Atrium - duccisch, decimischer Besuch

  • Teutus hatte die Gäste ins Atrium geführt.


    Wenn sich die Herrschaften bitte dort drüben hinsetzen möchten. Ich werden die Senatoren über euren Besuch unterrrichten.


    Er nickte kurz, sprach mit einem anderen Sklaven zwecks der Versorgung der Gäste und machte sich dann auf zu den Senatoren.





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    Teutus, Sklave des Germanicus Sedulus

  • Gebeugt und auf Paetus gestützt, betrat Quarto das Zimmer. Er blinzelte die beiden Gäste abschätzend an und brummte in einem desinteressiert klingenden Tonfall: “Salvete!“
    Als ob es ihm eben erst eingefallen wäre, fügte er hinzu: “Ich bin Lucius Aelius Quarto.“
    Er wies auf seinen Begleiter. “Und das ist Gaius Aelius Paetus, mein Sohn. Er wird bleiben, wenn ihr nichts dagegen habt.“

  • "Salvete.", grüßte auch Vala die beiden Aelii, "Selbstverständlich haben wir nichts dagegen, Consular Aelius. Vielen Dank, dass du dir Zeit nehmen konntest... wenn ich meinen Begleiter vorstellen darf? Dies ist Marcus Decimus Aquilus, Enkel des Maximus Decimus Meridius. Er leistet sein Tirocinium Fori bei mir..."

  • Auch Senator Germanicus Avarus kam nicht allein. Sein Sohn wollte die Politik schmecken. Solche Zusammenkünfte waren das beste Beispiel dafür Politik Leben einzuhauchen. Auch wenn er noch nicht wußte, was der Besucher bezweckte, so hatte er einen Verdacht. Ob er sich bewahrheiten würde, nun Avarus ging davon aus.


    "Salve zusammen. Mit meinem Sohn Germanicus Cossus und mir Germanicus Avarus ist die Runde fast komplett. Fehlt nur mein Neffe Sedulus."


    Wo der nur wieder bleibt. *dumdidum*

  • Beim Namen Decimus Meridius zuckte Quarto kurz zusammen. Ein lang vergessener Albtraum brach sich Bahn und drängte zurück in sein Bewusstsein.
    “Meridius' Enkel!“, stieß er hervor und schaute sich den jungen Mann ganz genau an, ob irgendwelche Ähnlichkeiten mit dem 'Stier von Taracco' auszumachen waren. Oder mit seiner eigenen Ehefrau, was aber, angesichts Aquilus' Alter, denn so jung war er dann doch nicht, eine recht abstruse Vorstellung war.

  • Und dieser ließ nicht lange auf sich warten, so dass es sogar noch die Vorstellung mitbekommen hatte. 8)
    Allerdings erschien Sedulus alleine, da seine beiden Söhne wohl doch noch ein wenig zu jung für diese Art von "Geschäft" waren.


    Salvete miteinander.


    Grüßte er in die Runde. Und nickte den Gästen freundlich zu.


    Da wir ja nun vollständig sind, kannst du denke ich Senator Duccius Vala, uns dein Anliegen vortragen.

  • Aquila beobachtete gespannt, wer alles kommen würde, und der Reihe nach tauchten tatsächlich alle auf, die der Duccius hatte treffen wollen bei diesem Termin – Söhne sogar eingeschlossen. Allerdings wollte er gleich darauf seinen Ohren nicht so recht trauen, als der Senator seinen Namen verfälschte. Na großartig... Aquila unterdrückte ein Zähneknirschen, lächelte einfach und nutzte die nächstbeste Gelegenheit zur Verbesserung: „Salvete, die Herren. Decimus Aquila ist mein Name, ich begleite Senator Duccius erst seit wenigen Tagen.“ Ein wenig irritiert war er allerdings schon von dem Ausruf des älteren Aelius, und der anschließenden Musterung, der er unterzogen wurde... allerdings erwiderte er den Blick nur mit einem offenen Lächeln. „Genau der, Consular Aelius“, antwortete er freundlich, und überlegte kurz ob er die Gelegenheit jetzt schon nutzen sollte sich an die Germanici Avarus und Cossus zu wenden, der mit seiner Großtante verheiratet war und die ihm Briefe für ihren Mann und ihren Sohn mitgegeben hatte – beschloss dann aber, dass das wohl nicht gut ankommen würde, nicht bei den Herren, die sie besuchten, und schon gar nicht beim Duccius. Immerhin war das hier sein Termin... war wohl besser zu warten bis das eigentliche Gespräch beendet war.

