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Thema: [Domus] Factio Veneta
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden 27.09.2020 17:51 Forum: Panem et Circenses


Zu den Aureliern gehörte der etwas reserviert wirkende Fremde also. Nun, wenn er sich für die Factio Veneta interessierte, war das natürlich hervorragend. Hochstehende Mitglieder aus der Nobilität waren natürlich stets willkommen, besonders wenn sie durchblicken ließen, möglicherweise Mitglied werden zu wollen.
Oder Interesse hatten, wie Laevinus es ausdrückte. Die Domus war auf solche Eventualitäten natürlich immer vorbereitet. In diesem Haus waren schon Consuln, Senatoren und Prätorianerpräfekten ein und aus gegangen (neben Tiberius' deutlich bescheideneren Verwandten) und daher war Tiberius zuversichtlich, dass sie dem Interesse des Aureliers in adäquater Weise entgegen kommen würden können.
Entsprechend antwortete er mit einem verbindlichen Lächeln:

"Nun, dann bist du hier an der richtigen Stelle, würde ich sagen. Wenn du gestattest wird sich unser guter Narcissos hier", Tiberius winkte dem Türwächter. ,"um dein Gefolge kümmern und ich zeige dir, was wie hier bei der Factio Veneta so in Petto haben?"

Er machte eine einladende Geste zur geöffneten Tür der Domus.
Thema: [Domus] Factio Veneta
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden 26.09.2020 15:06 Forum: Panem et Circenses


Der Zufall wollte es, dass Tiberius gerade in an der Tür der Domus war und mit dem Torwächter ein Schwätzchen hielt, als der Sklave des Aureliers an die Tür klopfte. Der Valerier war gerne hier. Gute Gesellschaft, guter Wein und Wagenrennen. Mehr brauchte man eigentlich fast nicht.
Den Mann der da hatte anklopfen lassen, kannte er nicht. Die Tatsache, dass er mit einem Leibsklaven aufgetaucht war und sein ganzer Habitus wiesen aber darauf hin, dass es sich um jemanden der gehobenen Schicht handeln musste.
Oder jedenfalls jemand, der reich war.

"Salve, mein Freund. Ich bin Tiberius Valerius Flaccus. Kann ich dir weiter helfen?"
Thema: Gentes Sim-Off-Verwalter
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Gentes Sim-Off-Verwalter 22.09.2020 09:40 Forum: Allgemeines


Anwesend großes Grinsen
Thema: Was lest ihr denn so?
Tiberius Valerius Flaccus

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20.09.2020 22:40 Forum: Allgemeines


Also ich les jetzt grade wieder zum fünfmillionsten Mal die Cicero - Romane von Robert Harris. Da macht man nichts falsch bei, ich fand alle Teile sehr stark.
Ich muss aber sagen, dass ich gern mal was lesen würde, das in der Frühzeit spielt. Die Vertreibung der Könige und Lucretia hat ja einiges an Dramatik zu bieten. Oder Romulus'n'Remus oder oder. Das Ende der Republik und Caesar kennt man ja mittlerweile ganz gut.
Thema: Reform der Aufnahmeprozedur
Tiberius Valerius Flaccus

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20.09.2020 13:32 Forum: Ideen-Board


Sehr gut
Thema: Reform der Aufnahmeprozedur
Tiberius Valerius Flaccus

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Reform der Aufnahmeprozedur 20.09.2020 11:31 Forum: Ideen-Board


Wo wir hier schon über diverse Neuerungen diskutieren, bringe ich mal die Aufnahmeprozedur ins Spiel.
Es ist ja so, dass die SimOff-Verwalter der Aufnahme zustimmen müssen. Das ist auch gut so, schließlich will man ja sehen, ob die betreffende Person zur Familie passt. Für die neuen Spieler, insbesondere, wenn er gerade auf das IR gestoßen ist, ist es allerdings schwerlich ersichtlich ob eine Gens einen aktiven Verwalter hat, der ihn überhaupt rein lässt. Vielleicht könnte man einen Mechanismus entwickeln, der einem potentiellen Mitspieler sagt, bei welchen Gentes es sich lohnt anzuklopfen und bei welchen gerade keiner zuhause ist.
Thema: Tiberia Stella - vom Himmel gefallen
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Tiberia Stella - vom Himmel gefallen 20.09.2020 11:26 Forum: Anmeldung


Salve Stella, und auch von mir herzlich willkommen. Ich drängele mich genau wie Scato mal kurz vor die Stadtwache.

