[Atrium] Tod ist Ziel der Natur.

  • Ohne nach links und rechts zu blicken stürzten die beiden iulischen Sklaven durch die Straßen. Bis sie endlich die Domus Iulia erreichten. Um dort die schreckliche Kunde verbreiten zu können.
    Schlitternd stürmten die beiden Sklaven vorbei an dem Torsklaven der heute Dienst hatte und erreichten schwer atmend das Atrium. Hoffentlich waren die anderen Iulier nicht alle ausgeflogen. Obwohl? Wäre das nicht vielleicht sogar besser für die Gens? Nein. Darüber wollte sich die Rothaarige ihr hübsches Köpfchen nicht zerbrechen. Und so ließ Iduna ihren Bkick hastig in jedes Eck gleiten, als sie im Atrium zum Stehen kam.
    Zitternd und mit verheulten Augen rang die Cheruskerin erst einmal nach Luft. Denn ihr wild pochendes Herzlein schlug ihr bis zum Hals.
    “Tod! Unser Dominus. Dominus Iulius Caesoninus und Domina Iulia Phoebe sind tot. Totgeprügelt. Hilfe.“
    Stammelte der Rotschopf mit bebenden Lippen. Bevor sie zu Boden sank und hemmungslos zu weinen begann.

  • [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides


    "Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Beinen." Mit diesen Worten stieg der Maiordomus des Hauses die Treppe vom Obergeschoss der Domus ins Atrium herab. Beim nächsten Mal fiel es ihm hoffentlich wieder eher ein, wenn der Dominus Iulius Caesoninus ausgegangen war - und nicht erst, nachdem er erfolglos in dessen Officium und Cubiculum geschaut hatte. In der so nun vertrödelten Zeit hätte der Grieche vermutlich dreimal eine schriftliche Notiz an den Iulier verfassen und ihm darin erklären können, dass es wieder einmal an der Zeit war für ein Gespräch über...


    "Was beim Hades...", wurde der oberste Hausdiener plötzlich und unerwartet in seinen Gedanken unterbrochen. Waren die beiden Sklaven da gerade durch den Haupteingang in die Domus gestürmt?! Wofür bitte gab es einen Seiteneingang?! Seit wann herrschten in diesem Hause derartige Sitten?! Und hoffentlich bekam der Dominus Iulius Caesoninus dergleichen nicht mit! Als Maiordomus war Phocylides schließlich dafür verantwortlich, dass hier alles reibungslos seinen gewohnten Gang ging und das Haus nicht für Derartiges in der Nachbarschaft in Verruf kam! - Doch noch bevor er ein Wort in dieser Richtung hätte äußern können, da drangen bereits die Worte der Sklavin Iduna zu ihm durch und zogen ihm kurzzeitig den Boden unter den Füßen weg.


    "Beim Hades...", repetierte er und stolperte fassungslos wieder eine Stufe zurück nach oben. Dabei schossen ihm sogleich zahlreiche Fragen durch den Kopf: Was war passiert? Wo war der Iulius gewesen? War er durch irgendeine dunkle Gasse spaziert? Falls ja, warum? Oder war er mitten auf offener Straße angegriffen und tödlich verletzt worden? Falls ja, warum hatte niemand eingegriffen? Die Cohortes Urbanae waren doch auch sonst stets überall präsent. Und man sah ja eigentlich auch an der Kleidung stets, dass der Iulier gewiss kein Niemand war! War es also womöglich ein Raubüberfall gewesen? Wurden die beiden Sklaven am Ende gar bis hierher verfolgt und es wäre in wenigen Augenblicken mit einem Überfall auch auf dieses Haus zu rechnen? Wer verteidigte dann das Haus? Wonga? Gegen wie viele Räuber? Und überhaupt: Wie sollte es jetzt weitergehen? Der Dominus Iulius Caesoninus war schließlich der einzige Mann im Haus! (Minderjährige, Bedienstete und Unfreie mal außen vor gelassen.) Phocylides sollte schnellstmöglich den beiden senatorischen Cousins des Dominus Iulius Caesoninus schreiben! Und dem Vormund der verbliebenen zwei Iuliae. Beim Zeus, wie der in seinem schönen Landsitz wohl reagierte, wenn er erfuhr, dass eines seiner Mündel hier in Roma zu Tode gekommen war?! Am Ende holte er die beiden verbliebenen Mädchen zu sich aufs Land und verheiratete sie dort, während die stadtrömische Domus Iulia fortan leer stünde... und alle hiesigen Sklaven nicht länger gebraucht würden.


    "Nein!", wischte der griechische Maiordomus derartige Gedanken hinfort. Soweit durfte es einfach nicht kommen. "Iduna!", rief er der rotblonden Germanin entgegen, während er wieder den Vorwärtsgang einlegte und der Sklavin entgegeneilte. "Iduna, versuch dich zu beruhigen und sag mir: Was bei allen Göttern des Olymp ist passiert?!" Er kniete sich neben die Unfreie und legte ihr vorsichtig die rechte Hand auf den Rücken. Welch eine Katastrophe!




