• Die Casa Domitia besteht aus einen großen Vorderhaus an der Straßenecke, einem Impluvium und einem zweiten kleineren Haus. Ein Teil des Vorderhauses ist vermietet. Hier haben Saxa, der Weinhändler und Sufa, der Schuster ihre Läden, während der übrige Teil als Wohnraum für Domitius Massula dient. In dem kleineren Haus auf der anderen Seite des Impluviums sind die Räume für die Bediensteten, die Küche und das Tablinum. Hier ist auch der Eingang zur Casa Domitia.

  • Nero Fufidius Pocycletus, der Vorbesitzer der Casa: Irgendwie schimmerte es schon aus seinem Namen heraus, dass er ein Kauz sein musste. Dachte ich mir wenigstens, als ich zu ihm ging, um ihm das Haus abzukaufen. Es war auch so.


    In den Verhandlungen über den Kaufpreis musste ich einige Starrsinnigkeiten des Pocycletus niederringen. Aber, irgendwann schien er beiläufig entdeckt zu haben, dass ich ebenfalls ein Kauz war. Nur eben jünger. So pendelte sich der Kaufpreis gemächlich auf die richtige Höhe ein.


    Er war ein alter Mann, der sich auf das Altenteil in seiner Heimatstadt Argentorate zurückziehen wollte und heilfroh war, dass er seine Geschäfte in Mogontiacum endlich aufgeben konnte.


    Bevor wir über den Preis redeten, hatte ich mir zusammen mit ihm alle Räume angesehen. Grundriss und Anordnung der Räume waren etwas ungewöhnlich, aber ich hänge nicht daran, dass alles so ist, wie Vitruvius sich das idealerweise vorstellt. Also keine Umbauten.


    Die Bausubstanz war durch und durch gut, aber eine Renovierung war angebracht. Der alte Fufidius hatte lange nichts mehr daran gemacht. Warum auch?

  • Renovierung.
    Solange die Handwerker den Staub der fufidischen Jahrzehnte aufwirbelten, wohnte ich noch in meiner Bude über dem Laden von Saxa. Nachdem das meiste getan war, stellten wir fest, dass die Mosaiken im tablinum und im triclinum schon arg zertreten waren. Ich beschloss daher, neue verlegen zu lassen. Im triclinum mit Bildern der Fische des Rhenus und im tablinum mit Bildern der Planeten, des Mondes und der Sonne, wobei ich auch den Lauf der Planeten und des Mondes andeuten ließ.


    Aber es hielt mich nicht mehr in meiner Bude und so zog ich um. Ich nahm in Kauf, dass ich beim Betreten und Verlassen des Hauses über Bretterstege balancieren musste. Irgendwann müssen die Kerle doch mal fertig werden!

  • Volusus Palfurius Bolanus
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    Bolanus war mit einem ledernen Köcher unter dem Arm zur Casa Domitia marschiert und betätigte nun energisch den Türklopfer. Von drinnen klangen Geräusche hervor, die auf Bauarbeiten schließen ließen. Das Mütterchen, das er nach dem Weg gefragt hatte, faselte irgendetwas von Renovierung und Umzug. Ob sich der Eindruck bestätigte, wenn die Tür geöffnet würde?



  • [Blockierte Grafik: http://img268.imageshack.us/img268/3798/panphilosk.jpg]Panphilos


    Die Mosaikenleger waren schon vorgestern fertig geworden, aber Panphilos musste das Tablinum immer noch über ausgelegte Planken durchqueren. Er bewegte seinen schweren Körper grummelnd über die Bretter und als er das Tor öffnete, machte er sein freundlichstes Gesicht.


    Draußen stand ein Kerlchen mit einem Lederköcher. "Salve Freundchen, wir kaufen nichts", erklärte Panphilos mit gemütlichem Nachdruck.

  • Volusus Palfurius Bolanus
    [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/29.jpg]


    "Ich verkaufe auch nichts," entgegnete Bolanus, dem man seine Missbilligung einer solchen Begrüßung deutlich ansehen konnte. "Außer der Hausherr will mir Geld für seine Ernennungsurkunde zustecken, was ich nicht denke." Demonstrativ rüttelte er den dem Lederköcher, der lediglich ein dumpfes Rascheln absonderte. "Ich bin Schreiber der Civitas, kein Hausierer," setzte er noch hinten drauf, um dem einfältigen Ianitor klar zu machen, mit wem er es zu tun hatte. Bolanus hielt viel auf seine Arbeit und ließ sich nicht gern auf den Arm nehmen. Dazu war er viel zu stolz und vermutlich ein bisschen zu steif.



