Unterwegs nach Mogonticum

  • In ihrem Rücken türmten sich die die grauen schneegekrönten Berge und vor ihnen breiteten sich scheinbar die endlosen berge Germaniens aus. Mehrere Straßen schlängelten sich durch die Landschaft. Völlig allein waren sie nicht auf der Straße, immer wieder hatten sie Händler mit schweren Karren überholt oder waren anderen Reisenden begegnet. Alle paar Meilen gab es auch ein Gasthof, mal besser, mal schlechter. Diesmal hatten sie eines erwischt das man als brauchbar bezeichnen konnte, aber wirklich vertrauensvoll sah es nicht aus. Von außen sah es reichlich herunter gekommen aus. Calvena bezweifelte, dass es hier so etwas wie in Bad geben würde. Vielleicht dafür aber irgendwo in der Nähe ein See? Ein wenig zerschunden fühlte sie sich schon nach dem langen Ritt. Wirklich gehetzt hatten sie sich nicht, aber doch immer ein stetiges Tempo drauf gehabt, weil ihr Mann ja bereits erwartet wurde.


    „Für einen oder zwei As, bringe ich eure Pferde in den Stall“, ertönte eine Stimme neben ihnen. Ein schlaksiger Halbwüchsiger stand dort mit einem frechen Grinsen und hielt auffordernd die Hand offen. Raffgieriges Gesindel, ging es ihr durch den Kopf. Aber eigentlich war es üblich, dass sich jeder an den Reisenden bereicherte, besonders dann, wenn diese eines der wenigen Gasthäuser ansteuerte. Kurz überlegte sie, ob sie da nicht lieber das mitgebrachte Zelt bevorzugen sollte. Schließlich gewann doch die Bequemlichkeit. So kam sie um das Kochen herum. Das konnte sie nämlich nicht, wie sie unterwegs bewiesen hatte, als man sie kurzzeitig allein gelassen hatte. Kurz musste sie Grinsen, Valerian hatte es ihr ja nicht glauben wollen, aber nun wusste er, dass sie es durchaus ernst gemeint hatte. Sie musste ja auch nicht alles können. Elissa wusste warum sie ihre Herrin sonst immer von der Küche fern hielt.

  • Ja, unterwegs hatte Valerian zusammen mit seiner Schwester beweisen müssen, daß er durchaus kochen konnte. Lachend hatte er davon berichtet, wie streng das in seinem Contubernium gehandhabt worden war, damit jeder auch etwas anständiges auf den Teller brachte, wenn er mit Kochen dran war. Die Ausbildung bei der Legion war eben doch umfassender, als so mancher dachte. Seine lausbübischen Blick zeigten deutlich, daß er daran dachte, auch Calvena solch eines Zwangskochlehrgangs zu unterwerfen, überlegte es sich dann aber doch anders. Um des zukünftigen Hausfriedens Willen.


    Das Gasthaus war einfach und sicher wußten die Betreiber die Tatsache zu nutzen, daß sie eines der ersten Häuser nach der Überwindung der Berge waren – oder eben eines der letzten vor der Überwindung der Berge. So oder so nutzten sicher viele Reisende die Gelegenheit, sich mal ein wenig mehr zu gönnen als sonst.


    Valerian ließ ein paar kleine Münzen in die gierige Hand des Halbwüchsigen fallen. "Versorge sie gut. Wenn nicht, kannst Du was erleben." Er sprach die Worte in dem Ton, den er anschlug, wenn er seine Männer zur Ordnung rief. Gepaart mit einem scharfen Blick und dem Anblick der Praetorianerrüstung, die er immer noch trug, sollte dies ausreichen, um für die Pferde eine ausgezeichnete Versorgung sicherzustellen. Auf die paar Münzen kam es ihm nicht an. Gute Arbeit sollte auch gut bezahlt werden. Aber betrügen ließ er sich nicht, daran ließ er nicht den geringsten Zweifel. Auch nicht dem Wirt gegenüber, dem es nicht paßte, daß er einen Badezuber für die Reisenden aufstellen sollte, denn auch Valerian war nach einem entspannendem Bad zumute. War doch noch gar nicht Ende der Woche. Doch auch hier wirkten ein paar Münzen geradezu Wunder.

