Edessa - Es wird requiriert! oder: So sieht man sich wieder

  • Mit hallenden Caligae marschierte unser Trupp, bestehend aus Sparsus und mir und unser beider Contubernien durch die Strassen von Edessa. Hinter uns klapperten die Hufe der Mulis, die wir dabei hatten, um unsere Beute zu transportieren. Denn wir waren eine von den vielen Gruppen, die zur Zeit die Stadt durchstreiften um Nahrung für unsere Legion aufzutreiben. Beziehungsweise zu requirieren, wenn auch dieses schöne Wort nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass wir letztendlich den Parthern ihre Waren einfach abnahmen. Natürlich bekamen sie dafür dann einen Wisch, ein ordentliches Schriftstück mit Siegel und genauer Auflistung der beschlagnahmten Güter, mit dem sie angeblich später eine Entschädigung verlangen konnten. Aber ich hatte das Gefühl, dass diese Versicherungen nicht mal das Papyrus wert waren, auf dem geschrieben waren, und diesem offiziellen Plündern nur den Anstrich von Legitimität geben sollten. Und da waren die Parther wohl der selben Meinung. Schon viele Flüche und Verwünschungen hatten wir heute geerntet, und den ein oder anderen Steinwurf.
    Feindselig war die Stadt heute, die nahezu ausgestorbenen Strassen strahlten etwas bedrohliches aus, und auch ich sah mich schon längst nicht mehr neugierig nach irgendwelchen schönen Fassaden oder exotischen Erscheinungen um, sondern musterte bloss mißtrauisch die wenigen Passanten die uns begegneten. Die Nachricht vom spurlosen Verschwinden meines Onkels hatte mich schwer getroffen, ich hatte grosse Angst um ihn, und ausserdem eine immer mehr wachsende Stinkwut auf das ganze verdammte Partherpack!


    Stück für Stück arbeiteten wir uns vor. Das nächste Gebäude - langgestreckt, mit hohen Mauern, die in der hellen Sonne von blendendem Weiss waren - sah nach einem Handelskontor aus. Wir verschafften uns Zutritt und kamen in einen grossen Verkaufsraum, der nach dem Sonnenschein draussen erst mal ganz düster wirkte. Gähnende Leere herrschte in den Regalen, Kisten und Säcken. Ein beleibter Mann in langen bestickten Gewändern und bauschigen Hosen, mit grauen Haaren und einem kunstvoll gekräuselten Bart sah uns vernichtend entgegen, dann redete er schnell und unverständlich auf uns ein, und machte abwehrende Gesten und Zeichen, die wohl, so wie ich das verstand, besagen sollten, dass man ihn schon ausgeplündert hatte.
    Tja, und nun? Ich sah unschlüssig und fragend zu Sparsus, der als Tesserarius hier das sagen hatte.
    "Der Bursche will uns doch bloss abwimmeln!", erklärte felsenfest Verax, ein markiger Miles, der nach der Schlacht neu zu meinem Contubernium dazugekommen war. Er stiess eine Türe an der Rückseite des Raumes auf. Dahinter kam ein grosser Innenhof zum Vorschein, eine wahre Idylle mit bunten Mosaiken und in der Mitte einem Brunnen im Schatten eines grossen Granatapfelbaumes. Eine Balustrade mit verschnörkelten Gittern zog sich rund um den Hof. Die Äste des Baumes waren schwer von den Früchten, das Wasser plätscherte melodisch und irgendwo zwitscherte ein Vogel.
    "Aber Holla!" Neben mir pfiff Musca durch die Zähne.
    "Sehn wir uns doch mal n' bisschen um.", schlug Verax vor und grinste raublustig in die Runde, "Mal sehn was wir so finden, hm?"

  • Sparsus hatte sich mit einem kleinen Trupp auf Nahrungssuche begeben und musste sagen, das in der Stadt mehr gelagert war, als es den Anschein hatte. So zogen sie von einem größeren Haus zum anderen. Ja es war schön bei den Reichen und Schönen zu plündern. Er hatte sich nebenbei einen wundervoll gearbeiteten Dolch mit Silberfäden, die um den Griff und um die Klinge gelegt waren und dazu eine goldene Scheide mit kleinen blauen Steinchen. Alles in allem das Wertvollste was er je besessen hatte. Im Ernstfall war das ein Stück Ruhestand am Meer, mit Weibchen und einen Haufen Kindern. Als sie am nächsten Haus ankamen riss sich Sparsus aus seinen Tagträumen und sah sich die leeren Regale an. Allein die waren schon was wert. Nur der Muli würde es wohl nicht tragen können. Pfeifend musterte er den Händler. Arm sah er nicht aus, auch war das Haus viel zu groß um von irgendwem schon geplündert worden zu sein. Als Verax die Tür aufstieß hatte Sparsus Müh und Not nicht mit Sabbern anzufangen. Er sah Trauben und Feigen und Wasser. Mal schauen, ob er den Centurio überreden konnte sein Contubernium hierher zu verlegen. Zur Sicherung der Fundstelle, versteht sich. Verax' Vorschlag quittierte er mit einem Nicken. Nur deswegen waren sie hier.


    "Ja Verax und Musca, ihr macht euch ab in den Garten, ernten was da ist. Körbe finden sich hier. Wenn jemand Äpfel findet, bringt mir einen. Aber passt auf, das die Alte von dem Kerl hier euch nicht mit dem Kochlöffel auflauert, wie im letzten Haus."


    Dann wandte er sich an Serapio, der wahrscheinlich der geistig aktivste in der Runde war.


    "Serapio, sag mal, kannst du Griechisch? Irgendeine Sprache müssen die ja verstehen, wenn schon nicht Latein. Denn irgendjemand muss ihn mit Kreuzigung drohen und fragen, wo hier die Kasse rumliegt.
    Außerdem nehmen wir auch Sklaven und Sachwerte an uns. Bevorzugt aber Essen, Wein und Geld."


    Die Entschädigungspapiere wollte er nicht erst raus holen, da sie sich herrlich als Feueranzünder eigneten. Und den hier ansässigen brachten sie eh nichts, also konnte man die auch behalten.

  • Dichter Nebel schwebte melancholich
    und kummervoll über der Peripherie der Stadt.
    Noch war es nicht soweit, daß die goldene Sonne intensiv
    Am Himmel leutete, es war dunkel. Imposant traten die
    Befestigungen mit ihren Wallanlagen aus dem Nichts.