Ich darf den Ausführungen des geschätzten Scato noch hinzufügen, dass die noble Gens Tiberia derzeit führungslos ist, da Nero Tiberius Caudex als SimOff-Verwalter jüngst das Zeitliche gesegnet hat und entsprechend nicht mehr vorhanden ist. Der hätte deiner Aufnahme zustimmen müssen. Würdest du also auf die Aufnahme in die Gens Tiberia bestehen, würde das wahrscheinlich eine geraume Zeit dauern.
Alternativ könntest du dir eine der anderen patrizischen Gentes aussuchen. Aktiv sind die Gens Flavia, deren Chef Ende des Monats zurück kommt und die Gens Aurelia.
Thema: Er durchschreitet die Anmeldung
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Er durchschreitet die Anmeldung 18.09.2020 15:30 Forum: Anmeldung


Wenn ich der Stadtwache mal in unverschämter Weise vorgreifen darf: Plinia Chrysogona, die SimOff-Verwalterin der geschätzten Gens Plinia ist seit geraumer Zeit abwesend.
So du also nicht auf unbestimmte Zeit in der Anmeldung warten möchtest, müsstest du dir ggf. eine andere, am besten aktive Gens aussuchen.smile

Aktiv* sind Stand jetzt insbesondere die Gentes (In keiner besonderen Reihenfolge):
Decima, Furia, Aurelia, Germanica, Sergia, Quintilia, Octavia, Didia, Valeria, Iulia, Atia und Purgitia
Ich entschuldige mich, wenn ich welche vergessen oder übersehen haben sollte. Der Chef der Flavier ist bis Ende des Monats abwesend.
Du findest die Gentes auch im Tabularium. Halte am besten Ausschau nach Gentes, deren SimOff-Verwalter in den letzten Tagen gepostet hat, oder online war.

Grüße
Flaccus

*in dem Sinne, das die SimOff-Verwalter, die hier zustimmen müssten anwesend sind
Thema: Triclinum - Das Speisezimmer
Tiberius Valerius Flaccus

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Weinseliges Schwätzen 18.09.2020 13:24 Forum: Casa Valeria


Es war unter den Cliquen der Advokaten und Gerichtsredner schöne Tradition*, dass man sich gelegentlich beieinander zuhause zum geselligen Treffen einstellte. Darauf legte man allgemein erheblichen Wert. Offiziell ging es darum, dass man trotz des Umstands, dass man sich tagtäglich im Gericht gegenüberstand trotzdem gute Beziehungen untereinander pflegte. Bei diesen Zusammenkünften konnte man dann bei einer unbescheidenen Menge Wein etwaige Missverständnisse ausräumen. Dies sollte dafür sorgen, dass sich die Herren nicht mehr in irgendwelche sinnlosen persönlichen Fehden verstrickten, als unumgänglich war. Solche waren für die Klienten schädlich, für die Iudices enervierend und für die Rechtspflege Gift. De fraglichen Leute ließen sich, wenn es um gesellige Runden ging. Und so war es heute wieder einmal bei Tiberius, dass sich eine kleine informelle Runde versammelt hatte. Dabei war neben Tiberius auch der alte Numerius Calvisius Tubero mit seinem Schüler Faustus Saltius Geminus, der angesehene Strafverteidiger Quintus Paeonius Melinus und der Gelehrte Decimus Cornificius Sabinus, der für Tiberius ein großes Vorbild war.

Besagter Sabinus, der nicht nur Namensvetter des großen Sabinus des vorigen Jahrhunderts, sondern auch wie auch Tiberius und die anderen in der Runde entschieden zu den Traditionalisten in seinem Feld gehörte, war bereits in guter Stimmung und war auf sein Lieblingsthema gekommen.

