schien endlich Vertrauen gefasst zu haben. Und schon wieder war ich gefangen in den Augen einer Frau. Wenn Furianus micht jetzt so gesehen hätte, er hätte mich wahrscheinlich entweder ausgelacht oder verprügelt. Ich grinste bei der Vorstellung, wie er überrascht die Tür aufmachen würde.


    "Ich kann und ich werde dir helfen. Aber nicht auf die Art, die du wünscht. Eine Flucht ist jetzt ausgeschlossen. Aber ich kann bessere Verhältnisse für dich herausschlagen. Ein Patrizier wie Furianus wird dich sicher nicht mit Samtpfoten anfassen, aber das wirst du überstehen. Du bist stark genug. Er wir aber nie wieder etwas so Bestialisches antun. Und sollte er trotz allem frech werden, du weiß ja, wo mein Officium ist."


    Zwinkernd lächelte ich ihr zu.

  • Nadia spannte sich wieder etwas an, als er seine Hand auf ihre legte und für einen kleinen Augenblick verstärkte sich der griff ihrer Finger auf seinem Arm, aber das ließ auch sofort wieder nach. Sie senkte etwas ihren Blick, dachte daran was alles geschehen war und hoffte inständig, dass es nicht noch schlimmer werden würde. Dennoh sie konnte nicht daran glauben, dass er es schaffen würde mit Furianus zu sprechen, dafür kannte sie zu gut nun seine andere Seite, die Seite seines Vaters, die erst hier zum Vorschein kam.
    "Ich mag meine richtige Haarfarbe auch lieber und hoffe das geht schnell wieder weg. Es war eine dumme Idee, denn sie hat eh nichts gebracht" sagte sie etwas abwesend. Ihr Blick veränderte sich etwas und sie sah ihn eindringlich an. Auf der einen Seite konnte sie nicht verstehen warum er einer Sklavin helfen wollte, die er eigentlich nicht kannte und die ihn auch noch angegriffen hatte. Schmerzlich erinnerte sie das daran, dass ihr schon einmal wer helfen wollte obwohl sie keine Hilfe gebraucht hatte, der sie aus der Sklaverei holen wollte obwohl sie nie darum gebeten hatte. Doch nun war es anders und sie hätte gerne Hilfe, denn ihre Angst drohte ihr langsam aber sicher die Luft abzudrücken.
    "Ich weiß nicht ob ich weiterhin die Kraft habe, nicht nachdem was war und noch kommen wird. Was passiert mit Sklaven die weglaufen? Du wirst es nicht verhindern können auch nicht wenn du mit ihm redest, falls er dir überhaupt zuhört."
    Sie senkte wieder ihren Kopf und sah auf seine Hand, die auf ihrer lag. "Ich habe gehört was seine Familie mit anderen Sklaven gemacht hat" flüsterte sie dann.

  • Ich sah sie weiterhin ruhig an und strich ihr über die Hand. Ihre blauen Augen faszinierten mich und so wurde ich gefangen von ihrem Zauber. Sie machte sich zuviele Gedanken.


    "Ich mache dir einen Vorschlag: du wirst jetzt diesen Becher mit Wein leeren, dann legst du dich schlafen. Ich werde neben dem Bett oder, falls dir das lieber ist, vor der Tür Wache schieben. Und morgen werden wir weitersehen. Es nützt im Moment keinen von uns beiden, nur über das Problem zu reden. Ich werde einen günstigen Augenblick finden und mit ihm reden, versprochen!"


    Ich drehte mich auf dem Stuhl um und griff mit der Hand zum Becher, der auf dem kleinen Tischchen neben dem Bett stand. Dann reichte ich ihn mit einem Zwinkern Nadia.

  • Es tat gut mit jemanden zu reden, der versuchte sie zu verstehen und nicht gegen sie arbeitete, auch wenn sie wusste, dass er ihr nicht wirklich würde helfen können. Ganz langsam nahm ihre Hand die Wärme von seiner an, denn ihre war die ganze Zeit über ziemlich kalt gewesen, vor wllem wegen der ganzen Aufregung. Nadia sah ihn lange an in seine Augen und meinte wirklich zu erkennen, dass er alles ernst meinte was er sagte, was sie auch etwas beruhigte aber nicht ihre ganzen Ängst nehmen konnte, vor allem nicht vor dem eingesperrt sein und vor dem alleine sein im Dunkeln.
    We von selber ergriff ihre Hand den Becher Wein ohne allerdings zu trinken, sie wusste nicht ob sie müde werden wollte oder nicht.
    "Nein, bleib hier! Wenn ich wählen kann dann möchte ich bitte nicht alleine sein" sagte sie leise und löste sich aus seinem Blick um in den Becher mit Wein zu sehen. "Ich weiß vom Reden wird das Problem nicht weniger oder gelöst werden es ist nur......., das Reden lenkt ich vom schlafen ab. Ich will nicht, dass der morgige Tag anbricht, ich will das nicht." Es lag schon wieder fast Panik in ihrer Stimme und scho wieder bekam sie diese Luftprobleme

