Porta - Der Eingang

  • Eine Zeit lang irrte der Bote durch die Gassen der Stadt. Er kannte sich gut aus, schickte der Comes ihn doch meistens, um Nachrichten zu überbringen. Diese Casa jedoch suchte er das erste Mal und so dauerte es etwas länger, bis er schließlich fündig wurde, an die porta klopfte und ein Schreiben abgab.



    M. AELIVS CALLIDVS COMES REGIONIS ITALIAE CREATVS
    APPIO IVNIO LVCVLLO S.


    Ein Bote aus Misenum erreichte mich und teilte mir mit, dass der procurator aquarum für seine Aufgaben eines weiteren aquarius durchaus bedarf. So du diese Stelle weiterhin anzutreten wünschst, melde dich bei mir im officium, Iunius Lucullus.
    Vale.



    Marcus Aelius Callidus
    http://www.imperium-romanum.info/images/sigs/itrit-comes.png

    Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.

  • Ich war gerade unterwegs nach draußen, um mir ein bisschen die Gegend um unser neues Zuhause zu betrachten, als es klopfte. Nanu, Besuch? Bestimmt irgendein Bote mit einer Nachricht für Attica. Da gerade kein Sklave in der Nähe und ich neugierig war, öffnete ich.

  • Die Tür ging auf, ein junges Mädchen stand im Türrahmen. Lucullus mustert sie mit abwesenden Blick und versucht sie irgendwo zuzuordnen. Aber sie kommt ihn nicht bekannt vor. Vielleicht ein Sklave? Nein... Blödsinn Lucullus! Ihre Kleidung ist dafür von zu guter Qualität. Denk nach! Vielleicht Besuch von Attica? Aber warum sollte sie dann die Tür öffnen? "Äh... Salve! Ich bin Iunius Lucullus..."

  • Ich betrachtete den jungen Römer kurz.
    Er war großgewachsen und hatte dunkles Haar.


    Iunius Lucullus....der Name kam mir nicht bekannt vor, aber offensichtlich waren er und ich miteinander verwandt.


    Salve. Mein Name ist Iunia Maecia, ich bin die Schwester von Iunia Attica. Was kann ich für dich tun?


    Ich sah ihn unschlüssig an, unsicher, ob ich ihn hereinbitten sollte. Wir hatten noch einen Verwandten, ich beobachtete sein Gesicht, konnte mich aber nicht erinnern, ihm schon einmal begegnet zu sein.

  • Ah, eine Verwandte! Lucullus brauchte kurz um zu merken, dass er nicht einmal hereingebeten wurde. Obwohl er ein Verwandter war. Vielleicht war sie unsicher? Lucullus war es. "Nun... ich wollte zu meiner Cousine Attica. Ist sie da? Oder..." er blickt hinter sie, sie war allein. "Wenn ich störe komme ich gerne ein andermal wieder." Unsicher drückt er seine Hände in die Hüfte und schaut verwirrt drein.

  • Ich versuchte mich an sein Gesicht zu erinnern und wurde mir plötzlich bewusst, dass ich ihn anstarrte. Ich räusperte mich und schaute zu Boden.


    Ähm, ja, dann komm rein Lucullus. Herzlich Willkommen in der Casa,


    ich öffnte weit die Tür und holte zu einer einladenden Bewegung aus.

  • Zitat

    Original von Iunia Maecia
    Ich versuchte mich an sein Gesicht zu erinnern und wurde mir plötzlich bewusst, dass ich ihn anstarrte. Ich räusperte mich und schaute zu Boden.


    Ähm, ja, dann komm rein Lucullus. Herzlich Willkommen in der Casa,


    ich öffnte weit die Tür und holte zu einer einladenden Bewegung aus.


    Lucullus nickte und trat ein. Das innere des Atriums war mit Wandmalereien verziert und das Wasser des Becken spiegelte sich als die Sonne darauf fiel. Lucullus hatte das Gefühl das sein Besuch einen Überfall glich. Weder einen Brief hatte er seiner Cousine geschrieben, noch sich ankündigen lassen. Mit gefalteten Händen wartete er nun auf sie.

  • Stimmen hatten Iunia neugierig gemacht und ins Atrium gelockt. Im ersten Moment sah sie dort nur einen Mann stehen, einen Gast, einen Besucher...