    Ich, Diagoras, geboren in Melos, aufgewachsen in
    Ephesos und Lehrer in Athen, stand nach einer bald
    sechstägigen Schiffsreise über Paphos an die syrische
    Küste und einem zweiwöchigen Marsch über Antiochia
    nun vor dem Lager des römischen Reiches vor Edessa.


    Eigentlich wollte ich nach Samosata, um meinen
    alten Freund Lukian zu besuchen, von dem ich hörte,
    daß er in Familienangelegenheiten dort weilte. Dann
    aber dachte ich mir: was soll's schauen wir halt auch
    mal in Edessa vorbei, wenn wir schon in diesem von
    allen Göttern der Zivilisation verlassenen Gegend sind.


    Ich hatte es nicht eilig, nach Ephesos oder Irgendwohin
    zu gelangen, nach meinen Abenteuern in Alexandria
    juckte es mich in den Extremitäten, die Welt zu bereisen.
    Vielleicht ist das ständige Aufeinemfleckhocken nicht
    meine Sache. Ein Irrtum, zu glauben, ich werde seßhaft.


    Langsam geht die Sonne auf, ein heller Streifen wird
    am Horizont sichtbar, der langsam in orange übergeht,
    wenn man nur Geduld genug hat, um zuzusehen. Habe
    ich Geduld? Auf der "Delphin" wäre ich fast wahnsinnig
    geworden. Nichts als Wasser, fast drei Tage lang!


    Auf Cyprus habe ich mehr um der Folklore Willen der
    Schaumgeborenen geopfert (und ich wollte einige der
    Tempelsklavinnen beobachten, ich geb's ja zu) und dann
    eine neue Mitfahrtgelegenheit aufgetan. Nette Leute,
    dachte ich am Anfang und freute mich auf die Reise.


    Dann stellte ich fest, daß es sich um kilikische Piraten
    handelte, deren Vorfahren von Pompeius an der lykischen
    Küste angesiedelt worden waren. Wirklich nette Leute,
    als sie aber merkten, daß ich völlig abgebrannt war, und
    sie kein Lösegeld zu erwarten hatten, ließen sie mich stehen.


    Ich stand, vielmehr: saß dann einen Tag herum, bis ich mit
    einer kleinen Gruppe krypto-christlicher Missionare nach
    Antiochia fuhr. Lieber zwei Tage nichts zu tun auf hoher
    See, als nur eine Stunde mit Christen zusammen zu sein.
    "Ubi caritas et amor - Deus ibi est!" ich kann es nun furzen!


    Trotzdem nette Leute, ein wenig einfältig und sehr bemüht.
    In Antiochia, wo ich den Trupp dann verlassen habe, eine
    Zeit lang versumpft, endlich eine echte hellenische Stadt!
    Man möge es mir nachsehen, aber fast hätte ich nach den
    Entbehrungen kaum aus den Symposien herausgefunden.


    Dann hieß es, Edessa sei gefallen. Habe mich also schnell
    wieder in den Stand der Nüchternheit (geistig-körperlich)
    begeben. Während die Pläne reiften, von Antiochia nach
    Samosata zu gehen, kam mir der Fall von Edessa und
    meine Neugierde auf diese Stadt dazwischen. Eheu, Eheu!


    Diagoras ahnt nicht, daß diese Aufzeichnungen, die er im Morgengrauen vor der gefallenen und von Römern genommenen Stadt Edessa eilig auf Papyrus verewigt, 1895 Jahre später als sog. "Bittermüller-Papyrus I" Geschichte machen. Allerdings mit einem leicht anderen Inhalt.

  • (Wie wir inzwischen wissen, hat unser Held zweifelsohne das Geschick, in seltsame und keineswegs, hm, agreable Umstände, ... hineinzuplatzen. Anstelle direkt nach Samosata zu reisen, wo gerade vier angesehene Familien die Hochzeit ihrer Kinder planen und in einer Woche mit Spielen, Spaß und Speisen für alle ausrichten werden, gerät Diagoras von Melos willentlich aber unwissentlich in ein von römischen Legionären der Plünderung preisgegebenes Edessa. Chaos und Anarchie in bester alexandrinischer Tradition mit römischem Kolorit gewürzt erwarten ihn freudig.)


    Diagoras ging nur sehr zögerlich durch die nicht sehr einladenden Straßen und Gassen der Stadt. Überall lagen Leichen oder standen Karren, auf denen Leichen wie Mehlsäcke geworfen lagen, zerborstene Möbelstücke, die wenig kunstsinnigen Legionären wertlos erschienen oder aus eben durch hellenistische Bildung verfeinerten Kunstsinn ihren Weg durch die Fenster im Obergeschoß gefunden hatten, fanden sich überall auf den Pflastern. Ein paar Hühner gackerten zerzaust herum. Hie und da bückte sich Diagoras, um eine aus einem armarium gefallene Papyrusrolle aufzuheben und ohne größere Bedenken einzustecken. Sie mögen für Edessa verloren sein, aber nicht für die Menschheit. Außerdem konnte er selbst wertvollen Papyrus noch auf der Rückseite beschreiben.


    So wanderte er ziellos durch die Straßen, seinen Korb hintersichherziehend und an einer inzwischen leicht verschrumpelten Braunen Sommerbasileus knabbernd. Beruhigt ungemein und lenkt ab.

  • "Ja, so einigermassen.", antwortete ich auf Sparsus' Frage, aber als er sagte was ich übersetzen sollte, wurde es mir ganz anders.
    "Aber Marcus, wir sollen doch nicht plündern! Ausser Essen.", zischte ich zu ihm hin, ganz leise damit die anderen nicht so mitbekamen, dass ich dem Tesserarius wiedersprach.
    "Weisst Du denn nicht mehr was der Primus Pilus gesagt hat? Der schlägt uns zum Krüppel wenn er's irgendwie mitkriegt!"
    Ich überlegte erstmal und legte mir die Worte zurecht. Verax und Musca verzogen sich derweil mit Körben in den Innenhof und rückten den Früchten zuleibe - Granatäpfel, Feigen, Trauben... mir lief das Wasser im Munde zusammen. Der Händler indess hatte beide Hände auf den Ladentisch gestemmt und starrte uns bitterböse an, als sein Paradiesgarten so hemmungslos abgeerntet wurde. Ich räusperte mich und versuchte das ganze irgendwie zivilisiert zu formulieren.