    MAIORDOMUS - DOMUS IULIA

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    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Blindlings waren die beiden iulischen Sklaven durch die Straßen gestürmt. Nur ein Ziel vor Augen. So schnell wie möglich die Domus Iulia erreichen. Nur wenige hastige Schritte später stürmten die beiden Sklaven an dem Torsklaven vorbei in das Innere der Domus. Den verdutzten Blick des Torsklaven registrierte die Rothaarige schon gar nicht mehr. Während ihr auch schon Tränen über die Wange kullerten und Iduna schließlich schluchzend zu Boden sank. Ihr Gesicht verbarg sie dabei in ihren Händen und wiegte sich langsam vor und zurück. Dabei wimmerte sie immer wieder folgende Worte.
    “Dominus Caesoninus ist tot. Mein Dominus ist tot.“
    Dann schluckte die kleine Germanin schließlich hart. Verschluckte sich beinahe und schaukelte weiter vor und zurück. Die Anwesenheit des Maiordomus bemerkte Iduna nicht. Viel zu stark war sie in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen und versuchte verzweifelt das Bild vom Blut und den leblosen Körpern der beiden Iuliern aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Auch wenn sie wusste das sie diese Bilder niemals loswerden würde.
    “Nicht weit von hier, liegen ihre Körper. Sie sind beide tot. Mein Dominus und die junge Iulia Phoebe.“
    Schluchzte die Rothaarige und blickte aus verheulten Augen zu dem iulischen Maiordomus empor.

  • [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides


    Iduna wiederholte nur immer wieder die immer gleichen Worte. Offensichtlich stand sie zu sehr unter Schock, als dass sie etwas zum Hergang hätte sagen können. "Weißt du etwas?", wandte sich der Grieche folglich an den anderen Haussklaven, der zusammen mit der Germanin ins Atrium gestürmt war. "Wurdet ihr auch angegriffen? Hat man euch hierher verfolgt?", hatte die Sicherheit des Hauses - und ihrer verbliebenen Bewohner - für den Maiordomus selbstredend die höchste Priorität. "Und wo genau ist das passiert? Wurden die Stadtwachen bereits informiert?", folgten erst im Anschluss daran auf Phocylides Prioritätenliste.


    "Seht nach, wo die beiden Dominae Iulia Graecina und Iulia Stella sind.", wies der Maiordomus im Anschluss zwei schockiert aus dem Triclinium herüberblickende Sklaven an, die zuvor dort am Putzen gewesen waren. "Sie müssen schnellstmöglich informiert werden und entscheiden, wie es weitergeht." Phocylides wollte beispielsweise keinen Brief gegen den Willen der beiden Iuliae an den Dominus Iulius Antipater schicken. Denn er sah seine Loyalität doch mehr gegenüber den Hausbewohnern als gegenüber deren Verwandten - obgleich er dergleichen derartig direkt wohl niemals äußern würde. "Wonga soll an der Porta bis auf Weiteres niemanden einlassen, der nicht auch in einer Woche nochmal wiederkommen könnte. - Aber dass mir niemand diese erneute Tragödie dieses Hauses deswegen gleich vor irgendwelchen Fremden ausbreitet. Nicht dass die Herrschaften diese schrecklichen Nachrichten am Ende noch von Dritten erfahren statt von ihren eigenen Bediensteten.", mahnte der Grieche und hoffte sehr, dass sich jeder Sklave bis zur Aufhebung dieser Mahnung durch eine der beiden Iuliae auch daran halten würde.


    Einer der Sklaven trat an den Maiordomus heran und fragte, was zu tun wäre, sollten die Iuliae nun selbst nicht so genau wissen, was zu tun wäre. (Immerhin waren die beiden Römerinnen noch jung und nie verheiratet gewesen und hatten daher noch nicht die Erfahrung zum Beispiel einer gestandenen Matrona mit Krisensituationen umzugehen.) "Na dann empfiehlst du ihnen, dass sie sich auf jeden Fall miteinander besprechen solten. Und am besten auch im Beisein des Maiordomus und dieser beiden Sklaven hier.", antwortete Phocylides und deutete auf Iduna und den anderen Haussklaven, der sie begleitet hatte. Der ob dieser ganzen Situation verunsicherte Sklave nickte und machte sich sodann auf den Weg...


    "Gut. Und was mache ich jetzt mit dir..?", fiel der Blick des Griechen schlussendlich wieder auf die rotblonde Sklavin, auf deren Rücken noch immer seine Hand lag. Ob es der Frau vielleicht dabei half sich zu beruhigen, wenn er vielleicht ihre Tochter ansprach und ihre Gedanken damit umlenkte? Vielleicht wäre sie dann nicht mehr ganz so aufgelöst und unter Schock, weil der Mutterinstinkt sie unterbewusst dazu zwänge, stark zu sein und Stärke zu zeigen..? Der Maiordomus war sich höchst unsicher. Denn zwar gehörte es zweifellos zu seinen Aufgaben, Krisen des Hauses im Zusammenspiel mit den Domini zu managen und zu meistern, doch die Frage, wie man am dümmsten eine scheinbar völlig unter Schock stehende Germanin (ausgerechnet!) beruhigte, war nun einmal alles andere als seine Paradedisziplin...




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  • Der andere Haussklsve richtete sich unwillkürlich etwas auf, als er von Phocylides direkt angesprochen wurde.
    “Wir waren gerade auf dem Rückweg zur Domus. Iduna sollte Kräuter im Auftrag der alten Coqua kaufen. Und ich sollte sie begleiten.“
    Als der Haussklave bemerkte das er ins schwafeln geriet, räusperte er sich und fing noch einmal von vorne an.
    “Wir haben nur die Menschenmenge gesehen die sich um Dominus Iulius Caesoninus und Domina Iulia Phoebe gebildet hat. Da sind wir natürlich näher und erkannten die Beiden. Dann sind wir sofort zur Domus Iulia gelaufen Maiordomus.“
    Erklärte der Haussklave. Verstummte und senkte seinen Blick.


