• Etwas nördlich der Stadt Mantua hatten bereits seit mehreren Jahrhunderten religiöse Opferriten stattgefunden, waren im Strom der Zeiten unzählige kleine Tempel, Altäre und Weihesteine zu Ehren verschiedenster Gottheiten aufgestellt worden.
    Mühelos erreichte ein kleiner Soldatentrupp samt einiger Lastkarren den Ort, dem sich eine relativ kahle, gleichmäßig ebene Wiesenlandschaft beachtlicher Größe anschloss. Hier sollten in zwei Tagen hochrangige Vertreter der Stadt und des Cultus Deorum, sowie die gesamte Legio I dem angekündigten Fest zu Ehren der Ops beiwohnen.


    Lentulus, ein kleiner, stämmiger Optio, gab alsbald den Befehl, in gebührendem Abstand vor einem ungewöhnlich großen und alten Weihestein der Ops eine Holztribüne zu errichten, wie sie bereits bei Anlässen wie der Truppenvereidigung zum Einsatz gekommen war.
    Umgehend banden die Legionäre ihre Maultiere an einen Baumstamm, luden Werkzeuge, Bretter und Holzpfosten aus den Wagen und begannen mit der Arbeit...

  • Schon lange vor Eintreffen der ersten militärischen Einheiten hatten sich die Bewohner Mantuas um einen gebührenden Altarschmuck bemüht. Ebenfalls hatten wohlhabendere Bürger als Zeichen ihrer Pietas Geld für Opfergaben gespendet und am heiligen Ort zusammentragen lassen - auf einem kleineren Weihestein wurden die Namen der Geldgeber verewigt.


    Unmittelbar auf dem freien Feld vor der Holztribüne setzte die Reiterei ihr Manöver fort: In verwirrenden Bahnen umkreisten sich die verschiedenen Turmae, um schließlich doch wieder in geordneten Reihen stehen zu bleiben.
    Während der herrlichen Reitervorführungen waren zahlreiche Bürger bereits in die Nähe des Opferplatzes geströmt.
    Von Osten her stieß wenig später auch die restliche Legio I mit fast 5500 Mann hinzu: Aquilifer und Legatus erkannte man sofort - zumal dieser zu einem solch festlichen Anlass den strahlend roten Paludamentum angelegt hatte.


    Während die Legion anrückte, spielten die üblichen Musiker auf Lyrae und Flöten alte religiöse Weisen. Große Aufmerksamkeit wurde auch den nun eintreffenden Opfertieren geschenkt: Beinahe fühlte sich der Betrachter in die Zeit Suovetaurilia versetzt, denn Victimarii aus Mantua führten einen sehr kräftigen Stier, einen Schafbock und ein fettes Schwein an die Tribüne zum großen Weihestein, der gleichzeitig als eine Art Altar fungierte.


    In erstaunlich kurzer Zeit hatte die ganze Legion ordnungsgemäß Aufstellung genommen und bildete optisch zweifellos den Höhepunkt der Veranstaltung.


    "Magistratus, das Opfer wird sogleich beginnen.", sagte Lemonia zu Sabbatius und bedeutete dem Magistraten gemeinsam mit den anderen Honorationen der Stadt auf die Tribüne zu kommen...

  • Ein beeindruckender Zug von mehreren Tausend Soldaten bewegte sich in einem geordneten Bild parademäßig auf einer Straße östlich von Mantua Richtung Opferplatz. Reitereinheiten säumten seine Flanken, Feldzeichenträger liefen an der Spitze ihrer jeweiligen Truppenteile und angeführt wurde dieser herausgeputzte Hauptteil der Legio I durch den Aqulilifer und den Legatus Legionis der I. Spurius Purgitius Macer.


    Schon von weitem war der Adler, das heilige Feldzeichen der Legion, zu erkennen. Ein alt gedienter Unteroffizier trug es und man konnte ihm die zuteil gewordene Ehre so kurz vor seiner Entlassung vom Gesicht ablesen. Unmittelbar hinter dem Zeichen Jupiters schritt der Legat und ihm folgte der Kommandostab. Ein schier unendlich erscheinender Zug, der eindrucksvoll die militärische Stärke Roms verdeutlichte, näherte sich dem Festplatz.
    Viele hochgestellte Persönlichkeiten, einige extra angereiste Schaulustige und viele Bürger Mantuas verfolgten das Eintreffen der Infanterie und der restlichen Reitereinheiten.