  • Mit breitem Grinsen nahm der Junge das Geld entgegen und steckte es in einen speckigen Beutel an seiner Hüfte, ehe er dann nach den Zügeln griff und die Pferde fortführte. Das Grinsen verging ihm aber, als ihm bewusst wurde mit wem er es dann zu tun hatte. Eilig machte er sich dran die Pferde zu versorgen und führte sie nach hinten in einen etwas windschiefen, aber guten Stall.


    Als ob ihr Mann Gedanken lesen konnte, organisierte er ihnen dann auch ein Bad, welches sie dann auch erst einmal in vollen Zügen genoss, ehe sie auf ihr Zimmer kam. „Das Bad ist frei“, erklärte sie ihm ziemlich fröhlich und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. "Du kannst auch Valentina den vortritt lassen", zwinkerte sie ihm zu. Nach so einem Bad konnte man sich wie ein neuer Mensch fühlen.

  • Valerian blickte dem Jungen noch kurz hinterher. Er wollte sehen, ob er sich wenigstens Mühe gab. Aber dem schien so zu sein, also betrat er mit den beiden Frauen zusammen das Gasthaus. Die beiden Zimmer, die sie anmieteten, eines für Valerian und Calvena und das andere für Valentina, waren sogar sauber. Gut, sie hatten etwas warten müssen, bis die Magd fertig war, denn der Wirt hatte sie wohl nochmal putzen geschickt. Auch saubere Laken waren auf den Strohmatratzen ausgebreitet.


    Während Calvena schon ihr Bad nahm, richtete Valerian alles für die Nacht her und suchte eine frische Tunika heraus, die er nach dem Bad anziehen wollte. Tatsächlich kam sie bald darauf in das Zimmer. Valerian ging ihr entgegen. Er umarmte sie und erwiderte ihren Kuß liebevoll. "Du duftest gut", stellte er fest.

  • In der Zwischenzeit hatte Valerian bereits das Gepäck ausgepackt und es sich gemütlich gemacht. Anscheinend hatte er dann aber auch auf sie gewartet und empfing sie mit einer zärtlichen Umarmung. „Ist doch nur Seife“, meinte sie mit einem leisen Lächeln. Seife mit Lavendel, die sie eingepackt hatte. Auch auf Reisen konnte man sich ein wenig Luxus gönnen. Wobei das Bad das wichtigstes gewesen war.
    „Du kannst ein Bad aber dringend gebrauchen“, neckte sie ihn dann liebevoll. Ihre Finger ließ sie aber spielerisch unter seine Tunika gleiten. Sie hatte gerade ein paar andere Dinge im Sinn und wollte ihn eigentlich nicht gehen lassen.

  • Valerian schüttelte energisch den Kopf. "Nein, es ist nicht nur die Seife. Du duftest herrlich und der Lavendelduft unterstützt diesen Duft nur noch." Er vergrub seine Nase in ihrer wunderbaren Flut von Haaren und lachte leise. "Das möchte ich immerzu tun." Wie er diese Frau liebte! Wie sehr er sie jede Minute, die sie getrennt waren, vermißte!


    "So, Du findest also, ich brauche dringend ein Bad? Aber die Lavendelseife muß ich nicht nehmen, oder?" Er lachte wieder und küßte sie spitzbübisch auf die Nase. Als sie dann ihre Hände unter seine Tunika schob, schnurrte er fast wie eine Katze. "So wirst Du mich bestimmt nicht ins Bad bekommen. Hier ist es doch viel schöner." Seine Arme hielten sie umschlungen und seine Lippen suchten die ihren zu einem weiteren Kuß. Nein, das Bad war wirklich nicht das, an was er gerade dachte.

  • Calvena schlag ihre Arme um seinen Nacken und schmiegte sich an ihn, als er seine Nase in ihren Haaren vergrub. Ein erwartungsvolles Prickeln wanderte ihre Wirbelsäule hinab und entfachte ein leidenschaftliches Feuer. „Mhm…“, machte sie nur. Sie genoss es ihn ganz für sich allein zu haben. Sie hatte Valentina gern, doch nur ungern teilte sie ihren Mann mit anderen. Er hatte ja ohnehin nicht immer Zeit für sie. Dennoch wusste sie, dass sie ihn nicht immer nur für sich beanspruchen konnte. Aber jetzt schon. Da störte es sie auch nicht, dass er nach Pferd und Schweiß roch und nach mehr. Im Grunde mochte sie sogar diese Mischung an ihm.


