Eine Feier und Vespas Hochzeit

  • Die Nacht war schnell vorüber gegangen und der Morgen unerwartet früh gekommen. Die Sklaven des Domus hatten alle Hände voll zu tun um die Vorbereitungen vorzubereiten, durchzuführen und abzuschließen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen als in der Küche und im Haus insgesamt eine allgemeine und durchdachte Unruhe ausbrach. Frische Blumen wurden in den Räumen verteilt in denen die Hochzeitsgesellschaft weilen würde. Als alles festlich geschmückt war, wurden sämtliche Sklaven für den Küchendienst abgestellt und hatten nun hier zu helfen. Die anderen räumten Clinen und Tische in den Speiseraum um die Gäste aufnehmen zu können. Stühle wurden hinzu gestellt und auch im Atrium aufgestellt. Für die Opfer wurde ein Kohlebecken vorbereitet. Nachdem auch das getan war, blieb nicht viel mehr übrig als auf die Hauptakteure und ihre Gäste zu warten.


    Vespa saß zu diesem Zeitpunkt noch in ihrem Zimmer und versuchte Aufregung und Müdigkeit zu vertreiben. Diese Mischung aus beidem konnte wirklich kräftezehrend sein und sie hatte noch den ganzen Tag zu überstehen. Das war wohl die schwerste Nuss, die es zu knacken galt. Wach bleiben und alles was kam zu überstehen. Ob sie allerdings wirklich den ganzen Tag durchhalten durfte und die Feierlichkeiten dann stattfanden, das entschieden die Götter und deren erstes Zeichen für den Tag galt es bald herauszufinden. Ein Augur wurde bald erwartet. Von diesem hing alles ab.

  • Balbus und der Augur liessen sich den Weg in das Atrium zeigen und betraten dieses dann auch kurze Zeit später. Während der Augur sich bereits umsah, um die perfekte Stelle für die Auspicien auszumachen, schaute Balbus sich ein wenig um.
    Es gefiel ihm hier schon immer an normalen Tagen sehr, doch heute, wo alles noch zusätzlich geschmückt und herausgeputzt war, erstrahlte alles in einem ganz anderen und vor allem viel schöneren Licht.
    Sicherlich hatte das alles nur damit zu tun, dass er dieses Atrium nicht als Junggeselle, sondern als verheiratetes Familienoberhaupt verlassen würde, aber es fühlte sich bisher ganz gut und so war seine Stimmung mehr als nur gut.


    Der Augur hatte sich mittlerweile für ein Plätzchen entschieden, von dem aus er durch das Compluvium den Himmel und damit auch die Vögel beobachten konnte.
    Er würde anfangen, sobald die verantwortlichen Brautleute ihm dazu die Anweisung gaben.

  • Es dauerte nicht lang und Vespa betrat das Atrium. Gemäß den geltenden Ritualvorschriften und Bestimmungen und was es da noch so alles gab, betrat sie den Raum. Ihre Tunika war mit dem wollenen Gürtel gebunden, die Haare entsprechend zurechtgemacht und unter dem Kranz un dem roten Schleier versteckt. So konnte man nicht allzuviel von Vespa sehen.


    "Salve,"


    begrüßte sie ihren zukünftigen Mann und den Auguren, der bald seine erste Aufgabe durchfürhren würde. Es war schon ein komisches Gefühl hier nun zu stehen und nach all den Ritualen, die noch folgen würden, am Abend eine verheiratete Frau zu sein.

  • Balbus wandte sich seiner Braut natürlich zu, als diese den Raum betrat. Sie war wie immer wunderschön, auch wenn der Grossteil von ihr für den Grossteil des Tages unter dem Schleier verborgen bleiben würde. Er lächelte sie an.


    "Salve. Ich hoffe du hattest eine angenehme Nacht." sagte er, in Ermangelung einer besseren, spontanen Idee.



    Der Augur meldete sich kurz zu Wort und gab dem Paar zu verstehen, dass er, falls sie es wünschten beginnen konnte.

  • Er hätte vielleicht auch beginnen können, wenn nicht ein leise keuchender, gewisser Konsul die schon beinahe feierliche Stimmung gestört hätte.
    Es war Lucius Aelius Quarto, der Onkel der Braut und Patron des Bräutigams, und er war ein bisschen außer Atem.


