Memento mori
ANTE DIEM XVI KAL IUL DCCCLX A.U.C. (16.6.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Neues aus Germania
Nachruf

inige kannten ihn persönlich, viele kannten ihn durch seine zahlreichen Artikel in der Acta Diurna. Er war ein Mann, der uns in Erinnerung bleiben wird: Tiberius Duccius Lando. Denn Lando, Ritter Roms, Kopf des Handelshauses Freya Mercurioque und seiner Sippe in Mogontiacum, Decurio seiner Stadt, sowie tatkräftiger Subauctor und nicht zuletzt geliebter Ehemann, Vater und Freund, hat diese Welt verlassen. Er starb bei einem Übergriff nahe der Stadt Mogontiacum und hinterlässt viele Lücken, die nur schwer zu füllen sein werden.
Für sein stets Engagement für die Acta Diurna zeichnen wir ihn posthum mit einer
Inschrift aus, die fortan am
Domus der Acta zu Rom zum Gedenken an ihn und seine kontinuierliche Arbeit aufruft. Die Acta Diurna verliert mit Duccius Lando einen zuverlässigen und pflichtbewussten Mitarbeiter, der zudem oftmals den richtigen Riecher bewies. Möge Lando in Frieden in die elysischen Gefilde übersetzen und seine Familie mit der Zeit die Trauer um seinen Verlust überwinden können. Wir werden Lando stets in guter Erinnerung behalten.
IN MEMORIAM
TIBERIUS DUCCIUS LANDO
"LOKI"
Die Redaktion
Der tiefe Fall der Decimer
ANTE DIEM V NON MAI DCCCLX A.U.C. (3.5.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Politisches, Klatschspalte

ass jeder Glanz einmal verblasst, ist weithin bekannt. Doch wie, so fragt man sich, kann der Name einer Familie, die einst so großes Ansehen im Reich besessen hat, so rasant verklingen wie jener der Decimer? Man erinnert sich an die Zeiten der Triumphzüge zurück, die Decimus Meridius angeführt hat. Doch dann...Leere. Als hätte man die Erinnerungen der Menschen hinfort gefegt. Nichts bleibt zurück außer dem Klang des Namens. Decima.
Betrachtet man die gegenwärtige Lage der Gens, fällt schnell auf, dass sie von Glanz ond Glorie der vergangenen Tage weit entfernt ist. Decimus Livianus, ehemals Legat der in Mantua stationierten Legio Prima, Kriegsgefangener, selig Heimgekehrter und dennoch wenig gefeierter Ex-Militär, trat jüngst vor den Senat und stellte sich der Wahl zum Consul. Seine Wahlrede hetzerisch, bekam er die Quittung dafür mitsamt dem schlechten Wahlergebnis serviert. Nur wenig mehr als ein Drittel der Senatoren sprach sich für ihn - und damit gegen ihn - aus. Seitdem scheint er verschwunden, verschluckt von der Bildfläche der Ewigen Stadt.
Umso mehr allerdings machte Decima Seiana von sich reden. Wegen eines unschönen Zwischenfalls mit ihrem Ex-Verlobten auf einer Hochzeit (wir berichteten) ohnehin in aller Munde, machte sie nun auch von sich reden, indem sie Brot in rauen Mengen vor der Casa Decima verteilen ließ. Ein unglücklicher Zufall? Oder rührte sie die Werbetrommel für ihren Onkel? Nun wieder zu haben, war sie zuletzt in Begleitung desselben während der Wagenrennen zu Ehren der Megalesia zu sehen. Wir hoffen, dass sich bald ein passendes Deckelchen für ihren Topf finden mag.