    ~"Chaire guter Mann. Sprichst Du Griechisch? Kannst Du mich verstehen?"~
    Jedenfalls wandte er mir das Gesicht zu und funkelte mich wütend an, also sprach ich weiter, zuversichtlich dass er mein Schulgriechisch schon verstehen würde. Bei dem Kriegsgefangenen, diesem elenden Bastard, hatte es ja auch geklappt mit der Verständigung.
    ~"Wie Du siehst sind wir Soldaten des Kaisers. Er hat euren Satrapen besiegt, eure Stadt aber verschont. Wir wollen Dir nichts tun. Aber ihr, Leute von Edessa, ihr müsst uns verpflegen. Also wo sind Deine Vorräte, Deine Waren? Essen, Nahrung, Mahlzeit - verstehst Du?"~
    Ich führte in einer ziemlich universellen Geste die Hand zum Mund.
    "Gib mir doch bitte mal so nen Zettel", bat ich dann Sparsus und versuchte weiter den sturen Kerl zu überzeugen.
    ~"Du bekommt auch eine... dings..."~ - wie hiess das noch mal 'Bescheinigung' - ~"ein Papier, und wirst später entschädigt für das was wir jetzt mitnehmen."~, behauptete ich, aber ich sprach gegen eine feindselige, abweisende Wand, und meine Kameraden scharrten schon ungeduldig mit den Füssen.


    "Der Drecksack schaut mir entschieden zu hochmütig aus der Wäsche.", grollte Dasius, "los, Serapio, mach schon, droh ihm mit dem Kreuz".
    "Frag ihn ob er hübsche Töchter hat!", lachte Silio, dem das ganze irgendwie Spass zu machen schien, und spielte mit seinem Gladius, zog es immer ein Stück, und liess es dann wieder sirrend in die Scheide fahren. Derweil begann Rupus damit, die leeren Kästen aus den Regalen zu reissen, so dass sie lautstark zu Boden polterten.
    ~"Wo sind Deine Waren?! Los, sag es uns, oder wir ziehen andere Saiten auf!"~, fuhr ich den Mann jetzt heftig an, aber er begann nur wieder in seinem unverständlichen Kauderwelsch zu reden und gestikulierte wild mit den Händen. Mir war hilflos zu Mute.
    Rupus stiess ein Regal zu Boden, so dass die Bretter zerbrachen. Dann noch eines.
    "He, da ist ja noch wer.", stellte er auf einmal fest und zeigte in eine dämmrige Ecke des Raumes, die dadurch erst so richtig frei geworden war. Tatsächlich, eine menschliche Gestalt zeichnete sich dort ab.
    Nervös wie ich war, fasste ich bei dieser Entdeckung gleich den Griff meines Scutum fester (ich hatte es nicht aus der Hand gelegt) und griff erschrocken nach dem Knauf meines Gladius.
    ~"Komm raus da!"~

  • (Was wir, wenn wir nicht gerade 5 Jahre alte und Mamas Liebling sind, auch wissen sollten, daß man niemandem vertrauen sollte. Am wenigsten einem omniscienten Erzähler, der sich in roter Schriftfarbe verbreitert. Natürlich planen in Samosata keine vier angesehene Familien die Hochzeit ihrer Kinder und richten sie nicht in einer Woche mit Spielen, Spaß und Speisen für alle. Es sind nur zwei Familien, von denen eine bezahlt und die andere die Bierbänke organisiert.- Und Überraschung - die Mehlsäcke sind kein Leichen, sondern wirklich Mehlsäcke - sie sehen nur so aus, und wenn sie Diagoras von Melos vor Ihrem geistigen Auge haben, dann wissen Sie, woher die Assoziation stammt. Hinsichtlich der Plünderungen sollten wir unseren Korrepsondenten vor Ort fragen, wir rechnen mit leicht differierenden Erklärungen seitens der Einwohner von Edessa und der römischen Befreiungsarmee. Die Hühner und die Papyrusrollen sind aber echt. Vorerst.- Klappe! "Diagoras in Edessa, die Dritte!")


    Kannst Du mir gerade helfen? Puh! Bah! Diagoras kroch auf allen vieren dem Soldaten rückwärts entgegen. Chaire, hier ist es ziemlich dunkel und ich habe einen "Maschanzker von Edessa" da hinten verloren .... die Dinger sind mir in alle Ecken gerollt. Zu dumm.


    Diagoras erhob sich knarzend und ächzend und klopfte sich den Staub von seinen Kleidern, die ein wenig so aussahen, als hätte er nicht nach einem "Maschanzker von Edessa" gefahndet, sondern nach vergrabenem Wurzelgemüse gewühlt.

  • Sim-Off:

    Wieviele sind das den jetzt? - klingt ja nach insgesammt 7 Mann


    Ziaar konnte nach seiner Flucht bei einer Familie hier in der Stadt Unterschlupf finden. Diese kleidete ihn erstmal wieder richtig ein. Außerdem bekam er das Schwert des hausherren, der zu alt war um gegen die römischen Aggresoren Widerstand zu leisten. Es war eien Ehre zweifelsohne für Ziaar dieses Schwert entgegen zu nehmen, was schon früher römishces Blut geleckt hatte. Und nun würde es es wieder tun. Es hatte wenig Zeit gekostet einige weitere geflohene krieger zu finden, die zusammen eine kleine Widerstandsgruppe bildeten. Sie fanden bei einem Händler ihren ersten Unterschlupf. Im nachhinein betrachtet war das natürlich eine selten dämlcihe Idee, den hier würden die Römer zuerst hingehen udn ales durchsuchen. Doch Ahura sei dank, hatte der Mann einen geheimen Abstellraum hinter einigen Regalen versteckt. Asher, Omar und Ziaar hatten es sich gerade in der kammer bequem gemacht und wollten etwas schlafen, als plötzlich Römer herein stürmten. Sie betrachteten das geschehen aus dem Dunkelen heraus. Ziaar machte sich ernsthafte Sorgen um Falir. Der war nämlich nach oben gegangen um etwas von dem getrockneten Fleisch zu holen. Außerdem sollte er noch ein paar Pfeile suchen.


    Der Händler schire die ganze Zeit, wir sollten die bastarde endlich abschlachten, und Ziaar wünschte, die Römer würden den Händler endlcih das Maul stopfen, nicht das er sie noch verriet. Als die Römer anfingen aufzuräumen und sich ihrer Kammer immer mehr näherten griffen sie zu den Waffen. Das letzte Regal kippte und Ziaar, der im Eingang der Kammer stand, stand nur ncpoh im Halbschatten. ALs er die Stimme des Römers höhrte konnte er sich ein grinsen nciht mehr verkneifen und so trat er eien Schritt hervor. Omar und Asher waren immernoch im Dunkeln und warteten ab was passieren würde. Ziaar schwang das Schwert und hielt es Lotrecht neben seinem Kopf. Die hohen Lagerwände ließen diese Stellung gerade noch zu. Doch für große Seitenhiebe störten die einzelnen Regale. Ziaar würde versuchen sie in die Kammer zu locken und sie dort im Türrahmen einzeln aufzureiben. Ein offener Kampf hier im Verkaufsraum schloss sich aus, da sie stark in der Unterzahl waren.