    So als würden sie es täglich machen, stand in kürzester Zeit der komplette Zug von knapp 5500 Soldaten in sauberer Aufstellung.
    In feierlicher Stimmung erwarteten nun alle die Zeremonie der Opferung am heutigen Feiertag.

  • Zusammen mit Crispina war ich dem Paradezug von Mantua aus gefolgt und schließlich am Opferplatz, der etwas außerhalb der Stadtgrenze lag und dabei sogar unweit der Villa Sospitas, angekommen. Uns wurde ein Platz zugewiesen, von dem man die Reitervorführung gut verfolgen konnte.
    Gleich einer von einem Meister komponierten Sinfonie führten die berittenen Soldaten abwechslungsreiche Figuren vor, die den Bürgern manches Staunen auf ihr Gesicht schrieben oder ihren Mündern entlockten. Es war ein imposantes Bild, was sich dort zeigte und der Ideenreichtum der Choreographen schien unerschöpflich gewesen zu sein, als sie diese Parade entwarfen und einstudierten.


    Diese Reitervorführungen waren die geeignete Einstimmung für die bevorstehenden Opferungen. Mir war nicht klar, ob es den anderen ebenso ging, aber ich war aufgeregt. Das Zittern konnte ich gerade noch unterdrücken, aber mein Herz schlug unnormal schnell. Möge diese Demonstration den im Norden kämpfenden römischen Soldaten Stärke verleihen und Ops gnädig stimmen.

  • Voller Stolz war Vitulus mit seinen Kammeraden, den Decurionen und anderen Legionären bei dieser Parade. Sie vermittelte den Einwohnern Mantuas einen Eindruck über die Größe und Pracht Roms, auch wenn es an Zuschauern und Schaulustigen nur wenig mehr gab als Legionäre an der Parade teilnahmen, so waren doch Alt und Jung wie Angehörige jeden Standes erschienen und gaben der ganzen Zeremonie für Vitulus umso mehr Pracht. Als sie aus der Stadt herausritten wurde es zu den Seiten der Parade vorerst leer. Vitulus ritt weit rechts außen. Vorne konnte man bereits die Menschenmassen und die Opferstätte sehen auf welche sie zuritten.


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    „...minimaque conputatione miliens centena milia sestertium annis omnibus India et Seres et paeninsula illa (scil. Arabia) imperio nostro adimunt: tanti nobis deliciae et feminae constant!“ (Plinius, naturalis historia)"

    5 Mal editiert, zuletzt von Gaius Claudius Vitulus ()

  • Unter den Klängen der Musiker bezogen die wichtigsten Persönlichkeiten Mantuas und dessen Stadtvertreter an den Seiten der Tribüne Aufstellung.
    Nun zogen endlich zwei Camilli auf den Schauplatz und stellten sich zu beiden Seiten des Altars im Hintergrund hin. Einer der beiden sehr jungen Opferdiener trug die Acerra, ein Weihrauchkästchen, der andere eine Gutta.
    Es folgte ein weiterer Opferdiener, welcher mit einer Axt in der Hand hinter dem Altar zum Stehen kam.
    Ferner betrat der Aquilifer der Legio I die Bühne und reckte voller Stolz eines der heiligen Feldzeichen empor.


    Wie die Opferhandlungen begannen, herrschte bald eine gespannte Ruhe. Andächtig verfolgten Soldaten wie Zivilisten die alte Zeremonie.


    Als vollkommene Ruhe eingekehrt war, stieg der Legatus Legionis der Ersten von seinem Pferd ab, übergab es einem Trossknecht und verhüllte sein Haupt mit dem traditionellen Priestergewand.
    Capite velato schritt er langsam die hölzernen Stufen zum Altar hinauf und wartete, mit dem Gesicht zur Menge hin, auf weitere Opferdiener, welche zahlreiche Schalen mit allerlei Feldfrüchten herbeibrachten. Immerhin war Ops auch Göttin der Fruchtbarkeit und des Überflusses; so achteten natürlich insbesondere die Bauern genau darauf, mit Opfergaben deren Wohlwollen zu erhalten. Gerade jetzt im Sommer wollte man für die Einbringung des Getreides danken, während im Dezember feierlich der Abschluss der Olivenernte gefeiert wurde.