    „Du bekommst die Rosenseife“, witzelte sie dann und zog die Nase leicht kraus. „Das Bad kannst du auch später noch nehmen“, meinte sie dann mit einem verführerischen Lächeln. Wie gut das er sich schon seiner Rüstung entledigt hatte, dass machte es für sie einfacher ihre Finger über seinen Körper wandern zu lassen. Wobei seine Rüstung auch kein Hindernis gewesen wäre, nur eine Herausforderung mit den ganzen Riemen und Bändern. Ein wenig Übung hatte sie ja bereits ihn aus dem Leder zu befreien. Hatte sie nicht eigentlich mal vor gehabt, selbst seine Rüstung einmal Probe zu tragen? Nur um zu sehen, wie sie ihr stand? Der Gedanke wurde dann aber durch eine langen Kuss vertrieben.

  • "Rosenseife?", tat er entsetzt. "Weißt Du, was meine Männer mit mir machen, wenn ich nach Rosen dufte?" Er lachte. Wußte er doch sehr gut, daß sie an ihm auch einen etwas herberen Duft bevorzugte. Doch es machte Spaß, sie zur Strafe ein wenig in die Seite zu pieksen. "Du bist noch mein Untergang, holdes Eheweib." Es war ihm völlig egal, daß er wohl in kaltem Wasser würde baden müssen. Jetzt zu gehen, war ihm eben einfach unmöglich. Ihre Hände unter seiner Tunika ließen seinen Körper erbeben und Hitze in ihm aufsteigen. Ob sie wirklich wußte, was sie da anrichtete? Wie sehr sie ihn in der Hand hatte? Der innige Kuß allein beraubte ihn schon aller rationalen Gedanken. Verliebt sah er sie an, konnte immer noch nicht glauben, daß sie Mann und Frau waren. Konnte dieses Glück nicht fassen.


    "Ja, später genügt auch", stimmte er ihr zu, die Gedanken schon lange nicht mehr beim Bad, sondern vielmehr bei dem, was er vorher tun wollte. Nun waren es seine Hände, die unter den Stoff ihrer Tunika glitten. Er schob den störenden Stoff hoch und zögerte nur einen Moment, um ihr fragend in die Augen zu sehen. Doch was er in ihren Augen sah, ließ keinen Zweifel übrig, also streifte er ihr das Kleid über den Kopf und ließ es hinter ihr auf den Boden fallen. Seine Augen blitzten, denn er erwartete nun, daß sie sich entweder gespielt empören oder aber Gleiches mit Gleichem vergelten würde.

  • Das war unfair, er wusste ganz genau, wie kitzlig sie war. Calvena gab sich alle Mühe seine Händen einhalt zu gebieten. „Also gut, keine Rosenseife“, gab sie lachend auf. Endlich hatte sie seine Hände mit den ihren gebändigt. Schrecklich, wenn man eine solche Schwachstelle hatte und der Mann den man liebte dies schamlos ausnutzte und seinen Vorteil daraus zog. „Ich dein Untergang?“ fragte sie dann mit einem unschuldigen Lächeln. „Mhm…“, machte sie dann wieder und ließ spielerisch die Finger tiefer wandern. „Wie kommst du nur darauf?“ lächelte sie ganz unschuldig und hielt kurz inne. Ein wenig zappeln lassen wollte sie ihn schon. Sie wollte sehen wie er darauf reagierte. Deutlich war jedenfalls, dass das Bad vollkommen vergessen war, angesichts ihrer Zärtlichkeiten.


    Ein weiteres Mal küssten sie einander und dann hatte er sie auch schon aus ihrem Kleid befreite. Das Stück Stoff wurde einfach auf den Boden geworfen und war vergessen. „Du bist frech“, meinte sie mit meinem schelmischen Grinsen und befreite ihn dann auch aus seinen Kleidern. Die störten nur bei den Dingen, die sie gerade im Kopf hatte. Calvena schmiegte sich verlockend an ihn und genoss seine Wärme und Nähe.

