Nicht selten gibt es Schreiben zu verfassen oder amtliche Tätigkeiten zu vollenden, wenn die Sonne bereits im Meer versunken ist. Genau dafür eignet sich ein Raum daheim: Das Arbeitszimmer.
.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Medicus Germanicus Avarus: 20.01.2007 18:02.
Etwas nach dem Mittag stand er seit langen wieder einmal auf. Als erstes betrat er das Arbeitszimmer, das im grellen Licht der Mittagssonne lag. Doch nur eine Post wartete auf Avarus und so schaute er recht missmutig da hinein.
Die wenigen Zeilen waren schnell überflogen und er wußte schon zu Anfang, das es für ihn wieder einen Gang bedeuten würde. Da er sich aber noch ein wenig klapprig fühlte und auch die Magd Helena dieser Ansicht war, nahm er eine Sänfte und machte sich in Begleitung der Liktoren und seinem Sklaven Paulus auf, der Castra Praetoria explizit den Stadtcohorten einen amtlichen Besuch abzustatten.
PRAECEPTOR - SCHOLA ATHENIENSIS MAGISTER ARCHITECTURAE - SCHOLA ATHENIENSIS
Den Brief von Corvus in der Hand schlurfte ich auf der Suche nach meinem Pater Familias durch die Casa Germanica. Hm...kam mir das nur so vor, oder war sie größer als früher?
Nachdem ich schon das halbe Haus abgeklappert hatte, stand ich schließlich vor seinem Officium und klopfte an...
Gerade als ich seufzend weiterschlurfen wollte, hörte ich doch noch ein herein. Wehe das war jetzt nicht der Richtige
Ich streckte den Kopf zur Türe herein und begann zu lächeln.
"Avarus! Salve! Genau dich suche ich. Hast du kurz Zeit für mich?"
Er kommt hinter dem Tisch vor und reicht ihr einen Becher mit verdünnten Wein. Er selbst kehrt zum Schreibtisch zurück, lehnt sich jedoch an die Front.
"Ja...also..."
Seltsam nervös drehte ich den Becher in meiner Hand.
"Corvus ist ja nun in Germanien. Und da hat er mir in seinem letzten Brief...äh..."
Ich stellte den Becher ab und durchsuchte die Taschen meiner Tunika.
"Ah, da.", verkündete ich triumphierend, zog den Brief hervor und gab ihn Avarus. "Ganz unten..", ich deutete mit dem Finger auf das "P.S" und grinste schief. Ooooh, das würde ich diesem Kerl noch heimzahlen -.-
"..ja...also, ich soll dich um Erlaubnis fragen."
Schnell wich das Grinsen einem Feiertagslächeln
Nur schwer konnte ich mir das Grinsen verkneifen. Hehehe.
"Ich nehme an, er kommt nicht weg von der Legio...er wurde ja erst dorthin versetzt, da kann er nicht gleich Urlaub beantragen."
'Oder er hat wirklich Angst', setzte ich in Gedanken hinzu
Wieder ernst, erwiderte ich auf die folgende Frage: "Ob ich ihn liebe? Ich habe für ihn meine Familie verlassen. Ich liebe ihn mehr als alles andere."
Er kommt nah an sie heran und hebt ihr Kinn leicht an.
"Auch wenn ich dich damit an die germanischen Provinzen verliere, die so unscheinbar schön, aber doch gefährlich sein können. So habt ihr meine Zustimmung."
Phiu. Ich wusste schon, warum ich kein Mann sein wollte.
Einen halben Steinbruch, der mir vor Erleichterung vom Herzen viel später fand ich mein Lächeln wieder und hob den Becher.
"Auf den besten Pater Familias aller Zeiten."
Hoffentlich würde ich nacher beim Aufstehen nicht ausrutschen.
"Naja...eigentlich schon...auch wenn es mir vor dem Winter da oben graut."
Seufzend schaute ich in den Becher.
"Allzu lange wollte ich auf jeden Fall nicht mehr mit der Abreise warten."
"Ich mache mir da echte Sorgen, vor einer Reise im Winter ist mehr als nur abzuraten, die Schneestürme sind tückisch, die Pässe kaum passierbar und durch Schneelawinen gefährdet. Wenn du doch reiten willst, so nimm wenigstens Paulus mit. Er kennt die Gefahren germanischer Winter nur all zu gut und ich könnte sonst kein Auge zutun, ohne dich in Sicherheit zu wissen."
Er wußte nur zu genau, das er es ihr nicht ausreden konnte schon bald zu reisen, so wollte Avarus wenigstens das Beste daraus machen.
Schneestürme? Lawinen? Uuuuh, na sauber.
Sollte ich lebend in Germanien ankommen, würde ich Corvus erwürgen.
"Ich schaffe das schon irgendwie. Wer in Rom überlebt, überlebt überall."
Als geborene Römerin glaubte ich das tatsächlich
"Aber wenn du meinst, dass es besser ist, nehme ich ihn mit."
"Natürlich nur für die Reise und die Pferde werde ich euch auch stellen. Welche Paulus ebenfalls wieder mit zurück bringen kann. Wenn es soweit ist, komm nocheinmal zu mir. Doch ein paar Tage früher. Ihr solltet genügend Wasser, gesalzenes Fleisch und Obst mitnehmen. Wer weiß welche Herberge in den Alpes noch nicht geschlossen ist."
Mit dem guten Gedanken alles Mögliche für sie getan zu haben, nimmt er den Becher Wein und davon einen Schluck nicht zu groß. Immerhin hat er noch zu arbeiten.
"Wenn das so weiter geht, sitz ich bald allein in meinem Nest."
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Medicus Germanicus Avarus: 04.01.2006 10:38.
"Naja, meine Sklavin kommt ja auch aus Germanien...sie ist zwar nicht die Hellste, aber einigermaßen zurechtfinden wird sie sich schon.", fügte ich noch hinzu und nippte an meinem Becher.
"Hm..."
Mein Blick kreiste im Raum umher und ging schließlich zum Fenster hinaus.
"Ich werde Rom wahrscheinlich ohnehin so sehr vermissen, dass ich alle paar Wochen wieder hierherkomme."