Bau des neuen Merkurtempel

  • Es war der jene Frühlingsmorgen, an dem Macer und Avarus den Bau beginnen wollten. Es sollte ein historischer Tag sein, an dem endlich das Werk für Merkur wieder auferstehen soll.


    Die ersten Sklaven trafen ein und brachten Baumaterialien, doch Macer wartete auf den Architekten, damit sie das Geld und die Pläne besprechen konnten.

  • Es hatte eine überraschende Wende gegeben. In der Via sacra, die vom Forum Romanum in Rom weg führte, konnte sich der Architekt Avarus davon überzeugen, das nicht alle Arbeiter unter Vollbeschäftigung standen. Es waren vielleicht ncht die kräftigsten Sklaven, aber für den ersten Bauabschnitt würden sie ausreichen. Später, wenn der Tempel wirklich gebaut werden würde, gab es hoffentlich bessere Männer.


    Er hatte mit dem Vermieter abgesprochen, das an diesem Tag die Arbeiter in Ostia erscheinen sollten und dies nicht erst zu Mittag. Germanicus Avarus selbst machte sich deutlich vor dem Aufgehen der Sonne auf den Weg in die Hafenstadt Roms. In der Anfangsphase wollte er weiterhin in Rom wohnen bleiben, was ihm einige Kilometer Ritt jeden Tag bescherte. Gut achtundzwanzigeinhalb Kilometer waren es auf der Via Ostiensis, fuhr man mit einem der Flussschiffe kam man auf über vierzig. Trotzdem war der Wasserweg der Gescheitere, wollte man etwas transportieren. Doch der Senator mußte nicht viel mitnehmen, er war zum Organisieren da, nicht zum Schleppen.


    So kam er mit dem ersten Frühstück in die Stadt am Mare Internum und überließ das Pferd einem seiner Begleiter. Natürlich reiste er nicht allein. Er hatte auf die schwere Toga verzichtet und trug stattdessen ein angemessenes Kleid aus luftigen Wollstoff. Darüber hing zu hinters ein Mantel und zu vorderst eine Scherpe. An welcher er sich mit der Hand festzuhalten schien.


    Die paar Blöcke Straße waren rasch durchquert. Er kannte sich hier ganz gut aus und wußte wo es welche Hürden zu nehmen gab. Als sein Körper erschien, standen die Sklaven alle auf, verneigten sich und wurden von ihrem Treiber zurückgetrieben. Jener nickte dem Senator zu. Es sollte wohl soviel heißen, wie wir sind bereit. Doch Avarus scherte sich wenig um die Arbeiter und trat neben den Octavius.


    "Salve Octavius Macer, wie mir scheint haben wir das wunderbare Wetter aus Rom mitgebracht. Die Sklaven sind bereit, wie steht es um das Werkzeug, die Karren und so weiter?"


    Noch mußte sich Avarus nicht selbst darum kümmern, das genügend Weidenkörbe, Schaufeln und Spitzhacken, Seile und Leitern, Schalbretter und Pfosten sowie Ochsenkarren zum Abfahren des Aushubs vorhanden waren. Soweit sein Auge sehen konnte, war einiges an Arbeitsgetier und Mittel aufgefahren. Konnte aber sein, das etwas fehlte. ;)

  • Salve Avarus. Ist alles da und falls uns später noch etwas fehlt, habe ihc ein paar Träger organisiert, die auch den Weg nach Rom kennen...Endlich kann der Bau beginnen.


    Das konnte Macer wirklich laut sagen. All zu lange hatten die Vorbereitungen gedauert, doch um zu mehr freute er sich auf die Fertigstellung.

  • "Nichtdoch wir werden natürlich die Flussschifffahrt nutzen, um gegebenfalls Material nachzuordern." Kein Mensch schleppte die Güter über die Straße an, das war äußerst uneffizient. ;)


    Avarus wandte sich an die 'Belegschaft'.


    "Die nächsten Tage werdet ihr vorallem die Grube bereiten und ein Fundament erstellen. Dafür sind Schalungen genauso wichtig, wie ein gut organisierter Abtransport des Abraums. Lucius Posca ist dafür verantwortlich. Ihm obliegt auch die grobe Einmessung der horizontalen, wie vertikalen Ebene. Für die genaue Vermessung wird ein Beamter aus Rom kommen. Bis dahin ist aber noch viel zu tun und nun... ans Werk!"


