Hortus | Peristylium

  • In den schönen Garten geführt dachte Sulla sogleich an seine Jugend als er damals, noch in der Gens Scribonia den Namen "Helga" in einen Baum ritzte. Manche Geschichten bleiben besser im Dunkel der Geschichte verborgen

  • In eine elegante hellblaue neue Tunika gehüllt, mit leichten Sandalen an den Füssen, mit dezentem Goldschmuck behangen und dezent geschminkt, erschien ich im Hortus. In der linken Hand trug ich ein weisses Cape.


    "Ihr seit pünktlich, junger Mann!".

  • "Im Anbetracht der ausgemachten Zeit war dies nicht allzuschwer meine Blume, darf ich?" ich Griff nach ihrem Cape und wollte es ihr umlegen


    "Der Abend ist kühl und soviel Schönheit gar verwirrend. Kennt ihr die Geschichte des Philoktet?"

  • "Oh danke, ihr seit sehr galant."


    Gerne ließ ich mir das Cape um die Schultern legen.


    "Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich seine Geschichte nicht kenne. Mit Literatur habe ich mich bisher nicht sonderlich beschäftigt. Ich bin lieber gereist."

  • "Dann erzähle ich euch auf dem Wege ins Theater den Hintergrund und ihr ergötzt mich bei Gelegenheit mit euren Reisebeschreibungen." Ich trat hinter Drusilla und legte ihr das Cape betont langsam um. So hatte ich für einen Moment einen guten Blick in ihren Auschnitt


    "Herrlich..." entfuhr es mir "ähh, einfach ein herrliches Stück. :D


    Der erste Akt läßt sich wie folgt zusammenfassen:
    In Philoktets Jugend war er mit dem griechischen Helden Herakles befreundet und sein Waffenträger. Als sich nach dem Tod des Herakles niemand fand, der dessen Scheiterhaufen auf dem Berg Oite entzünden wollte, übernahm Philoktetes diese Aufgabe.


    Im Leben spiele ich die Rolle des Philoktet, der Herakles ist mein Bruder Glaucia wohingegen die Factio Veneta den Berg Oite mimt."

  • Eines hatte mich jetzt schon verzaubert, seine Art und Weise wie er mit mir sprach. Wie er seine Geschichte erzählte. Ich war auf mehr gespannt. Es würde sicher ein wundervoller und spannender Abend.


    "Wenn ich mir Euch in der Hauptrolle vorstelle, wird es mir sicher leichter fallen, den Hergang zu verstehen."


    Seine Blcke in meinen Ausschnitt waren mir ebensowenig entgangen, wie seine schnell verbesserte Äusserung. Beides verzieh ich ihm grosszügig.

  • "Dann lass uns gehen" Mein Arm wartete auf Ihren
    "Ich erzähle ein wenig weiter bis wir an der Sänfte sind.


    Im zweiten Akt wurden ihm der Bogen und die Giftpfeile, die in die Galle der Hydra getaucht worden waren, des Herakles vermacht. Nachdem Paris Helena von Sparta geraubt hatte, fuhr Philoktetes als einer der Anführer der griechischen Streitkräfte mit sieben Schiffen nach Troja, um am Trojanischen Krieg teilzunehmen.


    Hier würde ich Messalina als Hydra, Germanica Aelia als Helena und Corvus als Paris besetzen ;)


    Helena war wunderschön wie Du sicher weisst. Ich überdenke gerade die Rollenvergabe"

  • An einem schönen Wintertag wie diesem begab sich Nikias in das Peristyl des neuen Domizilis der Pompeianer. Der Hausherr und Perilia hatten wirklich Geschmack. Mit einer Papyrusrolle wandelte er zunächst noch genüsslich durch den Garten und betrachtete die Vögel am Himmel, bevor er sich auf einer der Marmorbänke in der Mitte des hortus niederließ. Er rollte den Papyrus ab und studierte die jüngst herausgegebenen Schriften des Plinius Secundus, dessen Briefe ihn stets erfreuten.