    Ein Pfeil schoss durch den Raum, der einen feinen Blutnebel hinter sich herzog und sich in den Fussboden grub. Dem Pfeil folgend taumelte einer der Römer mit der Hand am Kehlkopf in den Raum. Ziaar genoss die erschrockenen Gesichter der Römer. Filar war zwar nicht der Hellste, aber er wusste, wie man den richtigen Zeitpunkt wählte. Das Blut des Römers verfärbte die Diehlen und der Körper des Römers kam langsam zur Ruhe. Einer weniger und noch Fünf im Raum. Kein Problem, denn immerhin hatten sie das Überraschungsmoment und die Römer hatten Angst. 8)

  • Sim-Off:

    Tja, anfangs waren es zwei Contubernien. :P Aber ich glaube, die anderen requirieren gerade im Nachbarhaus. ;)


    Es war genau wie in einer dieser thessalischen Schauergeschichten. Die Spannung steigt und steigt, man hört ein Rascheln im Dunkeln, denkt, das blutgierige Monstrum springt gleich hervor - und dann ist es nur die Katze. Beziehungsweise ein staubiger Mann, der uns auf allen Vieren entgegen kroch, und in einem klangvollen Griechisch etwas von einem - wie? was? - Maschanzker erzählte.
    Meine Anspannung löste sich, und mit einem breiten Grinsen liess ich das Gladius wieder los.
    "Äääh... wiebitte? Ähm... ~Chaire. Ein Maschanzker? Was ist denn das?~"
    Es klang irgendwie...niedlich, wie ein kleines Haustier oder so... Der Mann sah, so von der Kleidung und Aufmachung her, auch gar nicht wie ein Einheimischer aus. Eher hellenisch. Vielleicht ein Kunde oder ein Gast. Ich schöpfte Hoffnung, möglicherweise einen Ausweg aus dem Sprachproblem gefunden zu haben. Wenn man miteinander reden konnte, dann war doch alles immer nur halb so schlimm dachte ich (was vielleicht ein bisschen naiv gewesen sein mag), und redete frisch drauflos:
    ~"Entschuldige bitte - mein Name ist Decimus Serapio und ich habe hier gerade ein kleines Verständigungsproblem... Sprichst Du zufällig Parthisch oder Pahlavi oder Aramäisch oder...Osroenisch oder irgendwas was diese Leute hier verstehen...? Du könntest uns wirklich sehr helfen."~
    Hoffnungsvoll strahlte ich ihn an. So ein schönes Griechisch, die Klänge erwärmten richtig mein schwärmerisch-graecophiles Herz. Ich wünschte, ich könnte diese Sprache auch so geschliffen sprechen!


    Meine Kameraden beäugten den Mann eindeutig sehr viel reservierter. Doch auch sie waren von seinem exzentrischen Auftritt ziemlich abgelenkt, so dass wir wohl allesamt arg erschraken, als aus einem dunklen Durchgang auf einmal wirklich die blutgierige Bestie hervortrat - beziehungsweise ein schwertschwingender Parther! Bona Dea! Kannte ich den nicht?! Vollkommen selbstsicher trat er uns entgegen, der vielfachen Übermacht, dabei war er doch allein - oder etwa nicht?!
    Und dann ging alles auf einmal wieder sehr schnell. Ein Pfeil sauste durch die Luft, gar nicht weit an mir vorbei, und eine feine Nässe, wie von Nebel - rotem Nebel - netzte meine Hand. Verax taumelte herein, und fiel zu Boden. So viel Blut... so viel helles Blut strömte da aus seinem Hals.
    "Verax!", japste ich fassungslos, und beugte mich runter, fasste in dem schwachsinnigen Versuch, die Blutung aufzuhalten nach seinem Hals. Genauso hätte ich versuchen können mit blossen Händen den Tiber in seinem Lauf zu hemmen.
    "Scheiss Bogenschütze!" hörte ich Musca draussen fluchen, "der sitzt oben auf der Balustrade" rief er noch, und ich dachte nur: Eine Falle, bei Iuppiter, diese Drecksparther haben uns eine Falle gestellt.
    Verax' Körper zuckte, dann brachen seine Augen und er lag still und stumm. In der Schlacht hatte ich viele Kameraden sterben sehen. Aber jetzt, so plötzlich, aus dem Nichts heraus, erschütterte es mich wieder völlig. Verax war ein netter Kerl gewesen. (Und gut ausgesehen hatte er auch.)
    "Hierher Kleiner", rief mir Dasius zu, der den Schrecken wohl schneller überwunden hatte, und da wurde mir auf einmal klar, dass ich ja in der Schussbahn war! Hastig sprang ich auf und machte einen Satz zur Seite, presste mich an die Wand und sah mich hektisch um. Der Händler verkroch sich gerade unter seinem Verkaufstisch. Silio spähte vorsichtig, schildgedeckt, hinaus auf den Hof, und wollte wohl seinem Kumpel beistehen. Rupus stürzte sich hitzköpfig auf den Parther.... Ja, das war wirklich der Kriegsgefangene, der mir mein Schwert geklaut hatte!
    "Ziaar du mieses Schwein..." zischte ich, "so sieht man sich wieder...", zog mit blutigen Händen mein (neues) Schwert, hob meinen Schild und folgte Rupus in den Kampf. Aber eng war es in der Ecke! Ich drückte mich an einem Regal vorbei, riss den Schild hoch, gegen das gefährliche Krummschwert, und führte, gerade als auch Rupus angriff, einen schnellen tiefen Stich mit dem Gladius unter dem Schild hindurch.
    Dem würde das Grinsen schon noch vergehen!

  • Das da! Diagoras hustete ein wenig und hielt ein verschrumpeltes Dingsda in Luft, das aussah, als hätte es jemand etwa zur Zeit des Troianischen Krieges hier vergraben und vergessen. Ein "Maschansker von Edessa" ist die Frucht des einzig einheimischen und deshalb sehr genügsamen Apfelbaumes, der hier, äh, gedei ....