  • Während des ganzen Weges hatte Valentina nicht viel gesagt. Zumal Valerian und seine Frau viel mit sich selbst beschäftigt waren. So hatte sich Valentina darauf konzentriert nicht vom Pferd zu fallen. Sie war keine geübte Reiterin und diese lange Reise war auf dem Hinweg schon beschwerlich gewesen. Da war sie schon froh, als sie den kleinen Gasthof erreichten. Erleichtert ließ sich Valentina von ihrem Falben gleiten und übergab ihm dem Stallknecht. Etwas deplaziert sah sie die Turteleien zwischen ihrem Bruder und dessen Frau und versuchte in eine andere Richtung wegzusehen.


    Zum Glück konnte Valerian die Sache mit dem Zimmer sehr schnell klären und erleichtert stellte Valentia auch fest, dass bereits ein Bad gerichtet war. Um ihren Bruder und dessen Frau alleine zu lassen gönnte sich die junge Frau erstmal ein langes Bad und wusch sich den Staub von der Straße ab. Anschließend zog sie ein Gewand für die Nacht an und kam wieder in das Zimmer zurück. Dort schien sie wohl gerade zu stören und so schlich Valentina auf leisen Füßen zu ihrem Lager. Sie legte sich auf die Strohmatte, deckte sich zu und hatte ihrem Bruder und dessen Frau den Rücken zugewandt. So hoffte sie wenigstens so wenig wie möglich zu stören. Wie sie nun so dalag und die Wand anstarrte waren ihre Gedanken schon längst bei Lupus. Die Abreise war so plötzlich gekommen, dass sie ihm nicht einmal einen Brief hat schreiben können.

  • Diese kleine Hexe wußte doch ganz genau, wie sie ihn kriegen konnte. Und dann ließ sie ihn auch noch zappeln. Aber immerhin befreite sie ihn auch von seiner Kleidung - und daß ließ hoffen, daß sie ihn nicht mehr ewig zappeln ließ. Valerian lachte leise. "Und ob ich frech bin", erklärte er leise, "ganz wie Du es magst, mein Herz. Und ich bin sogar noch frecher." Er hob sie einfach auf seine Arme und trug sie zum Bett herüber. Bald waren unter der Decke nur noch eindeutige Geräusche zu vernehmen, die darauf hindeuteten, daß hier zwei verheiratet waren, die sich wirklich wollten.


    Einige Zeit später, als Calvena in seinen Armen eingeschlafen war, schälte sich Valerian doch nochmal aus den Decken, um schließlich sein Bad zu nehmen. Es war zwar kalt, aber wenigstens noch nicht fortgeräumt. Kaltes Wasser lud nicht zu langem Verweilen ein, so wusch er sich nur rasch und kehrte dann ins warme Ehebett zurück...

  • Schneller wie ihr fast lieb war, fand sie sich im Bett wieder. Mit einem breiten Grinsen zog sie ihren Mann zu sich herunter und wenig später knarrte das Bett unter ihrem gemeinsam Gewicht und dem zärtlichen Liebespiel.
    Erschöpft hatte sie sich dann an ihn gekuschelt und war dann auch recht schnell eingeschlafen in seinen Armen eingeschlafen.


    Etwas kitzelte sie an der Nase… zumindest fühlte es sich danach an. Kurzerhand zog sie sich die Decke über den Kopf. Warum nur musste die Sonne auch so früh aufgehen. Viel zu früh für ihren Geschmack, fand sie und kuschelte sich an ihren Mann. Sie wollte gar nicht daran denken, dass sie ja weiter reisen wollten. So einen Tag Pause konnten sie sich doch sicherlich gönnen. Mit diesem Gedanken verabschiedete sie sich erst einmal wieder ins Traumland. Wobei sie Valerian kurz anstupste, weil er anstallten machte schnarchen zu wollen.

