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    CENATIUNCULA
    KLEINES SPEISEZIMMER




      [*]CENATIUNCULA :


      Im cenatiuncula, dem kleinen Speisezimmer werden wie im triclinium ebenfalls Mahlzeiten eingenommen. Das cenatiuncula ist jedoch etwas kleiner und mit nur einer Klinengruppe versehen. Für den alltäglichen Gebrauch sicher ausreichend.



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  • Meridius fand sich zur cena heute im cenatiuncula ein. Er hatte nicht vor eine allzu umfangreiche Mahlzeit einzunehmen und die die meisten anderen Familienmitglieder waren in der Stadt unterwegs. Und selbst wenn, eine Klinengruppe bat immer noch neun Personen Platz. Selbst das kleine Speisezimmer war noch viel zu groß. Nachdenklich ließ er sich auf seinem Platz nieder und gab dem Sklaven zu verstehen, dass er heute nicht so viel zu speisen gedachte. Ein leichtes Mahl würde reichen. Der Wein war schon aufgetragen. Meridius ließ sich ein Glas einschenken ...

  • Caia hatte schon seit ein paar Tagen etwas auf dem Herzen, sie wusste nur noch nicht wie sie es sagen sollte.
    Es war eigentlich ganz einfach, sie langweilte sich.
    Dies würde sie so nie zugeben, es gab immer genug zu tun und ihr Stickrahmen lag auf einem Korbstuhl und wartete darauf, dass sie endlich weiter machte.
    Ihre Mutter hatte streng darauf geachtet das sie diese langweiligen Frauensachen beherrschte, sie konnte auch weben doch bedeutete es nicht, dass sie es gern und mit viel Begeisterung tat.
    Nein Caia war ein Mädchen das Abwechslung und eine Aufgabe brauchte. Sie hatte ihre Lehrer immer genervt, durch ihre viele Fragerei und Neugierde, die ihr nicht zustand wie sie oft genug zu hören bekam, aber geändert hatte es nichts.


    Jetzt betrat sie das kleine Speisezimmer ohne einen wirklichen Hintergedanken, doch als sie ihren Onkel dort so allein antraf ging sie auf ihn zu.


    „Salve Onkel Meridius. Ich hoffe ich störe dich nicht. Darf ich mich zu dir gesellen?“

  • Seine kleine Nichte störte nicht. Ganz im Gegenteil. Durch ihre Anwesenheit würde das Essen angenehmer sein. Zudem bot es die Gelegenheit, sich etwas zu unterhalten. Meridius wies ihr daher einen Platz an seiner Seite an und bat sie sich doch niederzulassen.


    "Du störst keines Falls. Es freut mich, Dich zu sehen.
    Wie geht es Dir? Und kommst Du zurecht?"


    fragte er. Er hatte die Angewohnheit bei Gesprächen nie eine längere Pause auftreten zu lassen. Wieder griff er nach einer Traube und ließ diese in seinem Mund verschwinden. Sie waren leicht säuerlich, hatten aber auch eine gewisse süße. Und sie erfrischten auf eine angenehme Art und Weise. Wer immer diese Trauben gekauft hatte, er schien den richtigen Händler auf den Märkten erwischt zu haben.


    "Die Trauben sind gut.
    Nimm nur."


    fügte er daher hinzu und beobachtete Caia, wie sie Platz nahm.

  • Caia freute sich das er ihr Platz an bot und so machte sie es sich in seiner nähe bequem. Sie griff nach den Trauben, zupfte eine ab und ließ sie zwischen ihren weißen Zähnen verschwinden.


    „Mhh, die sind wirklich gut. Ich war vor ein paar Tagen auf dem Markt, leider allein und ärger habe ich auch gleich bekommen. Rom ist ganz schön groß und es gibt so viele verschiede Menschen. Ich finde es aufregend.“ Erneut nahm sie eine der Trauben, dreht sie aber zwischen den Fingern hin und her.


    Sie nahm sich ein Herz und sah ihn an. „ Onkel Meridius, ich finde es wunderschön hier,alle sind lieb und nett zu mir, doch…“ Sie legte eine kleine Pause ein um noch mal zu überlegen wie sie es nun ausdrücken sollte.