    Während die ersten Schaufeln auf den Boden trafen, Körbe gefüllt und unter ächzen der Träger aufgenommen sowie zu den Karren gebracht wurden, wandte sich der Senator wieder dem Octavius zu:


    "Die Männer sind unerfahren genug. Sie werden zwei Wochen brauchen, um die Grube auszuheben und einzuschalen. Danach hoffe ich ein paar gute Maurer zu bekommen, die den Grundstein für eine sichere Bauweise zu legen in Stande sind. Es wäre schön, wenn die Stadt Ostia sich ebenso um fähigeres Personal kümmern würde. In Rom sind einige große Projekte am Laufen, das schränkt solche Bauten, wie diesen Tempel durchaus ein. Ich möchte nicht, das er weiter verzögert wird und du sicherlich ebenso wenig."

  • Natürlich war die Schiffahrt effektiver, Macer hatte dies vollkommen vergessen.


    Er hörte Avarus zu, er verstand es wirklich seine Manschaft anzutreiben und wie Macer vestehlte machten sich alle gleich ans Werk


    Ich werde gleich den Scriba beauftragen, um noch fähige Männer zu besorgen...Doch mal noch etwas höchst prikäres, wie sieht es mit der Bezahlung aus? Wann und wieviel?

  • Ein lautes Knallen, ein hohes Quitschen und der erste volle Ochsenkarren begann zu rollen. Ein weiterer Schlag auf den Rücken der Zugochsen ließ sie kräftiger in Zug kommen. Kaum hatte dieser eine, mit Bruchsteinen, Erdmassen und Holzresten beladene Wagen Platz gemacht, wurde ein neues Gefährt in Position gebracht und die Reihe von Korbträgern riss nicht ab ihn zu füllen. Staub wirbelte auf, war das Gestein zu trocken oder die Erdmassen zu feinkörnig. Doch dieser Teil der Baustelle war weit genug weg.


    Der Senator hatte indes ein kleines Zelt zum Schutz der Sonne aufbauen lassen. Es kehrte auch dem stetig bläselnden Wind den Rücken. Auf zwei Seiten war es offen und ließ genügend Blicke zum Baugeschehen zu. Avarus bat den Octavius sich zu setzen. Er nahm ebenfalls auf einem recht annehmlichen Stuhl platz und ließ sich von einem Schreiberling einige Pläne auf einem Holztisch mit kleinen Reißnägeln befestigen. Sie zeigten eine grobe Übersicht der Arbeiten, die nötig waren die Grube auszuheben, ein Ringfundament zu schaffen und vorallem unter all jeder Baulichkeit dafür zu sorgen, das der normale Mutterboden mit einer gestaffelten Kiesschicht vorbereitet wurde. So begann man ganz unten mit groben Bruchstein, füllte darauf eine Lage Vulkangestein und ließ diese beiden Schichten gut verfestigen. Dann kamen darauf erneut Kiesschichten mittlerer, wie feiner Körnung. All das erhielt ebenso eine Verfestigung und galt dann zur Gründung der Fundamente. Es sollte helfen die Temperaturunterschiede im Jahr auszugleichen. Diesen Zweck würde es erfüllen.


    "Gut, gut aber schicke einen fähigen Burschen. Wie du siehst haben wir zweitklassiges Personal genug."


    Es war eine Erfüllung den ganzen Tag in einem Hocker zu sitzen und anderen Männern bei der Arbeit zuzusehen. Man konnte förmlich den Fortschritt sehen, den die Armeisen unten im Becken vollbrachten. Leider nur fehlte es dem Senator an der Zeit eben jene so zu vergeuden.


    "Was die Bezahlung angeht, so entspanne dich. Wir haben doch gerade erst begonnen. Die Arbeitervermieter werde ich vorstrecken. Das Material, was nicht aus Ostia stammt, wird ebenso vorfinanziert. Wenn der Bau im Rohstadium fertig ist, können wir darüber sprechen, was für ein Abschlag durch die Stadt Ostia zu leisten ist."

  • Na gut sehr schön... Endlich konnte auch er etwas entspannen und lies sich in den Sessel richtig reinsinken.


    Nach einer Weile rief er einen seiner Sklaven und befahl ihm, Albina zu holen. Sie solle dann neue Arbeiter besorgen.


    Wie lang schätzt du den Bau, Avarus?

  • Der Senator war ganz eingenommen von dem Gewusel auf der Baustelle. Hier wurde noch richtig Dreck gemacht und so einige Arbeiter stöhnten unter dem imensen Gewicht der Abraummassen. Zu genau wußte Germanicus Avarus, das diese Männer gern unbeobachtet sein wollten, aber diesen Gefallen tat er ihnen nicht.