  • Ein Stupsen war es, das Valerian aus dem Schlaf riß. Erschrocken setzte er sich auf, noch bevor er richtig wach war. "Was? Verschlafen? Wo..." Sich bewußt werdend, wo er war und wer da bei ihm war, schaute er sich um. "Oh... Guten Morgen." Nanu? Sie lag ja so da, als wollte sie einfach weiterschlafen. "Was ist denn das? Erst mich wecken und dann weiterschlafen wollen? Auf, auf, Mogontiacum wartet auf uns." Nun war er es, der seine Frau stupste. In die Seite, wo sie kitzlig war. Er wappnete sich, denn vermutlich folgte die Rache auf dem Fuße, so gut kannte er sie ja doch schon.


    Die Sonne verhieß einen schönen Tag. Sicher würden sie heute einen guten Teil der Strecke schaffen. Reisen war wirklich eine lästige und anstrengende Sache. Er würde froh sein, Mogontiacum endlich vor sich zu sehen. Obwohl... solange sie auf Reisen waren, konnte er seine Zeit mit Calvena verbringen. Waren sie erst in Mogontiacum, würden sie sich bestimmt vor allem in der ersten Zeit kaum sehen können. Ein guter Grund, die Reise zu genießen.

  • Schon bevor die Sonne richtig aufgegangen war, hatte sich Valentina von ihrem Lager erhoben und etwas frisch gemacht. Die ganze Nacht hatte sie kaum geschlafen. Auf leisen Füßen hatte sie den Raum durchquert um das Ehepaar nicht zu stören. Oh, am liebsten wäre sie schon vorausgelaufen vor lauter Vorfreude auf ihren Lupus.
    So war es dann auch nicht verwunderlich, dass die blonde, junge Frau kurze Zeit später vollkommen fertig angezogen und reisefertig auf ihrem Nachtlager saß zum Fenster hinaussah und eigentlich nur darauf wartete, dass ihr Bruder und dessen Frau endlich wach wurden.

  • Gerade hatte sie sich noch einmal in die Decken gekuschelt, als Valerian mehr oder weniger von der Tarantel gestochen aus dem Schlaf fuhr. Soldat eben, durch und durch, da reichte ein leichtes Stupsen aus um in ihn Hab-Acht-Stellung zu bringen. Es hätte ja sein können, dass eine Gefahr drohte. Aber nicht hier, eigentlich hatte sie ja noch ein wenig im Bett bleiben wollen, doch er machte ihr glatt einen Strich durch die Rechnung, als er sie einfach kitzelte. „Hey“, gab sie protestierend von sich. Gar nicht so einfach die Hände aufzuhalten, wenn man sich in eine Decke eingerollt hatte. So hatte sie sich das nun nicht vorgestellt. Kurzerhand warf sie ihr Kissen nach ihm. „Unfair.“ Nur verfehlte sie ihren Mann und traf dafür ihre Schwägerin, die auch schon wach war und Reisefertig. „Ups“, lachte sie. „Entschuldige bitte“, hatte sie doch nicht die Absicht gehabt, Valentina für das Vergehen ihres Bruders büßen zu lassen. Hin und wieder benahm sie sich Beide wie kleine Kinder und neckte sich liebend gern gegenseitig. Nur war diesmal Valentina das Opfer ihres Übermutes geworden.
    Anscheinend war die Nacht nun vorbei und sie hatte irgendwie das Gefühl, dass Valentina einem Tag Pause nicht zustimmen würde. Seufzend ergab sie sich schließlich ihrem Schicksal, sie würden wohl in Bälde ihre Reise fortsetzen.

  • "Guten Morgen, Valentina", grüßte Valerian seine Schwester wohlgelaunt. Sie schien schon fertig zu sein für die Weiterreise und Valerian konnte sogar verstehen, daß sie es eilig hatte. Auch wenn er das Verhalten von Lupus noch immer nicht guthieß und es ihm auch nicht ganz leicht machen wollte. Aber das änderte natürlich nichts daran, daß Valentina sich danach sehnte, zu Lupus zurück zu kommen.