    „ …ich möchte etwas tun. Nur spazieren gegen, zu sticken und zu weben, das langweilt mich. Es tut mir leid, ich weiß es gehört sich nicht für ein Mädchen aber ich finde diese Dinge einfach auf Dauer langweilig. Valeria und Pulchra arbeiten ja auch.“ Caias Herz raste vor Aufregung als sie es endlich los war, sie wusste nicht wie ihr Onkel dazu stand, ihre Mutter wäre vor Scham im Boden versunken aber die war ja nicht mehr da.

  • Meridius überraschte es nicht wirklich. Die Decimafrauen hatten alle den selben Drang sich zu betätigen und bis auf Mutter kannte er keine, welche sich voll und ganz mit der Arbeit in der Casa und der Familie zufrieden gab. Und was für eine Frau war Mutter gewesen. Er dachte voller Respekt und Ehrerbietung an sie zurück. Da Vater lange bei den Truppen gedient hatte, hatte sie die Verwaltung des Hauses, der wenigen Güter, der Sklaven übernommen und zugleich die Kinder aufgezogen. Vielleicht lag der Drang seiner Schwestern und Nichten darin begründet, dass sie nicht verheiratet waren und auch keine Kinder hatten. Konnte es sein? Sie hatten schlichtweg nichts zu tun. ;)


    "Was hast Du Dir denn vorgestellt?"


    fragte er nur und griff wieder nach einer Traube, welche ebenso wie die anderen in seinem Mund verschwanden.

  • Noch war sie sich nicht sicher was er wirklich darüber dachte, nun war es aber zumindest schon mal ausgesprochen.


    „ Ich weiß es nicht wirklich, ich habe zwar Griechisch und auch Latein sprechen und schreiben gelernt, doch in einem muffigen Officum zu versauern. Ich glaube nicht, dass dies wirklich etwas für mich ist. Ich möchte etwas für die Manschen tun, evtl den Göttern dienen. Aber nicht nur einfach ein wenig den Altar schmücken und Blumen streuen, nein dann kann ich auch weiter den Stickrahmen auf den Schoss nehmen. Ich möchte etwas lernen und auch damit etwas anfangen könne.“


    Sie überlegte etwas.


    „Meinst du es könnte etwas für mich im Tempel für mich geben?“

  • Sie hatte doch schon immerhin mehr konkrete Vorstellungen, als Meridius vermutet hatte. Sie wusste zumindest annähernd, in welche Richtung es gehen sollte. Wieder verschwand eine Traube in seinem Mund. Er schluckte das Fruchtfleisch hinunter und kaute noch eine Weile auf der Schale herum.


    "Mmm, Du solltest vielleicht mal mit Lucilla sprechen, wenn sie wieder da ist. Die kennst sich diesbezüglich besser aus. Und auch Valeria ist eine gute Ansprechperson."


    Er wollte so eben ansprechen, dass auch Tertia in Rom wäre, aber dann wurde ihm wieder bewusst, dass diese ja verstorben war.


    "Altäre schmücken und Blumen streuen ist jedoch durchaus auch eine ehrenvolle Aufgabe. Tertia, meine Schwester ist immerhin Vestalin geworden. Dies gelingt nicht vielen. Tausende von Familien wären stolz, wenn es einer ihrer Töchter gelänge Vestalin zu werden. Sie schaffte es und ich war stolz. Unheimlich stolz. Es geht dabei nicht darum, was Du machst, sondern wie Du es machst. Mit Hingabe, mit Pflichtbewusstein und Pflichterfüllung. Du dienst den Göttern, nicht Menschen. Das ist eine ganz andere Ebene. Das ist spirituell. Der einfache Dienst einer Priesterin kann den Ausschlag darüber geben, ob eine Legion siegreich ist, oder verliert. Betrachte es von dieser Warte aus."

  • Caia hörte ihm zu, noch immer hatte sie die Traube in den Fingern und drehte sie hin und her, betrachtete sie dabei, dann schob sie sie zwischen ihre Zähne und biss zu, der süsse Saft lief ihr über die Zunge und den Gaumen herunter.


    „ Würdest du es gerne sehen wenn ich zu den Vestalinen gehe?“ fragte sie ihn etwas zaghaft, viel Mädchen träumten davon nur Caia nicht unbedingt aber wenn er es sich wünschen würde.
    Trotz ihem eigene Kopf ging Caia der Wunsch der Familie vor ihren eigenen.

  • Die Frage überraschte Meridius. Damit hatte er nicht gerechnet.