    “Wir wissen nicht ob die Stadtwachen informiert wurden Maiordomus.“
    Piepste da die Rothaarige und wischte sich über die Augen. Bevor sie zu Phocylides empor blickte. Denn noch immer pochte ihr das Herz bis zum Hals und ihr Körper begann auf einmal wie Espenlaub zu zittern. Sodass sich die Arme des Haussklaven beruhigend um Idunas Schultern legten. Doch das zittern hörte nicht auf. Im Gegenteil. Es wurde sogar noch stärker.


    Der Haussklave blickte fragend zu dem Griechen empor. Während Iduna regelrecht blicklos vor sich hinstarrte.
    “Vielleicht waren sie noch gar nicht tot. Wir hätten nachsehen sollen. Wir haben versagt. Wir sind schlechte Sklaven.“
    Stammelte es dann unzusammenhängend über die Lippen der Cheruskerin. Während ihre Schultern zitterten und sie erneut zu schluchzen.
    “Oh Maiordomus. Was mir noch einfällt. Auf ihren Körpern haben Krähenköpfe gelegen. Das sah sehr gruselig aus. Fast wie ein Ritual.“
    Erinnerte sich der Haussklave.

  • [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides


    Der Grieche nickte, während er innerlich erleichtert aufatmete, dass nicht auch der andere Sklave im Zustand des Schocks gefangen war. Dass die beiden Einkäufer scheinbar keinen Gedanken daran verschwendet hatten, dass die zwei iulischen Herrschaften, die sie auf dem Boden liegend vorgefunden hatten, noch lebten, deutete Phocylides als Indiz dafür, dass der bloße Anblick wohl recht eindeutig gewesen sein musste. Die Germanin hatte eingangs das Wort "totgeprügelt" erwähnt. So ging er denn folglich von einem Bild blutüberströmter Körper aus, die leblos in einer großen Blutlache lagen, womöglich mit eingeschlagenen Köpfen oder ähnlichem...


    "Die Cohortes sind bisher nicht informiert...", wiederholte der Maiordomus im Anschluss nachdenklich. "Dann müssen wir nur umso dringender erfahren, was die beiden Dominae Iulia Graecina und Iulia Stella dazu sagen." Wollten die beiden Frauen, dass ermittelt wurde, so müssten schleunigst die zuständigen Behörden informiert werden. Wollten sie stattdessen nicht, dass ermittelt wurde, so müssten schleunigst die beiden Leichen aus dem öffentlichen Raum geschafft werden. Und überhaupt... "Du wirkst relativ gefasst.", stellte der Grieche an den Begleiter Idunas gewandt fest. "Meinst du, du kannst zusammen mit..." - Wonga sollte ja nun zusammen mit Vibilius den Eingang zur Domus sicher halten - "...dem Cellarius Alexander sowie vielleicht noch 3-4 anderen Männern zum Tatort zurückkehren und dort Wache halten, bis wir wissen, wie die beiden Dominae mit dieser Situation weiter verfahren wollen?" Nicht dass noch irgendein armer Schlucker die beiden Toten ihrer letzten Würde beraubte, indem er ihnen die Kleider abnahm oder sich sonst wie an der Tragödie der Iulii zu bereichern versuchte.


    "Und du bleibst am besten erstmal hier, Iduna.", entschied Phocylides, dass es gewiss keine gute Idee wäre, die Germanin heute noch einmal aus dem Haus zu schicken. Letztlich wäre es ohnehin nur von Vorteil, wenn die beiden Iuliae nicht aus zweiter Hand vom Maiordomus, sondern aus erster Hand einen Bericht über das Geschehen erhalten würden. Und da Idunas Begleiter als einziger von beiden in der Lage schien, sich eventuell noch einmal dem Anblick des Tatortes zu stellen, um so weitere Haussklaven zum Tatort führen, wäre es nur logisch, wenn im Umkehrschluss also Iduna den beiden Iuliae, sobald diese greifbar wären, alles erzählen würde, was sie erlebt und gesehen hatte. "Versuch dich am besten ein bisschen zu beruhigen, falls die Dominae Iulia Graecina oder Iulia Stella irgendwelche Fragen haben.", teilte der Maiordomus einen rationalen Ratschlag. Es mochte fast den Anschein erwecken, als wäre Phocylides nicht im geringsten getroffen von den katastrophalen Neuigkeiten, die dieses Haus soeben erreicht hatten. Tatsächlich jedoch hatte der Grieche schlicht keine Zeit für irgendeine Trauer, war er doch gerade viel zu sehr damit beschäftigt diese Krise nur irgendwie zu managen, den Überblick zu behalten und nichts zu vergessen...




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  • Die junge Iulia hatte den Nachmittag genutzt, um ein wenig zu entspannen und dabei ein spannendes Buch zu lesen. Es war nichts Hochgeistiges gewesen, eher etwas Triviales. Herz-Schmerz hatte es ihre Sklavin grinsend genannt. Aber Graecina war es einfach im Augenblick danach, sich mit solcher Literatur zu beschäftigen. Wenn sie doch nur endlich eine Nachricht von ‚ihrem‘ Decimus hätte!


    Der plötzliche Tumult im Erdgeschoss war bis zu Graecinas Cubiculum hinaufgedrungen. Normalerweise herrschte um diese Zeit doch gemächliche Ruhe in der Domus. Da sie sich so nicht auf ihr Buch konzentrieren konnte, erhob sie sich von ihrem Bett, um nach dem Rechten zu sehen. „Komm mit, Sula!“, rief sie der Hebräerin zu als sie an ihr vorbeischritt.