  • C. PLINIUS SEPTICIO SUO S.
    Frequenter hortatus es, ut epistulas, si quas paulo curatius scripsissem, colligerem publicaremque. Collegi non servato temporis
    ....


    Wooooooorm schallte es durch die Casa und unterbrach Nikias beim Lesen der Schriften, dann setzte das Geschrei ein, das aus dem Atrium zu kommen schien.
    " Ooohhhh, was ist es denn jetzt schon wieder...!? :rolleyes: " dachte sich Nikias und schüttelte leicht den Kopf. Er glaubte die Stimme Drusillas zu erkennen... Die Götter hatten ihr genausoviel Temperament geschenkt wie Schönheit.... " aiaiai "... dann versuchte er sich wieder zu konzentrieren
    ...temporis ordine - neque enim historiam componebam -, sed ut quaeque in manus venerat. Superest ut nec te consilii nec me paeniteat obsequii. Ita enim fiet...

  • Ich ging durch die Casa einen Mann im Peristylium sitzen. Er war mir bis dato unbekannt, sodass ich mich vorstellen musste. Er schien beschäftigt, sodass ich mich langsam von der Seite näherte.


    "Salve, ich bin Decimus Strabo. Es tut mir leid, sollte ich dich gestört haben, aber ich musste mich wenigstens mal vorstellen."


    Breit lächelnd stand ich nun neben ihm.

  • Während Nikias murmelnd in seine Schriften vertieft war, entriss ihn eine Stimme der Literatur. Er erhob seinen Blick und ein Mann stand neben ihm, der sich als Decimus Strabo vorstellte. Nikias hatte keine Ahnung, wer er war und wie er hier herkam, aber für ihn entpuppte sich dieses Haus langsam zu einer ´Villa der Mysterien´ ;)
    Nikias erhob sich von der marmornen Bank und sprach..." Chaire, Decimus Strabo! Nein, du hast mich nicht gestört, denn wichtiger als das Geschriebene ist nur das Gesprochene, denn hier kann das Gegenüber Zweifelhaftes beantworten. Diese Schriftrollen beantworten mir meine Fragen nicht. Ich bin Kallydianos Nikais."

  • "Ah, dem Namen nach wohl Grieche. Auch dem Bildungsstand nach zu schließen. Ach übrigens, du fragst dich das sicher schon: ich bin Peregrinus, doch von der Geburt her Pompeianer. Das Blut des großen Pompeius fließt in mir.


    Aber genug von mir, du kommst, so glaube ich aus Griechenland. Was verschlägt dich aus dieser wunderschönen Provinz der höchsten Kultur und Sprache zu den ungehobelten Römern?"


    Ich wusste um die Meinung der Griechen, dass wir Römer Barbaren seien. Ich fand diese Ansicht immer wieder sehr belustigend.

  • Nikias staunte kurz...schon wieder ein neuer Pompeianer " Dieses Haus hat schon bald mehr Pompeianer, als Argus Augen! " dachte er sich.
    " Ja, ich bin, genaugenommen, Grieche. Aber bereits im Kindesalter nahm ein Römer meinen Vater und mich mit nach Rom, wo er seine Schulden bei diesem Römer abarbeiten musste. Dann aber bald wurden wir verkauft. Diese Familie ließ mich, die Götter mögen sie schützen, mit ihren Kindern ausbilden und später war ich selbst der Hauslehrer dieser gütigen gens, bis der pater starb und dessen Sohn, welchen ich Jahre unterrichtet hatte, mich freiließ. Eigentlich führte mich mein Weg nach Hispania, doch das Schicksal wieder nach Rom...es kam in der Gestalt der Perilia auf mich zu. "
    Ja, an das nette Treffen in Sargunt musste Nikias denken und fing dabei an zu schmunzeln.