  • Dafür das man gleich drei der angesehensten und einflussreichsten Senatoren - für Cossus waren sie das einfach, unerreichbar - um eine Konsultation bat, die dann auch noch durchaus rasch und ohne Palim-Palam gewährt wurde, presentierte sich der Besucher recht maulfaul. Zeit sich den Decimer vorzuknöpfen bevor der Duccier doch noch den Mund aufbekam, um sein Anliegen vorzutragen.


    "Salve ich bin Cossus..." sprach er diesen an und bat ihn per Handbewegung aus dem unmittelbaren Umfeld der Senatoren heraus. "Wenn Du noch nicht lange mit dem Senator Duccius reist, kommst Du dann vielleicht aus Hispanien? Meine Mutter ist dort mit meiner Schwester. Lucilla und Drusilla Du kennst sie?" Er wollte so gern wissen wie es ihnen ging. Irgendwie war es etwas in der Art wie heimweh.

  • Zitat

    Original von Quintus Germanicus Sedulus
    Da wir ja nun vollständig sind, kannst du denke ich Senator Duccius Vala, uns dein Anliegen vortragen.


    "Salvete.", grüßte Vala auch die letzten Ankömmlinge und kam wie gewünscht gleich zur Sache, auch wenn ihn das vollkommene Fehlen von Eingangsgeplänkel und des obligatorischen Austauschs von Floskeln etwas wunderte, "Wie sich die Herren ob der nahenden Wahlen sicherlich denken können, bin ich hier um um eure Stimmen zu werben. Die Gunst so namhafter wie verdienter Größten des Reichs sind alles andere als unwichtig, umso dankbarer bin ich, dass ihr es einrichten konntet mir gleich zu dritt euer Gehör zu schenken."

  • “Waren wir nicht zur Cena verabredet?“, brummte Quarto missmutig: “Warum habe ich keinen Wein?“


    Sein Blick traf Vala. Unter Stirnrunzeln: “Wer...?“. Ein Zögern bemächtigte sich seiner, ein Augenblick trüber Unsicherheit, dann: “Bestimmt kannst du uns sagen, weshalb du unsere Stimmen verdienst, Senator... ähm... mmh...“

  • “Ja doch, dass weiß ich!“, wehrte der seinen Sohn gereizt ab und wedelte mit der Linken.


    “Also, Senator Duccius Vala, warum wählen wir dich?“, wandte er sich erneut an den Wahlkämpfer, wobei er, diesmal mit dem Zeigefinger der leicht zitternden Rechten, auf ihn deutete.

  • Sedulus sah zu seinem Patron hinüber und konnte nicht umhin bei dem kurzen Szenario zwischen ihm und seinem Sohn Paetus zu grinsen.
    Allerdings blickte er auch gleich wieder zu Senator Vala und wartete neugierig auf dessen Antwort auf Quartos Frage.

  • "Einerseits, so lau das klingen mag, des lieben Friedens willen den Rom nun nach dem verheerenden Krieg nötig hat.", gab Vala mit mattem Lächeln zu, "Der Princeps hat es sich zum Programm gemacht den Senat zu stärken, und wer wäre ich diesem nicht zu folgen? Dementsprechend wichtig ist es mir im Senat keine Gräben zu ziehen, sondern diese zu überwinden... das neue Rom wird so auch im Senat gestaltet, und ich würde meine Hilfe all jenen anbieten die dazu beitragen, so eine Hand die andere wäscht."

  • “Du wirst in diesem Raum nur Gegner des Usurpators finden, an dessen faulendem Leib jetzt die Würmer nagen. Wenn du auch sein Feind warst, warum soll es dann einen Graben zwischen uns geben? Da muss nichts überwunden werden.“, antwortete Quarto und wies beim Wort 'Usurpator' mit der zitternden Rechten gen Boden, hin zu einem vermeintlichen Tartarus, wo er wohl die schwarze Seele des verachteten Mannes vermutete.