    "Wenn Du Vestalin werden würdest, wäre ich stolz auf Dich, wie ich auch auf Tertia stolz war. Doch es geht nicht darum, ob die Vestalin wirst, oder nicht. Es betrifft auch jeden anderen Priesterdienst. Wichtig dabei ist nur, dass Du weißt, worauf Du Dich einlässt und dass Du Deinen Platz dann ausfüllst. Das allerdings musst Du selbst wollen."


    Er lächelte und betrachtete Caia nachdenklich. Wie würde ihre Zukunft aussehen? Ginge sie zu den Vestalinnen? Würde sie heiraten? Und wenn ja, wen? Meridius wurde sich bewusst, dass auch hier eine große Verantwortung lag. Sie war die Tochter seines Bruders. Er würde sich um sie kümmern müssen. Egal, welchen Weg sie einschlagen würde.

  • Nachdem ich mich etwas häuslich in meinem Zimmer eingerichtet hatte, machte ich mich auf den (von einem netten Sklaven beschriebenen) Weg ins Speisezimmer. Trotzdem verzettelte ich mich an der achten Abbiegung und landete geradewegs im Bedienstetentrakt, wo zwei Sklaven (männlich) ein Techtelmechtel abhielten. Mit geschlossenen Augen rannte ich weiter mit den fast geschrienen Worten "Ich habe niiiiichts gesehen!" Ich hatte nichts gegen diese Art der Liebe einzuwenden, hatte ich in meinen Jugendjahren doch einige Erfahrung gemacht. Aber die fast einladend offene Tür war doch zuviel des Guten. Glücklicherweise ließen sich die beiden von mir keineswegs stören und ich lief weiter. Plötzlich wurde es jedoch warm unter meinen Füßen. Wo war ich denn hier gelandet? Ich blickte mich um und sah plötzlich einen nackten Frauenpo. Geifernd ging ich näher, wurde aber mit einer großen Masse Wasser abgekühlt. Triefend vor Nässe und verlegen fragte ich nach dem Weg ins Speisezimmer. Ich wollte schließlich einen Grund für meine zweifelhafte Anwesenheit hier vorbringen, um nicht vollends als Perversling zu gelten. Mit zugehaltenen Augen verließ ich die Baderäume und erreichte bald das Speisezimmer. Dort saß der Hausherr bereits mit einer weiteren jungen Dame und unterhielt sich angeregt. Ich wollte die beiden nicht stören und setzte mich auf die Basis einer Säule. Leider war ich noch immer nicht vollständig trocken und so bildete sich zu meinen Füßen eine breite Pfütze. Verlegen versuchte ich das Wasser auf dem Boden zu verteilen, damit es schneller verdunsten konnte. Das Wasser verteilte sich aber so großzügig, dass der Nächste, der einen Fuß darauf setzte, sicher den Boden aus der nächster Nähe betrachten würde.

  • Nur leicht bekleidet, aber mehr denn ausreichend, erreichte Valeria ebenfalls vor Nässe triefend die Cenatiuncula. Sie war dem Mann gefolgt, in ein Handtuch gehüllt, noch mit einem Rest Schaum im nassen und sich ringelnden Haar. Das kam davon, wenn man unbedingt allein baden wollte und kein Sklave in der Nähe war! Der Kerl hatte sich einfach eingeschlichen, als sie gebadet hatte, und er hatte vermutlich mehr gesehen, als es der Decima lieb war. Zeternd und nackten wie nassen Fußes erreichte sie also das kleine Speisezimmer, wo der Fremde herumstand und sich nicht rührte. Sie rauschte auf ihn zu und spie ihm Worte des Zorn entgegen.


    "Was fällt dir ein, mich einfach so zu beobachten! Was fällt dir ein, du lausiger Abklatsch eines Mannes! Wie kannst du es nur wagen, ohne zu klopfen ein Balneum zu betreten, du lüsterner Sohn einer Qualle! Warum-" Da bemerkte sie, dass Meridius und Caia ebenfalls anwesend waren. Sie schnappte nach Luft und deutete schließlich mit gestrecktem Arm auf den Fremden. "Onkel! Dieser Mann hat mich beim Baden belästigt! WER, in Juppiters Namen, IST DAS?!" donnerte sie. Und für ihre zierliche Gestalt war das sogar recht laut.