"Und dann vor ungefähr sechzehn Jahren kam der Senat und ist wie ein Wirbelsturm durch die Gesetze gefegt." Man merkte dem älteren Gelehrten die Indignation noch ziemlich an, selbst nach so langer Zeit. "Ohne größere Rücksicht auf Verluste. Wer hat sich diesen Codex Iuridicialis ausgedacht, ernsthaft Kollegen. Überhaupt die Form des Codex an sich, Kollegen. Der vergöttlichte Iulianus wird sich zwar sicher etwas dabei gedacht haben, als er diese Form vorschlug, aber die kaiserliche Grundidee, die ja durchaus gut gelingen kann, wenn man sie richtig anpackt."
Tiberius wusste genau, dass Sabinus absolut nichts von Kodifikationen hielt, genau so wie der Rest der Anwesenden. Dass Sabinus die "Grundidee" lobte war bloß eine Ergebenheitsadresse an den vergöttlichten Kaiser, mehr nicht. Zu Sabinus Selbstverständnis, wie auch zu dem des Tiberius gehörte die Loyalität zum Kaiser ohne Diskussion und das wusste hier auch jeder.

"Jedenfalls wurde die Idee im Senat nach und nach verschlimmbessert, wenn ihr mir diesen Ausdruck verzeihen mögt, Kollegen." Sabinus legte eigentlich stets Wert auf eine gepflegte Ausdrucksweise. Diesen Punkt machte Sabinus sehr gerne. Es war gewissermaßen sein "Delenda Carthago".

Normalerweise hätte die Runde zustimmend genickt und wäre zu einem fruchtbareren Thema übergegangen. Weder Kaiser noch Senat waren dabei auch nur Anstalten zu machen, das traditionelle Recht zu restaurieren.

Doch heute Abend hatte Tubero noch einen Einwurf zu machen. "Und sogar unserem lieben Valerius hier, sagt man ja nach, dass er durchaus an der neuen Lex Marcatus beteiligt war, die sicher ein Fortschritt darstellt, aber und du wirst mir verzeihen, nicht eben traditionell ist."
Da hatte Tubero durchaus Recht. Die Lex Mercatus war nicht traditionell. Trotzdem.
"Die Lex Mercatus so wie jetzt ist, ist ein guter Kompromiss, der sich bewährt hat will ich meinen." antwortete Tiberius. Doch Sabinus schnaubte nur. "Ja. Guter Kompromiss. Der arme Verkäufer wohl eher. Unser wunderbar ästhetisches, ausgeglichenes Prinzip, dass der Vertrag schon bei der Einigung perfekt ist, der Käufer das Risiko trägt und der Verkäufer dafür die Custodia zu tragen hat, ist vollkommen aus dem Gleichgewicht." Er seufzte vernehmlich.
Tiberius hatte an sich keine Lust das hier auszudiskutieren. Dafür hatten alle Anwesenden schon zu viel getrunken. "So antwortete er. "Du übertreibst wie immer." Bevor er allerdings genötigt wurde, weitere Ausführungen zu machen, kam ihm Tubero zu Hilfe:
"Kollegen, ich glaube wir sind uns in dieser Runde alle einig, dass manches zu jener Zeit mit gar zu großer... Entschlossenheit und Enthusiasmus geregelt wurde. Statt zu lamentieren, sollten wir darüber nachdenken, wie wir an den Stellen, an denen die ehrenwerten Senatoren seinerzeit etwas über das Ziel hinaus geschossen sind, ein paar Reformen anbringen können."

Sabinus war amüsiert. "Ha. Da hast du recht Tubero. Schön gesagt. Dass ich mal drüber nachdenke, mich als Reformer zu bezeichnen. Deine Idee, Tubero läuft aber schon aus dem Grund vor eine Wand, dass du hier keine Senatoren oder sowas erblickst und weder du noch ich jemals einen Fuß in diesen erlauchten Kreis setzen werden. Völlig außer Reichweite, so wie deine Rechtsreform."