    Wenige Fußbreit bohrte von Diagoras sich ein Pfeil in den Boden, der Pomologe hüpfte, als sei er im Begriff, auf einen Apfel zu treten, beiseite, ließ den "Maschansker von Edessa" fallen, trat darauf und kreierte ohne zu pfropfen und ohne Umstände den "Matschansker von Edessa". Von irgendwoher brach ein Parther hervor.


    Offensichlicht gibt es hier mehr, als nur Verständigungsprobleme, schnappte Diagoras. Es wurde völlig unübersichtlich, Schwerter wurden gezogen, Befehle und Flüche gebellt, Staub wirbelte auf. Da Diagoras nicht einmal mehr einen Apfel zur Verteidigung oder zum Angriff bei der Hand hatte, wurde er einfach beiseitegerempelt. Einer der Parther (es müssen Dutzende? gewesen sein) fiel über eine viereckige Korbkiste, die ungünstig - für den Parther - plaziert war.


    Diagoras zog den schwerverletzten oder gar sterbenden Soldaten, den der erste Schuß in den Hals getroffen hatte, in eine Ecke und verbarrikadierte sich dahinter. Wenn er an die Existenz der Götter geglaubt hätte, hätte er jetzt gebetet oder ein Gelübde geleistet. So aber blieb ihm nur, "Scheibenkleister! Scheibenkleister! Scheibenkleister!" zu murmeln. Er blickte in das stille Gesicht des Toten.

  • Sparsus ging alles viel zu schnell. Erst der Schatten und der Parther, der aus eben jenen heraus trat und dann Verax, der von einem Pfeil durchlöchert herein stolperte. Jetzt hieß es erstmal beruhigen und sortieren. Und als ob Rupus und Serapio es ihm besonders schwer machen wollten, stürzten sich die beiden Idioten doch tatsächlich in den Kampf mit den Parther. Bei Ceres Titten, er war Tesserarius und kein Offizier. Für so eine Scheisse bekam er verdammt nochmal zu wenig ausgezahlt! Und dass das ein Hinterhalt war mussten die beiden doch mitbekommen haben.


    "Musca sofort reinkommen wenn sich die Gelegenheit ergibt und Serapiuo und Rupus kommt sofort wieder zurück! Oder ich nehm euch auseinander!! Aber lasst ihn nicht aus den Augen, traut er sich in die Mitte des Raums dann greift ihn von mehreren Seiten an und nicht von einer!"


    So doof musste man erstmal sein, dachte sich Sparsus. Man läuft doch nicht in die Wolfshöhle, wenn man weiß, das er einen erwartet.


    "Silio, du wirfst ein Auge auf den Händler. Wenn er fliehen will, stichst du ihn ab."


    Irgendwie war ihm das Auftreten des Händlers eigenartig vorgekommen. Genau dann aufzukreuzen wenn die Parther hier auf sie los gingen. Und dann kam plötzlich noch ein Parther aus einer anderen Ecke auf sie zugerannt. Jedoch stolperte er über eine Kiste. Er war gerade wieder dabei sich aufzurappeln, da ging Sparsus rüber und rammte ihn sein Scutum in den Rücken.
    "So, und jetzt, können wir uns diesem Arschloch zuwenden."


    Der Parther stand immernoch friedlich grinsend vor dem Eingang zu der Kammer. Sparsus zog sein Gladius und winkte ihn zu sich heran. Er sollte ruhig den ersten Schritt machen, wenn er wirklich so selbstsicher war, wie er tat.


    Sim-Off:

    Wie immer bei Beschwerden und Verbesserungsvorschlägen eine PN an Serapio 8)


    2 Contubernien sind 16 Mann wenn ich mich nicht total irre
    das ist glaube etwas viel


    EDIT: Rechtschreibung kann ein Problem darstellen, wenn man sie ncht beherrscht
    wer weitere Fehler findet, darf sie behalten

  • Und schon löste sich der erste Römer aus der Gruppe. Asher und Omar hielten sich im Schutz der Dunkelheit bereit zuzuschlagen, doch wegen einem würde er die Falle nicht zuschnappen lassen. Der Angriff des Römers erfolgte schnell, doch Ziaar schritt seitwärts und schlug mit dem Säbel gegen den Schild des Römers, in der Hoffnung, dieser würde zerbrechen. Doch das Scheißteil hielt die Wucht des Aufschlags ab. Aus dem Augenwinkel heraus sah er, wie sein ehemaliger „Herr“ sich auch plötzlich in den kleinen Kampf mit einmischte. Typisch Römer, nur in der Überzahl fühlten sich diese Schweine stark.
    Aber ihre Götter hatten sie anscheinend nicht mit Intelligenz gesegnet. Selbst einem Blinden wäre klar, dass das eine Falle war. Er gab dem Römer einen Fußtritt, so dass dieser zurück gestoßen wurde. Doch zu schnell fing er sich und griff Ziaar nun zeitgleich mit Serapio an. Genau das war es, was Ziaar vermeiden wollte. Auf Ahura vertrauend, schlug er einen seitlichen Schlag gegen Serapio und stand nun mit der Brust dem anderem Römer zugewandt, der die Gelegenheit nutzte, um mit seinem Kurzschwert zu zustoßen. Im letzten Moment sprang Ziaar nach hinten und stieß mit dem Rücken an ein Regal. Das war verdammt knapp! Auf der anderen Seite des Regales fielen Kisten heraus, die einem Ladengehilfen zum stolpern brachten, der sich anscheinend in das Geschehen mit einmischen wollte.
    Doch kaum war er ausgewichen, schon wurde zu den Soldaten herüber gebrüllt. Die Römer schenkten ihm kurz zu wenig Aufmerksamkeit, sodass er wieder zurück Richtung Türrahmen flüchten konnte. Doch irgendwie schienen sie von ihm abzulassen. Die konnten ihn doch hier nicht einfach so stehen lassen!


    "Respektloses Pack"


    Knurrte Ziaar leise vor sich hin. Er hatte ja schon viel erlebt, aber sowas! Aber immerhin musste er Eindruck gemacht haben, wenn sie schon so schnell Abstand suchten. Langsam ging er einige Schritte vor und schaute sich den Arsch genauer an, der die Römer wieder zurück gepfiffen hatte.
    Und siehe da, da stand so ein grober Klotz in Schienenpanzer und winkte Ziaar mit dem Schert heran. Er war doch nicht blöde! Ganz unweigerlich grinste Ziaar, in der Vorstellung, dass diese arroganten Schweine bald einen Kopf kürzer sein würden. Langsam ging er einen Schritt zurück, in den Halbschatten hinein.

