Cubiculum | Claudia Sassia

  • Sassia hatte nach Ewen rufen lassen. Nun da er schon ein paar Tage hier im Haus war, war es an der Zeit, dass sie sich mit ihm unterhalten musste. Schließlich sollte dieser Mann fortan für ihre Sicherheit verantwortlich sein. Also war es wohl unabdingbar, dass sie einige Dinge klar stellte. Das sie ihre Vorstellungen klar machten und vor allem, dass man Vertrauen zueinander aufbaute. Schließlich würde Ewen fast mehr Zeit mit ihr verbringen, als ihr eigener Mann. So saß sie nun also in ihrem Zimmer und wartet auf ihren Sklaven.

  • „Ach kicke mal an, Madamchen geruht sich an mich zu erinnern“, brummelte Ewen vor sich hin und ging gemächlich los. Es hatte keiner gesagt er solle sich beeilen, außerdem hatte sie ihn auch hängen lassen. Einfach nicht beachtet oder sogar vergessen. Schließlich war er auch ein Mensch, sogar ein Mann. Ewen stand vor ihrer Türe und überlegte. Anklopfen oder einfach rein gehen. Gut ich klopfe beantwortete er sein Frage. Falsch ist es bestimmt nicht. Er hob seine Hand und ballte wie gewöhnlich seine Faust zum anklopfen. Ne nicht zu dolle, du verschreckst sie noch. Für seine Verhältnisse pochte er recht sanft und wartete auf eine Reaktion.

  • Er ließ sich Zeit und je länger die Wartezeit dauerte um so launischer wurde Sassia, als es dann endlich klopft, rief sie den Sklaven herein. „Schön das du es einrichten konntest.“ Kam es genervt von ihr. „Ewen.“ Sie deutete auf eine freien Stuhl. „Es ist unumgänglich, dass wir ein paar Verhaltensregeln für dich festlegen.“ Nun wartet sie bis der Sklave Platz genommen und sie seien volle Aufmerksamkeit hatte.

  • Oh oh schlechte Laune oder wat? Nicht bang oder mit niedergeschlagenem Blick, denn wie hätte sonst ihr Gesicht oder ihre Stimmung sehen und deuten können, spazierte ich rein. Siehste war doch doch nicht so wild, redete ich mir selber ein. „Aber sicher doch Ma...ehm Domina, wann immer du mich rufst bin ich da.“ Mit einem strahlenden Frauen einnehmenden Lächeln setzte ich mich, wie verlangt auf den Stuhl. Alles was du willst Domina, wollte ich sagen, zog es dann aber vor die Klappe zu halten, da ich ihre Miene nicht so richtig deuten konnte und nickte nur.
    War ich jetzt wichtig für sie oder eher ein lästiges Insekt mit dem sie sich gezwungener Maßen abgeben musste?

  • Sassia betrachte den Mann, der nun für ihre Sicherheit da sein sollte. Sie hatte sich mit diesem Gespräch hier extra ein paar Tage Zeit gelassen. Sie hatte nicht so recht gewusst, wie sie es anfangen sollte. Auch jetzt war sie immer noch unsicher. „Nun Ewen, dass ist auch genau das was ich von dir erwarte. Du weißt, dass du in Zukunft für meine Sicherheit verantwortlich bist? Soweit ich weiß warst du Gladiator? Also verstehst du es zu kämpfen?“ Sie wollte zunächst erst einmal mehr über diesen Mann erfahren, bevor sie seinen Aufgabenkreis genauer definieren würde.

  • Fest schaute ich meine neue Herrin an. Was heißt neue Herrin. Zum ersten mal diente ich einer Frau, bisher war ich einer von vielen gewesen und diente einem Mann aber auch im gewissen Sinne gleichzeitig mir selber. Nur wenn ich gut war, konnte ich weiter leben. Hier musste ich auch gut sein, hatte auf viele Dinge zu achten und stand dafür mit meinem Leben ein und dies musste ich ihr jetzt glaubhaft versichern oder ich würde womöglich im Steinbruch landen.
    „Domina, du kannst gewiss sein“,begann ich, „ich werde alles was nötig ist tun, um dich zu beschützen. Wenn nötig lasse ich mein Leben für dich. Ja ich war ein recht erfolgreicher Gladiator und verstehe dementsprechend viel vom kämpfen. Auch wenn ich bisher noch nie einen Menschen beschützen musste, so habe ich ein wachsames Auge und bin schnell und wendig.“
    Vielleicht aber sollte ich auch selber einmal nachfragen, um zu erfahren womit ich rechnen musste wenn wir gemeinsam unterwegs waren. Vorsichtig begann ich. „Domina wenn ich fragen darf, da ich dich, deine Familie und Bekanntheit noch nicht kenne, habt ihr Sorge um euer Leben? Droht euch von einer gewissen Seite Gefahr? Nur damit ich vorbereite bin. Man sollte immer möglichst viel im Vorfeld über seinen Feind wissen“.