Doch damit nicht genug. Jüngst wurde ein weiterer Decimus erspäht, auch wenn man sich geraume Zeit nicht sicher war, ob es sich überhaupt um ein Mitglied dieser Familie handelte. Decimus Verus, ehemaliger Curator Kalendarii und Patron des geschätzten Kaiserbruders, galt lange als verschollen. Nun ist er zurück, doch das zottige Haar und sein ungepflegtes Aussehen tragen offensichtlich auch nicht dazu bei, die Decimer wieder auf einen grüneren Zweig zu heben. Manche munkeln, er paktiere mit den Christianern. Hoffen wir, dass dem nicht so ist.
Der einzige Lichtstrahl, den man dieser Tage entdecken kann, scheint in Ägypten. Doch dort bemerkt wohl kaum jemand den Fleiß und die Hingabe eines jungen Tribuns, der auch in Rom von sich Reden gemacht hatte. Sein Name ist Decimus Serapio, und er ist sowohl der Bruder der unglückseligen Seiana als auch der Adoptivsohn des Decimus Livianus (wem diese Konstellationen zu verworren erscheinen, dem sei empfohlen, darüber hinwegzusehen und lediglich die Leistung des Jungen zu beurteilen). Wir hoffen, dass seine Bemühungen nicht vergebens sind, und raten, sich eine Scheibe von dem wackeren Kerl abzuschneiden, um zumindest den rasanten Fall zu verlangsamen, wenn schon nicht zum Stillstand zu bringen. Politisch günstige Verbindungen anzustreben, gerade wo sich mindestens eine heiratswillige Dame unter den Decimern befindet, wäre ebenfalls äußerst klug.
eserbriefe
ANTE DIEM V NON MAI DCCCLX A.U.C. (3.5.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Leserbriefe
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Liebe Leute, die letzten Leserbriefe waren schon echt knuffig. Zusammenstöße an Ecken verhindern, weil die Reinigungskosten für Tuniken zu hoch sind? Oder doch nicht, weil man dann weniger Wein verkauft? Gebt es doch zu: Für einen Arbeiter, der nach einem langen Arbeitstag müde nach Hause stapft, gibt es doch nichts schöneres, als sich hinter einer Straßenecke unvermittelt in den Armen einer hübschen jungen Frau wie mir wiederzufinden. Ein paar Kolleginnen werden dazu von den Wirten geschickt, die dann an den kurzzeitig vermieteten Kammern verdienen - ich schnappe mir lieber einfach so schnell die Geldbeutel. Das hält uns beide weniger auf und ich muss nicht das Geld mit dem blöden Wirt teilen. Außerdem klappt das auch bei Frauen auf den Märkten. Vor allem wenn sie neu in der Stadt sind. Sie freuen sich, eine vermeintliche neue Freundin kennen gelernt zu haben und ob ihr Geld nun weg ist, weil sie noch nicht wissen, welche Händler billigen Ramsch überteuert verkaufen oder weil sie mit mir zusammen gestoßen sind, ist doch egal.
Ich mag Roms Ecken und Märkte so wie sie sind und daran sollte man wirklich nichts ändern. Und eines kann ich euch auch noch verraten: So mancher alter Mann, der jeden Tag das Haus verlässt, um den Altar an der nächsten Straßenecke zu schmücken, tut es nicht nur der guten Geister wegen, sondern genau deswegen, weil er dort in den Armen einer jungen Frau wie mir landen kann.
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5 Hochzeiten und kein Todesfall
PRIDIE KAL MAI DCCCLX A.U.C. (30.4.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Klatschspalte

rinnert ihr euch noch an jene Zeiten, als es schien, dass alle Männer nur Krieg führen wollten und keiner auch nur daran dachte, in den Stand der Ehe einzutreten? Nun, diese sind wohl eindeutig vorbei, denn deutlicher kann ein Jahr nicht im Zeichen Iunos beginnen.
Den Anfang dieses Jahr machten Titus Aurelius Ursus und Tiberia Septima. Das rauschende Fest der eigentlichen Hochzeit dürfte vielen in Erinnerung bleiben, vor allem der zur Floß umfunktionierte Teppich im impluvium des Hauses. Doch viel mehr als diese weinselige Feier, bei der selbst Bacchus sich wohl gefühlt hätte, war der Empfang am Morgen danach interessant.