Das war nicht zu bestreiten.
Tiberius war nicht in der Stimmung den Herren seinen lang gehegten und gepflegten Plan, wenigstens in die Nähe dieser höheren Sphären aufzusteigen zu offenbaren.

Deshalb sagte er nur. "Nun man wird sehen, nicht. Man wieß nie was einem Magistraten so einfällt. Was aber nicht außer Reichweite ist, Kollegen, ist der Falerner." Großzügig ließ er den anderen nachschenken. "Was sagt ihr eigentlich zu den Spielen neulich?`Ich muss ja sagen, Wagenrennen sind mir lieber."


Sim-Off: *Dafür gibt es soweit ich weiß keine Belege, I'm making this up, aber von einer gewissen Geselligkeit innerhalb sozialer Zirkel kann man wie beim Rest der römischen Gesellschaft durchaus ausgehen. Deswegen scheint es mir zumindes nicht ausgeschlossen großes Grinsen
Thema: Taberna liberum rarorum
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Taberna liberum rarorum 17.09.2020 19:29 Forum: Mercatus Urbis


Endlich war auch der Teil des zweiten Buches fertig, welcher sich mit den Obligationen beschäftigen würde.

   


Liber Secundus
Subpars II - De Obligationibus

Nun wollen wir zu den Obligationen übergehen. Diese werden auch Verbindlichkeiten genannt. Die Verbindlichkeit bestehen in einem rechtlichen Band, durch das uns der Zwang auferlegt wird, irgendeine Leistung zu erbringen. Natürlich steckt hinter dieser Formel eine Vielzahl von Dingen, die man beachten muss.

Dies beginnt damit, dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir man sich den Umgang mit den Obligationen vorstellen muss, also die Theorie. In unserem Gemeinwesen denken wir die Obligation ganz praktisch von ihrer Klage vor Gericht her. Diese wird auch Actio genannt. Deshalb spricht man auch gerne vom aktionenrechtlichen Denken. Das Anrecht eines Verkäufers auf den Kaufpreis für die Ware, versteht man im römischen Gemeinwesen als Klagemöglichkeit vor Gericht. Ob es also ein Anrecht auf etwas gibt richtet sich danach, ob es eine passende Klage gibt. Die existierenden Klagen richten sich nach dem Edikt und den Entscheidungen des Prätors.

Was kann also Inhalt einer Obligation sein? Allgemein könnte man sagen, dass es um Verpflichtungen geht, deren Inhalt Vermögenswert hat. Daher kann man z.B. das Eheversprechen nicht vor dem Prätor einklagen. So wird man vor Gericht auch bis auf wenige Ausnahmen stets zu einer Zahlung von Geld verurteilt.
Damit eine wirksame Obligation zustande kommt, müssen im Allgemeinen einige Voraussetzungen gegeben sein.

Zum einen muss die Leistung überhaupt möglich sein. In unserem Gemeinwesen gilt: impossibilium nulla est obligatio. Man kann einem anderen nicht versprechen, für ihn den Mond grün zu färben oder man kann auch keinen locus religiosus verkaufen. Passiert solches, ist die Obligation überhaupt nicht zustande gekommen. Bei dieser Grundregel sind jedoch einige Dinge zu beachten. Denken wir über die Unmöglichkeit nach, fallen uns eine Vielzahl von Umständen ein, die dafür sorgen können, dass eine Leistung nicht erbracht werden kann, bei denen es nicht um absurde Dinge, wie die Färbung des Mondes oder solche Dinge, wie die die dem normalen Rechtsverkehr entzogen sind, wie religiöse Sachen geht. Wie ist es zum Beispiel, wenn jemand etwas kauft, aber schlicht nicht das Geld hat, um die Sache zu bezahlten? Wenn man jemandem etwas versprochen hat, obwohl man die Leistung nicht erbringen kann, während sie einem anderen möglich ist, so ist die Verpflichtung, wirksam entstanden. Mehr zu diesem Thema an späterer Stelle.