    “Salvete! Bitte entschuldigt. Ich... ich wollte schon viel früher da sein.“


    Vermutlich hatte das Ankleiden etwas zu lange gedauert. Das korrekte Anlegen einer Toga war bekanntlich kein ganz einfaches Unterfangen und nichts was in großer Eile gut gelingen wollte. Quarto hatte seine extra noch einmal die gewechselt und trug nun eine ganz neue und besonders schöne.
    Er kam wieder zu Atem, strich eine Falte zurecht und verwandelte sich währenddessen wieder überraschend schnell in den Staatsmann, der jede Situation zu beherrschen schien.
    Als solcher nickte er dem Auguren mit sparsamer Geste zu.

  • Balbus war in einem allgemeinen Glückszustand, daher wurde auch Quarto von ihm mit einen freundlichen, fast schon strahlenden, Lächeln begrüsst.


    "Salve, Consul. Du kommst genau zum rechten Zeitpunkt. Der Augur hat gerade seine Vorkehrungen abgeschlossen und wollte mit den Auspicien beginnen." sagte er.




    Der Augur erwiderte den Gruss des Consuls stumm und hielt sich vorerst bereit, da der Beginn des Rituals wohl offensichtlich noch einige Minuten verschoben wurde.

  • "Gut." sagte Balbus und gab dem Auguren einen Wink, damit dieser anfangen würde. Er selbst stellte sich so hin, dass er den Auguren beobachten konnte.





    Der Augur positionierte sie an der Stelle, die er zuvor ausgewählt hatte und wandte seinen Blick hinauf zum Compluvium. Er räusperte sich kurz und begann dann, unter recht unverständlichem leisen Singsang, mit seinem Lituus das Templum in sein Sichtfeld zu zeichnen.
    Dann begann er damit den Inhalt des Rechtecks zu beobachten. Es dauerte eine ganze Weile und erst schien es, als ob sich nichts tun würde. Angestrengt beobachtete der Augur den Himmel, bis dann ein einzelner Vogel sein Blickfeld durchflog. Er kam von rechts, war jedoch recht weit entfernt, so dass der Augur noch etwas angestrengter hinschaute um zu erkennen, um welche Art Vogel es sich handelte. Es war nicht ersichtlich, ob er dann wirklich erkannte, was es war, doch dann verkündete er, dass das beobachtete Zeichen ein positives war und der Hochzeit nichts im Wege stehen sollte.




    Balbus atmete auf.

  • Das Reden überließ sie lieber Balbus. Sie war inzwischen so aufgeregt, dass ihr im Moment sämtliche Worte fehlten. Als ihr Onkel auftauchte, lächelte sie etwas. Leider versteckte das Tuch dieses und er würde es wohl nicht sehen können.


    Dann begann der Augur mit seiner Arbeit. Ihre ganze Haltung spannte sich an und es schien ewig zu dauern bis der Augur einen Vogel zu Gesicht bekam und schließlich bekannt gab, dass er ein gutes Zeichen gesehen habe und die Hochzeit stattfinden konnte. Sie war wirklich erleichtert, dass die Götter auf ihrer Seite waren. Nie hätte sie sich gegen diese aufgelehnt oder sie isachtet. Das Problem bestand ja zum Glück nicht und so konnten sie ruhigen Gewissens weitermachen. Es fehlten nur eben die Gäste.

  • Das positive Omen überraschte Quarto nicht. Bestimmt würde Balbus sich nicht lumpen lassen und den Mann ordentlich entlohnen.
    Er plauderte ein wenig mit dem Augur und überbrückte so die Zeit bis zum Eintreffen der Gäste, die sicherlich bald kommen würden.