  • " Philosophie?..." Dass gerade ein Römer danach fragte, dachte sich Nikias, wollte doch schon der alte Cato diese verdammt wissen. Dann fuhr er fort "...vielleicht weniger als es sich für einen Griechen an sich oder nach römischem Verständnis für eben jenen geziemt. Diese Schriften sind mir aber auch durchaus bekannt. "

  • Nikias saß im Peristyl und las in seinen Schriften. Das Winterwetter war kalt, doch machte einem Griechen das wenig. Wo er her kam, dort badete man in kaltem Wasser, nicht wie die Römer in warmem...

    Omnis homines, qui sese student praestare ceteris animalibus, summa ope niti decet, ne vitam silentio transeant veluti pecora, quae natura prona atque ventri oboedientia finxit. Sed nostra omnis vis in animo et corpore sita est: animi imperio, corporis servitio magis utimur...


    " Jaja, wie Recht der Gute doch hat..." lachte Nikias.
    Doch noch immer wartete Nikias auf Arcilianus. So langsam sollte dieser erscheinen...

  • Die Sonne war herausgekommen und die Temperaturen sprunghaft angestiegen, nur der starke Wind vermochte den Eindruck eines schönen Frühjahrstages zu zerstören.
    Nikias hatte sich, wie er es gern tat, in das Peristyl des Hauses zurückgezogen und ging die Post durch. Ein ganze Stapel hatte sich da gesammelt. Post für Strabo von einer Priesterin, von Trimalchio..." ach "...da war auch was für ihn dabei. Nikias überflog die Zeilen des Briefes, den Trimalchio ihm zugesandt hatte und konnte den Inhalt kaum fassen....."aiaiai"...Der Pompeier hatte ihm ide Goldschmiede vermacht.
    Nikias beherrschte zwar die Töpferkunst, doch bei den Goldschmiedearbeiten war er wohl eher unkundig. Hier würde er auf die Fähigkeiten des Sklaven zurückgreifen müssen. Doch die hellenischen Muster kannte er nur zu gut und seine Kreativität würde für den ausführenden Sklaven wohl eine Herausforderung bedeuten.
    " Arcilianus "...las er weiter. Nein, von dem Sklaven hatte er nichts mehr gehört, doch würde er sich da lieber noch an Strabo wenden, der mit der Sache betraut war.

  • Nikias hatte ein Schreiben bekommen und nahm es mit ins Peristyl, seinem Lieblingsplatz in der Casa, vielleicht auch, weil diese Erfindung der Römer so eigentümlich griechisch war! So setzte er sich und las...


    MARCVS AELIVS CALLIDVS DIDASKALO SVO S.


    Lange habe ich dir nicht geschrieben, noch länger habe ich dich auch nicht gesehen. Doch kam mir längst zu Ohren, dass die gens Pompeia sich deiner Dienste erfreuen darf. So es dir deine Zeit erlaubt, besuche mich doch in Misenum, wo ich als Duumvir ein Opfer abhalten werde. Denn ja, Dank deiner Mühen, deines Unterrichts und manchmal deiner Strenge habe ich die Ämter bis zum Duumvirat bekleidet und hoffe, dass deine Lehren mir noch weitere Türen öffnen mögen.
    So reise schnell ab und sorge dich nicht um Speisen, Trank und Unterkunft!


    mathetes sos


    Marcus


    Danach fiel ihm ein, dass er seinem herrn Trimalchio einmal schreiben sollte, was dieser in Rom verpasste. Dabei könnte er auch gleich wieder das nette junge Mädhen beim Cursus Publicus besuchen.

  • Nikias setzte sich wie gewohnt auf eine marmorne Bank, die den Blick auf die blühenden Sträucher und Blumen zuließ. In der Hand hilet er eine Papyrusrolle und so begann er, seinem Herrn Trimalchio einen Brief zu schreiben, um ihn in Germania nun endlich über die Geschehnisse in Rom zu unterrichten....

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