Auf den Spuren toter Geister

  • Ganz genauso wie in dem Brief an den furischen Sklaven Tiberios angekündigt, machte sich Hephitios zur rechten Zeit von der Casa Octavia auf, um genau zur hora octa de meridie am verabredeten Treffpunkt am Brunnen zu sein. Genau dort hatte er Tiberios vor kurzem das erste Mal getroffen und hier hatten sie sich auch dieses heutige "Abenteuer" überlegt. Hephitios hatte sich seine Arbeiten extra so gelegt, dass er am Nachmittag frei hätte, damit Tiberios auch nicht unnötig lange auf ihn warten* müsste. Irgendwie konnte er es noch immer nicht so recht fassen was sie da vor hatten. Sie wollten tatsächlich nach den Knochen eines toten bösen Mannes** suchen, der zu Lebzeiten schreckliches getan hatte und nach seinem Tod nie beerdigt worden war. Wollte man den Worten von Hephitios' neuen Bekannten Glauben schenken, so bedeutete dies, dass aus Rabastos ein nekydaimones, eine Art dunkler Geist, geworden war, ohne jede Chance jemals auf Charons Barke den Styx zu überqueren und in den Gewölben der Unterwelt endlich Frieden zu finden. Ganz davon abzusehen, dass die Wässer der Lethe so unerreichbar für den alten Landwirtschaftssklaven blieben und er so nicht vergessen und wiedergeboren werden konnte.


    Da Hephitios keine Ahnung hatte was alles auf sie zukommen würde, hatte er sicherheitshalber ein paar Kleinigkeiten mitgenommen, wie ein Messer aus der Culina, ein Stück Seil und ein Schutzamulett, eines für Tiberios und eines für ihn selbst. Einen Moment hatte er auch überlegt, ob er einen Wasserschlauch mitnehmen sollte, sich jedoch dann dagegen entschieden. Sie würden sich immerhin an einem Brunnen treffen, falls er durstig werden sollte würde er eben von dem eine Kleinigkeit trinken, ehe es rein in die Subura gehen würde. Nach einem kurzen Fußmarsch kam Hephitos am Treffpunkt an und sah sich um. Noch war nichts von Tiberios zu sehen. So setzte er sich an den Beckenrand und begann zu warten.


    Sim-Off:

    * = :D


    Sim-Off:

    ** = Die Vorgeschichte zu diesem Abenteuer ist "Das Spiel des Rabastos". Das eigentliche Spiel ist das gerade verlinkte, aber ganz der Anfang von all dem ist hier.

  • Auch Tiberios hatte sich frei genommen, aber nicht gesagt, wohin er ging; wenn es später wurde, nahm man an, er sei nach Portus Ostiensis gefahren, um im Handelshaus Furii nach dem Rechten zu sehen.


    Er war bester Dinge und fühlte sich so unbeschwert wie in seinen Jugendtagen in Alexandria. Er hatte vor, mit seinem neuen Kameraden Hephitios herumzustreunen, einen langen sonnigen Nachmittag sozusagen zu faulenzen und ganz gegen seine Gewohnheiten als würdiger Bibliothekar ein kleines Abenteuer zu erleben oder auch ein großes, wenn sie wirklich die skelettierte Leiche des Rabastos finden würden.


    Da Tiberios nicht wusste, ob an das leibliche Wohl gedacht werden würde, hatte er es getan und dem Küchenmädchen Rhea zwei Fladenbrote, einr Handvoll eingelegte Oliven, Frühlingszwiebeln und zwei hartgekochte Eier abgeschmeichelt.


    Desweiteren hatte er eine Schnur und fünf Sesterze dabei. Eine Laterna mitzunehmen hatte der furische Sklave erst erwogen, dann die Idee aber verworfen; er wollte schließlich nicht bis in die Nacht weg bleiben. Außerdem befanden sich in seinem Beutel ein triptychon, eine dreifache Tabula, und ein Griffel, denn wenn es möglich war, hatte Tiberios vor, Teile des Skelettes zu skizzieren. Er dachte daran, dominus Scato, der so interessiert an medizinischen Themen war, die Zeichnungen zukommen zu lassen.


    An dem Brunnen, an dem er und Hephitios vor drei Tagen* mit vereinten Kräften Hephitios dunkelgrüne Tunika von Hundeurin gereinigt hatten, wartete der junge Custos schon.
    Tiberios sah ihn und winkte:
    Chaire, Hephitios, schön dich zu sehen.“


    Der furische Sklave setzte sich mit etwas Anlauf auf dem Brunnenrand und schöpfte etwas Wasser, das er sich über den Kopf laufen ließ:
    „Wie geht es dir? Deine domina Octavia Flora, ist sie wohlauf?“


    Sim-Off:

    * hüstel

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