    Von weitem hörte sie die Stimme des Maiordomus und die einer Sklavin. Iduna? Konnte dies vielleicht Iduna sein? Hatte es etwa schon wieder mit dieser Sklavin Probleme gegeben? Ihr war so, als hätte sie aus Phocylides‘ Mund ihren und den Namen der Sklavin gehört.


    Als sie das Atrium erreichte, erblickte sie den Maiordomus, einen Haussklaven, dessen Name ihr gerade nicht einfallen wollte und Iduna, die scheinbar völlig aufgelöst war und ein verheultes Gesicht hatte. „Was ist denn hier los? Warum schreit ihr hier so herum? Weshalb sollte ich zu was irgendwelche Fragen haben?“ Die Iulia ließ verständnislos ihren Blick zu jedem der Sklaven wandern. „Und warum siehst du so verheult aus, Iduna? Sprich, was ist passiert?!“

  • Offenbar war Iduna in eine Art katatonische Starre gefallen. Denn ihr Blick schien in weiter Ferne zu ruhen. Während sie vollkommen regungslos an Ort und Stelle verharrte. Beinahe so als wäre sie eine Statue. Im Gegensatz zur kleinrn Germanin, wirkte der Haussklave regelrecht fidel. Auch wenn ihn die Tragödie mindestens genauso schmerzte, so zeigte er seinen Schmerz nicht und versuchte weiterhin eine helfende Stütze im Gebilde der Gens Iulia zu sein.
    “Oh nein. Die.. die Kräuter.. sie liegen noch am.. am .. bei meinem Dominus.“
    Stammelte die kleine Rothaarige auf einmal unzusammenhängende Worte und verstummte dann auch schon. Denn erneut sammelten sich Tränen in ihren Augen und tropften lsutlos zu Boden. Denn diesmal weinte die Cheruskerin lautlos und biss sich dabei auf ihre bebende Unterlippe.


    Bei den Worten des Maiordomus hob sich Idunas Kopf langsam an und ihr verheulter Blick fokussierte den Griechen.
    “Die Leichname müssen in Sicherheit gebracht werden.“
    Hauchte Iduna mit leiser Stimme und blinzelte die Tränen hinfort, die an ihren Wimpern glitzerten. Jedoch war es der Haussklave der sich durch Phocylides Worten angesprochen fühlte. Und obwohl man auch in seinem Gesicht die Trauer deutlich erkannte, so straffte er doch seine Schultern und versuchte einen gefassten Eindruck zu machen.
    “Ich werde bei den Leichnamen der Iulii Wache halten.“
    Versicherte der Haussklave. Strich Iduna noch einmal beruhigend über den Rücken. Und drehte sich auch schon herum. Die Worte des Maiordomus waren eindeutig und der Haussklave würde ihn nicht enttäuschen.


    Und während sich der Haussklave, in Begleitung weiterer starker, männlicher Sklaven zum Ort des Schreckens aufmachte. Blieb Iduna mit bebendem Körper zurück.
    “Was wird jetzt geschehen? Die Leichname müssen in die Domus gebracht werden.“
    Wisperte es tonlos über Idunas Lippen. Während ihr glänzender Blick auf dem Griechen ruhte.
    “Die Dominae werden am Boden zerstört sein. Welch schrecklicher Mensch tut nur so etwas unfassbar böses?“
    Murmelte Iduna leise vor sich hin und versuchte sich durch ihr Geplapper etwas zu beruhigen.
    “Der Anblick ihrer leblosen Körper. Es war schrecklich Maiordomus.“
    Dabei schluckte Iduna vernehmlich und blinzelte abermals die Tränen fort, die ihre Augen schwimmen ließen.


    In diesem Augenblick betrat Iulia Graecina, in Begleitung ihrer Leibsklavin das Atrium und Iduna zuckte zusammen.
    “Es tut mir Leid Domina Iulia Graecina. Aber.. Dominus Gaius Iulius Caesoninus und Domina Iulia Phoebe haben die Reise in die Anderswelt angetreten.“
    Murmelte die Germanin mit tonloser Stimme und gesenktem Köpfchen.

  • [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides


    Der Grieche verzog keine Miene. "Ich denke, Locusta wird angesichts der Umstände Verständnis dafür haben, wenn ihr Kräuternachschub heute mal nicht ganz pünktlich ihre Küche erreicht.", beschwichtigte er. Denn dieses Problem war in seiner Bedeutung doch verschwindend gering, wenn man gerade mit dem Mord an zwei Familienmitgliedern konfrontiert wurde. Und im Zweifelsfall - sollten die am Tatort zurückgelassenen Kräuter mittlerweile den Weg in eine andere Küche gefunden haben - müsste man eben bei der etwaigen Meldung dieses Doppelmordes an die zuständigen Cohortes den Diebstahl gleich mit melden. Gleiches galt schließlich auch für einen etwaig fehlenden Geldbeutel (da der Dominus Iulius Caesoninus gewiss nicht ohne jedes Bargeld aus dem Haus gegangen war) sowie jedwede sonstigen Wertgegenstände von den Schuhen über die Kleidung bis zum Schmuck.


    "Sehr gut.", quittierte der Maiordomus kurz darauf die Bestätigung von Idunas Einkaufsbegleiter und war froh, dass dieser sich nun zusammen mit einigen anderen männlichen Haussklaven um den Schutz der Leichname kümmern würde. Die anschließenden Fragen der Germanin schaffte Phocylides dann nicht mehr zu beantworten, da zuvor die Domina Iulia Graecina das Atrium betrat.