Zwei Herren, namentlich Caius Aelius Archias und Titus Duccius Vala, lieferten sich einen äußerst interessanten Disput. Leider konnte keiner unserer Informanten sagen, was genau zwischen diesen beiden Herren wohl vorgefallen war, das Ergebnis des ganzen war dann aber doch sehr schockierend amüsant. So landete eine Schüssel mit Süßspeise doch unversehens über dem Kopf des Duccius, als Aelius wohl seiner Beherrschung verlustig ging. Kein Wunder, dass seine damalige Verlobte, Decima Seiana, wutschnaubend von dannen ging und er ihr hinterher.
Nach diesem Vorfall aber lief das Fest sehr professionell weiter. Man möchte fast meinen, die edle Gesellschaft wäre schlimmere Ausraster gewohnt, so wenig Reaktion, wie hierauf kam. Vielleicht lag es auch an der wahrhaft charmant anzuhörenden Entschuldigung des Ducciers, wer weiß? Wir konnten nur spekulieren und den Rest der Feierlichkeit genießen.
Die zweite Hochzeit dann mag nun verwundern. Caius Aelius Archias – ja, besagter Mann mit der Schüssel – ehelichte Iunia Axilla bei den Feierlichkeiten zu den Megalesia. Angeblich fand die Zeugenrede mitten im Fanblock der Veneta statt, mit anschließender deductio in domum. So überhaupt keine Feierlichkeit auszurichten auszurichten und scheinbar nicht einmal den Segen Iunos einzuholen ist schon mehr als ungewöhnlich. Ob es Gründe für diese Blitzhochzeit gab?
Doch das eigentlich infame an dieser Hochzeit ist die Tatsache, dass diese Verbindung so überhaupt geschlossen wurde. Immerhin war der Aelier schon lange mit Decima Seiana verlobt, und nach unseren Nachforschungen wurde diese Verlobung nur wenige Tage nach dem äußerst peinlichen Auftritt bei der vorgenannten Hochzeit gelöst. Ob da wohl ein Zusammenhang bestand? Angesichts der kurzen Zeiträume kann man dieses fast annehmen.
Doch die Iunier scheinen dieser Tage ohnehin nicht sehr viel auf die althergebrachten Traditionen zu geben. Anders lässt sich die wirklich ungewöhnliche Doppelhochzeit wohl schwer erklären. Ja, richtig, liebe Leser, Doppelhochzeit. Allerdings wurden hierbei nicht noch zwei Iunierinnen vergeben, sondern Iunia Serrana und Germanica Calvena. Die Feierlichkeiten fanden in der Casa Iunia statt, und die Gästeliste konnte wirklich beeindrucken. Wer auf diesem Fest gefehlt hat, hat wohl den illustresten Kreis dieses Jahr verpasst.
Doch Iuno schien sich an dem Ablauf nicht zu stören, und auch die Gäste begegneten auch hier allem mit herzlichem Gleichmut. Fast möchte man meinen, Rom habe keine Furien mehr, die sich auf solch ein gefundenes Fressen stürzen mögen. Vielleicht sind sie alle gesättigt?
So bleibt uns nur, Senator Quintus Germanicus Sedulus zu seiner Iunia Serrana zu gratulieren, ebenso wie Lucius Quintilius Valerian zu seiner Germanica Calvena.
Über das Fest vermögen wir leider nicht sehr viel zu berichten, waren die meisten Erinnerungen der Gäste doch sehr schwammig, was auf reichlich Weingenuss hindeutet. Einzig bemerkenswert war der Auftritt des Praefectus Urbi, der noch während der Opferriten versuchte, eine der Bräute ihrem Bräutigam abspenstig zu machen.