Eine Leistung darf auch nicht dem ehrwürdigen Mos Maiorum, also den guten Sitten unseres Gemeinwesens, über die sich jeder klar ist, widersprechen.

Eine Verpflichtung darf auch den verschiedenen Verbotsgesetzen des Gemeinwesens nicht widersprechen. Von diesen Verbotsgesetzen gibt es drei Arten. Die Leges perfectae. Danach kommt eine Verpflichtung schon überhaupt nicht zustande, wird gegen das Gesetz damit verstoßen. Die Leges minus quam paefectae. Danach kommt die Verpflichtung zustande, man wird aber dafür bestraft. Als drittes die Leges imperfectae. Hier kommen die Verpflichtungen zwar zustande und man wird auch nicht bestraft, aber der andere bekommt eine Einrede gegen eine mögliche Klage in dieser Sache.
Es kann auch keine Verpflichtung entstehen, wenn die Leistung erst nach dem Eintritt des Todes des Empfängers geschehen soll.

Natürlich muss die Leistung, auf die verpflichtet werden soll, auch bestimmbar sein, denn die Beteiligten müssen wissen, was sie da überhaupt versprechen.
Schließlich kann man auch keine Leistungen zugunsten oder zulasten dritter Personen versprechen, die nicht an dem fraglichen Geschäft beteiligt sind. Alteri nemo stipulari potest.




   


Sehen wir uns doch nun einmal die wichtigsten Obligationen in aller Kürze einmal genauer an und beginnen dabei mit dem Kaufvertrag.
Wir finden sie im fünften Paragraph der Lex Mercatus.
Der Kaufvertrag ist ein sog. synallagmatischer Konsensualvertrag zwischen Käufer und Verkäufer. Das bedeutet, dass er formfrei durch Consensus, also die Übereinstimmung über den Austausch von Ware und Preis und die Art des Geschäfts zustande kommt. Er beinhaltet die Hauptverpflichtungen der Leistung von Ware und Preis. Traditionell ist der Kaufvertrag ein Vertrag, bei dem alle Umstände der Bona Fides, des guten Glaubens beachtet werden müssen und so kommen mit dem Kaufvertrag auch Nebenpflichten wie z.B. Aufklärungs-, Schutz- und Sorgfaltspflichten zu den Hauptleistungspflichen hinzu. Die Klagen sind traditionell die Actio Empti für den Käufer und die Actio Venditi für den Verkäufer.

Der zweite wichtige traditionelle Konsensualkontrakt ist die Locatio Conductio. In der Lex Mercatus findet diese sich in Gestalt des Werkvertrages und des Mietvertrages. Traditionell beinhaltet die Locatio Conductio auch noch Vereinbarung zu Dienst und Pacht.
Bei der Miete hat der Eigentümer dem Mieter eine Sache gegen Entgelt für eine gewisse Zeit zu überlassen. Ähnlich bei der Pacht. Diese betrifft Grundstücke. Beim Werk wird, wie der Name schon sagt, ein bestimmtes Werk geschuldet, wohingegen beim Dienstvertrag gewissermaßen die Arbeitszeit von den Dienstleistenden gegen Entgelt zur Verfügung gestellt wird. Die Klage ist die Actio Locati respektive Conducti, je nachdem ob man im konkreten Fall Locator oder Conductor ist.

Ein wichtiges traditionelles Konsensualgeschäft ist auch das Mandatum, welches wir nicht in der Lex Mercatus finden. Das Mandatum hat einen unentgeltlichen Auftrag zum Inhalt. Den Auftraggeber bezeichnet man als Mandant, den Auftragnehmer als Mandatar. Der Mandatar ist verpflichtet, den angenommen Auftrag pflichtgemäß zu erfüllen. Hinzu kommen Nebenpflichten, die typischerweise nach bona fides anliegen. Der Mandant hat dem Mandatar bei pflichtgemäßer Ausführung aber möglicherweise entstandene Schäden und Aufwendungen zu ersetzen.