  • Während Diagoras von seinem Platz aus, leicht geduckt hinter dem noch warmen Körper des Römers und stets ein Auge auf seine wertvolle Kiste, die sich dahinschleppenden Ereignisse beobachtete (nichts konnte langweiliger sein, als ein Kampf - und die Römer machten aus diesem öden Ereignis noch einen Sport), schoß ihm zwischen seine dahinwuselnden Gedanken und Blicke ein altes Seemannslied durch den Kopf, völlig fehl am Platze, meilenweit von jeder Küste entfernt, wie er war ...


    Pam-Pambam-Pam-Pam-Pam-Pambam ..., summte Diagoras heimlich, still und leise vor sich hin. "Wir la-gen vor Mi-ty-lene - und ha-tten die Pest a-an Bord ..."

  • Ein schneller Schlagabtausch war das, da in der dunklen Ecke, zwischen Rupus und mir und dem Parther. Der war verdammt gewandt, ein fantastischer Schwertkämpfer, wich aus und setzte nach. Hastig stiess ich den Schild gegen seine Klinge und blockte so den Schlag. Metall klirrte, Holz knirschte, und viel zu eng wars. Eine Ecke meines Schildes verhakte sich beim zurückziehen an einer der Kisten, und der Parther warf sogar ein grosses schweres Holzregal um. Mit viel Getöse zerkrachte es auf dem Boden.
    Ich war wirklich scharf darauf mich zu rächen, es dem Bastard mal so richtig zu zeigen wie Soldaten der Prima (wenn sie nicht gerade volltrunken waren...) kurzen Prozess mit dem Feind machen, vergass jede Vorsicht und wollte schon nachsetzen als Sparsus uns streng zurückpfiff. Oh, der klang wirklich sauer.
    Zähneknirschend leistete ich dem Befehl folge. Meine grösste Sorge war in dem Moment, der Parther - der schon wieder so fies grinste - könnte glauben wir hätten Angst vor ihm. Wutentbrannt starrte ich ihn an. Sparsus winkte ihn herausfordernd mit dem Schwert herbei doch der Parther zog es vor, sich wieder tiefer in diesen dunklen Winkel zurückzuziehen. Naja, das hätte ich wohl genauso gemacht, trotzdem höhnte ich:
    ~"Komm raus du Feigling!"~


    "Da is'n Durchgang dahinter", teilte ich dann Sparsus das mit, was ich bei unserem 'Vorstoss' gerade gesehen hatte. Und betreten machte ich mir klar, dass da bestimmt noch andere Feinde waren, sonst hätte sich der Parther Ziaar doch wohl nicht so verdammt selbstgefällig für uns in Pose gestellt. Oder er bluffte. Oder er war einfach ein unschlagbarer Schwertkämpfer - so wie in den Mythen, die von der kunstvollen, götterbeseelten Kampfkunst aus dem Osten erzählen - und traute es sich zu uns alle miteinander im Alleingang niederzumachen. 8o
    Und jetzt?
    Für einen Moment kehrte in den Wirbel hektischer Bewegung, der hier losgebrochen war, seit dem Pfeil, der Verax das Leben gekostet hatte, Ruhe ein. Wir standen uns gegenüber und keiner schien den ersten Schritt tun zu wollen. Staub tanzte in den Sonnenstrahlen, die schräg in den Raum hineinfielen, und ein leises Summen drang an mein Ohr, eine kleine Melodie, aus Richtung des seltsamen Griechen. Das machte mich ganz nervös, dieses Summen...


    Dann brüllte von draussen Musca, er käme da nicht weg aus seiner Deckung, der Schütze habe ihn genau im Visier. Daraufhin packte Silio den Händler, der sich unter seinem Verkaufstisch verkrochen hatte, am Kragen und zerrte ihn hervor, stiess ihn trotz Zetern in die Ecke wo sich der Grieche verschanzt hatte. Mit dem blanken Schwert fuchtelte er grosspurig vor den beiden herum, stiess wilde Drohungen aus.
    "Sag dem Schweinehund, Kleiner, wenn er nich zack, zack da rauskommt, mach ich Hackfleisch aus den beiden Zivilisten hier!"
    Silio zog eine fiese, blutgierige Grimasse, zeigte mit dem Gladius erst auf den Griechen, setzte dann dem parthischen Händler die Schwertspitze an die Kehle.
    "Wegen Verstecken eines Rebellen gegen das Imperium", fügte er hinzu, "nein...Sympathisieren mit empörerischen rebellischen Kräften!"
    Stolz auf seine Formulierung wiederholte er sie genüsslich noch zwei, dreimal.
    Ich schluckte. Das meinte er doch nicht ernst!
    "Lass sie doch in Ruhe, Silio, vielleicht haben sie gar nix damit zu tun", widersprach ich zaghaft. Aber seine Gesten sprachen ja für sich, da musste ich gar nicht übersetzen. Ich redete mir ein, dass es ganz sicher nur eine Finte war, und rief dann doch auf Griechisch zu dem Parther hinüber:
    ~"Ergib Dich Ziaar. Dann passiert auch dem Händler da nichts. Gegen uns kommst Du eh nicht an."~

  • Plötzlich taumelte der Händler, der ihm die "Maschansker von Edessa" verkauft hatte, in seine Ecke. Einer dieser Gladiatoren fuchtelte mit seinem, na was: gladius herum und drohte, mit ein, zwei Hieben das Völkerrecht, wie Diagoras es kennengelernt hatte, entzweizuhauen. Waren er und der Händler nicht Zivilisten?


    Wie, was? Ein "Rebell gegen das Imperium"? "Empörerische rebellischen Kräfte"? Wer? Ich?


    Das ging Diagoras entschieden zu weit. Was bildeten sich eigentlich diese arroganten Alexandriner ein? Nur weil er in der ekklesia eine andere Meinung vertreten hatte, als diese speichelleckerischen Liebesdiener, verfolgten sie ihn bis hierhier nach Edessa und hießen ihn einen "Rebell gegen das Imperium"? Diagoras hielt die Alexandriner schon immer für maßlos, so maßvoll das Versmaß auch war, aber dieser Tropfen brachte das Pulverfaß eindeutig zum Überlaufen.


    Wieso Ziaar? Wer oder was ist hier Ziaar? Ein Befehl? "Zieh' an!" Oder wie? Keiner im Raum war nackt, nirgendwo lag etwas anzuziehen herum, auch kein Seil, an dem man hätte ziehen können.