    "Domina Iulia.", ergriff der Grieche das Wort, nachdem Iduna ausgeredet hatte, und senkte als Zeichen des Grußes kurz seinen Kopf. "Iduna", deutete er sodann auf die Germanin, "und ein weiterer Bediensteter waren unterwegs, um frische Kräuter für unsere Küche zu besorgen. Auf dem Rückweg haben sie die beiden Herrschaften Dominus Iulius Caesoninus und Domina Iulia Phoebe tot aufgefunden. Anschließend kamen sie direkt und auf schnellstem Wege hierher, um alle hier zu informieren.", erklärte er und machte eine kurze Zäsur. "Den anderen Sklaven habe ich zusammen mit einer Handvoll weiterer Sklaven zurückgeschickt, damit sich niemand irgendwie an den Toten und ihrem Hab und Gut vergeht. Die zuständigen Cohortes waren allem Anschein nach bisher noch nicht vor Ort, werden aber sofort informiert, wenn du es wünschst, Domina Iulia. An den Eingang der Domus habe ich vorübergehend Wonga zur Unterstützung von Vibilius geschickt, um für die Sicherheit des Hauses zu sorgen.", zählte er auf und ließ neuerlich eine kurze Pause, um Luft zu holen. "Es wurde ferner jemand geschickt, der die Domina Iulia Stella und dich über diese Katastrophe informieren sollte. Wer darüber hinaus noch informiert werden soll - von den Domini Senator Iulius Centho oder Senator Iulius Dives über den Dominus Iulius Antipater bis hin zur Verlobten des Dominus Iulius Caesoninus -, das ist natürlich die Entscheidung von Domina Iulia Stella und dir.", beendete Phocylides letztlich seine Ausführungen und hoffte, dass er mit seinen organisatorischen Gedanken die Iulia in dieser emotionalen Situation nicht unangenehm überforderte.




    MAIORDOMUS - DOMUS IULIA

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  • Sulamith erhob sich sofort und folgte der Iulia mit einigen Schritten Abstand hinunter ins Erdgeschoss.
    Wenige Herzschläge später nach ihrer Herrin erreichte auch sie das Atrium. Als sie das Gesagte realisierte, war es, als würde jemand ihr Herz zuschnüren. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck. Gleich zwei Iulier sollten tot sein? Heimtückisch ermordet? Während sie noch immer versuchte, das Unvorstellbare zu verstehen, trat sie fast automatisch näher an Graecina, um ihr beizustehen. Denn gewiss bedurfte sie nach solch einer schrecklichen Nachricht ihren Beistand.

  • Die Sklavin gehorchte sofort und sie teilte ihr Wissen mit der Iulia, der es mit jedem weiteren Wort schwerer fiel, sich auf das was sie da hörte, einzulassen. Fassungslos starrte sie Iduna an. Sie brauchte einen Moment bis sie die Sprache wieder fand. „Tot?“, fragte sie gequält. „Mein Cousin und meine Cousine? Sie sind beide tot?“ Ungläubig begann sie den Kopf zu schütteln und schlug sich ihre Hände vors Gesicht, denn diese Neuigkeiten waren so grausam und unfassbar.
    Im gleichen Moment fiel dann auch der Maiordomus ein und erklärte ihr sachlich und ohne Umschweife, was genau geschehen war. Doch Graecina nahm nur noch einen Teil dieser Worte wahr. Zu entsetzlich war das alles. Carsoninus und Phoebe waren heimtückisch gemeuchelt worden. Sie begann zu schluchzen und nahm die Anwesenheit Sulamiths wahr, als sie einen Schritt zurück machte. Doch ihre Gravitas und Pietas mahnten sie dazu, sich nun nicht gehen zu lassen und sich der unermesslichen Trauer hinzugeben oder gar darin zu versinken. Es mussten Anweisungen gegeben und Aufgaben delegiert werden, die keinen Aufschub duldeten. Was zu tun war, hatte der Maiordomus bereits schon angedeutet. Nun lag es nur noch an ihr und Stella, alles in die Wege zu leiten.


    Als sie sich nach einer Weile wieder gefangen hatte und ihre Tränen weggewischt hatte, wandte sie sich dem Maiordomus zu. Sie bemühte sich, nicht von ihrer Trauer übermannen zu lassen, sondern versuchte gefasst und rational an die Sache heranzugehen.
    „Danke für dein weitsichtiges Handeln, Phocylides. Bitte schicke einen Sklaven, der die Stadtkohorten von dieser entsetzlichen Freveltat unterrichtet. Dominus Caesoninus und Domina Phoebe waren ehrbare Bürger dieser Stadt! Der oder die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden! Gewiss wird das auch in Domina Stellas Sinne sein.“, fügte sie noch hinzu.
    Selbstredend mussten auch alle anderen Familienmitglieder, die derzeit nicht in Rom weilten, benachrichtigt werden. Dives, Centho und Antipater mussten sofort davon unterrichtet werden. Letzterer würde noch die anstehenden Hochzeitsverhandlungen von Stella und ihr zu Ende führen müssen. „Ja, es müssen alle Familienmitglieder benachrichtigt werden und natürlich auch Flora!“ Es war nur zu hoffen, dass die Ärmsten die Nachricht vom Verlust ihres Verlobten einigermaßen gefasst aufnehmen würde. Diese schwere Aufgabe wollte sie Iduna aufbürden. Daher wandte sie sich noch einmal an die rothaarige Sklavin, denn sie war schließlich Caesoninus' Leibsklavin gewesen. „Iduna, ich möchte dass du dich zur Casa Octavia begibst und Domina Flora benachrichtigst. Sage ihr das, was du mir gesagt hast!“ Wieder begann sie zu schluchzen. Doch es gab noch vieles mehr, was erledigt werden musste. Also riss sie sich noch einmal zusammen. „Die beiden Leichname müssen nach Hause geholt und vorbereitet werden, für ihre letzte Reise. Klageweiber müssen bestellt werden und ein Zypressenzweig über die Porta gehängt werden.“ Das ganze Haus musste vorbereitet werden!