   


Gehen wir nun zu den wichtigsten Realkontrakten über. Diese kommen durch Consensus und die Übergabe einer bestimmten Sache zustande. Traditionell prominent ist der Leihvertrag. Ein solcher durch Hingabe einer Sache im Einverständnis, sie schonend gebrauchen zu dürfen und sie danach zurückzugeben, zustande. Es besteht hier sodann keine Pflicht für die Leihe ein Entgelt zu bezahlen. Die Klage ist die Actio commodati directa für die Rückgabe der Sache, oder die Actio commodati indirecta, möchte man als Entleiher gewisse Aufwendungen verlangen-

Ebenfalls in diese Kategorie fällt das Mutuum, das zinslose Darlehen. Hier geht es um die zinslose Überlassung einer gewissen Geldsumme. Die richtige Actio ist die der certae creditae peciniae, also eine Klage auf einen ganz bestimmten Geldbetrag.
Ebenfalls von höchster Bedeutung ist die Stipulatio. Diese ist eine genuin römische Eigenheit. Die Stipulatio funktioniert folgendermaßen: Sie kommt durch bestimmte Worte zustande. Zum Beispiel: „Versprichst du mir X zu geben?“ und die Antwort des Versprechenden: „Ich verspreche es.“ Die Verben, mit denen das Gelöbnis abgelegt wird, müssen bei beiden Parteien übereinstimmen „Versprichst…“ – „Ich verspreche“. Die Stipulatio mit dem Verb „spondere“ steht allein römischen Bürgern offen. Diese Obligatio hat ihren Ursprung in den alten Zeiten. Dem Inhalt dieses Versprechens sind nur sehr weite Grenzen gesetzt. Römische Bürger können sich alles versprechen, was nicht gegen die oben genannten Grundvoraussetzungen verstößt.

Auch aus Delikten können Obligationen entstehen. So zum Beispiel aus dem Diebstahl, dem Betrug, der Körperverletzung oder der Sachbeschädigung.
Außerdem gibt es auch Obligationen, die ihren Ursprung weder im Vertrag noch im Delikt haben. Folglich nennt man diese je nachdem ob sie dem Delikt näher sind oder dem Vertrag Obligationes quasi ex delicto oder contractu. Dies sind zum Beispiel die ungerechtfertigte Bereicherung, die man mit der condictio klagen kann oder die Haftung, die einen Gefahrverursacher trifft, wenn er beispielsweise dadurch einen Schaden verursacht, dass er einen Karren nicht richtig gegen das Wegrollen gesichert hat.
Dies ist nur ein kleiner Überblick über die wichtigsten Obligationen die das römische Gemeinwesen traditionell kennt. Natürlich gibt es noch andere, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.




   


Werfen wir doch zum Schluss noch einen Blick darauf, was passiert, wenn im Rahmen einer Verpflichtung einmal Probleme entstehen. Wofür muss man einstehen, wenn man eine Störung im reibungslosen Ablauf einer Obligation verursacht hat? Traditionell werden mehrere Haftungsmaßstäbe unterschieden. Zum einen die des Vorsatzes (dolus). Dies ist der Fall, wenn man mit Absicht dafür sorgt, dass eine Störung in der Verpflichtung entsteht, indem man z.B. den zu übereignenden Sklaven tötet. Demgegenüber steht die Fahrlässigkeit (culpa). Hier waren sich die Juristen der Republik nicht einig, wie und ob sie angewendet wird. Allerdings hat sich der Maßstab der Fahrlässigkeit in vielen Fällen durchgesetzt.
Ohne eine Regel der Allgemeingültigkeit aufstellen zu wollen, kann man sehen, dass man nach dem Prinzip der Utilität vorgeht: Besteht ein Eigeninteresse des Schuldners am Rechtsverhältnis: Haftung des Schuldners auch für culpa. Rechtsverhältnis ausschließlich im Interesse des Gläubigers: Schuldner haftet nur für dolus. Daneben existieren noch die Maßstäbe, der Diligentia quam in suis: Hierbei muss der der betreffende sich daran messen lassen, nach welcher Sorgfalt er in den eigenen Angelegenheit einzustehen hat. Traditionell spielt auch die Custodia eine große Rolle. Danach muss der Betreffende für alle störenden Umstände haften, außer für die höherer Gewalt, der man schlechterdings nicht widerstehen kann.


