Dunkle, enge Gassen Roms

  • Dies ist ein Gwirr von kleinen engen Gassen, die selbst am Tag kaum richtige Sonnenstrahlen sehen, da die schiefen Häuser so eng aneinander gebaut sind, daß sie kaum je richtig Licht den Boden berührt.
    Unrat ziert die aus lehmgestampften Wege und es riecht immer mal wieder ziemlich streng. Hier leben die Ärmsten der Armen, zumindest die, die sich gerade noch eine kleine Wohnung oder ein Zimmer leisten können und kleine Handwerker, die sich mit Mühe und Not über Wasser halten können.


    Überall gibt es kleine Durchgänge, versteckte keine Ecken und zahlreiche dunkle Ecken, in denen die Dunkelheit einem sogar am Tage Schutz bieten kann. Durch die meisten Gassen passt nicht einmal ein richtiger Pferdewagen, so eng ist es hier ... düster und unheimlich und vorallem gefährlich für jemanden, der in feine Gewänder gehüllt ist ...

  • Dieses Viertel erinnerte Gabriel an ein Vieretl in Judäaa und er mußte innerlich Grinsen. Es sah hier zwar schon etwas anders aus, aber arm war arm, da machte die Bauweise eines Landes auch nicht mehr viel aus.
    Und so strich er hier erst einmal durch die Gassen und studierte jeden Winkel und jede noch so kleine Abzweigung oder Durchgang. Denn später würde ihm dies nutzen, falls er mal auf der Flucht sein sollte.


    Irgendwann traf er ein altes Mütterchen, welches gerade Reissig trug und fragte freunlich:


    »Ach verzei, gute Frau. Weißt du zufällig, ob es hier jemanden gibt, der ein kleines Zimmer zu vermieten hat?«


    Die Frau schaute ihn seltsam verwundert an, musterte ihn dann von unten bis oben und schüttelte den Kopf.


    Na, dann wußte es vielleicht jemand anderes und so setzte Gabriel seinen Weg fort.

  • Quintus sah schweigend um die Ecke und erblickte vor sich in einer engen Seitengasse den Vigil Gabriel. Kurz atmete er erleichtert auf, dann folgte er ihm wieder unauffällig. Langsam bereute er es, so dumm gewesen zu sein, sich zu melden. Aber das war wohl das Los der Ehrgeizigen. Immer weiter ging es durch Häuserschluchten und enge Gassen. Durch ein schwer zu durchschauendes System aus Eingängen und Ausgängen. So langsam fürchtete er, den Vigil zu verlieren, doch das hätte ihn den Kopf gekostet.

  • Gabriel suchte weiter und prägte sich auch weiterhin jede kleine Gasse und jeden noch so versteckten Winkel ein. Er war sicherlich nicht mehr ganz so in Form wie früher, aber er hatte nichts verlernt.
    Vor ihm huschte dann eine verhüllte Gestalt entlang, welche ihn aber nicht sah und so drückte sich Gabriel nun in den Schatten einer Wand und beobachtete vorsichtig die Gestalt, welche sich nun einem kleinen Stand mit Obst näherte, sich schnell umguckte und dann einige Trauben und Orangen blitzschnell unter seinen Mantel einsteckte.
    Gabriel mußte breit grinsen und dann verfolgte er die Gestalt unauffällig. Natürlich hatte er nicht vor, diesen festzunehmen.


    Irgendwann hatte er dann aber die Gestalt eingeholt, in dem er ihr lautlos nachgeschlichen war. Dieses Schleichen hatte Gabriel niemals verlernt und dann, als er die Gestalt in einer dunklen Ecke dabei erwischte, wie sie sich gerade das Obst einverleibte, packte er sie am Schlawittchen und zog ihm die Kaputze vom Kopf.
    Zum Vorschein kam ein etwa 15jähriger Junge, der Gabriel nun panisch ansah und sich versuchte, von ihm wegzureissen, doch Gabriel hatte ihn fest im Griff.
    »Keine Panik, Junge. Ich klau dir dein Obst schon nicht. Aber wenn ich dich nicht festhalten würde, würdest du nur vor mir stiften gehen und im Laufen lässt es sich so schlecht unterhalten!« Er zwinkerte dem Jungen zu und dann horchte er ihn ein wenig aus, in dem er ihm ein bisschen Geld bot.
    »Ich bin hier recht neu in der Stadt, verstehst du? Wo treffen sich Leute wie du hier so? Und auch wenn du wahrscheinlich nicht zu einer Diebesgilde gehörst, so kannst du mir vielleicht etwas weiterhelfen? Ach ja, und deine Technik lässt sich noch optimieren!« Wieder grinste Gabriel.