  • Gerade in eine Gespräch mit Caia vertieft, wurde Meridius im nächsten Moment aus den Gedanken gerissen. Sein Blick ging zur Türe und er erblickte - wie er es der Stimme schon entnehmen konnte - Valeria, welche entrüstet mit gestrecktem Arm auf den Griechen zeigte. Die Worte welche sie diesem entgegen schleuderte waren keinesfalls schön, wenn auch Meridius nur die Hälfte davon verstand. Etwas schreckliches musste vorgefallen sein und als Meridius sich das Bild zusammengereimt hatte, war ihm die Sachlage schlagartig bewusst. Er erhob sich umgehend.


    "Kannst Du etwas zu Deiner Entschuldigung vorbringen?
    Ansonsten ist dort die Türe!"


    Er wies in die Richtung des Vestibulums. Meridius war grundsätzlich ein friedliebender Mensch, aber wenn er etwas hasste, dann war es so etwas. Er hatte schon einen Consul aus dem Haus geworfen, bei einem Peregrinus würde er nicht weniger zimperlich sein.

  • Plötzlich kam die Frau von vorhin wieder angetapst und ich wollte schon etwas zu meiner Verteidigung vorbringen, als ein Wortschwall auf mich niederging, der sogar meinen alten Mentor in Athen umgehauen hätte. Und dann wollte auch Meridius wissen, was vorgefallen war. Ganz ruhig, alter Mann, dachte ich bei mir. Wenn ich jetzt einen falschen Schritt tat, war es mit dem Gespräch ganz schnell aus.


    "Nunja... ich war auf der Suche nach dem Speisezimmer. Aber bei meiner Orientierung und meinen alten Augen verzettelte ich mich leider. Und dabei kam ich auch ins balneum. Es tut mir über alle Maßen leid. Ich wollte da drin nichts Unsittliches tun. Ihr müsst mir vertrauen... Außerdem..."


    Jetzt würde ich das Argument vorbringen, das Meridius entweder beruhigen oder komplett zur Weisglut bringen würde.


    "...bin ich eher Anhänger der entgegengesetzten Veranlagung, wenn Ihr versteht, was ich meine. Frauen sind zwar schöne Geschöpfe, aber ich fand in meiner Jugend heraus, dass ich doch mehr mit anderen Dingen anfangen konnte."


    Das ganze jetzt noch im Amphitheater und man würde mich mit Ehren überhäufen. Sicher, ich war der Knabenliebe nicht gänzlich abgeneigt, aber diese leicht bekleidete Frau dort vor mir brachte mich so in Rage, dass ich meinen Mantel unbemerkt etwas mehr in Falten legen musste, um mich nicht sofort zu verraten.

  • Valeria gingen fast die Augen über. Nicht nur, dass der Kerl sie weiterhin verstohlen anstarrte, nein, auch die Worte, welche er vorbrachte, ließen sie irritiert und ungläubig zugleich blinzeln und fassungslos die Luft anhalten. Als er dann auch noch von vertrauen sprach, wollte Valeria wütend auffahren, doch sie schluckte ihren offensichtlichen Zorn mit letzter Kraft herunter und blickte stattdessen druchdringend zu Meridius. Mochte der Mann dort auch Knaben lieben, sein Blick verriet ganz deutlich, dass es eben nicht nur das gleiche Geschlecht war, was ihn anzog, das spürte eine Frau einfach, und so spürte es auch Valeria. Unbehaglich, aber ohne den Blick von Meridius' Augen zu nehmen, zog sie das Handtuch enger um den Körper, darauf bedacht, auch weiterhin alles schön zu verdecken, was angesichts des großzügig ausfallenden Stoffes auch mehr als ausreichend gelang. Schnaubend beschloss sie, die Anwesenheit dieses Lustmolches zu ignorieren und ihrem Onkel die Sache zu überlassen. Er kannte sich als Soldat mit Feinden definitiv besser aus als sie, und für sie war der Mann, der Vertrauen einforderte, seit dem Moment des ungebetenen Besuches im Balneum ganz gewiss nichts anderes.

  • Großartig. Hatte er sich mit dem Griechen auch noch wirklich einen Knabenliebhaber ins Haus geholt. Epimenides kam ihm sofort in den Sinn. Jeder Kreter log. Und war dieser nicht selber einer gewesen? Meridius sah von seiner Nichte zu dem Päderasten, dann zu Caia und wieder zu Valeria. Er bemühte sich Ruhe und Fassung zu bewahren. Nichts gegen die privaten Vorlieben des alten Mannes, aber als Soldat hätte es Meridius ungern gehabt, wenn ihm einer der sieben Kameraden mit dem Pilum auf die Pelle gerückt wäre. Und ob er die Wahrheit sprach?