Thema: [Wettkampf] Flamma, der Schlächter von Carrhae vs Priscus, der Zerstörer
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: 2.Tag der Ludi Romani - Flamma, der Schlächter von Carrhae vs Priscus, der Zerstörer 13.09.2020 22:22 Forum: Panem et Circenses


Zitat:
Original von Valeria Maximilla


Tiberius hatte sich nicht in die Konversationen um ihn herum eingemischt. Er blickte wohlwollend zu Maximilla. Das Mädchen wusste schon wie sie mit so einer Situation umzugehen hatte.
Er blickte sich um und fand etwas abseits den Pontifex pro Magistro auf seinem Platz. Er würde Maximilla diesem vielleicht später vorstellen. Ihre Umgangsformen hatten sich deutlich gebessert. Allerdings war er sich noch nicht sicher, ob er sie schon den Granden der römischen Gesellschaft offiziell vorstellen sollte, besonders wenn sie vielleicht aufgewühlt vom Gladiatorenkampf war.
Tiberius würde das überlegen
Thema: [Wettkampf] Flamma, der Schlächter von Carrhae vs Priscus, der Zerstörer
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: 2.Tag der Ludi Romani - Flamma, der Schlächter von Carrhae vs Priscus, der Zerstörer 08.09.2020 20:30 Forum: Panem et Circenses


Tiberius bevorzugte ja grundsätzlich die Wagenrennen vor Gladiatorenkämpfen. Irgendwie fand er die einfach spannender. Trotzdem hielt er es mit Gladiatorenkämpfen wie mit Austern: Immer mal probieren. Vielleicht schmeckte es einem ja eines Tages. Aber die Mitglieder seines Haushaltes, die er mitgeschleppt hatte, waren durchaus begeistert. Umso besser.

Er hatte auch keine rechte Ahnung von Kämpfen. War der Verlierer gut gewesen? Oder doch so schlecht, dass man ihn abstechen sollte? Tiberius wusste es nicht.
Mhm. So schlecht konnte der Verlierer gar nicht gewesen sein, denn der Kampf hatte doch eine ganze Zeit lang gedauert.
Er blickte sich um. Die Menge schien auch nicht besonders schlüssig zu sein. Tiberius zuckte die Schultern und plädierte auf Leben.
Thema: Brainstorming - Die leere Spitze der Gesellschaft
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Brainstorming - Die leere Spitze der Gesellschaft 08.09.2020 20:09 Forum: Ideen-Board


Ich würde im Hinblick auf diesen Komplex Hof - Kaiser - Senat etc. auch anregen über Möglichkeiten nachzudenken, sinnvoll Politik zu betreiben. Wenn mich meine Kenntnisse der IR-Historie nicht täuschen, war das IR ohnedies mal als Micronation mitkonzipiert. Politik ist also Teil der IR-DNA.
Bei einem Regierungssetup wie beim IR, wo letztlich der Kaiser das Maß aller Dinge ist, könnte das wahrscheinlich etwas schwieriger anzuleiern sein, als bei einer Republik, wo der eigene Char Aussichten auf dem Top-Job hat. Kompliziert könnte es auch deshalb sein weil die Auswirkungen, die man in den hohen Ämtern hat in der Realität des eher gering zu sein scheinen.
Das ist jedenfalls mein Brainstorming großes Grinsen
Thema: Betriebe
Tiberius Valerius Flaccus

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05.09.2020 21:05 Forum: WiSim und Technik


Moin, könnte man bitte meine Betriebe einstweilig deaktivieren. Ich hab im Moment keine Zeit mich drum zu kümmern -.^
Thema: Titus Valerius Messalla
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Titus Valerius Messalla 27.05.2020 23:29 Forum: Anmeldung


Immer gern herein spaziert großes Grinsen
Thema: Valerische Einkaufstour
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Valerische Einkaufstour 01.05.2020 00:54 Forum: Mercatus Urbis


Dass die Sklaven durchaus in der Lage waren, sie in normalem Tonfall zu verstehen, würde man Maximilla wohl noch klar machen müssen. Das war auch den Sklaven klar.