  • Als (entfernte) Verwandte hat Aelia Caenis praktischerweise einen sehr kurzen Weg, da sich ihre Räumlichkeiten in demselben Gebäude befinden wie jener Raum, in dem die Gäste empfangen werden - und sie hat damit auch die Möglichkeit, die Hochzeit wieder zu verlassen, sollte es zu voll und drückend werden, denn auch wenn sie durchaus bereits solche Feiern besucht hat, ist sie die Anwesenheit vieler Fremder auf einmal nicht mehr gewöhnt.
    Die Botschaft, dass die Feier stattfinden würde, überrascht die Aelierin nicht besonders - die lange Zeit in Alexandria hat sie dazu gebracht, Kulten und kultischen Handlungen nicht weiter zu trauen, als sie diese werfen kann, und die meisten Auguren sahen bei einer entsprechenden Bezahlung wunderbare Omen für junge Ehen voraus, wenn es nicht gerade tote Vögel oder Blitze vom Himmel hagelte. So hat sie sich an diesem Morgen auch entsprechend zuversichtlich für das Fest vorbereiten lassen - das Haar trägt sie hochgesteckt, unter einer durchsichtigen, lindgrünen palla verborgen, die weiße stola im aegyptischen Stil wirkt fast ein wenig streng; aber dies ist auch der Tag der Braut und es wäre unangebracht, ihr mit extravaganter Kleidung die Schau zu stehlen zu versuchen. Allein ein wenig Schmuck läßt noch auf den vergnüglichen Charakter des Festes hindeuten, und als sie auf die Brautleute zuschreitet, gilt auch Aelius Quarto ein freundliches Nicken zur Begrüßung.


    "Salve, Vespa, Prudentius Balbus, ich möchte euch alles Gute zur bevorstehenden Vermählung wünschen - und dass ihr diesen ersten Tag eures künftigen, gemeinsamen Lebens als so glücklich und freudvoll erlebt, wie ihr euch eure kommenden Jahre wünscht," spricht sie ruhig und bedacht, als sie das Paar erreicht hat - mit ein wenig Unbehagen hat sie schon registrieren müssen, dass sie die erste ist von den Gästen, eine Position, die ihr etwas unangenehm ist - wenngleich ein leichter Akzent verrät, dass sie in den letzten Jahren nicht in Rom gelebt haben kann. Auch wenn ihr die Brautleute persönlich nicht bekannt sind, so gehört doch die Braut zur Familie, und der Bräutigam wird es bald - und ihre Wünsche sind dadurch aufrichtig gemeint.

  • Es war ihr durchaus zugetragen worden, dass eine Verwandte den Weg aus dem fernen Süden hier nach Roma gefunden hatte. Das war sie also. Den Namen hatte sie natürlich auch verraten bekommen. auf die Sklaven war wirklich Verlass in dieser Beziehung. Gern hätte sie vor den Feierlichkeiten noch den Kontakt gesucht. Doch auf einmal war der Tag da und sie musste sich um andere Dinge kümmern. So sahen sie sich gerade hier zum ersten Mal.


    "Salve Caenis. Es freut mich sehr, dass du zu unseren Feierlichkeiten erscheinen konntest und danke für deine Wünsche."


    an der Ehrlichkeit der Worte bestrand für sie kein Zweifel. So lächelte sie vergnügt und fröhlich ihre Verwandte an.

  • Balbus hatte keine Ahnung, wer genau die Dame war, vermutete jedoch, dass sie zur Familie gehörte, da sie aus den privaten Bereichen des Hauses kam. Glücklicherweise löste sich das Problem mit dem fehlenden Namenswissen dadurch auf, dass Vespa sich zuerst äusserte. So konnte Balbus vom Wissen seiner baldigen Frau profitieren und sagte lächelnd:


    "Salve, Aelia Caenis. Auch ich danke dir für deine Wünsche und freue mich, darüber, dass du hier bist."

  • Nachdem sie auch die zweite Tür erfolgreich hinter sich gebracht hatten, erreichten Macer und seine Cousine Philogenia nun das Atrium der Domus Aeliana und damit den ersten ernsthaften Zielpunkt in Sachen Hochzeit. Auf dem Weg hatte sich Macers Anhängsel an Sklaven immer weiter verkleinert. Die Träger mit der Sänfte hatten sie draußen geparkt, wo sich hoffentlich an der Hintertür genauso versorgt wurden wie der Gärtner, den er diesmal als zusätzlichen Fackelträger für den Rückweg mitgebracht hatte. Seinen Sekretär, die Sklavin für Philogenia und seinen Laufburschen als zweiten Fackelträger hatte er noch mit über die Türschwelle gebracht, wo sie dann wohl auch ein Plätzchen finden würden, in dem sie auf die Rückkehr ihrer Herrschaften warten konnten oder darauf, dass ihre Dienste während der Feier gebraucht wurden.