    Diagoras von Melos war verwirrt. Verwirrt, aber dennoch gerecht empört. Nicht zuletzt über den Matsch am Boden, den er als die sterblichen Überreste eines seiner wenigen Exemplare des glorreichen "Maschansker von Edessa" erkannte. Barbaren, allesamt.

  • Schnell hatten sich die beiden Flüchtigen wieder zurückgezogen und Sparsus überlegte kurz wie sie am besten weiter vorgehen könnten. Auf Serapio's Bemerkung, das dort hinten ein Durchgang war, nickte Sparsus kurz. Also wirklich eine Falle. Sparsus musste sich eingestehen, das er nicht so recht wusste, wie er mit der Situation klar werden sollte. Seine Aufgabe bestand darin, die Wachen einzuteilen und nicht Rebellen aus hren Kammern zu vertreiben. Und Musca machte die Situation auch nicht leichter.
    Als Silio den Händler packte gab Sparsus ihm einen kleinen Klapps auf den Helm.


    "Reg dich ab! Denkst du, die interessiert der Händler hier?"


    Dann sah er Richtung Tür.Für Musca konnte er erstmal nichts tun. Wenn er jetzt die Gruppe aufteilte, dann gäbe es nur Tote und darauf war Sparsus nicht gerade aus. Aber irgendeine Entscheidug musste gefällt werden.


    "Musca! Bleib noch ein Stückchen in der Deckung, wir holen dich später raus!"


    Sparsus passte das überhaupt nicht, nicht mal ansatzweise. Einfach so eigene Kameraden zurückzulassen. Er wollte ja auch nicht, dass man das mit ihm tat. Doch es ging im Moment einfach nicht anders. Musca konnte nur ab und zu den Kopf rausstecken und hoffen, dass irgendwann dem Schützen die Pfeile ausgingen. Mit Gewissensbissen wandte er sich an Serapio.


    "Frag den Händler ob er hier irgendwo Öl hat, oder Stroh. Das ist seine einzige Chance sich aus der Lage herauszuwinden. Wen er uns nicht hilft droht ihm die Kreuzigung. Und wenn ich ihn selber ans Holz nageln muss"


    Wenn sie die Möglichkeit hätten, hier irgendwie ein bisschen Licht reinzubrngen, wüsste man immerhin schonmal wie es dahinten aussah. Sparsus wartete garnicht erst die Ntwort des Händlers ab, sondern schnappte sich Silio und Rupus. Zusammen bewegten sie sich in Richtung Versteck um römisches Recht durchzusetzen...


    Sim-Off:

    sry für die unentschuldigte Abwesenheit - wie üblich Beschwerden, Kritik und Verbesserungsvorschläge in den Papierkorb

  • Wie auf dem Schlachtfeld, schoss es mir durch den Kopf, als sie die Reiter abgeschossen haben! Die Parther präsentieren sich als leichte Beute, und wenn man zugreift schlagen sie heimtückisch zurück...
    Öl, Stroh? Mein Gesicht leuchtete auf. Was für eine gute Idee!
    "Ja natürlich!", rief ich, und sah beifällig zu Sparsus, dem Listenreichen, "Wir räuchern sie aus! Wir treiben sie wie die Kaninchen aus ihrem Bau."
    Mit Silio und Rupus an seiner Seite rückte er gleich vor. Das versetzte mir schon einen Stich. Mich rief er zurück, aber die beiden sollten an seiner Seite kämpfen! Tja, Faustus, den lässt man besser hinten, Faustus, der Kleine, der ist mehr so als Maskottchen dabei! Genau wie der Primus Pilus auf der Rettungsaktion... keiner traute mir was zu. Beleidigt schürzte ich die Lippen. Wie sollte ich denn jemals zeigen, dass ich auch was draufhabe, wenn ich immer in Deckung warten muss?
    Naja, diesmal lag es wohl mehr daran dass ich dolmetschen sollte, aber trotzdem traf es meinen wunden Punkt. Ich bestürmte den Händler mit den Fragen nach Brennbarem, aber nach Silios glorreichem Auftritt schien er vollkommen die Schotten dicht gemacht zu haben, und starrte mich nur stumm und hasserfüllt an. Der Apfel-Mann hingegen sah vor allem verwirrt aus.
    ~"Öl, Stroh, Heu, Fackeln, Zunder - gibt es hier irgendwas in der Art?? Rede, Händler, Du kommst ans Kreuz, wenn Du uns jetzt nicht hilfst!"~


    Nichts zu machen. Keiner nahm mich ernst hier. Oder vielleicht verstand er mich auch gar nicht. Dasius wühlte derweil in den Haufen von Regaltrümmern und Kisten auf dem Boden. Eilig sah ich mich um. Zwei funzelige Öllämpchen standen zu beiden Seiten des Verkaufstisches. Ich steckte mein Schwert in die Scheide und schnappte mir die Lämpchen, riss dann kurzerhand einen schweren Behang von bunt gemustertem Stoff vor der Wand und kippte das Öl darüber. Vom Boden hob ich ein langes Stück Holz auf, wickelte den ganzen ölbefleckten Stoff drumrum um ihn zu beschweren, und entzündete das Gebilde. Die Flammen umhüllten es so rasch, dass ich mir fast die Finger verbrannte, und es rauchte und qualmte ordentlich. Dasius riss gleich ein Fenster auf.
    "Sparsus, Rupus! Vorsicht, macht mal eine Lücke zwischen euch!", rief ich aufgeregt, und trat hinter sie. Hastig - es war schon fast unmöglich geworden ihn zu halten - schleuderte ich den brennenden Stoff von mir, warf ihn zwischen den beiden hindurch und mitten hinein in diesen ominösen Durchgang. Der war ja zum Glück nicht gerade schwer zu treffen. Es polterte, als das Holz auf den Boden traf, und als die durch den Wurf gedämpften Flammen wieder aufloderten fiel der Lichtschein auf ockerfarbene Kacheln, auf den Parther Ziaar und.....