  • Zitat

    "Ich bin Schreiber der Civitas, kein Hausierer ... "


    Panphilos
    "Soso, das klingt schon besser. Komm rein. Domitius Massula ist im Peristylum. Ich gehe voraus". Nach drei Schritten drehte er sich um: "Und dass du auf den Brettern bleibst. Das Mosaik ist frisch verlegt". Er öffnete die Tür zum Peristylum und rief: "Domine, da ist einer von der Civitas mit einer Urkunde!"


    Nach dem Besuch beim Barbier hatte ich meinen Laren etwas Weihrauch dargebracht, weil mein dortiges Gerede vielleicht bei Venus einen Groll bewirkt haben könnte. Ich überlegte dabei, ob ich in der Curia, sofern man mich dort aufnehmen würde, die Rede auf den mangelnden Venustempel bringen sollte. Die Stimme von Panphilos unterbrach meine Gedanken.


    "Salve. Du bringst eine Urkunde?"

  • Volusus Palfurius Bolanus
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    "Danke," murmelte Bolanus, als er schließlich hereingebeten wurde. Er musste aufpassen, dass er nicht daneben trat. Wobei die Bretter breit genug angelegt waren, dass es auch ihm nicht allzu schwer fiel das Gleichgewicht zu halten. Dann traf er den wartenden Hausherrn.
    "Salve Domitius," begann er, während er den Lederköcher öffnete und ein Schriftstück zückte. "Domitius, ich darf dich Beglückwünschen zur Aufnahme in die Reihen der Decuriones Mogontiaci. Du bist von heute an Mitglied im Ordo Decurionum und damit Inhaber sämtlicher Rechte und Pflichten des selbigen. Die Duumvirn Duccius und Patulcius laden dich hiermit herzlich zur nächsten und allen folgenden Sitzungen des Gremiums ein."



    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI
    ET IN NOMINE CIVES MOGONTIACI


    ERNENNE ICH
    Faustus Domitius Massula


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM XVII KAL SEP DCCCLXI A.U.C. (16.8.2011/108 n.Chr.)


    ZUM
    Decurio - Mogontiacum



    Numerius Duccius Marsus - Duumvir Mogontiaci



  • Zitat

    Bolanus: "Domitius, ich darf dich beglückwünschen zur Aufnahme in die Reihen der Decuriones Mogontiaci."


    Ich schenkte einen Becher verdünnten Weins ein und sagte: "Es ist gute Sitte, einem Boten eine Erfrischung anzubieten, vor allem, wenn er so gute Nachricht bringt. Ich danke dir und freue mich über die Aufnahme in den Ordo Decurionum".


    Ich hielt ihm den Becher hin: "Trink. Und sage den Duumvirn meinen Dank".

  • Volusus Palfurius Bolanus
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    "Dankesehr." Bolanus nahm den Becher lächelnd entgegen, beinahe überrascht von so viel Freundlichkeit. Bevor er trank, fiel ihm aber noch etwas Wichtiges ein. "Oh nein, einen Augenblick! Ich habe da doch glatt etwas vergessen." Er zeigte ein verschmitztes Lächeln, das eine Entschuldigung ausdrück sollte. "Dir wird natürlich auch direkt dein Geld abgeknüpft," kommentierte er die Wachstafel, die er dem Domitius daraufhin entgegenstreckte.



    Ad:
    Decurio Mogontiaci
    Faustus Domitius Massula

    Casa Domitia


    Salve Domitius,


    wir, die Duumvirn Mogontiaci, erinnern dich hiermit an die Fälligkeit der Zahlung deines Mitgliedsbeitrages in Höhe von zweihundert Sesterzen an den Fiscus der Civitas gemäß § 3 (2), Satz 3 des Pars Prima der Lex Civitatis Mogontiaci. Wir bitten um zügige Begleichung deiner Außenstände und freuen uns auf dein Erscheinen bei der nächsten Ratssitzung.


    Vale bene


    N. Duccius Marsus et A. Patulcius Merula



    Sim-Off:

    Betrag von 200 Sz bitte auf das Stadtkonto Nr. 1218.




  • Zitat

    Bolanus: "Dir wird natürlich auch direkt dein Geld abgeknüpft"


    "Du hast recht, nichts ist umsonst. Möge die Gemeindekasse immer prall gefüllt sein!" Ich ging zu Truhe, zählte 200 Sesterzen in ein Säckchen und gab es dem Boten. "Hier. Und jetzt trink!"