    Meridius kannte ihn nicht. Sie hatten sich zuvor erst kurz im Atrium getroffen. Und der Inhalt ihres Gespräches war die Wahrheit gewesen. Und das, was man von ihr zu erfassen schien. Dabei war nichts so, wie es schien. Oder doch?


    "Vielleicht wäre es doch am Besten die Casa zu verlassen.
    Die Begegnung hier stand unter keinem günstigen Stern."


    Er blickte zu Valeria, dann wieder zu dem Griechen.


    "Falls Du eine Wegzehrung brauchst, ich werde veranlassen, dass Du sie erhalten wirst.
    Für eine Übernachtung in einer Insula komme ich auch auf."

  • Das Leben war wirklich zu kurz, als dass ich mich mit prüden Sexualvorstellungen beschäftigen musste. Wieso musste mir immer das einen Strich durch die Rechnung machen? Aber was hatte ich zu verlieren? Entschuldigend, aber mit einem hitzigen Glitzern in den Augen blickte ich die Frau vor mir an und verließ dann das Speisezimmer. Dank meines Ständers musste ich etwas gebeugter gehen als sonst. Jedoch schaffte ich es wohlbehalten zur Tür und verließ die Casa.

  • Valeria starrte erst Meridius, dann den Fremden entgeistert an. Es war vermutlich wirklich das Beste, wenn der Kerl gehen würde, ehe Valeria sich zu einer Furie wandeln würde. Dass ihr Onkel dem Spanner Geld und Proviant angedeiehen lassen wollte, sprach für seine Gutmütigkeit, aber definitiv gegen Valerias Sühneverlangen. Was jedoch explizit dafür sprach, war das Verhalten des alten Mannes, der nach einem letzten lüsternen Blick den Raum verschwand und somit der exquisiten und derzeit fliegenden Vase entging, welche von Valeria geschleudert nur knapp hinter dem Lustmolch an der Wand auftraf und dabei in tausend Scherben zerbrach. Außer sich vor Entrüstung und dabei erbärmlich tropfend, stand Valeria in der Cenatiuncula und lauschte. Als die Porta zu vernehmen war, raffte sie ihr Handtuch, warf Meridius einen Blick zu, der schon nicht mehr ganz so entrüstet war, und setzte sich einfach neben Caia auf die Kline, ungeachtet der Tatsache, dass sie alles durchnässte. Etwas verloren wirkte sie dort. Auf Meridius Worte war sie nun gespannt.

  • Meridius verfolgte den Abgang des fremden Kreters. Dass die Begegnung einen solchen Verlauf nehmen würde, hatte er sich mit Sicherheit nicht gedacht. Es war jedoch Valeria, welche ihn erneut aus den Gedanken riss, als eine Vase gegen die Wand krachte und zersplitterte. Meridius gefror das Herz. Gab er dafür hunderte von Sesterzen aus, dass man seine teure Keramik an der Wand zerschmetterte? Die Augenbrauen zogen sich zusammen und er atmete schwer durch.


    "Musste das mit der Vase sein?"


    sprach er in Richtung Valeria und wandte sich dann an Caia.


    "Tut mir leid für diese Szene hier. Wenn ich gewusst hätte, dass sich dieser Grieche als alter Lustmolch entpuppt, ich hätte ihm kein Einlass in die Casa gewährt. Der Appetit ist mir jetzt jedenfalls gründlich vergangen."


    Er erhob sich.

  • Valeria schanubte. "Hast du den Blick nicht gesehen? Ein Jammer, dass ich ihn nicht erwischt habe. So etwas unverfrorenes ist mir ja noch nie untergekommen!" empörte sie sich. Als Meridius sich bei Caia entschuldigte, beruhigte sich Valeria allmählich wieder und atmete tief durch. Nie wieder ein Bad ohne Sklave nehmen, machte sie sich in Gedanken eine Notiz. Meridius erhob sich und Valeria tat es ihm gleich. "Es tut mir leid. Ich werde sie dir ersetzen. Nur dieser... Ach, er hat mich ganz aus der Fassung gebracht! Bitte esst ruhig. Ich werde mich erstmal einkleiden lassen. Herrje, dass mir sowas passiert, hätte ich nicht gedacht. Meine Güte...." und damit schüttelte sie verständnislos den Kopf und verschwand in Richtung ihres Cubiculums.

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