    Valerian lachte über Calvenas Versuche, seine Hände einzufangen und am Kitzeln zu hindern. Schon flog ein Kissen. Nur flog es an ihm vorbei, geradewegs auf Valentina. "Na, willst Du etwa Krieg mit Deiner Schwägerin?", fragte er, immer noch lachend. Er war schon gespannt, wie seine Schwester reagieren würde. Würde sie, übermütig wie ein Kind, das Kissen zurückwerfen? Früher hätte sie nicht gezögert. Sie war schon immer lebhaft gewesen und man hatte mit ihr Pferde stehlen können. Hatten die vielen Jahre, in denen sie getrennt gewesen waren, sie verändert?

  • Tatsächlich war Valentina so sehr in Gedanken an Lupus versunken gewesen, dass sie das Kissen nicht hatte kommen sehen. In ihrem Kopf hatte sich eine Idee festgesetzt. Ein Vorhaben, ein Plan. Diesen musste sie jetzt nur noch Lupus erzählen und darauf warten, wie er reagieren würde. Und vielleicht stand einer gemeinsamen Zukunft dann nichts mehr im Wege.
    Als sie das Kissen traf, war Valentina natürlich mehr als überrascht, lächelte dann jedoch und warf das Kissen zurück. "Guten Morgen Valerian."

  • Zu ihrem Glück schien Valentina so sehr in Gedanken zu sein, dass sie wohl glaubte, dass Valerian der Übeltäter war, der das Kissen geworfen hatte. Deshalb flog es dann auch in die Richtung ihres Mannes und sie blieb vor einer Rache verschont. „Von wegen Krieg“, meinte sie mit einem unschuldigen Augenaufschlag. „Wir verbünden uns gegen dich“, erklärte Calvena dann mit einem frechen Grinsen. Kein Wunder das Valerian so ein frecher Kerl war, Valentina war nicht anders in dieser Hinsicht und hatte wohl auch ihren Spaß daran, andere zu necken, insbesondere den Bruder.
    Kurz drückte Calvena dann erst einmal ihrem Mann einen Kuss auf die Lippen um sich dann aus dem Bett zu schwingen und ihre Kleider zusammen zusammeln und anzuziehen. Valentina hatte die ganze Reise ihre Turteleien ertragen müssen, da würde sie ihre Schwägerin jetzt nicht länger darben lassen wollen. Eine Pause wäre zwar schön gewesen, aber Valerian wurde erwartet und Valentina vermisste ihren Lupus. Also sollten sie sich wieder auf den Weg machen.

  • Sim-Off:

    Mist, übersehen. Sorry!


    Das Kissen kam postwendend zurück. Allerdings nicht zu Calvena, sondern zu ihm. Seine Reflexe waren zum Glück gut geschult, so daß er es auffangen konnte. Valerian lachte und schüttelte den Kopf, als Calvena ankündigte, sich mit Valentina zu verbünden. "Ihr Götter! Nein, laßt uns lieber schnell aufbrechen, bevor ihr eure Drohung noch wahr macht." Er tat nur entsetzt. Im Grunde freute er sich, daß die beiden sich zu verstehen schienen. Im Grunde waren sie sich auch gar nicht so unähnlich. Beide herzensgut und doch nicht einfach so in die Schublade "römische Frau" zu pressen. Beide neigten dazu, übermütig zu sein und waren zu dem einen oder anderen Streich fähig.


    Den Kuß seiner Frau erwiderte Valerian liebevoll, auch wenn er nur kurz war. Dann schien Calvena es doch noch überraschend eilig zu haben, sich fertig zu machen. Auch Valerian beeilte sich nun. Die Eile seiner Schwester trieb auch ihn an. Und so waren sie bald darauf, nach einem einfachen Frühstück, wieder auf der Straße Richtung Mogontiacum.

  • Während Calvena und ihr Bruder wieder Zärtlichkeiten austauschten, auch wenn sie nur kurz waren, drehte Valentina den Kopf. Zum einen gehörte es sich nicht bei soetwas zuzusehen und zum anderen wollte sie es nicht sehen. Zu sehr lastete die Sehnsucht nach Lupus auf ihr.
    Ihr Bruder und ihre Schwägerin schickten sich an zu packen und obwohl Valentina kein Wort sagte war es ihr doch ganz recht, dass sie zügig weiterreiten konnten. Nach dem Frühstück also saß Valentina wieder auf dem Rücken ihres Falben und ritt hinter Valerian und dessen Frau her.

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