  • Sassia nickte. „Gut, die Voraussetzungen bringst du also mit.“ Aus seine neuerlich Frage hin nickte sie erneute und deutete gleichzeitig auf den Krug mit dem Wein und den Becher, damit Ewen sich bedienen konnte. „Nun mein Mann ist in der Politik, wie du sicherlich weißt, ist dies nicht immer einfach und man macht sich nicht immer Freunde. Aber akut gibt es keine konkrete Gefahr. Es wird also vornehmlich deine Aufgabe sein, mich vor Taschendieben oder Bettlern zu beschützen, oder eher sie von mir fernzuhalten.“ Dann sah sie den Mann lange an. „Ewen, es ist unabdingbar, dass ich mich auf dich verlasen kann und mir deiner Loyalität sicher sein kann.“ Sagte sei und ließ ihre Worte eine Weile wirken. „Du wirst hier im Haus mehr Freiheiten und Privilegieren haben als manch anderer der Sklaven. Ich werde dir, so hat es mein Vater auch gehalten, eine regelmäßige Summe zukommen lassen. Eine Teil davon werde ich für dich sparen. Diese Summe wirst du am Tag deiner Freilassung erhalten. Ja Ewen, wenn du mir treu und loyal dienst wirst du deine Freiheit bekommen.“ Wieder ließ sie ihre Worte wirken. Natürlich würde noch viel Wasser den Rhemus herunterfließen, bis dieser Tag da war, aber er würde kommen. "Ich möchte, das wir uns Morgens treffen um zu besprechen, ob ich dich benötige. Wenn dies nicht der Fall ist, kannst du den Tag frei gestalten.“ Wieder eine kurze Pause und in welcher sich die Claudia nun einen Schluck Wein genehmigte. „Was ich verlange ist, dass du meine Wünsche ausführst ohne sie zu hinterfragen, oder mit mir darüber zu diskutieren.“ Wieder ein prüfender Blick. „Dafür werde ich, wenn wir in einer gefährliche Situation sind uneingeschränkt auf deine Ratschläge hören. Ich möchte, das wir miteinander gut auskommen. Meinst du du kannst meine Bedingen erfüllen?“

  • Das will ich wohl meinen Madamchen, war meine gedankliche Antwort. Wer wenn nicht ich, hatte die Voraussetzung für den Job. Ach so vor dem Gesocks also, murmelte ich vor mir her. Natürlich mache ich wie immer meine Arbeit so gut ich kann, wenn das treu Dienen hieß, dann würde ich treu sein. Loyal? War ich bisher loyal gewesen. Nun wenn es loyal war der Frau seines Lanista ein Kind zu machen, damit dessen Nachwuchs gesichert war, dann konnte sie sich meiner Loyalität sicher sein.
    Wow, Potz, Blitz das war ja mal ein Ding, den Tag frei gestalten, dabei hatte ich schon befürchte ich müsse die ganze Zeit hier in meinem Kabuff hocken. Das ganze auch noch mit Bezahlung, ich musste sagen die Frau hatte Stil.
    Jetzt wurde es allerdings schwieriger, ich sollte also die Klappe halten und wenn ihr danach war sogar Köpfe spalten. Dat war ja man ein Ding. Wenn sie also meinte spring, dann sprang ich? Ich zuckte mit den Schultern, nicht anders viel anders als früher, nur mit dem Unterschied die Gegner waren wesentlich gefährlicher. Letztes bezweifelte ich, mein Madamchen wirkte nicht wirklich so, als ob sie auf meine Ratschläge und nötigenfalls Befehle, bedingungslos hören würde. Aber nun gut wir würden sehen. „Ja Domina das denke ich. Nur zwei Fragen noch wenn du erlaubst. Wo erhalte ich die Tagesbefehle? Ich muss meinen Körper trainieren, kann ich das hier im Garten oder muss ich dafür einen Ludi oder die Thermen aufsuchen?“

  • Eigentlich hatte ich für den heutigen Tag geplant, möglichst früh zur Villa Claudia zu gehen. Mit ein wenig Glück würde ich dort einen Übungspartner für die Gladiatorenspiele finden, aber was war, mein Madamchen ruhte noch. Eigentlich mussten auf dem Boden vor ihrem Cubiculum schon Spuren zu sehen sein, so oft wie ich da schon hin und her gerannt war. Am Abend vorher hatte ich sie nicht mehr gesehen, somit wusste ich auch nicht was für den heutigen Tag geplant war. Doch die schlief und schlief. Ich fragte mich wovon die überhaupt so müde war, dass sie so viel Schlaf brauchte.
    Überhaupt hatte ich das Gefühl sie würde jeden Tag später aufstehen, in ein paar Wochen, würde sich das Aufstehen gar nicht mehr lohnen, dann konnte sie gleich im Bett bleiben. Nija ihre Sklavin war auch nicht zu sehen. Vermutlich lag sie vor ihrem Bett oder sogar drin. Ich hatte die Nase voll sucht mir einen Slaven, dem ich auftrug, meinem Madamchen auszurichten ich wäre in der Villa Claudia. Sollte sie doch maulen, das Ausgerechnet ich bei den Spielen schlecht abschnitt würde sie bestimmt auch nicht wollen. Die beiden anderen Sklaven der Flavier hatten sich schon mit Frauen eingedeckt also blieb für mich nur noch einer und den wollte ich bald einmal testen.