  • Der Rothaarigen schmerzte es in der Seele, diese schrecklichen Worte noch einmal wiederholen zu müssen. Und dennoch wünschte es die junge Domins. Iulis Graecinas Trauer war beinahe mit Händen zu greifen. So intensiv und allumfassend wirkte dieses Gefühl. Welches beinahe das gesamte Atrium zu vergiften schien.
    “Es tut mir so schrecklich Leid Domina.“
    Wisperte die kleine Germanin und senkte ihre tränenfeuchten Augen. Nie wieder würde sie diesen Anblick vergessen. Die leblosen Blicke und das viele Blut um ihre beiden Körper.
    Um sich nicht allzu sehr in ihrer Gedankenwelt zu verlieren, blickte Iduna in Richtung des Maiordomus. Auch wenn nun Domina Graecina diejenige war welche Anweisungen und Befehle an ihr Gehör dringen lassen konnte. So wollte die Germanin die Römerin in ihrer Trauer nicht stören. Zum Glück war Domina Graecinas Leibsklavin Sulamith eine wertvolle Stütze. Im wahrsten Sinne des Wortes.


    Die Anweisungen für den Maiordomus nahm Iduna lediglich am Rand wahr. Während sie ihr Köpfchen gesenkt hielt und auf ihrer Unterlippe herum kaute. Und dann sprach Domina Graecina sie direkt an und Iduna lauschte schweigend ihrer Stimme. Sie, als Dominus Caesoninus ehemalige Cubicularia sollte Domina Octavia Flora diese schreckliche Kunde übermitteln?
    “Ich werde mich sofort auf den Weg zur Casa Octavia aufmachen Domina Graecina.“
    Antwortete die Rothaarige. Verneigte sich und würde rückwärts gehend das Atrium verlassen. Außer Phocylides hätte noch weitere Anweisungen für sie.

  • Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer in der Domus herum und erreichte natürlich auch mich. Sogleich stürmte ich aus meinem Zimmer, um zu sehen was, falls überhaupt etwas, ich tun konnte.


    Bei allen Göttern! Das ist schrecklich!


    Dann sah ich Graecina und Phocylides.


    Graecina, den Göttern sei Dank, du bist noch da. Phocylides, was wurde bereits unternommen? Wurden die Leichen gefunden und geborgen? Wurden die Corhortes informiert über das Verbrechen?

  • Mit schnellen Schritten eilten Iduna und der ältere Haussklave zurück zur Domus Iulia. Jetzt mussten sie auch noch erklären das sie die Casa Octavia verwaist vorgefunden hatte. Aber vielleicht gab es hierfür eine einfache Erklärung. Bestimmt gab es die. Auch wenn sich Idunas Magen unwillkürlich verkrampfte. Nein! Das konnte nicht sein. Aber wer wusste schon ob die Person, die ihren Dominus und Iulia Phoebe gemeuchelt hatte, nicht auch das nähere Umfeld des Iuliers ausgelöscht hatte. Oder im Begriff war dies zu tun. Dann wären sämtliche Iulier in Gefahr. Auch die Sklaven. Dieser Gedanke ließ ihre Schritte unwillkürlich beschleunigen. Und so erreichten die beiden Sklaven schließlich die Domus Iulia. Ob sich Iulia Graecina und Phocylides noch immer im Atrium befanden?


    Durch den Sklaveneingang betraten Iduna und der Haussklave die schützenden Mauern der Domus. Gefolgt war ihnen zum Glück niemand. Dies hatte Iduna immer wieder mit raschen Blicken über ihre Schulter überprüft. Tatsächlich befand sich Domina Iulia Graecina noch immer im Atrium und Iduna näherte sich mit gesenkten Köpfchen. Während der ältere Haussklave im Hintergrund blieb und der Germanin die Berichterstattung überließ.


    “Domina Graecina? Wir haben die Casa Octavia aufgesucht. Und haben niemand angetroffen. Domina Octavia Flora und alle Sklaven scheinen die Hauptstadt verlassen zu haben. Wir haben geklopft. Mehrmals. Aber es hat niemand geöffnet. Es tut mir Leid das ich Domina Octavia Flora nicht benachrichtigen konnte.“
    Tatsächlich wirkte die iulische Sklavin äußerst unglücklich und verkrallte ihre Finger in ihrer Tunika.

  • Glücklicherweise erschien dann auch Stella im Atrium. Sie schien nicht minder von der Schreckensnachricht geschockt zu sein, als es Graecina gewesen war.


    „Ich habe Procylides beauftragt, einen Sklaven zu schicken, um die Cohortes zu benachrichtigen. Die Mörder unserer Verwandten müssten unbedingt dingfest gemacht werden! Niemand vergreift sich ungestraft an Mitgliedern unserer Gens!“ Graecina war über sich selbst erstaunt, wie sehr sie sich in die Sache hineinsteigern konnte.
    „Außerdem sollen alle Familienmitglieder benachrichtig werden, die derzeit nicht in Rom weilen. Wir müssen Antipater darum bitten, deine und eventuell auch meine Hochzeitsverhandlungen voranzutreiben. Außerdem habe ich Iduna soeben losgeschickt, um Octavia Flora zu unterrichten. Und natürlich müssen wir auch schon an das Begräbnis denken und alles was damit einhergeht.“ Dadurch das der Tod ihres eigenen Vater erst wenige Jahre zurücklag, wusste sie, was in solchen Fällen zu tun war.