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  • ... noch zwei weitere, die sie erschrocken anstarrten. Sparsus sah sich schon Tod am Boden liegen, wenn er dort einfach so reingegangen wäre. Aber nun stand es Drei dreckige Rebellen gegen Vier gedrillte Miles der Legio Prima. Sparsus hatte keinen Schritt nach vorn getan, schon wurde eine Decke über die Fackel geworfen, die daraufhin erlosch. Na fein, aber immerhin spielten sie jetzt mit offenen Karten. Sparsus winkte Serapio, Rupus, Sillio und Dasius näher heran. Der Gang war gerade breit genug für Zwei und so gab es kurz ein leichtes Gedränge bis sich alle ihre Plätze gesucht hatten. Nur langsam gingen sie vorwärts. Die Scuti erhoben und bereit zum zuschlagen. Wie die Kammer aufgebaut war, wussten sie ja nun. Links zwei Kisten und überall Stroh, welches rings um die "Fackel" schon gut angekohlt war und noch leicht glühte. Immer langsamer schoben sie sich auf den Durchgang zur Kammer zu. Sparsus hatte nicht vor hier den ersten Schritt zu machen, zumal er ganz vorne stand... 8)

  • Ziaar, Asher und Omar warteten geduldig auf ihre Opfer. Jederzeit bereit dem Ersten, der durch die Tür kam, den Kopf abzuschlagen. Angespannt warteten sie im Halbkreis aufgestellt, in der dunklen Kammer beteten zu Ahura Mazda für ein blutiges Ende dieser römischen Bastarde. Als jedoch letztere anfingen eine improvisierte Fackel in die Kammer zu werfen, brach kurz ein kleines Chaos aus, welches aber schnell wieder abklang. Eine Decke war schnell gefunden und die Fackel war so schnell wieder erlöschen wie sie hereingeflogen war. Nur nützte das alles nichts. Die Falle war aufgeflogen.

    "Diese verdammten Hurensöhne ... "


    knurrte Ziaar wütend. Raus konnten sie nicht und drinnen bleiben brachte ihnen auch keinen Vorteil mehr. Also Entschloss sich Ziaar auf eine andere Stärke zu bauen, ihre Bewaffnung. Die Römer hatten nur diese lumpigen Brotmesser, die hier die Kinder zum spielen bekamen. Sie aber, hatten schwere Säbel, die mit römischen Soldaten kurzen Prozess machten. Langsam nur ging er auf den vordersten der Römer, Sparsus, zu. Ganz leise wurde es und Ziaar hörte nur noch seinen Atem, er hörte wie das Leder knirschte, als er den Säbel fester umgriff und wie der Boden knirschte vom angebrannten Stroh. Und dann grub sich auch schon der Säbel in das Schild des Römers und blieb gott-verdammt-nochmal darin stecken. Nur kurz schaffte es Ziaar die Augen zu verleiern, schon wurde er von einem wuchtigen Hieb beiseite gestoßen. Durch die Kraft des Schlages bekam er immerhin sein Schwert wieder, auch wenn Ziaar erstmal kurz atemlos in der Ecke lag. Na hoffentlich hatten die anderen mehr Glück gegen diese Hunde!

  • Das mit dem Ausräuchern schien dann doch nicht so einfach zu gehen - aber jetzt wussten wir endlich womit wir es hier zu tun hatten! Schnell schnappte ich mir wieder mein Scutum und reihte mich ein, direkt hinter Sparsus. Einen kurzen Blick warf ich noch über die Schulter zurück, zu dem seltsamen Griechen und zu dem eigensinnigen Händler. An dessen Stelle würde ich mich jetzt schleunigst aus dem Staub machen. Ich würde es Sparsus glatt zutrauen, dass er sonst seine Drohung mit dem Kreuz wahr machte.
    Kampfeslustig drängte ich mich hinter Sparsus, und hielt den Atem an, als der Parther Ziaar verwegen auf ihn lossprang - aber Sparsus schmetterte ihn Mars-sei-Dank wuchtig mit dem Schild zur Seite. Das war meine Chance! Ich schob mich in die schummrige Kammer und stürzte mich, Schild voran, auf diesen Hurensohn. Der war ja eigentlich mein Eigentum! Das wollte ich zurück, oder mich wenigstens rächen! Er war zu Boden gegangen von Sparsus Stoss, und ich hatte nicht die geringsten Skrupel das auszunutzen. Diese langen Säbel, die sehen zwar unschlagbar gefährlich aus, und - wenn ich es auch ungern zugebe - viel eleganter und kühler als unsere Gladii... - aber sie brauchen Raum. Flink war ich an ihm dran, unterlief den Schwung seines Säbels, und stiess mit aller Kraft mit dem Schild nach ihm, wollte ihm den metallenen Rand gegen den Kopf rammen!

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  • Sparsus, Silio und Rupus gingen schnell gegen die beiden Verbliebenen vor. Sparsus verpasste dem Linken einen gezielten Hieb mit dem Scutum sodass er zu Boden ging. Rupus stach ihn nieder und Silio konzentrierte sich auf den Rechten. Als dieser jedoch zusah, wie ein Kamerad vom Scutum getroffen bewusstlos und der andere hemmungslos abgestochen wurde, lies er seinen Säbel fallen und faltete seine Hände hinter seinem Kopf, damit ersichtlich war das er sich nciht mehr wehren würde. Für Silio schien das jedoch kein Anlass zu sein nochmal mit dem Schild nachzusetzen und so ging auch dieser Parther zu Boden, von einem wuchtigen Schlag gegen den Kopf getroffen.


    So schnell wie alles begonnen hatte war es nun auch wieder zuende. die beiden lebenden, wenn auch bewusstlosen Parther wurden an den Füßen von Dasius und Rupus nach draußen geschliffen, wobei der Kopf immer unsanft über die Schwelle rumpelte. Den Toten ließen sie zurück. Damit wollten sie sich nciht beschweren, aber die Gefangenen würden noch gekreuzigt werden. Am besten Heute. Wenn sie sich hier beeilten, könnten sie es noch schaffen, die Dreckssäue heute Abend noch festzunageln.


    Doch davor gallt es noch Musca zu retten. Silio und Sparsus nahmen den Toten und warfen ihn durch die Tür nach draußen. Ein Parther mit heraushängenden Gedärmen sollte dem Schützen ein Zeichen sein, das seine Position verloren war.


    Dasius, Serapio - Sucht eine Treppe, die auf das Dach führt und fangt die Sau ab, oder überrumpelt ihn direkt, wenn er sich noch auf dem Dach befinden sollte. Ich will hier endlich weg...


    Sim-Off:

    Ich beschleunige mal etwas, immerhin hinken wir etwas hinterher - Unserem Diagoras von Melos steht es frei zwichendurch verschwunden zu sein, oder noch in seiner Ecke zu hocken ^^


    für Kritik und Verbesserungsvorschläge - einfahc eine PN an Mich

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