    Für Macer reichte allerdings ein Schulterblick um anzunehmen, dass mit den Sklaven alles in Ordnung war, eben weil sie nicht mehr zu sehen waren. Interessanter war da schon, wer sich im Atrium aufhielt. Im Hintergrund erblickte er den Hausherrn Aelius Quarto, der offenbar mit einem Auguren sprach. Und dann noch eine überschaubare Anzahl anderer Personen, von denen eine unzweifelhaft der Bräutigam Prudentius Balbus war. Aber welche von den Damen in seiner Nähe war jetzt Aelia Vespa? Den Namen der Braut hatte sich Macer extra gemerkt, aber woher sollte er wissen, wer das nun war? Da konnte ihm nicht einmal sein Sekretär helfen. Also ging er erstmal betont langsam auf die Gruppe zu, als wolle er im Gespräch nicht stören, schaute sich noch einmal danach um, ob seine Cousine auch wirklich mitkam und hoffte, unterwegs ein paar entscheiden Worte aufzuschnappen.

  • Und wieder brachte Nahti, der Sklave, neue Gäste zur Hochzeitsfeier und wie gehabt kündigte er sie an:
    “Caecilia Calena, Praefectus Gaius Caecilius Crassus und Senator Quintus Germanicus Sedulus!“

  • Calena war so damit beschäftigt gewesen sich die Anwesenden etwas genauer zu betrachten, dass sie gar nicht mitbekommen hatte wie die Tür von einem Sklaven geöffnet wurde. Wahrscheinlich hätte sie es auch weiterhin nicht mitbekommen, wenn dieser Sklave nicht solch eine seltsame Aussprache gehabt hätte. Dadurch wurde sie nun Aufmerksam auf diesen und drehte ihm ihren Kopf zu. Eindeutig stammte er nicht aus dieser Gegend, denn auch sein Aussehen zeugte von etwas exotischem, auch wenn sie nicht wusste woher er genau stammte, weckte es doch etwas ihr Interesse, da sie ferne Länder mochte. Natürlich kam sie nicht auf die Idee den Sklaven zu fragen woher er denn nun stammte. Wahrscheinlich hätte Crassus ihr dann noch die Leviten gelesen, was eigentlich ein leicht belustigender Gedanke war, aber nicht hier her gehörte.


    Zusammen mit den anderen folgte sie dann diesem Sklaven und schaute sich während dem Laufen immer wieder zu den Seiten hin um. Man konnte ihr die Unerfahrenheit ansehen, wirkte sie doch viel zu neugierig und betrachtete alles mit großen Augen. Es war schön hier. Anders als in der Casa Caecilia und doch wundervoll, auch wenn sie ihr zu Hause sehr mochte. Sie hatte sich mittlerweile sehr gut eingelebt. Calena achtete darauf, dass sie an der Seite ihres Cousins blieb und nicht unterwegs zwischen den Gästen verloren ging.
    Dann kamen sie an den Ort wo sich auch das Brautpaar aufhielt, auch wenn sie die Leute nicht kannte und so gar keine Ahnung hatte wer hier wer war. Es standen schon ziemlich viele Gäste herum und sprachen miteinander, also wartete sie ab was ihr Cousin tun würde.