    Nun war es am Legaten, das Voropfer zu vollbringen. Erst reichte ihm ein Diener Honig. Spurius Purgitius Macer hob die Schale in die Höhe und rief der Menge zu:


    "CONCORDIA !"


    Anschließend stellte er die Schale auf den Altar und nahm eine Weinkanne entgegen, welche erneut der Menge präsentiert wurde:


    "HONOS !"


    Beim Fleisch rief er:


    "SALUS !"


    Und als Zeichen des Lebenslaufes beim mythologisch enorm wichtigen Getreide:


    "SPES !"


    Schließlich entzündete er in einer Opferschale Weihrauch, hielt die qualmende Opferschale in die Höhe und proklamierte:


    "VIRTUS !"


    Als alle Schalen auf dem Altar versammelt waren, vollführte er mit Unterstützung der Popae das Brandopfer...

  • Schön gerade stieg der Rauch in den Himmel und niemand zweifelte daran, dass die gütige Ops das Voropfer annehmen würde.
    Nachdem die Brandopfer beendet waren, führten Popae die drei Hostiae an den Altar heran.
    Drei Opferdiener traten hervor und beträufelten die Stirn von Stier, Schwein und Lamm mit einer Mischung aus Wein, Speltschrot und Mola salsa.
    Bereits jetzt waren viele der Anwesenden in ein Gebet an Ops vertieft. Auch der Legat sprach uralte, religiöse Worte, um die Annahme des Opfers zu sichern.
    Besonders beteten die Soldaten um Auszug der Kriegsgöttin, um die Legionen des Kaisers mit der Kraft eines Stieres zu versehen.


    Ein vierter Opferdiener nahm einen Knüppel und schlug zunächst mehrfach auf den Schädel des Stieres ein, welcher unter einigen Zuckungen kurz darauf zusammenbrach. Auch Schwein und Lamm betäubte er mit geübten und gezielten Schlägen.
    Anschließend wurden alle drei Tiere nacheinander vom cultarius, dem Opferstecher, getötet.
    Vorsichtig öffnete man die Leiber der Tiere und entnahm ihnen die Exta.
    Geübte Eingeweidenschauer untersuchten sorgfältig und lange die Innereien der Tiere: Waren sie gesund gewachsen? Waren sie gut genug, um sie den Göttern zu opfern?
    Nach einer Weile nickte ein alter Seher zufrieden, packte blutige Gedärme, Herz, Nieren, Lungen und andere Innereien auf verschiedene Opferschalen und gab sie zusammen mit ausgesuchten Fleischstücken, welche mit der Securis abgetrennt worden waren, dem Legaten. Dieser stellte alle Innereien auf den Altar, wo sie schließlich als Brandopfer eingeäschert wurden.

  • Voll Ehrfurcht und Staunen wohnte ich der Zeremonie bei. An der Seite der Tribüne.


    Der Zeremonie folgte ich mehr als aufmerksam, war doch mein Cousin in Germanien.


    Die Götter mussten uns nach diesem Opfer doch einfach hold sein. Anders konnte ich es mir nicht vorstellen. Die Klänge der Musiker die in den Himmel schallten, die prächtigen Uniformen unserer römischen Soldaten. Hier war nun die Macht und Stärke Roms zu sehen. Eine Zeremonie die voller Ehrfurcht und Glanz getaucht war musste uns die Götter gewogen machen. Ich war stolz, ergriffen zugleich bei dieser Opferzeremonie beisein zu dürfen.

  • Spät aber doch traf auch ich auf dem Opferplatz ein. Eine Reise hatte mich länger als nötig aufgehalten. Die Reitervorführungen hatte ich leider komplett verpasst. Die Opferungen jedoch begannen gerade im Moment meines Eintreffens. Ich war froh, diese nicht verpasst zu haben. Sie waren mir wichtig, denn mehr noch als viele Bürger - vor allem Roms - verehrte ich die Götter, lebte nach den alten Gepflogenheiten und hielt viel von den Werten der vergangenen und scheinbar in Vergessenheit geratenen Zeit.


    Die Zeremonie begann beeindruckend. Die Ausführenden verstanden ihr Handwerk - jeder Griff saß, jede Handlung erfolgte mit Bedacht, jedes Wort begleitete Ehrfurcht. Es war nicht die erste Opferhandlung, der ich beiwohnte, aber keine erschien mir derartig weihevoll und beeindruckend wie diese.