    Dann ging ich mit ihm zur Tür zum Tablinum, wo Panphilos wartete. "Wenn du willst, begleitet er dich bis zur Curia". Ich hatte den besorgten Blick von Panphilos bemerkt. Wenns um Geld ging, war er immer wachsam wie eine Glucke. Schließlich machte er mir die Buchhaltung. "Ansonsten, vale und danke".


    Sim-Off:

    200 Sesterzen überwiesen

  • Volusus Palfurius Bolanus
    [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/29.jpg]


    Ein Glück, Domitius war nicht verärgert. Besser noch, er drückte ihm gleich das Geld in die Hand! "Äh, danke," machte er. Dann trank er erst einmal vom Wein wie geheißen. Es war ein guter Tropfen, den Bolanus zu schätzen wusste.


    "Äh...ähm...danke, wie du willst, also..." Bolanus war etwas überrumpelt. Er dachte fieberhaft nach und entschied dann, dass er es wohl unbeschadet bis zur Curia schaffen würde. "Danke, ich komme schon klar. Vale dann," verabschiedete er sich und stapfte hinaus auf die Straße.



  • "Der ist mit Sicherheit gar nicht da...", wandte Silanus wieder einmal ein, dem so allmählich nicht wohl um die Magengegend wurde. Eigentlich hatte er gar keine Lust, so aufgeregt war er. Allerdings würde Gaius Gordianus nicht noch einmal herkommen, zumindest nicht, wenn Silanus es sich einfach so anders überlegte. Ein einfacher Fischhändler hatte sicherlich ein Wort mit dem Gewicht einer Fliege, aber immerhin war das mehr als Silanus allein an Fürsprache einbringen konnte. Aber vielleicht war Fortuna ihm ja hold.. er hatte ihr immerhin ein ganzes Huhn geopfert, was seine Mahlzeiten für die nächsten fünf Tage deutlich schmälern würde.#


    "Halt den Mund, Junge...", gebot ihm daher sein Fürsprecher zu schweigen, weil er das Gejammer seines Schützlings leid war, und dies so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte. Immerhin war der Sonnenuntergang zu dieser Jahreszeit schon stark fortgeschritten. Als sie an der Casa Domitia ankamen war er es auch, der Silanus einen entsprechenden Blick schenkte bevor er anklopfte.

  • [Blockierte Grafik: http://img268.imageshack.us/img268/3798/panphilosk.jpg]Panphilos


    Panphilos hatte ein Klopfen gehört. Kein entschlossenes Klopfen, eher so ein vorsichtiges Klopfen. Oder hatte es überhaupt geklopft? Er entschloss sich, trotzdem nachzuschauen. Er öffnete die Tür und war ziemlich baff, dass da im Halbdunkel doch zwei Gestalten zu sehen waren. Der eine nicht besonders groß, mittelalt, daneben ein Junger, eine Art hoch aufgeschossene Bohnenstange, die etwas zaghaft herumstand. Panphilos schenkte den beiden einen liebevollen Blick.


    "Es betrübt mich, das sagen zu müssen, aber wir kaufen nichts an der Tür".


    Und schon war die Tür wieder zu.

  • Panphilos öffnete uns. Da er einen halben Kopf größer war als wir, konnte er die Szene gut überblicken. Er zog die Augenbrauen hoch.


    [Blockierte Grafik: http://img268.imageshack.us/img268/3798/panphilosk.jpg]Panphilos


    "Salve Domine, ... äh, was ist? Ich meine .. äh ..."


    Panphilos war immer die Ruhe selbst. Ich hatte noch nie erlebt, dass er auch stottern konnte. Er musste tief erschüttert sein. Ich sagte zu ihm: "Panphilos, das ist Domitia Glicia. Sie wird hier wohnen. Und auch ihr Sklave. Ach, Glicia, wie heißt der eigentlich?"


    Ich schloss die Tür hinter uns. "Sag Boduognatos, dass er uns etwas zu Essen machen soll. Auch ihrem Sklaven. Und sei so gut, uns ein paar Erfrischungen in die Bibliotheca zu bringen. Zum Essen gehen wir ins Triclinum. Und bring das Gepäck von Glicia erst mal ins das grüne Zimmer. Atto soll es für Domitia Glicia herrichten".


    Man konnte beobachten, wie Panphilos allmählich wieder zu seinem Normalzustand zurückfand. Er sagte: "Domine, in der Bibliotheka sitzt noch Ateualus Capito".


    Ich lachte: "Der alte Capito isst natürlich auch mit, klar doch."


    Wir gingen zur Bibliothek.