Wie es sich gehörte, suchten sie sich alle etwas nicht allzu teures von der Karte aus und waren durchaus zufrieden. Die neue Domina schien mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen.
Herr Tiberius war manchmal etwas abwesend und hatte manchmal wenig Geduld mit modäneren Angelegenheiten, die Sklaven so umtrieben.
So zeigten sie sich angemessen dankbar, dass man an sie gedacht hatte.

Das fiel auch dem Hausherren auf. "Nur ein satter Sklave wird ordentlich für dich arbeiten. Und das kann ich verstehen. Wenn man mihc nicht ordentlich füttern würde, würde ich auch nicht ordentlich schaffen können."
Thema: Valerische Einkaufstour
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Valerische Einkaufstour 22.04.2020 14:05 Forum: Mercatus Urbis


Tiberius rechnete es Valeria hoch an, dass sie wiederum an die Sklaven dachte.

"Sehr guter Gedanken. Also, junge Dame. Dann frage doch unsere werten Sklaven einmal was sie gerne möchten und entscheide dann, ob das angemessen ist."
Thema: Valerische Einkaufstour
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Valerische Einkaufstour 17.04.2020 00:44 Forum: Mercatus Urbis


Das Angebot auf dem Schild war durchaus ausgefallen. Aber nicht in Tiberius' Geschmacksrichtung. "Eh. Jedenfalls. nicht die Gebärmutter. Ich werde mir ein paar von diesen Spießchen da mitnehmen. Ach ja. Pfeffer. Das ist ein Gewürz. Kann mir vorstellen, dass man das in Germania nicht so ohne Weiteres kriegt. Das kommt nämlich weit aus dem Osten. Hinter Persien noch. Dort wo es Tiger und Elefanten gibt."
Gewührzhandel war nichts worin sich sein Vater beschäftigt hatte. Das war ihm nicht solide genug. Tiberius' alter Herr hatte Eisenwaren und solche Sachen bevorzugt. Daher kannte er sich mit Pfeffer nicht aus. "Was möchtest du denn?"
Thema: Valerische Einkaufstour
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Valerische Einkaufstour 12.04.2020 23:51 Forum: Mercatus Urbis


"Das mit dem Kissen ist eine sehr schöne Idee."
Er glaubte zwar nicht, dass es im valerischen Haus an Kissen mangelte, trotzdem war es sicher absolut damengemäß sich in den verschiedenen Textilkünsten zu üben. Wenn schon um nicht an Langeweile einzugehen.
"Es ist immer gut, wenn man etwas kann. Ich kann mir nicht vorstellen, das das Dasein einer Dame aus Schmuck und eitlem Geschwätz bestehen muss. Und Hunger habe ich tatsächlich auch."
Ohne Umschweife steuerte er die nächste Garküche um die Ecke an. "Such dir was aus. An Essen kann man hier in der Stadt dran kommen."
Thema: Valerische Einkaufstour
Tiberius Valerius Flaccus

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RE: Valerische Einkaufstour 09.04.2020 23:54 Forum: Mercatus Urbis


Sein Vater hatte solche affektierten Sachen wie Raumduft für den absoluten Gipfel der Dekadenz und des Sittenverfalls gehalten. Aber eigentlich ziemte es sich nicht für ein ordentliches Haus, muffig daher zu kommen. Er würde sich mal damit beschäftigen. Vielleicht fragte er mal den Pro Magistro hinsichtlich solcher Dinge.
Wolle andererseits sollte kein Problem sein.

"Ich glaube, wenn du einen gesteigerten Bedarf an Wolle hast, besorgen wir den lieber billiger beim Großhändler, nicht wahr? Aber wenn du kleine Mengen Wolle jetzt hier in Farbe mitnehmen willst, können wir gerne was davon besorgen.Und natürlich solltest du den Sklaven immer die Sachen geben, die dir zu schwer sind, dazu sind sie da."
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