    So etwas gab es eben nur in Mantua, davon war ich überzeugt. In dem Moment war ich froh, mich für diesen Ort entschieden zu haben und Rom den Rücken gewandt zu haben.


    Warum fiel mir gerade jetzt die vergangene Factioversammlung ein? Vielleicht, weil das dort behandelte umstrittene Thema der krasse Gegensatz zu dem von mir erstrebten Leben unter Beachtung alter Sitten und Bräuche war? Weil in Rom alles Wertvolle auf einem Opferaltar den Gelüsten neumodischer Römer dargebracht wurde? Weil ich nur hier das wirkliche Rom spürte. Sein Vermächtnis hatte sich auf einen kleinen Fleck inmitten Italiens zurückgezogen, missachtet von großen Teilen der Bevölkerung und missachtet von hochgestellten Persönlichkeiten.


    Darum mischte sich Bitterkeit in die Andacht dieser Stunde. Mögen meine Gedanken das Gelingen der Opferungen und das Wohlwollen der Göttin nicht negativ beeinflussen. Möge sie zur Kenntnis nehmen, dass gerade in Mantua noch die ehrfurchtsvollsten Römer leben, denen alles Traditionelle am Herzen lag.

  • Als die Opfergaben verbrannt und alle Gebete gesprochen waren, hielt man es unter den Soldaten für angebracht, gemeinsam den Eid auf den römischen Kaiser, den Senat und das Vaterland feierlich zu erneuern. So erschall ein ob der Feier ermutigtes und kraftvolles Gelübde:


    "IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA."


    Wenige Augebblicke später gaben die Hornbläser einigen Zenturien den Befehl, einen Durchlass zur Tribüne zu schaffen, denn traditionell wurde das nicht verbrannte Opferfleisch von den pragmatischen Römern sogleich gegessen.
    Der Stier war von einem reichen Privatmann finanziert worden, das Lamm war ein Geschenk der mantuanischen Priesterschaft und das Schwein stammte aus den Viehbeständen der Legio I.


    So strömten denn viele Bürger an den Altar, um in den Genuss des heiligen Opferfleisches zu gelangen, das später zu Hause und im Kreise der Familie zubereitet wurde.
    Unentwegt trennten Opferhelfer mit Äxten Fleischstücke von den Opfertieren ab. Auch Lamm und Schwein wurden gegessen - allerdings gaben hier die Bürger gerne einige Sesterzen dafür in die Legionskasse bzw. der Priesterschaft ab, welche bei Gelegenheit vom Aquilifer verwaltet wurde.

  • Es machte einen Unterschied, ob man allein im Sacellum den Fahneneid ablegte oder ein Chor von Tausenden denselben sprach. Geeignet, den anwesenden Zivilisten eine Gänsehaut zu verursachen, klang es überzeugend aus den Kehlen der Soldaten:


    "IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA."


    Auf ihrer Position verharrend, beobachteten die Soldaten der vierten Centurie die anschließende Verteilung des Opferfleisches an die Bürger. Die Luft war noch geschwängert vom Opferrauch, das Ehrfurchtvolle der Zeremonie erfüllte noch immer den Festplatz.

  • Ruhig stand Centurio Aurelius den Reihen der vierten Centurie voran.
    Wie sich aus den Rauchsäulen des Altars blitzend der Adler, Wappentier der ersten Legion, herauswand, war es ihm, als hallte sein stolzer Ruf über die Lande, weithin über die Alpen - in die Geister der Gefallenen und Herzen der Kameraden.

  • Nie zuvor hatte Mantua eine derartige Demonstration erlebt. Selbst aus Rom kannte ich nicht solche Aufführungen. Beeindruckt folgte ich dem Paradezug und stellte mich auf dem Opferplatz an Deandras Seite. Unsere Neigunen waren ähnlich, das hatten wir inzwischen festgestellt. Beide schwärmten wir für Pferde, beide achteten wir die Götter. Die Opferungen waren gut und notwendig, aber beide mieden wir den direkten Anblick einer solchen Handlung.