  • Mein Blick wurde durchdringender. Ich konnte nichts tun, außer innere Ruhe auszustrahlen. Liebend gern hätte ich sie in den Arm genommen, um ihr Halt zu geben. Doch ich hatte mir geschworen, diese Grenze nie wieder zu überschreiten, wollte ich nicht wieder in solchen Ärger geraten. So sah ich sie nur weiter ruhig lächelnd an.


    "Dann erzähle ich dir mal von einem Vigil. Er hatte eine Sklavin in sein Herz geschlossen. Für eine Nacht gehörten sie nur einander. Doch am nächsten Morgen war sie verschwunden."


    Ich sah zum Boden und mir kamen wieder die schönen, aber auch unangenehmen Stunden und Tage von damals ins Gedächtnis.


    "Glaub mir, auch ich fürchte mich ab und zu vor dem neuen Morgen. Aber das darf mich nicht davon abhalten, meinen Beruf so gewissenhaft und gut auszuüben, wie es geht. Und dazu gehört auch, mich um Menschen zu kümmern."

  • Nadia zwang sich zur Ruhe und trank etwas von dem Wein, aber nur einen kleinen Schluck, dann stellte sie den Becher in der Hand halten auf ihre angewinelten Beine ab und hörte ihm zu. Sie sah ihm dabei in die Augen und war still bis er geendet hatte. Die Geschichte ließ ihn wieder ganz anders erscheinen, als sie ihn kennengelernt hatte.
    "Du bist dieser Vigil, stimmts?" Sie senkte ihren kopf um ihm in die Augen zu sehen, da er seinen Blick abgewandt hatte. "Sie....sie hat dich benutzt um zu fliehen" stellte sie leise fest "Und sie bedeutete dir sehr viel. Das tut mir leid" flüsterte sie fast. Es tat ihr wirklich leid, denn wenn es schon jemanden gab der sein Herz einer Sklavin schenkte und man ihn dann so ausnutzte war das eine grausame Art. Nadia zog ihre Hand unter seiner hervor, sie wollte nicht, dass er auf die gedanken kam, dass sie das nun auch versuchen wollte. Furianus hätte das sicher geglaubt aber Nadia war nicht so eine und war es auch nie gewesen.
    "Ich denke wir fürchte uns jeder auf seine Art und Weise und für jeden ist seine Furcht grausam, auch wenn es für andere nicht den Anschein hat." Fest waren ihre Worte auch wenn ihre Gedanken noch immer verrückt spielten.

  • Ich sah sie grübelnd an. Ihre Worte waren wahr.


    "Sie hat mich nicht ausgenutzt. Auch sie hatte wohl Angst vor dem nächsten Morgen. So ist sie vor ihrem Schicksal geflohen. Somit kann ich ihr keinen Vorwurf machen. Doch darin zeigt sich wieder das Paradoxe an meinem Beruf; ich muss sie nun wieder jagen."


    Ich wollte nicht traurig wirken, doch es kam nur ein klägliches Lächeln über meine Lippen.

  • Nadia zog die Decke fester um sich denn ihr wurde nun wirklich kalt. Vielleicht hatte sie die falschen Worte gewählt, denn sie wusste wie sich Sklaven fühlten wenn sie Angst hatten auch wenn sie selber nicht zu allem bereit gewesen wäre.
    "Warum lässt du sie nicht einfach in Freiheit? Du magst sie immer noch also schenke ihr diesen Wunsch nach Freiheit. Es wird keinem auffallen, dass du es tust, denn nicht immer kann eine Suche erfolgreich sein." Sie wusste, dass sie viel verlangte aber es war noch nicht einmal für sie dieser Wunsch sondern für eine ihr völlig fremde Seele.
    Nadia schluckte als sie seinen traurigen Blick sah, denn er ihr nicht verbergen konnte. Es tat ihr leid und zeigte ihrerseits ihre Schwäche, dass sie immer für jeden und alles da war, dem es schlecht erging. Zögerlich streckte sie wieder ihre Hand aus und griff nach seiner. Ihre Finger umschlossen seine Hand fest und sie sah ihn an. "Du bist ein guter Mensch" flüsterte sie und hatte Tränen in den Augen. Der Tag heute war einfach zu viel und er schien kein Ende zu nehmen.

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