  • Zitat

    Original von Ewen
    .... „Ja Domina das denke ich. Nur zwei Fragen noch wenn du erlaubst. Wo erhalte ich die Tagesbefehle? Ich muss meinen Körper trainieren, kann ich das hier im Garten oder muss ich dafür einen Ludi oder die Thermen aufsuchen?“


    Sassia überlegte eine Moment. „Ich denke wir besprechen uns am Abend, was für den nächsten Tag geplant ist. Und du kannst hier im Garten oder in den Thermen trainieren. Aurelia Prisca hat auch eine Leibwächter. Vielleicht könnt ihr auch zusammen üben? Ich werde sie mal fragen, wenn du Interesse daran hast.“ Sagte die Claudia und schaute nun ihrerseits Ewen an.

  • Caudia Sassia hatte gerade eine längere Unterredung mit Nija ihrer Leibsklavin hinter sich. Sie hatte so einiges Interessantes erfahren. So hatte sie nun nach Ewen schicken lassen und warte hier in ihrem Zimmer auf ihren Leibwächter.

  • Ewen stand vor der Türe und wollte gerade anklopfen, als er fest stellte Die Türe war einen Spaltbreit offen.
    Er klopfte kurz und öffnete die Türe ganz. "Salve Domina, du hast mich rufen lassen."

  • Sassia nickte und deutete auf einen der Stühle. „Ja das habe ich in der Tat.“ Sagte sie und nahm selber auch Platz. „Ist dir dein neues Spielzeug schon langweilig geworden?“ Fragte Sassia, hob aber gleichzeitig die Hand um anzudeuten, dass sie noch keine Antwort wollte. „Wie ich höre ist diese Rothaarige wieder in die Sklavenunterkunft umgezogen und nächtigt dort. Es sieht wohl so aus, als das sie meinen Schutz nicht möchte, dann soll sie ihn auch nicht bekommen.“ Sagte die Claudia. „Ich entbinde dich von der Pflicht auf sie zu achten. Wenn also jemand über sie herfällt oder ähnliches soll dies nicht mehr deine Sorge sein. Sie hat es selbst gewählt.“ Sagte die Claudia und zuckte mit den Schultern. „Ich möchte morgen in die Stadt gehen und möchte, dass du mich begleitest.“ Sagte sie und war damit schon bei der Planung für den nächsten tag angekommen.

  • Ich setzt mich wie befohlen hin, da ich ja wusste, mein Madamchen hasste es zu mir auf zu blicken. Was man ja verstehen konnte. Nachher wäre sie noch mit einem steifen Hals herumgerannt.
    Mein Mund klappte auf aber gleich wieder zu. Ein Kommentar von meiner Seite wurde nicht erwartet. Desinteressiert an Idunas weiteres Schicksal hob ich die Schultern an, nach dem Motto, wer nicht will der hat, jetzt musste sie eben sehen wie sie alleine zurechtkam. Sollte sie doch mit der Heulsuse rum machen. Dankbar und bestätigend lächelte ich mein Madamchen an. Schon hatte ich die schönsten Bilder im Kopf, von dem was ich jetzt alles mit meiner freien Zeit machen konnte.
    Irrtum meinerseits, Stadtgang war angesagt, hoffentlich nicht wieder so eine endlose Shoppingtour, dachte ich, das war echt das nervigste. Mit rein musste man, aber sehen durfte man nix. Das war so was von stressig und vor allem so unbefriedigend für unser eins.
    „Selbstverständlich Domina, ganz wie du wünschst.“ Boah was war ich gut dressiert.

  • Sassia nickte zufrieden. "Keine Sorge Ewen, ich plane keinen Einkauf. Es ist nur mal wieder Zeit, das ich mich in Rom sehen lasse." Sagte sie, denn sie wusste, dass ihr Leibwächter Einkäufe hasste und da obwohl immer was für ihn abfiel. Apropos abfiel. Sassia griff nach einem kleinen Lederbeutel mit etwa 20 Sesterzen. „Für deine Mühen mit der Rothaarigen.“ Sagt sie und reichte ihm den Beutel.

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