    ***


    Einige Zeit später, Graecina wollte sich eigentlich schon wieder zurückziehen, erschien Iduna wieder. Leider hatte sie bei den Octaviern nichts erreicht. So musste wohl oder übel auch hier zunächst eine schriftliche Nachricht geschickt werden. obgleich es die Iulia lieber gesehen hätte, wenn man Caesoninus‘ Verlobten die Todesnachricht persönlich überbracht hätte.
    „Nun gut, Iduna. Du darfst dann gehen. Es sei denn, Procylides hat noch eine Aufgabe für dich.“
    Dann zog sich Graecina, gefolgt von ihrer Leibsklavin, zurück.

  • Zitat

    Original von Iulia Graecina
    Glücklicherweise erschien dann auch Stella im Atrium. Sie schien nicht minder von der Schreckensnachricht geschockt zu sein, als es Graecina gewesen war.


    „Ich habe Procylides beauftragt, einen Sklaven zu schicken, um die Cohortes zu benachrichtigen. Die Mörder unserer Verwandten müssten unbedingt dingfest gemacht werden! Niemand vergreift sich ungestraft an Mitgliedern unserer Gens!“ Graecina war über sich selbst erstaunt, wie sehr sie sich in die Sache hineinsteigern konnte.
    „Außerdem sollen alle Familienmitglieder benachrichtig werden, die derzeit nicht in Rom weilen. Wir müssen Antipater darum bitten, deine und eventuell auch meine Hochzeitsverhandlungen voranzutreiben. Außerdem habe ich Iduna soeben losgeschickt, um Octavia Flora zu unterrichten. Und natürlich müssen wir auch schon an das Begräbnis denken und alles was damit einhergeht.“ Dadurch das der Tod ihres eigenen Vater erst wenige Jahre zurücklag, wusste sie, was in solchen Fällen zu tun war.


    Das ist sehr gut! Ja, ein Mord an einem Iulier darf nicht einfach so im Alltag untergehen! Und hier betrifft es ja gleich 2 Iulier! Dies kann nicht ohne Auswirkungen bleiben!
    Ich spürte, wie ich mich ereiferte und atmete zweimal tief durch, um wieder besonnen zu werden.
    Die Information an die Familie ist sehr wichtig. Wir Frauen können uns ja im Moment wohl kaum alleine hier in Rom sicher fühlen. Gibt es denn noch andere Männer, die uns etwas Schutz bieten könnten? Könnte man vielleicht beim Kaiser darum bitten, auf Grund des Mordes Lucius Annaeus Florus Minor schneller aus Germania abzuberufen, um uns etwas Schutz zu bieten?
    Diese Frage war eher an den Maiordomus gerichtet. Er kannte die Abläufe, wusste vermutlich, ob so ein Antrag überhaupt sinnvoll war oder nicht.

  • [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides


    Der Grieche nahm zur Kenntnis, dass die Domina Iulia Graecina nach einem kurzen Augenblick verständlicher Emotion sehr rasch nicht nur ihre Gravitas wahrte, sondern überdies auch das Zepter des Handelns zu übernehmen schien. So gab sie Anweisungen und verteilte Aufgaben und der Maiordomus nutzte die sich bietende Gelegenheit, an dieser Stelle selbst erstmals einen kleinen Moment innezuhalten und sacken zu lassen, was heute hier passiert war. Als dann auch die Domina Iulia Stella das Atrium erreichte, atmete er einmal erleichtert durch, bevor er auch ihr in Respons auf ihre an ihn gerichtete Frage aufzählte, was er bisher getan hatte. (Seine Worte unterschieden sich dabei nicht wesentlich von denen, die Phocylides zuvor bereits an Graecina gerichtet hatte.)


    "Ich habe im Augenblick keine weitere Aufgabe für dich.", erklärte der Grieche an Iduna gewandt, nachdem die Domina Iulia Graecina seinen Namen fallen ließ. "Es kann jedoch sein, dass die Soldaten, die in diesem Fall die Ermittlungen aufnehmen werden, auch deine Aussage benötigen werden. Du solltest dich also bestmöglich versuchen darauf einzustellen, das Erlebte dann noch einmal Revue passieren zu lassen.", ergänzte Phocylides und verzichtete darauf, zu betonen, dass dies der letzte große Dienst an ihrem verstorbenen Herrn sein würde - der entsprechend wichtig war.


    "Vielleicht sollte man den Dominus Iulius Antipater bitten, bis zu euren Eheschließungen diese Domus seinem Landsitz vorzuziehen.", schlug der Maiordomus den beiden Dominae im Anschluss an Stellas Worte vor. "Und für eine baldige Abberufung deines Verlobten bittet man vielleicht den Patron deines Verlobten", wer auch immer dies war, "oder auch einen der beiden Senatoren der Familie darum, dem Augustus zu schreiben.", zeigte der Grieche mögliche Wege auf, das Intendierte zu erreichen. Denn zwar mochte selbstredend auch das Wort einer Frau, die gerade einen Cousin und eine Cousine verloren hatte, das Herz des Imperators erweichen können. Doch ein Brief mit ritterlichem oder senatorischem Gewicht wäre - zumindest aus Sicht des männlichen Maiordomus - vermutlich dennoch Erfolg versprechender.