  • "Deine Worte machen mir Hoffnung, Consular Aelius.", zeigte Vala sich halbwegs erleichtert ob der Bekanntgabe des Consulars, "Aber ob der Bedrohung die nun überwunden ist möchte ich dennoch eben diese Gräben vermeiden, die der politische Alltag im Rom, der uns hoffentlich nicht mehr allzu fern ist, zwangsläufig mit sich bringt. Gerade wenn der Kaiser den Senat stärkt, wie er es offensichtlich vor hat, könnten die alten Reibereien und Lager im Senat wieder zutage treten die in Zeiten der senatorischen Schwäche eher verdeckt geblieben sind."
    Was an Vala natürlich vollkommen vorüber gegangen ist, immerhin war er erst seit wenigen Tagen Senator der Stadt Rom.. und dennoch bezog er sich darauf, quasi prophylaktisch.

  • Aquila hatte einen Moment gebraucht, bis er Cossus tatsächlich wieder erkannt hatte. Zu lange war es her, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten – da waren sie noch Kinder gewesen. „Salve, Cossus“, grüßte er dann fröhlich, wenn auch in gedämpfter Tonlage, zurück, als der ihn ansprach. „Ich bin's, Aquila... der Großneffe von Lucilla, wir haben früher zusammen gespielt. Ich hab Briefe dabei für dich und deinen Vater...“ Dummerweise ging es gerade im Gespräch der Senatoren weiter, und Aquila sah sich kurz etwas unschlüssig um. Aufpassen, zuhören, lernen... sollte er alles machen. Und wollte er ja auch, gerade in so einer Runde – es würde dauern, bis er das nächste Mal so viele Senatoren auf einen Haufen sah, und er wollte durchaus die Gelegenheit nutzen auch selbst einen positiven Eindruck zu machen. Oder zumindest keinen schlechten zu hinterlassen. „Hier“, murmelte er und steckte Cossus schnell einen der beiden Briefe zu, den Lucilla ihm mitgegeben hatte:


    An Caius Germanicus Cossus


    Mein lieber Caius!


    Wie geht es dir, mein kleiner Spatz? Ich hoffe so sehr, dass dich diese ganzen Ereignisse in Rom und dem Imperium nicht zu sehr verunsichert haben. Aber das gehört zum Erwachsensein dazu, das Leben ist leider keine Pferdezucht. Außerdem ist das alles für dich nun eine große Chance, du musst sie nur ergreifen. Viele Positionen in Rom müssen neu besetzt werden und als Germanicus hast du dabei die besten Aussichten! Also überleg dir, was du tun willst und dann nimm es in die Hand. Und höre auf das, was dein Vater sagt!


    Liebe Grüße auch von deiner Schwester. Sie vermisst dich sehr, schwärmt aber ständig vor all ihren Freundinnen davon, dass ihr Bruder jetzt in Rom ist. Naja, du weißt ja, was das hier für einen Eindruck schindet.


    Pass gut auf dich auf, mein Spatz!
    Deine Mama


    „Für deinen Vater hab ich auch noch einen“, fügte er noch aus dem Mundwinkel an, als es kurz etwas Unruhe gab mit dem aelischen Consular, der Wein verlangte und Namenshilfe brauchte – der Moment war einfach zu gut, um ihn nicht zu nutzen. Aber dann gab sich Aquila ganz als braver Tiro und versuchte einen aufmerksamen Eindruck zu vermitteln. Und nicht etwa den, als tuschele er gerade im Hintergrund mit seinem Cousin, auch wenn er den er seit Jahren nicht gesehen hatte.

  • Bei den Worten seines Patrons nickte Sedulus zustimmend.


    Senator Aelius Quarto sagt die Wahrheit. Wir haben mit dem Ursupator nichts gemein! Im Gegenteil, hat er unsere Familie doch bei meiner eigenen Hochzeit zu tiefst beleidigt!


    Mehr mußte der Neusenator Duccius Vala nicht wissen und das war vielleicht schon zuviel des Guten.


    Nun wir werden sehen was kommt.


    Irgendwie hatte Sedulus da seine Zweifel.

  • “Ja, wir werden sehen.“, brummte Quarto. Dann sah er noch einmal Vala an und fügte hinzu: “Dein Weg soll nicht umsonst gewesen sein. Ich wähle dich.“, bevor er sich erneut einer anderen Frage zuwandte: “Wo bleibt denn jetzt der Wein?“

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