Bei so viel Heiratswut ging dann die Hochzeit von Lucius Iulius Centho und Furia Calliphania beinahe unter, die wohl nur im engsten Familienkreis und in aller Ruhe stattfand. Bei derart vielen rauschenden Festen sei den beiden ihre Ruhe auch redlich gegönnt, und auch ihnen wünschen wir Iunos Segen.
Doch noch sind nicht alle angekündigten Hochzeiten vollzogen, die Liste der gültigen Verlobungen lässt immernoch auf die Hochzeit von Tiberia Arvinia und Manius Aurelius Orestes hoffen. Angesichts derart erinnerungswürdiger Feste darf man wohl gespannt sein, was hierbei aufgefahren wird. Und bei derart greifbaren Frühlingsgefühlen würde es mich stark verwundern, sollte dies die einzige, weitere Hochzeit dieses Jahres bleiben.
ecretum senatus
ANTE DIEM XVII KAL MAI DCCCLX A.U.C. (15.4.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Politisches
eserbriefe
ANTE DIEM XVII KAL MAI DCCCLX A.U.C. (15.4.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Leserbriefe
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Mit großer Besorgnis habe ich gelesen, was in den letzten Veröffentlichungen der Acta Diurna über Zusammenstöße an Straßenecken geschrieben wurde. Ich bin ein alter Mann und kümmere mich seit über 45 Jahren um Weihesteine und Altäre zu Ehren der guten Geister der Wegkreuzungen und Gabelungen. Alleine die Götter und Geister sind es, die unsere Schritte lenken. Ihnen sollte Beachtung schenken, wer eine sichere Reise haben möge. Hängt nicht lächerliche polierte Metallwaren an die Häuser, um Zusammenstöße vorher sehen zu wollen. Verschwendet nicht die Zeit der tapferen Soldaten der Cohortes Urbanae mit dem Schwenken von bunten Wollknäueln. Sorgt euch nicht um den Wein, den ihr nicht verkauft, wenn Menschen nicht zusammen stoßen. Gedenkt alleine täglich den Göttern und Geistern. Wenn ihr Metall übrig habt, dann schmelzt es ein und macht eine hübsche Statuette daraus, um sie an einer Wegkreuzung in einen Altar zu stellen. Wenn ihr bunte Wolle übrig habt, dann schmückt damit die Opfertiere, die ihr an einem Altar darbringt. Wenn ihr Wein habt, dann tragt jeden Tag einen Becher davon zur nächsten Straßenecke, um auch die Geister, die dort wohnen, an unserem Leben und unseren Freuden teilhaben zu lassen. Nur dann werden euch die Götter gnädig sein, und jene Zusammenstöße verhindern, die euch zur Last sind. Glaubt den Worten eines alten Mannes.
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Tüchtige Mogontiacer Gastwirte bauen Legionscarcer um
ANTE DIEM XII KAL APR DCCCLX A.U.C. (21.3.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Neues aus Germania, Klatschspalte, Militärisches

us Germania dringen in den Wintermonaten nicht die geringsten Nachrichten nach Süden. Die vereisten Alpenpässe und das verschneite Gallien riegeln die nördliche Provinz hermetisch ab, so scheint es. Wenn aber etwas durchkommt, dann sind es stets gute Nachrichten.
Das Geschäftsleben in der obergermanischen Hauptstadt scheint durch das kalte Wetter allerdings keinen Abbruch erhalten zu haben, so hört man davon, dass die Betreiber einer bekannten Taberna nun expandieren. Nicht nach Confluentes oder Borbetomagus, nein, es wird in nichts geringeres expandiert als in den Carcer des Legionskastells der hiesigen Zweiten.
Die Soldaten der Legio scheinen sich gedacht zu haben, dass man die leeren Zellen doch anderweitig verwenden kann, wenn es gerade keine aufmüpfigen Miletes oder Strauchdiebe einzusperren gilt: als Gästezimmer der anderen Art.