    Ganz benommen vom Glanz der Arbeiter oder besser im Bann der Taten geraten, hob Avarus eine Hand und skizzierte eine Gerade in die Luft. "Oh so um die vierzig Meter in der Breite werden wir erreichen. Die Länge würde ich mit fast neunzig Metern recht bürgerlich angeben." Natürlich realisierte er in diesem Moment nicht, das der Octavius etwas Anderes meinte. 8) :D

  • Avarus Antwort war präzise und eindrucksvoll, doch die falsche. Woah..ich bin beeindruckt, ich hätte den Tempel nicht so groß geschätzt....Doch, ich wollte doch eigentlich wissen, wie lang der Bau dauert, nicht wie lang der Bau IST.


    Dabei musste er über sein eigene etwas unverständliche Formulierung schmunzeln, doch Macer machte sich nichts draus.

  • Er schwenkte den Blick ab von dem wuseligen Treiben und konzentrierte sich auf das Gesicht des Bürgermeisters dieser Kleinstadt am Fuße Roms. Doch sie war wichtig durch den Hafen und noch dazu das Tor zur römischen Welt.


    "Oh so riesig ist das garnicht. Wenn du dir vorstellen kannst auf wievielen Lagen Sandstein die iegentliche Tempelhalle ruht, dann weißt du das die Treppe zum Altar hinauf schon gute dreißig Meter mißt. Ein Tempel mit knappen sechzig Metern in der Länge ist gut für Ostia, in Rom würde man dich kopfschüttelnd betrachten."


    Eine kurze Pause folgte. Er wußte auch nicht, warum in der ewigen Stadt immer alles besonders überwältigend sein mußte und jede noch so imposante Kuppel bald durch eine noch Größere abgelöst wurde. Aber so waren sie eben die Mächtigen in Rom.


    "Ich hoffe wir werden bis zum Spätsommer damit fertig werden. Wenn wir besonders gute Handwerker finden vielleicht schon früher. Wenigstens müssen wir uns hier am Meer ja keine Sorgen um dem Zufluss von Material und Werkzeug machen."

  • Solang das Wetter mitspielt, wird uns das Meer sicher helfen.


    In der Zwischenzeit kam Sklave wieder zurück. Mein Herr, domina Albina haht 80 guhte Mähner gefundet, die sind kommn gleich!
    Auch wenn der Sklave wirklich schlecht sprach konnte Macer das wesentliche raushören.


    Gut...Avarus, wie viele Männer wären denn gut. Die 80 Männer sind nur die sofort verfügbaren, könnten wir noch mehr gebrauchen?


    Eigentlich war es schon sinnvoll, denn um so mehr Männer, um so schneller der Bau. Doch es gibt auch eine Grenze, sonst wäre es einfach sinnlos und Männerverschwendend

  • "Stimmt, aber wir werden sicher nicht den Marmor aus Mauretania einschiffen, das wäre völlige Verschwendung wichtiger Handelsressorcen." So für kurze Routen fand sich immer ein laues Lüftchen und ein paar Tage ruhige See. So würde es eben Transporttage geben und Andere wieder wo die Steinmetze das heran gekarrte Material nur verarbeiteten ohne das die Häufen auf und neben der Baustelle weiter wuchsen. Wahrscheinlich war ebenso, das die Maurer, Zimmerleute und so weiter sowieso die Masse an Baumaterialien nicht so fix verarbeiten konnten, wie ein Schiffsbauch sie ausspieh. "Nun zuviele Männer werden sich in diesem frühen Stadium nur auf den Füßen rumtrampeln. Aber wenn Mauerer und Steinmetze darunter sind, lass sie im nördlichen Teil der Baustelle sammeln. Ich rede mit ihnen und gebe ihnen die Anweisungen, die die ersten Schritte zu einem Fundament untermauern." Weiterhin schüttelte er erstmal den Kopf. "Solange wir nur die Grube ausheben und den Abraum fortschaffen sollten die zusätzlichen Kräfte ausreichen. Sie können wie schon gesagt die ersten Fundamente schalen, zementieren und beginnen für den Unterbau der Tempelhalle gebrannte Ziegel mit Mörtel aufzuschichten, die ersten Stützmauern errichten." Doch weitere Männer würden vorerst nur rumstehen. Diese Maßnahme bedurfte allerdings noch eine andere Organisation. "Mauern können sie allerdings nur, wenn die Gespanne von den Ziegeleien am Hafen die ersten Häufen Ziegel mit herauf bringen. Kümmerst du dich um diese Veranlassung?"