    "Salve" sagte sie und wollte schon fragen, ´Was führt dich hierher`, als er ihr auf den zweiten Blick doch recht bekannt vorkam, zumindest die Augen, die Gesichtszüge...Gut im Atrium herrschte kein helles Tageslicht, man konnte sich leicht täuschen, aber sie war sich doch recht sicher, dass sie ihn kannte.


    "Lucullus? Was verschafft uns denn die Ehre deines Besuchs?"

  • Zitat

    Original von Iunia Attica
    Stimmen hatten Iunia neugierig gemacht und ins Atrium gelockt. Im ersten Moment sah sie dort nur einen Mann stehen, einen Gast, einen Besucher...


    "Salve" sagte sie und wollte schon fragen, ´Was führt dich hierher`, als er ihr auf den zweiten Blick doch recht bekannt vorkam, zumindest die Augen, die Gesichtszüge...Gut im Atrium herrschte kein helles Tageslicht, man konnte sich leicht täuschen, aber sie war sich doch recht sicher, dass sie ihn kannte.


    "Lucullus? Was verschafft uns denn die Ehre deines Besuchs?"


    "Salve Cousine!" Sprach Lucullus mit zurückhaltender Stimme. Er ging wenige Schritte näher an sie heran um sein Gesicht im Licht zu tränken. "Es freut mich dich gesund und munter anzutreffen, viele Jahre sind ins Land gezogen und ich fürchtete du würdest mich nicht wieder erkennen." Seine Miene wurde von Trauer gepackt und seine Gesichtszüge ernster. "Mein Vater und dein Onkel ist tot. Er verstarb vor wenigen Wochen an einer Bleivergiftung. Nach der Trauerzeit bin ich sofort hier hergekommen. Ich wusste das Vater es mir nie erlaubt hätte euch zu besuchen... du weißt, warum..." Lucullus schluckte schwer an seiner Vergangenheit. Sein Vater hatte Attica ihren Vater ewigen hass geschworen aufgrund Finanzieller und Familiärer Probleme. Dieser Streit hatte die Familie entzweit. Lucullus hoffte das es noch nicht zu spät war, dass Familienband wieder zusammen zuführen.

  • Der Familienstreit hatte dafür gesorgt, dass Iunia ihren Onkel in den letzten Jahren kaum gesehen hatte und er ihr deshalb auch nicht so Nahe stand, wie es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Allerdings konnte sie mit ihrem Cousin mitfühlen der nun seinen Vater verloren hatte.


    "Es ist schwer seinen Vater zu verlieren..." zumal Lucullus noch recht jung war, gerade mal zwanzig wenn sie sich recht erinnerte. Kam er deshalb hier her? Weil er sonst keine Angehörigen mehr hatte? Durch den Streit war der Kontakt abgerissen und sie wusste nichts über seine Familie. Sie legte ihre Hand auf Lucullus Schulter, sie wusste nicht was sie sonst tun sollte, ohne ihm zu Nahe zu treten. Schließlich hatten sie sich lange nicht gesehen und der Streit stand auch irgendwie zwischen ihnen, auch wenn er im Grunde nur zwischen ihren Vätern bestanden hatte und Iunia keinen Groll oder irgendeine sonstige Abneigung gegen ihren Cousin hegte. So waren sie doch alle trotzdem mit hineingezogen worden.


    "Bist du deshalb hier, um es uns persönlich zu sagen?"

  • "Ja..." er wendet sein Gesicht von ihr ab und richtete seinen Blick zu Boden. "Weißt du Cousine, da gibt es noch etwas." Lucullus merkte wie er leicht anfing am ganzen Körper zu zittern. "Jetzt, wo mein Vater tot ist, bin ich vollkommen allein in Capua. Unsere Casa..." er geht wenige Schritte auf Distanz, als wenn er versuchen würde, sie nicht auch noch in die Pechsträhne seiner Familie mit hinein zuziehen. "Es ist unfassbar..." er verzieht sein Gesicht voller Schmerz und weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll. "Du wirst mir das niemals glauben, aber die Götter haben uns verflucht. Am selben Abend, an den Vater verstarb, brannte unserer Haus nieder. Die Sklaven flüchteten in die Wälder und Berge, ich war vollkommen allein. Bitte verzeih, wenn ich dich belästige, aber ich weiß nicht, wo ich sonst hin soll... ich bin so müde." Sein Blick war wie fest gefahren, er traute sich nicht jemanden anzublicken.