    MAIORDOMUS - DOMUS IULIA

    ir-senator.png Iulia2.png

    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Zitat

    Original von Marcus Iulius Dives
    [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides


    "Ich habe im Augenblick keine weitere Aufgabe für dich.", erklärte der Grieche an Iduna gewandt, nachdem die Domina Iulia Graecina seinen Namen fallen ließ. "Es kann jedoch sein, dass die Soldaten, die in diesem Fall die Ermittlungen aufnehmen werden, auch deine Aussage benötigen werden. Du solltest dich also bestmöglich versuchen darauf einzustellen, das Erlebte dann noch einmal Revue passieren zu lassen.", ergänzte Phocylides und verzichtete darauf, zu betonen, dass dies der letzte große Dienst an ihrem verstorbenen Herrn sein würde - der entsprechend wichtig war.


    Mit gesenkten Kopf verharrte die Rothaarige regungslos an Ort und Stelle. Während sie Domina Graecinas Stimme lauschte. Sie könnte gehen, wenn der Maiordomus keine weiteren Anweisungen für sie hätte. So blickte Iduna mit verweinten Augen zu dem Griechen empor und vernahm auch schon seine Stimme.
    “Ich werde den Soldaten das gleiche erzählen was ich bereits gesagt habe.“
    War Idunas leises Stimmlein zu vernehmen. Bevor sie hart schluckte und weiterhin den Boden zu ihren Füßen fixierte. Dann verließ Domina Graecina, in Begleitung ihrer Leibsklavin das Atrium. Und Iduna tat es ihr augenblicklich nach. Mit gesenkten Kopf ging Iduna in Richtung der Sklavenunterkünfte. Ob Angus bereits informiert wurde? Dann verschwand der rothaarige Schopf auch schon in den Sklavenunterkünften.

  • Zitat

    Original von Marcus Iulius Dives
    [Blockierte Grafik: http://fs1.directupload.net/images/user/180226/pamr4zji.jpg| Phocylides
    ...
    "Vielleicht sollte man den Dominus Iulius Antipater bitten, bis zu euren Eheschließungen diese Domus seinem Landsitz vorzuziehen.", schlug der Maiordomus den beiden Dominae im Anschluss an Stellas Worte vor. "Und für eine baldige Abberufung deines Verlobten bittet man vielleicht den Patron deines Verlobten", wer auch immer dies war, "oder auch einen der beiden Senatoren der Familie darum, dem Augustus zu schreiben.", zeigte der Grieche mögliche Wege auf, das Intendierte zu erreichen. Denn zwar mochte selbstredend auch das Wort einer Frau, die gerade einen Cousin und eine Cousine verloren hatte, das Herz des Imperators erweichen können. Doch ein Brief mit ritterlichem oder senatorischem Gewicht wäre - zumindest aus Sicht des männlichen Maiordomus - vermutlich dennoch Erfolg versprechender.


    Vielleicht war es einfach besser, sich zu beschäftigen. Dann schwangen die Gedanken nicht ständig um das Unfassbare, das an diesem Tag geschehen war. Graecina war sich bewusst, dass es noch sehr viel zu tun gab. Vor allem mussten sie und das ganze Haus geschützt werden. Stellas Verlobter war weit weg in Germania. Sollte er tatsächlich abberufen werden, würde es Tage oder sogar Wochen dauern, bis er wieder hier in Rom war. Onkel Antipater könnte binnen weniger Stunden hier sein. Bis dahin waren sie schutzlos. Es sei denn… Für einen Moment dachte sie darüber nach, Decimus Serapio eine Nachricht zukommen zu lassen. Jedoch hatte er sich seit der Werkschau nicht mehr gemeldet, geschweige denn hatte er um ihre Hand angehalten.
    „Ich werde sofort einen Brief an Onkel Antipater schreiben und ihn bitten, so schnell wie möglich nach Rom zu kommen. Ein Bote soll sich noch heute auf den Weg Villa Iulia Latinae machen!“ Vielleicht konnte Stella dann den Patron ihres Verlobten benachrichtigen oder sich gleich an den Kaiser wenden. Schließlich war dies eine Notsituation.
    „Ich werde mich dann zurückziehen und mich sofort an die Arbeit machen!“, sagte Graecina und verließ daraufhin das Atrium.


  • Ich liess mir diese Vorschläge durch den Kopf gehen. Phocylides war ein kluger Mann und seine Arbeit wurde in der ganzen Familie hoch geschätzt.
    Das ist in der Tat wahr. Es wäre ein grosser Vorteil, wenn die entsprechenden Brief geschrieben und sowohl Antipater als auch Iulius Dives nicht bloss informiert würden, sondern auch aktiv gebeten würden, sich zu uns zu begeben, um das Haus zu schützen.


    Dann fiel mir ein, dass auch der Patron von Annaeus Florus helfen könnte, wenn er doch bloss erreichbar wäre. Soweit ich weiss, ist der Patron des Annaeus Florus Minor leider nicht erreichbar und kann uns daher in dieser Angelegenheit nicht helfen. Ich würde Iulius Dives als am geeignetsten halten, um sich beim Kaiser für unsere Anliegen einzusetzen.


    Sim-Off:

    Da ich aktuell sehr wenig hier online bin, bitte ich darum, diesen Post als Einverständnis zu sehen, dem Kaiser die Rückkehr des Annaeus Florus Minor nach Rom vorzuschlagen. Danke.

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