  • Gut ich denke genauso! Avarus wusste ja schließlich von was er sprach.


    Das kann ich machen, ich gehe gleich zu ihnen und begleite sie persönlich, damit auch ja niochts schiefgeht....also bis später Avarus.


    Er stand auf und bewegte sich in Richtung der Baustelle.

  • Es war später Nachmittag, als die ersten Wägen mit Ziegeln ankam. Vorauslaufend Macer.


    Macer konnte alles super organisieren und freute sich darauf dies dem Architekten zu berichten, also machte er sich gleich auf zu dessen Sitz.


    Avarus, die ersten Ziegel sind bereits da...die weiteren kommen im Laufe der Zeit!


    Zufrieden setzte er sich neben ihm und gab ein angestrengtes Stöhnen von sich.

  • Von seinen Papieren sah er kurz auf und mußte über den jungen Octavius lächeln. "Du tust ja gerade so als hättest du die Steine selbst her geschleppt." Avarus erhob sich und beschwerte statt mit seinen Armen die Pergamente mit anderen schweren Körpern. Hier ein Stein, dort eine kleine Büste und die zwei übrigen Ecken mit jeweils einer Tabulae. So konnte die wichtigen Aufzeichnungen nicht vom Wind davon getragen werden.


    "Schauen wir uns die Ziegel mal an." Ohne weiter zu warten, schritt er vom kleinen Hügel, der das Planungszelt beherbergte hinab zu der Stelle, an der bereits die Steine von den Gespannen geladen wurden. Er ließ sich die Ziegel zeigen. Nahm sie in die Hand, schien ihr Gewicht abzuschätzen, legte sie in Flucht, hob einen anderen Ziegel an und legte ihn auf das vorherige Model auf. "Hm wer brennt die Tonsteine?" fragte er eher beiläufig Macer und ließ die Männer ihre Arbeit weiter verrichten.

  • Er folgte Avarus still bis zu den Steinen. Der Architekt schien diese zu mustern.


    Kann ich dir nicht mal genau sagen, doch das lässt sich gleich rausstellen...ist mit ihen etwas nicht in Ordnung?

  • Oh natürlich konnte der Bürgermeister der Stadt nicht wissen, das der Senator diese Überprüfung bei all seinen Baustellen immer wieder durchführte, um die Qualität der Steine sicher zu stellen. Er war in diesem Fall überrascht, denn üblich war prinzipiell ersteinmal billig gebrannte Steine mit vielen Fehlerstellen an den Bauherren zu bringen. Doch diese Quader waren sowohl von guter Tondichte, als auch lang genug im Brandofen und letztlich sogar recht sauber vor dem Brennen aus den Formen gestülpt. Sie waren für eine gute Mauer Gold wert. "Nein, nein.... sie sind sehr gut und wenn diese Qualität unseren Bau bis zum Ende begleitet, wird der Tempel ewig halten." Sein Blick streifte über die anderen Karren, aber auch dort war die Farbe der Ziegel schon derart gesund, das Avarus davon ausging ebenso hervorragende Qualität zu bekommen. Trotzdem würde er an anderen Tagen Stichproben machen oder machen lassen. Nichts war tödlicher für einen solch imposanten Bau als minderwertiges Material.


    Es wurde langsam spät und der Senator wollte am Abend in Rom zurück sein. Es war auch soweit erstmal alles geregelt und so drängte er auf seine Abreise.


    "Soweit so gut. Die Männer werden einige Tage mit diesen Ausgrab und Schalungsarbeiten brauchen. Sie werden die ersten Fundamente setzen und den Grundstock des Tempels damit gründen. Wenn die Vermesser kommen, bin ich wieder hier. Doch bsi dahin können das die Ingenieure ausreichend ohne mich regeln. Ich denke ich komme in einigen Tagen wieder, um den Überblick nicht zu verlieren. Doch für heute will ich zurück nach Rom aufbrechen."


    Das war auch das Zeichen für seine Begleiter. Als Senator reiste man nicht allein und war der Weg noch so kurz von Ostia nach Rom.

  • Gut, ich werde hier auch ab und zu vorbeischauen...Es läuft sonst eh kaum etwas in Ostia. Wir werden uns dann sicher bald wiedersehen. Bis dann Avarus, VALE!


    Auch Macer stand auf, um sich vom Architekten anständig zu verabschieden und dann selbst zur Villa zurück zu kehren.