  • Erstmalig Teil einer solchen Parade, fühlte ich mich geehrt und spürte die Erhabenheit des Augenblicks. Eines Tages, das nahm ich mit heute um so mehr vor, würde ich derjenige sein, der das Feldzeichen meiner, der vierten Centurie trägt und die Kameraden anführt. Als Ausführender und Zeichengeber, der die Anweisungen des Centurio an die Truppe weitergab. Von diesen Gedanken beseelt, folgte ich den Reitervorführungen und der anschließenden Opferung.


    Gemeinsam legten wir erneut den Eid auf den Kaiser und Rom ab.

    "IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA."

  • Auch Vitulus wiederholte mit der gesamten Legion seinen Eid auf Herr und Land, nicht ohne dass seine Brust vor Stolz geschwellt war. Auch im Leben eines Soldaten sind Paraden eine Ausergewöhnlichkeit und diese war seine erste bei der er teilnahm, er hoffte es würden noch viele mehr werden.


    Derweil schritt die Zeremonie voran und die Stimmung lockerte sich teilweise, als die Verteilung des Opferfleisches begann.

    „...minimaque conputatione miliens centena milia sestertium annis omnibus India et Seres et paeninsula illa (scil. Arabia) imperio nostro adimunt: tanti nobis deliciae et feminae constant!“ (Plinius, naturalis historia)"

  • Mit der beginnenden Verteilung des Fleisches war der strenge Teil der religiösen Zeremonie beendet. Zufrieden stellte der Legatus fest, dass kein Missgeschick geschehen war, welches eine komplette Wiederholung der Zeremonie erfordert hätte.
    Während die Opferdiener noch die letzten vorgeschriebenen Handgriffe erledigten, trat Macer langsam wieder vom Altar weg und streifte die Toga zurück.


    Mit einem Nicken dankte er den Offizieren und ganz besonders dem mit der Planung beauftragten Centurio Sophus für den bisher reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Gemeinsam nahmen die Staboffiziere ihren Platz im vorderen Teil der Tribüne ein und folgtem dem weiteren Verlauf der Veranstaltung.

  • Ich gesellte mich zu einer Gruppe von Bürgern. Alle harrten weiterhin aus. Sie wollten sämtliche Abläufe bis zum Abrücken der Truppen verfolgen. Aufmärsche dieser Art gab es nicht oft. Sie hatten etwas Erhebendes, sie bereicherten das Leben. Gaben denen Hoffnung, deren Angehörige in Germanien kämpften und denen Trost, die vielleicht schon einen Gefallenen in ihrer Familie hatten.


    Endlich entdeckte ich sogar meinen Bruder unter den Soldaten. Ich winkte kurz, hatte aber den Eindruck, dass er mich nicht bemerkte. Den Legat sah ich nahe der Tribüne, dort hielt sich auch der Magistratus auf. Hier und da noch ein bekanntes Gesicht unter den Offizieren, aber vieles ging unter in der Masse. Auch ich wartete jetzt auf den Fortgang der Ereignisse.

  • Immer noch berauscht von der Zeremonie nahm ich kaum etwas um mich herum wahr. Einige Offiziere und Würdenträger sahen mich wohl an und ich nickte höflich zurück. Ein hoher Offizier, anscheinend der Legat stand ganz in meiner Nähe und ich grüßte höflich. Natürlich wußte ich nun nicht genau um den Fortgang der Ereignisse und ließ meinen Blick über die Menschenmasse gleiten und sah auch dort das eine oder andere Gesicht und - ich erschrak ein klein wenig - sah den Duumvir. Ich konnte nicht erkennen ob er mich ebenfalls sah, wissen musste er jedoch das ich hier war - mein Auftritt in seinem Büro am gestrigen Tage hatte er hoffentlich verstanden - es schien zumindest so, ich hoffte eine nicht allzu unglückliche Figur gemacht zu haben in seinem Büro.


    Unvermittelt schweiften meine Gedanken nach Germanien wo Römer den Tod fanden, ich hoffte und betete das mein Cousin - nein - ich wollte nicht daran denken.

  • Es war meine nicht meine erste Parade aber sogleich die Prachtvollste. Der Augenblick als die über 5000 Soldaten den Eid auf Kaiser und Rom schworen, war ein Augenblick den ich wohl nie vergessen werde.


    Ich war mir sicher das viele Bürger davon eine Gänsehaut bekamen.
    Er zeigte die Kraft und den Zusammenhalt Roms.

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