Interessenten scheint es bereits gegeben zu haben: ein nicht weiter bekannter Trunkenbold soll sich bereits einquartiert haben. Man munkelt, es soll ein geheimer Abgesandter aus Rom sein, der die Zustände in der zweiten Legion kontrollieren soll, und so haben die Soldaten der ruhmreichen zweiten Legion es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Mann fürstlich zu bewirtschaften.
Das Gespür der Männer für wichtige Persönlichkeiten scheint sich wieder einmal bewährt zu haben, schon fast legendär ist die Rede, dass ein Miles der Zweiten einem Menschen den Ordo schon an der Nase ansehen kann, was einige Tunichtgute von der Castra ferngehalten haben soll. Von solchen Menschen bewacht, könnten unsere Grenzen je sicherer sein?
Natürlich nicht. Den Göttern sei dank.
Vinicius Lucianus neuer Curator Rei Publicae
ANTE DIEM XII KAL APR DCCCLX A.U.C. (21.3.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Politisches

hne große Zeremonie, nur mit einer schlichten Mitteilung aus dem Officium Imperatoris ist Marcus Vinicius Lucianus, Consular und ehemaliger Statthalter von Germania, im Februar zum neuen Curator Rei Publicae ernannt worden. Die Ernennung erfolgte auf Vermittlung von Aelius Quarto, dem Bruder des Kaisers, der zu diesem Anlass extra nach Misenum gereist war.
Mit Vinicius Lucianus übernimmt ein politisch äußerst erfahrener Mann die Geschicke an der Spitze der italischen Regionen. Der Consular blickt auf eine lange und erfolreiche politische Karriere zurück, die mit der Quaestur begann und über ein Volkstribunat und die Praetur rasch zum Consulat führte. Nach seiner Statthalterschaft in Germania wurde er nicht nur vom Kaiser für die militärischen Verdienste mit einer Hasta Pura ausgezeichnet, sondern auch von den Einwohnern der Provinzhauptstadt Mogontiacum mit der Ehre eines Stadtpatronats gewürdigt. Italia kann sich zweifellos freuen, einen so verdiensten Senator an seine Spitze zu bekommen. Der neue Curator begann auch sogleich mit einer Reise durch verschiedene Städte seines neuen Amtsgebietes und hält sich nach einem Besuch in Ostia derzeit in Misenum auf. Ob er dort auch mit dem Kaiser persönlich zusammentreffen wird oder sich nur um die Belange der Stadt kümmern möchte, wurde aus seiner Reisegruppe nicht bekannt gegeben.
Politische Verwirrung im Hause Decima
ANTE DIEM XII KAL APR DCCCLX A.U.C. (21.3.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Klatschspalte, Politisches

anch einer im Hause Decima wird derzeit wohl gerne an die ruhmreichen Zeiten zurückdenken, als unter Decimus Meridius und Decimus Livianus politische und militärische Ehrungen angesammelt wurden und der Name der Gens mit einem ehrfürchtigen Klang genannt wurde. Das derzeitige Bild sieht dagegen anders aus. Decimus Livianus ist zwar noch nicht wie Decimus Meridius aus der Öffentlichkeit verschwunden, macht aber seit seiner spektakulären Praetur kurz nach seiner Rückkehr aus parthischer Gefangenschaft auch kaum mehr positiv von sich reden, nachdem er angeblich beim einflussreichen Praefectus Urbi in Ungnade gefallen ist.