    Schließlich unterhielt er sich leise mit dem Jungen und bald darauf machte sich Gabriel auf den Weg zu jener Taverne, welche der Junge ihm genannt hatte.


    (Weiter: Taverne "Heiss und Feddig")

  • Aus der Taverne "Heiss und Feddig" kommend, machte sich Gabriel auf den Weg.
    Er mußte unbedingt den Vigilen sprechen, der ihn verfolgte. Und so sah sich Gabriel immer wieder unauffällig um und dann, als er sah, daß er und der Vigiles nicht verfolgt wurden, bog Gabriel schnell in eine enge kleine Gasse ein und versteckte sich in einer dunklen Nische. Weit und breit war niemand zu sehen und so wartete er auf Quintus, welchen er hier abfangen wollte. Leise drückte er sich ins Dunkel.

  • Quintus war Gabriel ab der Taverne wieder fest an den Hacken geblieben. Doch plötzlich verschwand der Verfolgte hinter einer Ecke und war nicht mehr zu sehen. Verwirrt blickte Quintus sich um, sah aber weit und breit keinen Vigil. So ging er um die Ecke und spähte herum. Wo war er nur?

  • Gabriel hielt sich weiter versteckt und lauschte. Dann vernahm er Schritte, die aber plötzlich inne hielten. Quintus hatte Gabriel wohl verloren und sah sich nun nach ihm um. Dann hörte Gabriel, wie langsam Schritte von Quintus näher kamen.
    Gabriel hatte sich vergewissert, daß niemand in der Nähe war. Erst wollte er ihn einfach am Kragen packen und in die Ecke ziehen, aber damit würde er eventuell einen kleinen Tumult riskieren und so flüsterte er leise: »Quintus, hier. Komm her!!«

  • Quintus sah sich weiter um, als nahe bei ihm eine Stimme ertönte. Ruckartig drehte er sich in diese Richtung und erblickte Gabriel wieder. Erleichtert atmete er auf und blickte sich vorsichtig um. Als niemand zu sehen war, kam er näher.


    "Gabriel, was hast du zu berichten?"

  • »Viel nicht«, flüsterte er leise und fügte dann hinzu: »Es ist alles noch zu früh. Ich plane einen Einbruch. Das muss sein, sonst glaubt man mirr nicht. Erzähle das Strabo, oder Metellus. Und noch was. Gehe am besten gleich zurück. Noch ist es zu früh, das du mir folgst. Es hatte auch sein können, daß man mich verfolgt und dann hätten sie das mit dir mitbekommen können. Geh in die Taverne. Ich suche mir hier nun ein Zimmer. Und dann komme ich in der Nacht in die Kaserne. Geh jetzt ...«

  • "Gut, ich werde es ihm berichten. Pass auf dich auf. An dir hängt viel, auch meine Gesundheit.", sagte er leicht grinsend. Schließlich vergewisserte er sich, dass niemand die beiden beobachtete. Dann nickte er Gabriel zu und machte sich in lässigem Schritt auf den Weg durch die Straßen.

  • Gabriel entlies Quintus und war nun froh, das er seinen Schatten los war. Später einmal, wenn es heikler wurde, war er sicherlich darüber froh, aber noch war es einfach zu früh. Und dann huschte Gabriel weiter durch die Gassen


    Er fragte sich nach der Taverna Camorra durch, welche er bald fand. Es war eine ziemlich einfache Taverne, sehr entlegen und kaum auffindbar, genau das Richtige. Hier mietete er sich ein Zimmer für wenig Geld.


    Zuerst hatte er ja noch überlegt, ob es klüger wäre, sich ein Zimmer zu nehmen, von dem der Typ, mit dem er nun Geschäfte machte, nichts wusste. Aber nein, er sollte ruhig wissen, wo Gabriel wohnte. Zu viel Geheimniskrämerei war auch nicht gut. Schliesslich brauchte er das Vertrauen der Gauner ...


    Und so miete er sich ein Zimmer in der Taverne Camorra.

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