  • "Ja das ist gut." Damit meinte er natürlich die Kontrolle der Arbeiter und dabei ging es weniger um den Sachverstand, welchen der Octavius bereits mit einem seiner Kurse erworben hatte... zumindest die Grundlagen, sondern einfach darum die Arbeiter und ihre Aufpasser angemessen zu kontrollieren, das das Tageswerk auch nicht abnahm.


    "Vale dann, Octavius." Avarus nickte dem jungen Spross der antonischen Gens zu und gab dann den eigenen Männern einen Wink zum Aufsitzen. Ihr Ritt würde straff werden, damit sie Rom noch vor Schließen der Stadttore erreichen konnten...

  • Das die Arbeiten auf der Baustelle in Ostia voran gingen, das erfuhr der Architekt fast aller zwei Tage in Rom. Er hatte für diesen Botendienst zwei besonders verlässliche Klienten abgestellt, die sich so am Ort des Geschehens abwechselten und ihm die Nachrichten über den Bauablauf, den kleineren und größeren Schwierigkeiten zukommen ließen und er sein Urteil darüber fällen konnte. So blieb der Strom an Informationen fließend. Doch ohne einen Blick auf die Baustelle zu werfen, wollte Germanicus Avarus auch nicht den Tempel wachsen 'lesen' daher brach er an einem recht freundlichen Morgen aus Rom auf und ließ sich von einer Handvoll Reiter begleiten. Sie kamen so noch vor dem Frühstück an. Den ganzen Tag zu haben, war wichtig, sollte das Baufortschrittsurteil gerecht ausfallen.


    Zuerst lief Avarus am Rand des ehemaligen Lochs entlang. Die tiefen Ausgrabungen waren auf Grund eines im Vorfeld nicht abschätzbaren Bodens noch etwas tiefer ausgefallen. Dort wurden mächtige Fundamente eingebracht, die die Last mehrerer tausend talentum zu tragen bereit waren. Dies dauerte länger als erhofft, aber die Männer wurden nicht müde ihre Arbeit gewissenhaft und qualitativ hochwertig auszuführen. Die Kontrollen waren enorm aufwendig gestaltet und jede Unregelmäßigkeit zog schwere Strafen mit sich. Eine Art und Weise, die sich bereits bei anderen großartigen Bauwerken bewehrt hatte. Jede Lässigkeit führte nur dazu, das die Arbeiter dazu neigten die Autorität der Baumeister in Frage zu stellen und damit an der Gesamtqualität des Bauwerkes zu rütteln. Ohne lange darüber nachzudenken, war es im Besonderen an tragenden Teilen, dem Fundament und der Außenhülle tötlich schlacksige Arbeiten zu tolerieren.


    Die Deckschicht des Fundaments sah gut aus, sie trocknete gleichmäßig und wurde immer wieder befeuchtet, um Rissbildungen durch die Einstrahlung der Sonne zu bermeiden. Hier und da schützten auch Sonnensegel den Vorgang. Gerade waren die Männer dabei das Gewölbe zu beginnen, das später einmal die Räume umschließen sollte, die unter der Erde lagen. Guter Zement wurde mit hart gebrannten Ziegeln zu einer stabilen Wand geformt. In wenigen Tagen konnte man sie wachsen sehen und schon bald würde man sie zu runden Bögen verschmelzen, um ein inneres Dach zu formen, das später dann die Bodenplatten der Tempelhalle zu tragen im Stande war. Jene Kellergewölbe wurden vorher eingeschaalt, sie bekamen stabile Holzkonstruktionen untergesetzt, welche man nach Fertigstellung ohne Mühe entfernen konnte.


    Nach diesem Rundgang betrat Avarus das 'Planer'-zelt und wartete, das der Duumvir vor Ort erschien. Er hatte jenem nur eine kleine Nachricht zukommen lassen, das er an diesem Tag in Ostia weilte und diese Tatsache besten Nährboden schaffte, sollte es Fragen, Anregungen ja einfach Diskussionsbedarf zum Projekt Merkurtempel geben.


    Ihm und den zwei ebenfalls anwesenden vertraulichen Klienten wurde stark verdünnter Wein gereicht, dazu gab es ein kleines Frühstück mit Käse, etwas gedünsteten Fleisch, Eiern, dem obligatorischen Obst und allerlei Brotsorten, um die Deftigkeit für den Magen so genehm wie möglich zu 'verdünnen'.


    Neben dem Essen schaute Avarus den Arbeitern unten in der Grube zu. Sie schufteten unter Beobachtung bestimmt besonders emsig...

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