Jener Mann scheint es auch zu sein, der im Mittelpunkt der weiteren Verwirrung um die Gens Decima steht. Kein geringerer als der Praefectus Urbi persönlich war es nämlich, der seinen Siegelring unter ein Dokument setzte, das die erst kurz zuvor erfolgte Ernennung von Decimus Flavus, Sohn des Decimus Livianus, zum Ritter und Tribun der Vigiles für ungültig erklärte. Eine offizielle Erklärung für diesen bemerkenswerten, wenn nicht sogar beispiellosen Vorgang gab es weder von Seiten des Kaiserhofes noch vom Praefectus Urbi. Allgemein muss wohl davon ausgegangen werden, dass einem Beamten bei der Ernennung ein Fehler unterlaufen ist - was zweifellos ein mehr als peinlicher Vorgang wäre. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass es sich um eine direkte Folge der Verstimmungen zwischen dem Praefectus Urbi und Decimus Livianus handelt, unter der nun auch dessen Sohn leiden muss.
Doch auch Decimus Mattiacus, bisher eher unscheinbarer und beflissener Akteur im Hintergrund, scheint in den Strudel der Ereignisse mit hinein gerissen zu werden. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass er zunächst mit Ehrungen als Procurator a cognitionibus entlassen wurde, um ein Tribunat in Germania bei der Legio II Germanica anzutreten, nur um wenige Tage später gleich wieder nach Rom beordert zu werden, um ein Tribunat bei den Cohortes Urbanae anzutreten. An ein erneutes Versehen der kaiserlichen Kanzlei mag hier nun wirklich niemand glauben, doch alleine die Tatsache, dass der ehemalige Procurator a cognitionibus gleich nach seiner Rückkehr nach Rom vom Praefectus Urbi empfangen wurde, spricht dagegen, dass auch hier das Zerwürfnis mit Decimus Livianus die Ursache sein könnte.
Sie geben also weiter Rätsel auf, die Ereignisse rund um die Gens Decima in diesen Tagen, die nicht die besten dieses Hauses zu sein scheinen.
Schweres Unwetter wütet in Mantua
ANTE DIEM XII KAL APR DCCCLX A.U.C. (21.3.2010/107 n.Chr.)Rubriken: Klatschspalte

in schweres Unwetter hat in Mantua starke Zerstörungen angerichtet und der Stadt schwer zugesetzt. Über Stunden hinweg gingen strömende Regenfälle über der Stadt und dem Umland nieder, verbunden mit Blitz und Donner und starkem Sturm. Mindestens ein Haus wurde von einem Blitz direkt getroffen. Zahlreiche Straßen standen knietief unter Wasser, da die Kanalisation der Stadt den Wassermassen nicht gewachsen war. Noch während das Unwetter wütete, rückte eine Abteilung der Legio I Traiana Pia Fidelis aus, um der leidenden Stadt zu Hilfe zu kommen. Aus dem vom Blitz getroffenen Haus wurden mehrere Verletzte geborgen und zur ärztlichen Versorgung in das Lazarett des Legionslagers gebracht. Zudem wurden provisorische Kanäle gegraben, um ein schnelleres Abfließen des Wassers zu ermöglichen.
Nachdem sich das Unwetter über Nacht gelegt hatte, bot sich den Einwohnern am nächsten Tag ein Bild der Verwüstung. Zahlreiche Häuser wurden durch den Sturm beschädigt und vielfach standen die unteren Geschosse voller Wasser oder Schlamm. Umgestürzte Bäume und Teile von Gebäuden, Baugerüsten und Marktständen waren überall in der Stadt zu finden und blockierten Straßen und öffentliche Plätze. Erneut rückte eine Abteilung der Legion aus, um auch bei den Aufräumarbeiten mit Schanzwerkzeug Hilfestellung zu leisten.
Darüber, was einen derart heftigen Zorn des Iuppiter auf die Stadt Mantua heraufbeschworen haben konnte, wollte sich bisher kein Politiker der Stadt äußern. Bisher war hinter vorgehaltener Hand nur zu hören, das bei besserer Pflege der Kanalisation durch die Magistrate das Wasser wenigstens besser abgeflossen wäre. Für die Bewohner, die sich nun mühsam von den Schäden erholen müssen, ist dieses Gerücht aber sicher nur ein schwacher Trost.