  • Philogena trug den Schmuck den sie von Valerian geschenkt bekommen hatte. Er leuchtete im Schein der Lichter und schimmerte. Das Armband und die Kette, beides hatte sie an und es passte perfekt zu ihrer aubergine farbenen Stola. Dicht folgte sie Macer. Zwar sah sie sich um versuchte dabei aber nicht zu auffällig zu wirken. Sie musste sich eingestehen, dass sie schon vor den Türen, wo sie gewartet hatten, gehofft hatte den Praetorianer Praefecten zu sehen, aber dem war nicht so gewesen, deswegen schaute sie im Inneren immer mal wieder zu den Seiten ob sie ihn sehen konnte, aber auch hier sah sie ihn nicht. So blieb sie an der Seite von Macer du folgte ihm, denn er lief nun auf eine kleine Gruppe zu wo es sich allem Anschein um die Brautleute und noch weitere Gäste handelte. Sie kannte niemanden und fühlte sich deswegen schon etwas seltsam, denn wenn man es nicht gewohnt war auf solchen Festen zu sein, wo die meisten hochrangige Leute waren, war es schon ein komisches Gefühl. Etwas unsicher lächelte sie ihren Cousin an als er über seine Schulter zu ihr schaute und lief mit ihm weiter.


    Doch schon kurze Zeit später hörte sie wie Gäste angekündigt wurden und sie glaubte ihren Ohren nicht zu trauen als sie den Namen Valerians hörte. Philogena hatte nicht gewusst, dass auch er hier sein würde, denn er schien wegen dieser Ankündigung ein Gast zu sein und nicht als Praetorianer hier zu sein. Vorsichtig blickte sie sich um und versuchte ihn auszumachen, dort wo die Tür war und alle Gäste hereinkamen. Sie glaubte sogar ihn kurz zu sehen, war sich aber nicht sicher weil sich schon die nächsten Gäste in ihr Blickfeld schoben und sie nicht gerade mit Größe gesegnet war. Zu alles und jedem musste sie ja sowieso aufblicken. Nur sehr kurze Zeit später wurde noch ein weiterer Name genannt der ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, denn nun war auch Caecilius Crassus eingetroffen und Philogena spürte gleich ein seltsames Gefühl in der Magengegend. Warum, wieso, weshalb…sie hatte keine Ahnung, versuchte sich aber nicht zu sehr ablenken zu lassen und blickte nach vorne, in die Richtung in die sie schritten. Ihr Herz klopfte etwas schneller.

  • Nachdem sie das Brautpaar beglückwünscht hat und ein warmer, freundlicher Händedruck getauscht sind, beschließt sie mit den Worten: "Ich hätte nicht gedacht, dass meine Rückkehr nach Rom gleich mit dem Glück beginnen würde, bei einer Hochzeit anwesend sein zu können - und so ist es an mir, euch für diesen Tag zu danken. Bestimmt finden wir später noch Gelegenheit für einige Worte." Denn neue Gäste sind herein gekommen, und auch jenen muss die Gelegenheit offenbart werden, mit dem Brautpaar zu sprechen, so tritt die Aelierin zur Seite und stellt sich neben Aelius Quarto, um die Eintretenden zu betrachten. Einer ist prächtiger als die andere, und es besteht kein Zweifel daran, dass es die gens Aelia geschafft hat, den Sprung von der oberen Mitte nach oben zu vollenden. Senatoren, der praefectus praetorio (zumindest Crassus' Name war ihr von der ein oder anderen Acta-Ausgabe ein Begriff) - eine illustre Gästeschar würde Vespa und ihrem Gemahl die Aufwartung machen, kein Vergleich zu der leisen und vergleichsweise unspektakulären Hochzeit, die sie einst mit ihrem verstorbenen Gemahl verbunden hat.


    Aber sie neidet Vespa ihren besonderen Tag nicht, dafür wirkt sie zu glücklich, zu verliebt, ebenso der Bräutigam. Wenn ein junges Paar gute Wünsche verdient hat, dann wohl jene beiden. Schweigend, ein vages Lächeln auf den Lippen, beobachtet sie das Defilée der Gäste und versucht, sich zu jedem der Anwesenden den dazu passenden Namen zu merken, viele der Herren scheinen verheiratet zu sein, hängt doch fast an jedem Arm eine Dame, wobei es ihr seltsam erscheint, wieviele dieser Menschen eine manus-Ehe zu führen scheinen. Oder Brüder mit ihren Schwestern? Onkel mit ihren Nichten? Sie konnte es nicht sagen, waren diese Menschen doch vor allem Fremde für sie.
    "Wird Deine Frau heute auch noch erscheinen?" wispert sie leise in Quartos Richtung. Ein bisschen mehr aelische Präsenz konnte kein Fehler sein.

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