  • Oh sie war unendlich erleichtert. Es lösten sich sofort jede Menge Probleme für sie und eine grosse Last die sie in den letzten Tagen seit sie aus Ostia aufgebrochen war, nein eigentlich trug sie diese Last schon seit dem Tag des Feuers, fiel nun von ihr ab. Sie spürte sowas wie familiäre Geborgenheit und war dankbar das ein Mann jetzt die Führung übernahm über all die Dinge die es zu organisieren galt.
    Sie sah diesen großen Mann den man ihr als Panphilos vorgestellt hatte freundlich lächelnd an und wartete bis alles geklärt war.
    Dann auf dem Weg zur Bibliothek, sie merkte jetzt auch wie ihr Magen rumorte vor Hunger, begann sie die an sie gestellte Frage zu beantworten:



    Er heißt Marcello , ähm , der Sklave der mich begleitet mein ich. Ich bin so unendlich froh das Du Dich um alles kümmerst, ich bin jetzt doch sehr erschöpft von der Anstrengung. Es tut sooo gut Familie zu haben


    Sie schenkte ihm ein warmes lächeln während sie schweigend weiter ging

  • Als wir die Biliothek betraten, erhob sich Capito ächzend aus seinem Sessel und betrachtete Glicia von oben bis unten.
    [Blockierte Grafik: http://img5.imageshack.us/img5/2298/ateualus2k.jpg]Ateualus Capito


    "Massula, warum hast du diese fabelhafte Frau die ganze Zeit vor mir versteckt?"


    Ich bot Glicia einen Sessel an und sagte mit einem breiten Lächeln zu Ateualus: "Ich verstecke gewöhnlich keine Frauen. Das ist Domitia Glicia. Sie ist eben nach einer langen Reise hier angekommen". Zu Glicia gewandt: "Das ist Ateualus Capito. Er ist Duumvir der Civitas Caerosium und ist wegen des Stadtfestes, das wir gerade hier zu Ehren des Drusus gefeiert haben, aus den Bergen der Silva Arduina herabgestiegen. Deshalb ist er bei mir zu Gast".


    "Ich bin außerordentlich erfreut, dich kennenzulernen, Domitia Glicia und ich überlege, ob ich deine Gastfreundschaft nicht noch ein kleines Weilchen länger in Anspruch nehmen sollte, Massula", erwiderte Capito und setzte sich wieder in seinen Sessel. Atto kam herein und brachte Wasser, verdünnten Wein und heißen Met.


    "Bedient euch! Ich wollte dir noch etwas über meine Herkunft sagen, Glicia. Ich bin von der Sippe Domitia aufgenommen worden, als mir das Bürgerrecht verliehen wurde. Ich bin also kein Römer von Herkunft und habe auch keine verwandschaftlichen Beziehungen zu irgendeinem Domitier. Mein Vater hieß Brigio und war Gallier, aber einer von der Sorte Gallier, die Caesar seinerzeit nicht so recht einordnen konnte. Capito ist auch so einer, bei dem es nicht restlos klar ist, ob er Germane oder Gallier ist".


    "Ma weeset nit". kommentierte Capito.


    "Meine Mutter hieß Odilgard und war Germanin. So bin ich bei den Sugambrern aufgewachsen und eines Tages bin ich als Peregrinus im Imperium erschienen".


    Man hörte schon das Klappern des Geschirrs aus dem Triclinum, aber ich blieb erst mal sitzen. Panphilos würde uns rechtzeitig Bescheid sagen.


    "Glicia sucht ihren Großvater", sagte ich zu Capito. "Aber das sollten wir beim Essen besprechen".

  • Glicia lachte auf als der alte Mann sie so herzlich und frohgelaunt begrüßte. Sie mochte von jeher Menschen die Fünkchen Humor besaßen. Und der Charme des alten war unwiderstehlich, er war gewiss früher ein wahrer Frauenheld dachte sie und lachte ihn offen an.Die FReude ist ganz auf meiner Seite Capito, hätte ich gewusst das Du hier bist., hätte ich nicht so lange gezweifelt ob ich in Ostia aufbrechen soll hier her.


    Glicia trank einen grossen Schluck des Wassers als sie hörte was Domitius da sagte und verschluckte sich promt daran , was einen heftigen Hustenanfall auslöste. Als sie sich davon erholt hatte , war ihr Blick ernst , die Augen die eben noch so lachend Capito angestrahlt haben , sahen nun traurig und nachdenklich aus


    Oh, so ist das also, dann habe ich meinen Verwandten noch gar nicht gefunden. . Sie seufzte tief Vielleicht war es doch falsch hierher zu kommen
    Hunger hatte sie gleich gar nicht mehr

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