  • Viel zu viel Zeit war vergangen seit dem Tag, an dem Silanus von seiner Gens in die entlegensten Provinzen geschickt wurde, um dort sein Wissen und Können zu erweitern und an den Universitäten Athens und Alexandrias von den großen Meistern zu lernen. Trotz seines jungen Alters war er damals der Hoffnungsträger seiner gesamten Gens und nun war der Zeitpunkt gekommen, wo ihn seine Lehrer und Ausbildner als Reif genug erachteten, zurück nach Rom in den Schoße seiner Familie zu kehren.


    Eine Sänfte, gefolgt von einigen Gepäckträgern, hielt unter den interessierten Augen einiger Anwohner und Passanten vor der Casa Iunia. Sofort eilte einer der Haussklaven herbei um den vermeintlichen Besucher in Empfang zu nehmen. Er schob den Vorhang beiseite, verbeugte sich und machte eine einladende Geste in Richtung des Hauseinganges. Silanus erhob sich aus seinem bequemen Fortbewegungsmittel, das ihm direkt vom Hafen in das Stadtzentrum Roms gebracht hatte. Gezeichnet von einer wohl ziemlich anstrengenden Überfahrt, streckte er seine Glieder durch und sah sich um. Endlich zu Hause. Er konnte es kaum glauben wieder hier in Rom zu sein und sah sich erwartungsvoll und aufgeregt um.


    "Willkommen zurück junger Herr!" sagte der Haussklave, immer noch eine demutsvolle Haltung neben Silanus einnehmend, der diesen Gruß mit einem breiten Lächeln entgegen nahm und dankend nickte.


    "Kümmere dich um mein Gepäck und zahle die Träger. Ich finde den Weg zur Haustüre selbst."


    Der Sklave nickte emsig und machte sich sofort daran, die ihm soeben aufgetragenen Dinge zu erledigen. Silanus setzte seinen Weg unterdessen fort und ging weiter auf die Casa zu, bis er schließlich bei der Haustüre angekommen war und eintrat.

  • Iunia schaute ihn etwas ungläubig an. Gab es so etwas? Zwei solche Unglücke hintereinander? Besonders skeptische Zeitgenossen hätten wohl vermutet, dass etwas vertuscht werden sollte. Aber ihr Cousin schien ehrlich betroffen zu sein. Vielleicht war man durch die Trauer über den Tod des Hausherren auch nur ausgesprochen unvorsichtig gewesen.


    "Warum sollten euch die Götter verfluchen? Weiß man die Ursache für den Brand?"


    Sie schaute ihren Cousin an, der immer noch einen bemitleidenswerten Eindruck machte. Gut sie hatte ihn lange Jahre nicht mehr gesehen, aber von früher hatte sie ihn in guter Erinnerung und ihren Bruder ließ ja trotzallem auch nicht im Stich. Sie schenkte ihm ein Lächeln, das ihn zuversichtlich stimmen sollte.


    "Aber gut, du kannst erstmal bei uns wohnen bleiben."

  • "Die Ursache?" Lucullus wirkt nachdenklich. "Nein... Wie ich bereits sagte, alle Sklaven sind fortgelaufen und ich war nicht da als es geschen ist. Als ich ankam standen nur noch die Grundmauern. Wir werden wohl nie erfahren, wie es dazu kommen konnte........" Lucullus nickte seiner Cousine zu. "Vielen dank, dass ist sehr freundlich von dir."

  • Da waren sie nun. Celeste hatte sich den Weg ganz genau eingeprägt. Sie musste ihn ja zurückfinden. Die Casa sah nicht schlecht aus...man konnte vielleicht doch so einiges einfach verschwinden lassen....
    "Eine schöne Casa..,"
    sagte sie ehrlich und auch um diese Stille zu beenden.

  • "Wirklich sehr schön..."
    Celestes Kopf ging wie eine Rundumleuchte und sie besah alles ganz genau und versuchte herauszubekommen was wohl von Wert sein konnte und was nicht während sie nun auf den Raum zuhielten wohin sie geführt wurde.

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